Veltheim

Explosive Stimmung: Sind die Pläne für die Zukunft des Kraftwerks Veltheim in Gefahr?

Thomas Lieske

Was ist auf diesem Gelände des Kraftwerks Veltheim möglich, was nicht? Darüber gehen die Meinungen zwischen Eigentümerin und Stadt offenbar deutlich auseinander. Hat das Verhältnis zwischen GKW, Stadt und Planungsbüro gelitten? MT-Foto (Archiv): Alex Lehn
Was ist auf diesem Gelände des Kraftwerks Veltheim möglich, was nicht? Darüber gehen die Meinungen zwischen Eigentümerin und Stadt offenbar deutlich auseinander. Hat das Verhältnis zwischen GKW, Stadt und Planungsbüro gelitten? MT-Foto (Archiv): Alex Lehn

Porta Westfalica-Veltheim (mt). Über den Plänen zur Entwicklung des Kraftwerkgeländes in Veltheim braut sich ein schweres Unwetter zusammen. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist ein öffentlicher Infotermin geplatzt. Ein Planungsbüro aus Bielefeld sollte am Montag während der Sitzung des Ausschusses für Planung und Umweltschutz die Ideen für eine Entwicklung des Geländes, das sich im Eigentum der Entwicklungsgesellschaft GKW befindet, präsentieren. Gekommen ist niemand. Stattdessen bekriegen sich die Beteiligten nun mit scharf formulierten Mails, die der Redaktion vorliegen. Noch während der MT-Recherchen am Dienstag verschärft sich der Ton deutlich.

GKW ist mit Planungsbüro unzufrieden

Was bisher nicht an die Öffentlichkeit gelang: Die GKW ist plötzlich unzufrieden mit der Arbeit des von ihr beauftragten Planungsbüros. Das wird in einem Schreiben deutlich, das die Eigentümerin am 2. Oktober an den Planer geschickt hat. Man fühle sich in dem Verfahren „nicht gut betreut". Die Interessen der GKW würden „keinen Niederschlag" finden. Die GKW betont, dass sie eine Präsentation des bisherigen Entwurfs in der Ausschusssitzung weder „in dieser Form beauftragt, noch abgestimmt" habe. Die Planung entspreche „nicht einmal im Ansatz unseren Vorstellungen", heißt es in dem Schreiben, das auch an Ratsmitglieder gegangen ist. Zudem wird eine Rechnung des Planers angezweifelt.

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Die Geschichte des Kraftwerks


Das Steinkohle-Kraftwerk in Veltheim ging 1962 ans Netz. 2016 wurde es abgeschaltet.

Kurz vor Stilllegung kamen skurrile Geschichten hoch: Die damalige Betreiberin Eon wollte etwa zwei Meiler übers Internet verkaufen.

Die Entwicklungsgesellschaft GKW Veltheim hat das Areal Anfang 2018 von der HoKo Verwaltungs GmbH gekauft.

Seit vielen Jahren findet am Kraftwerksgelände das bekannte Festival „Umsonst & Draußen" statt, das jedes Mal viele Tausend Leute anzieht.

Am 10. Juli dieses Jahres brach ein Großbrand auf dem Gelände aus. Bei Abbrucharbeiten geriet die sogenannte Rauchgasentschwefelung in Brand und sorgte für eine riesige schwarze Rauchsäule, die kilometerweit zu sehen war.
Im Juli stand ein Teil in Flammen. 

MT- - © Foto: Korfesmeyer
Im Juli stand ein Teil in Flammen.
MT- (© Foto: Korfesmeyer)

In einem zweiten Schreiben wettert die Eigentümerin gegen die Stadtverwaltung – ebenfalls datiert auf den 2. Oktober, wenige Tage vor dem Ausschuss. So beklagt der Projektentwickler Philipp Hausdörffer im Auftrag der GKW, dass lediglich das Planungsbüro über drastische Einschränkungen für Gewerbe an der Stelle informiert worden sei – nicht aber die Eigentümerin. Das Ganze soll laut Hausdörffer am 13. September per Mail geschehen sein. Bei einem Gespräch im Juli sei das nie thematisiert worden. Dass diese Info nur auf indirektem Weg an die Eigentümerin gelangt sei, „befremdet uns". Deshalb drängt die GKW in dem Schreiben auch darauf, die Sitzungsvorlage nicht zur Abstimmung zu bringen.

