Porta Westfalica

Die Stadt Porta soll 1000 neue Bäume bekommen

Thomas Lieske

Allein am Kirchsiek in Hausberge fielen Anfang des Jahres mehr als 130 Bäume. Viele Portaner haben den Eindruck, dass immer mehr Bäume aus dem Stadtbild verschwinden. Deshalb haben SPD und Grüne nun einen Antrag auf Neuanpflanzung von 1000 Bäumen gestellt – mit Erfolg. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn
Allein am Kirchsiek in Hausberge fielen Anfang des Jahres mehr als 130 Bäume. Viele Portaner haben den Eindruck, dass immer mehr Bäume aus dem Stadtbild verschwinden. Deshalb haben SPD und Grüne nun einen Antrag auf Neuanpflanzung von 1000 Bäumen gestellt – mit Erfolg. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn

Porta Westfalica (mt). 1000 neue Bäume für Porta. Das klingt nach einer Menge Holz. Zumindest für den Stadtsäckel, denn grob geschätzt könnte die Idee von SPD und Grünen im Rat Porta zwischen 100.000 und 120.000 Euro kosten. Die überwältigende Mehrheit des Stadtrates ist bereit, diese Summe auszugeben. Die Sache hat nur einen Haken: Mit Flächen für neuanzupflanzende Bäume ist die Stadt nicht gerade gesegnet.

Zumindest nicht mit gut geeigneten, stellt der Technische Beigeordnete Stefan Mohme heraus. „Oft sind die Standorte, die auf den ersten Blick geeignet sein könnten eben nicht geeignet“, erklärt Mohme. „Zum Beispiel wegen Unterbauten“, die unter der Erdoberfläche liegen und den Bäumen den Platz für die Wurzeln nehmen. Viele Flächen seien zudem zu klein. Auch die Straßenseitenräume – SPD und Grüne bitten in ihrem Antrag um Prüfung solcher Flächen – seien zum größten Teil bereits ausgereizt oder gar nicht geeignet, weil neue Bäume die Straßen beschädigen könnten.

Es gebe durchaus Flächen, die die Stadt in betracht ziehen könnte, schiebt Mohme hinterher. „Vor allem welche, die für waldähnliche Anpflanzungen interessant wären“, erklärt der Beigeordnete. Einen Waldcharakter bekommt man mit 1000 Bäumen allerdings nicht hin. Dafür müsste die Stadt mindestens eine Null an die Stückzahl hängen, wenn nicht noch deutlich mehr.

SPD und Grüne verfolgen mit ihrem Antrag den Klimaschutzgedanken. Ihrer Meinung nach seien in der jüngeren Vergangenheit viele Bäume aus dem Stadtbild verschwunden. Allein amKirchsiek fielen Anfang des Jahres mehr als 130 Bäume. Die Aufregung war groß. Deshalb soll die Stadt nun auch – wie schon einmal 2011 beschlossen – pro Quartal Zahl der die auf städtischen Flächen gefällten Bäume an die zuständigen Vorsitzenden der Bezirksausschüsse melden. Im Jahr 2018 fielen laut Verwaltung 324 Bäume mit einem Stamm-Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern. In diesem Jahr waren es bis Ende Juli 289 Bäume in dieser Größenordnung. Mehrere Ratsmitglieder fordern, dass die Verwaltung die Zahlen genauer, nämlich nach Ortsteil aufschlüsselt. Das sei durchaus möglich, betont Stefan Mohme. Denn die Bäume seien in einem Kataster erfasst, das Auskunft über jeden einzelnen Baum gebe.

Auch wenn 1000 Bäume für die Klimabilanz nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Denn ein Baum bindet im Jahr rund zehn Kilogramm CO2, weiß Portas Grünen-Chef Marc Weber. „Das entspricht ungefähr der Menge, die ein durchschnittlicher Bundesbürger im Jahr produziert.“ Dennoch sei es ein wichtiges Zeichen, das die Stadt mit dem Vorhaben setzen könne. „Denn in der ganzen Klimadiskussion vergessen viele, dass man nicht nur CO2 einsparen sollte, sondern auf der anderen Seite auch dafür sorgen muss, dass CO2 gebunden wird“, betont Weber.