Ein neues Versprechen an die Öffentlichkeit

Man habe die neuen Ideen entwickelt, ohne diese Einschränkungen gekannt zu haben. Die Absage für Montag sei dadurch zustande gekommen, dass man dem Planungsbüro untersagt habe, den Entwurf zu präsentieren. Man habe „Visionen". Was hinter den Visionen steckt, dazu will sich Hausdörffer im Gespräch mit dem MT nicht äußern. Nur so viel: Unsere Planungen gehen über das Kraftwerksgelände hinaus." Er nimmt das Wort „Stadtteilentwicklung" in den Mund. Ob die Ideen der GKW wohl unrealistisch sind für diesen Standort? „Man muss immer Visionen haben, damit unterm Strich noch etwas rumkommt."

Von einer Zerrüttung des Verhältnisses spricht Hausdörffer nichts. Er hält sich eher bedeckt, in seinen Worten klingt dennoch Unmut gegenüber den Beteiligten mit. Das wolle er aber nicht weiter thematisieren. Stattdessen macht er ein neues Versprechen: In gut zwei Wochen wolle man endlich die Öffentlichkeit über alles informieren – und zwar über die Zeitung.

Der Ton verschärft sich deutlich

Am Dienstagvormittag sieht Jens-Peter Huesmann vom Planungsbüro „Drees & Huesmann" die Dinge etwas zurückhaltender, zumindest in einem ersten Gespräch. Ja, ein Schreiben der GKW habe sein Büro am 2. Oktober erreicht. Von Anschuldigungen spricht er nicht, vielmehr davon, dass die GKW über die Planungen noch weiter nachdenken müsse und die bisherigen Ideen so nicht öffentlich vorgetragen werden sollen. Für Nachfragen habe man die GKW nicht erreicht. Es gebe aber Gesprächsbedarf. Deshalb hätten sich Büro und Stadt am Montag kurzfristig geeinigt, die bisherigen Pläne nicht vorzustellen.

Am Dienstagnachmittag verschärft sich sein Ton. Er hat ein Schreiben an die GKW aufgesetzt. Dass die Eigentümerin die Rechnung und die erbrachten Leistungen anzweifele, mache ihn „fassungslos", schreibt Huesmann. Bis zum Schreiben vom 2. Oktober sei nie irgendeine Leistung bemängelt worden – vielmehr habe es „vonseiten der Entwicklungsgesellschaft GKW Lob für die Führung der Abstimmungsgespräche gegeben". Die Visionen der GKW schätzt er gegenüber dem MT als „nicht umsetzungsfähig" ein, ohne auf Details einzugehen. Ausführungen im plötzlich aufgetauchten neuen Konzept der Eigentümerin seien „schlichtweg falsch und zeugen von fachlicher Unkenntnis". Irritiert zeigt sich Huesmann auch davon, dass in den Schreiben plötzlich der Projektentwickler spreche und nicht mehr die GKW als Auftraggeberin. Bis zum 2. Oktober habe er keinen Kontakt zu Hausdörffer gehabt. Wie es zwischen beiden Vertragspartnern weitergeht, scheint unklar. Zwar bietet Huesmann weitere Zusammenarbeit an, aber erst nach Begleichung der angezweifelten Rechnung, die nach MT-Informationen rund 74.000 Euro betragen soll. Ob die GKW zahlt, ist fraglich.