Es bleibt: die Suche nach geeigneten Standorten. Schon in der Vergangenheit hatte die Stadt immer wieder Probleme, überhaupt Ausgleichsflächen für Neubauten zu finden. Und Bäume für Ausgleichsmaßnahmen dürfen für diese Idee nicht angerechnet werden, besagt der aktuelle Ratsbeschluss. Politik und Verwaltung werden sich also auf die Suche begeben müssen – das soll auch Aufgabe der Bezirksausschüsse werden. Und: Dirk Rahnenführer (SPD) pocht darauf, dass die Pflanzungen der neuen Bäume noch in diesem Jahr beginnen.

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Porta WestfalicaDie Stadt Porta soll 1000 neue Bäume bekommenThomas LieskePorta Westfalica (mt). 1000 neue Bäume für Porta. Das klingt nach einer Menge Holz. Zumindest für den Stadtsäckel, denn grob geschätzt könnte die Idee von SPD und Grünen im Rat Porta zwischen 100.000 und 120.000 Euro kosten. Die überwältigende Mehrheit des Stadtrates ist bereit, diese Summe auszugeben. Die Sache hat nur einen Haken: Mit Flächen für neuanzupflanzende Bäume ist die Stadt nicht gerade gesegnet. Zumindest nicht mit gut geeigneten, stellt der Technische Beigeordnete Stefan Mohme heraus. „Oft sind die Standorte, die auf den ersten Blick geeignet sein könnten eben nicht geeignet“, erklärt Mohme. „Zum Beispiel wegen Unterbauten“, die unter der Erdoberfläche liegen und den Bäumen den Platz für die Wurzeln nehmen. Viele Flächen seien zudem zu klein. Auch die Straßenseitenräume – SPD und Grüne bitten in ihrem Antrag um Prüfung solcher Flächen – seien zum größten Teil bereits ausgereizt oder gar nicht geeignet, weil neue Bäume die Straßen beschädigen könnten. Es gebe durchaus Flächen, die die Stadt in betracht ziehen könnte, schiebt Mohme hinterher. „Vor allem welche, die für waldähnliche Anpflanzungen interessant wären“, erklärt der Beigeordnete. Einen Waldcharakter bekommt man mit 1000 Bäumen allerdings nicht hin. Dafür müsste die Stadt mindestens eine Null an die Stückzahl hängen, wenn nicht noch deutlich mehr. SPD und Grüne verfolgen mit ihrem Antrag den Klimaschutzgedanken. Ihrer Meinung nach seien in der jüngeren Vergangenheit viele Bäume aus dem Stadtbild verschwunden. Allein amKirchsiek fielen Anfang des Jahres mehr als 130 Bäume. Die Aufregung war groß. Deshalb soll die Stadt nun auch – wie schon einmal 2011 beschlossen – pro Quartal Zahl der die auf städtischen Flächen gefällten Bäume an die zuständigen Vorsitzenden der Bezirksausschüsse melden. Im Jahr 2018 fielen laut Verwaltung 324 Bäume mit einem Stamm-Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern. In diesem Jahr waren es bis Ende Juli 289 Bäume in dieser Größenordnung. Mehrere Ratsmitglieder fordern, dass die Verwaltung die Zahlen genauer, nämlich nach Ortsteil aufschlüsselt. Das sei durchaus möglich, betont Stefan Mohme. Denn die Bäume seien in einem Kataster erfasst, das Auskunft über jeden einzelnen Baum gebe. Auch wenn 1000 Bäume für die Klimabilanz nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Denn ein Baum bindet im Jahr rund zehn Kilogramm CO2, weiß Portas Grünen-Chef Marc Weber. „Das entspricht ungefähr der Menge, die ein durchschnittlicher Bundesbürger im Jahr produziert.“ Dennoch sei es ein wichtiges Zeichen, das die Stadt mit dem Vorhaben setzen könne. „Denn in der ganzen Klimadiskussion vergessen viele, dass man nicht nur CO2 einsparen sollte, sondern auf der anderen Seite auch dafür sorgen muss, dass CO2 gebunden wird“, betont Weber. Es bleibt: die Suche nach geeigneten Standorten. Schon in der Vergangenheit hatte die Stadt immer wieder Probleme, überhaupt Ausgleichsflächen für Neubauten zu finden. Und Bäume für Ausgleichsmaßnahmen dürfen für diese Idee nicht angerechnet werden, besagt der aktuelle Ratsbeschluss. Politik und Verwaltung werden sich also auf die Suche begeben müssen – das soll auch Aufgabe der Bezirksausschüsse werden. Und: Dirk Rahnenführer (SPD) pocht darauf, dass die Pflanzungen der neuen Bäume noch in diesem Jahr beginnen.