Das sagt die Stadt Porta zur kurzfristigen Absage

„Solch eine Absage kurz vor der Sitzung ist mir in all den Jahren noch nicht untergekommen", wetterte der Technische Beigeordnete Stefan Mohme während der Sitzung. Von dem Telefonat eine Stunde vor Beginn berichten er und der Ausschussvorsitzende Hans-Günther Vogt (SPD) so: Die Ideen des Eigentümers wichen zu sehr vom Machbaren ab. Das Planungsbüro könne den Eigentümer mit diesen Plänen öffentlich derzeit nicht vertreten, hieß es.

Was am ehemaligen Kraftwerk möglich wäre

Mittlerweile kursieren wilde Spekulationen über das, was auf dem Gelände entstehen soll: Schwerindustrie, Steinbruchanlagen, Hotels. Und dann die Visionen der Eigentümerin, deren Details bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangt sind. Visionen, die offenbar mit der Realität am Kraftwerksgelände kaum vereinbar sind, klingt immer wieder durch. Sind diese Visionen wirklich aus Unwissenheit entstanden? Unwissenheit darüber, dass die Stadt harte Einschränkungen für die Entwicklung des Geländes fordert?

Sehr wohl, betont Mohme, habe die Stadt „von Anfang an darauf gedrängt", dass am Kraftwerk Veltheim etwas entstehe, das „lokal verträglich" sei. Intensive Industrie schließe die Stadt aus. Ebenso könne dort kein neuer Ortskern, schon gar nicht ein neuer Stadtteil geschaffen werden. Genau das soll aber, glaubt man den Worten des Projektentwicklers, geschehen. Der Beigeordnete sieht eher die Chance auf eine großflächige Photovoltaikanlage. Tourismus sei bisher in den Planungen gar kein Thema gewesen. Dabei habe der Yacht-Club Erder „konkretes Interesse", dort einen Wohnmobil-Stellplatz zu betreiben. Der Standort sei durch die schlechte Verkehrsanbindung nur „eingeschränkt nutzbar", erklärt Mohme. „Dort ist kein massiver Schwerlastverkehr möglich." Im Übrigen sei die Eigentümerin nicht dazu verpflichtet, das Kraftwerk zurückzubauen.

Die Portaner Politik ist ratlos

Die Portaner Politik tappt derweil weiter im Dunkeln. Zwar seien die Fraktionen einzeln über die Visionen der Eigentümerin informiert worden. Aber den Mitgliedern des Ausschusses fehlen Infos: Was ist dort rechtlich möglich, was geht nicht? Wie muss der neue Bebauungsplan aussehen – darüber sollten die Mitglieder eigentlich beraten. Es fehlt der konkrete neue Plan der Eigentümerin – laut Verwaltung in den letzten drei bis vier Wochen entstanden –, es fehlen Zahlen. „So können wir hier heute nichts abstimmen", fasste es Dirk Neitmann (FDP) zusammen. Man müsse mit dem Begriff „Industriegebiet" vorsichtig sein, waren sich während der Sitzung alle einig. „Wir wollen dort nicht solch eine Situation wie mit der Spedition in Holtrup", bekräftigte Neitmann. Grünen-Chef Marc Weber fordert, dass die Fläche für Solaranlagen deutlich nach oben korrigiert werden müsse. Außerdem dürfe keine Verlagerung der Gewerke aus den Ortskernen stattfinden.

Fortsetzung folgt gewiss.

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Das wird in einem Schreiben deutlich, das die Eigentümerin am 2. Oktober an den Planer geschickt hat. Man fühle sich in dem Verfahren „nicht gut betreut". Die Interessen der GKW würden „keinen Niederschlag" finden. Die GKW betont, dass sie eine Präsentation des bisherigen Entwurfs in der Ausschusssitzung weder „in dieser Form beauftragt, noch abgestimmt" habe. Die Planung entspreche „nicht einmal im Ansatz unseren Vorstellungen", heißt es in dem Schreiben, das auch an Ratsmitglieder gegangen ist. Zudem wird eine Rechnung des Planers angezweifelt. In einem zweiten Schreiben wettert die Eigentümerin gegen die Stadtverwaltung – ebenfalls datiert auf den 2. Oktober, wenige Tage vor dem Ausschuss. So beklagt der Projektentwickler Philipp Hausdörffer im Auftrag der GKW, dass lediglich das Planungsbüro über drastische Einschränkungen für Gewerbe an der Stelle informiert worden sei – nicht aber die Eigentümerin. Das Ganze soll laut Hausdörffer am 13. September per Mail geschehen sein. Bei einem Gespräch im Juli sei das nie thematisiert worden. Dass diese Info nur auf indirektem Weg an die Eigentümerin gelangt sei, „befremdet uns". Deshalb drängt die GKW in dem Schreiben auch darauf, die Sitzungsvorlage nicht zur Abstimmung zu bringen. Ein neues Versprechen an die Öffentlichkeit Man habe die neuen Ideen entwickelt, ohne diese Einschränkungen gekannt zu haben. Die Absage für Montag sei dadurch zustande gekommen, dass man dem Planungsbüro untersagt habe, den Entwurf zu präsentieren. Man habe „Visionen". Was hinter den Visionen steckt, dazu will sich Hausdörffer im Gespräch mit dem MT nicht äußern. Nur so viel: Unsere Planungen gehen über das Kraftwerksgelände hinaus." Er nimmt das Wort „Stadtteilentwicklung" in den Mund. Ob die Ideen der GKW wohl unrealistisch sind für diesen Standort? „Man muss immer Visionen haben, damit unterm Strich noch etwas rumkommt." Von einer Zerrüttung des Verhältnisses spricht Hausdörffer nichts. Er hält sich eher bedeckt, in seinen Worten klingt dennoch Unmut gegenüber den Beteiligten mit. Das wolle er aber nicht weiter thematisieren. Stattdessen macht er ein neues Versprechen: In gut zwei Wochen wolle man endlich die Öffentlichkeit über alles informieren – und zwar über die Zeitung. Der Ton verschärft sich deutlich Am Dienstagvormittag sieht Jens-Peter Huesmann vom Planungsbüro „Drees & Huesmann" die Dinge etwas zurückhaltender, zumindest in einem ersten Gespräch. Ja, ein Schreiben der GKW habe sein Büro am 2. Oktober erreicht. Von Anschuldigungen spricht er nicht, vielmehr davon, dass die GKW über die Planungen noch weiter nachdenken müsse und die bisherigen Ideen so nicht öffentlich vorgetragen werden sollen. Für Nachfragen habe man die GKW nicht erreicht. Es gebe aber Gesprächsbedarf. Deshalb hätten sich Büro und Stadt am Montag kurzfristig geeinigt, die bisherigen Pläne nicht vorzustellen. Am Dienstagnachmittag verschärft sich sein Ton. Er hat ein Schreiben an die GKW aufgesetzt. Dass die Eigentümerin die Rechnung und die erbrachten Leistungen anzweifele, mache ihn „fassungslos", schreibt Huesmann. Bis zum Schreiben vom 2. Oktober sei nie irgendeine Leistung bemängelt worden – vielmehr habe es „vonseiten der Entwicklungsgesellschaft GKW Lob für die Führung der Abstimmungsgespräche gegeben". Die Visionen der GKW schätzt er gegenüber dem MT als „nicht umsetzungsfähig" ein, ohne auf Details einzugehen. Ausführungen im plötzlich aufgetauchten neuen Konzept der Eigentümerin seien „schlichtweg falsch und zeugen von fachlicher Unkenntnis". Irritiert zeigt sich Huesmann auch davon, dass in den Schreiben plötzlich der Projektentwickler spreche und nicht mehr die GKW als Auftraggeberin. Bis zum 2. Oktober habe er keinen Kontakt zu Hausdörffer gehabt. Wie es zwischen beiden Vertragspartnern weitergeht, scheint unklar. Zwar bietet Huesmann weitere Zusammenarbeit an, aber erst nach Begleichung der angezweifelten Rechnung, die nach MT-Informationen rund 74.000 Euro betragen soll. Ob die GKW zahlt, ist fraglich. Das sagt die Stadt Porta zur kurzfristigen Absage „Solch eine Absage kurz vor der Sitzung ist mir in all den Jahren noch nicht untergekommen", wetterte der Technische Beigeordnete Stefan Mohme während der Sitzung. Von dem Telefonat eine Stunde vor Beginn berichten er und der Ausschussvorsitzende Hans-Günther Vogt (SPD) so: Die Ideen des Eigentümers wichen zu sehr vom Machbaren ab. Das Planungsbüro könne den Eigentümer mit diesen Plänen öffentlich derzeit nicht vertreten, hieß es. Was am ehemaligen Kraftwerk möglich wäre Mittlerweile kursieren wilde Spekulationen über das, was auf dem Gelände entstehen soll: Schwerindustrie, Steinbruchanlagen, Hotels. Und dann die Visionen der Eigentümerin, deren Details bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangt sind. Visionen, die offenbar mit der Realität am Kraftwerksgelände kaum vereinbar sind, klingt immer wieder durch. Sind diese Visionen wirklich aus Unwissenheit entstanden? Unwissenheit darüber, dass die Stadt harte Einschränkungen für die Entwicklung des Geländes fordert? Sehr wohl, betont Mohme, habe die Stadt „von Anfang an darauf gedrängt", dass am Kraftwerk Veltheim etwas entstehe, das „lokal verträglich" sei. Intensive Industrie schließe die Stadt aus. Ebenso könne dort kein neuer Ortskern, schon gar nicht ein neuer Stadtteil geschaffen werden. Genau das soll aber, glaubt man den Worten des Projektentwicklers, geschehen. Der Beigeordnete sieht eher die Chance auf eine großflächige Photovoltaikanlage. Tourismus sei bisher in den Planungen gar kein Thema gewesen. Dabei habe der Yacht-Club Erder „konkretes Interesse", dort einen Wohnmobil-Stellplatz zu betreiben. Der Standort sei durch die schlechte Verkehrsanbindung nur „eingeschränkt nutzbar", erklärt Mohme. „Dort ist kein massiver Schwerlastverkehr möglich." Im Übrigen sei die Eigentümerin nicht dazu verpflichtet, das Kraftwerk zurückzubauen. Die Portaner Politik ist ratlos Die Portaner Politik tappt derweil weiter im Dunkeln. Zwar seien die Fraktionen einzeln über die Visionen der Eigentümerin informiert worden. Aber den Mitgliedern des Ausschusses fehlen Infos: Was ist dort rechtlich möglich, was geht nicht? Wie muss der neue Bebauungsplan aussehen – darüber sollten die Mitglieder eigentlich beraten. Es fehlt der konkrete neue Plan der Eigentümerin – laut Verwaltung in den letzten drei bis vier Wochen entstanden –, es fehlen Zahlen. „So können wir hier heute nichts abstimmen", fasste es Dirk Neitmann (FDP) zusammen. Man müsse mit dem Begriff „Industriegebiet" vorsichtig sein, waren sich während der Sitzung alle einig. „Wir wollen dort nicht solch eine Situation wie mit der Spedition in Holtrup", bekräftigte Neitmann. Grünen-Chef Marc Weber fordert, dass die Fläche für Solaranlagen deutlich nach oben korrigiert werden müsse. Außerdem dürfe keine Verlagerung der Gewerke aus den Ortskernen stattfinden. Fortsetzung folgt gewiss. Lesen Sie auch zu diesem Thema Rot-Grün zur Kraftwerksdebatte: "Bürgerbeteiligung gibt es bereits" (Plus-Inhalt) Keine Information: Veranstaltung im Kraftwerk abgesagt (Plus-Inhalt) Wählergemeinschaft will Aufklärung über Zukunft des Kraftwerks (Plus-Inhalt)