Barkhausen

Anwohner fordern Tempo 30 auf Kaiserstraße

Dirk Haunhorst

Nach der Eröffnung des Besucherzentrums war die Kaiserstraße an den Wochenenden regelmäßig verstopft. Zwar hat sich die Lage an Samstagen und Sonntagen entspannt, doch insbesondere abends und nachts fühlen sich die Anwohner vom Fahrzeuglärm gestört. MT- - © Foto: (Archiv): Carsten Korfesmeyer
Nach der Eröffnung des Besucherzentrums war die Kaiserstraße an den Wochenenden regelmäßig verstopft. Zwar hat sich die Lage an Samstagen und Sonntagen entspannt, doch insbesondere abends und nachts fühlen sich die Anwohner vom Fahrzeuglärm gestört. MT- (© Foto: (Archiv): Carsten Korfesmeyer)

Porta Westfalica-Barkhausen (mt). Barkhauser Bürger, die im Umfeld der Kaiserstraße wohnen, wehren sich gegen die Verkehrsbelastung. Sie haben einen Brief an den zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW und weitere Adressaten geschrieben, um Lärm- und Gefahrenquellen an der Denkmalzufahrt (L 780) einzudämmen.

„Der aufgestaute Unmut hat dazu geführt, dass wir einen offenen Brief verfasst haben“, berichtete Ulrich Rüter gestern dem MT. Das Schreiben hätten 62 Betroffene unterzeichnet. Auch die Stadtverwaltung und örtliche Politiker haben die mit konkreten Forderungen verbundene Beschwerde erhalten. „Die Anwohner haben recht“, sagte Barkhausens Bezirksausschussvorsitzender Dirk Rahnenführer (SPD) gestern in einer ersten Reaktion. Er beklagt, dass sich Behörden bislang Gesprächen über Lösungen verweigert hätten.

Obgleich der Fahrzeugverkehr auch tagsüber zugenommen hat, richtet sich der Anwohnerprotest in erster Linie gegen die Lärmbelastung in den Abend- und Nachtstunden. Verursacher sei neben den Gästen der Denkmalgastronomie offenbar eine „besondere „mobilisierte Szene“, die sich wohl nur zum Vergnügen auf dem Parkplatz treffe, mutmaßen die Anwohner. „Vermutlich sind insbesondere in diesem Milieu viele Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die vorhandenen Verkehrsregelungen halten und die Appelle auf den drei angebrachten Bannern ignorieren.“

Bei besonders hohen und anhaltenden Lärmbelästigungen hätten die Anliegern bereits häufiger die Polizei gerufen, die aber anscheinend wenig habe bewirken können. ln der Vergangenheit sei es auch schon zu Unfällen im unteren Bereich gekommen, wo Tempo 70 erlaubt ist. „Die Kaiserstraße wird inzwischen von vielen Spaziergängern und Fahrradfahrern genutzt. Ab dem Krieger-Denkmal gibt es weder einen Fuß- noch Radweg, somit müssen sich alle Verkehrsteilnehmer diese Straße teilen. Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht“, beschreiben die Anwohner die Situation. Sie hätten beobachtet, wie halsbrecherisch schnell und leichtsinnig einige Fahrer, meistens seien es Motorrad- oder Mopedfahrer, unterwegs sind. „Dass hier Menschen zu Schaden kommen können – oder schlimmer: Menschenleben in Gefahr geraten und es somit Verletzte oder sogar Tote gibt –, ist nach unserer Einschätzung nur noch eine Frage der Zeit.“ Zu Wildunfällen sei es bereits gekommen.

Die genervten Anwohner wollen die Gefahren und den Lärm, mithin den Verlust an Wohn- und Lebensqualität, nicht länger hinnehmen und fordern ein generelles Überholverbot und Tempo 30 auf der gesamten Straße. Zudem solle nach 20 Uhr ein Fahrverbot für Motorräder gelten. Überdies plädieren sie für Temposchwellen (Berliner Kissen) auf dem unteren geraden Teilstück, fordern einen Zebrastreifen (am Petersenweg/Treppe) und verstärkte Polizeipräsenz samt Kontrollen.

Die Unterzeichner stellen ihren Antrag auch im Sinne des Lärmaktionsplanes, mit dessen Hilfe die Stadt die Belastung in bestimmten Gebieten minimieren will. Die Kaiserstraße und ihr Umfeld gehören nach Ansicht von Ulrich Rüter und vielen Mitstreitern unbedingt dazu.

Der Autor ist erreichbarunter Telefon (05 71) 882 164oder Dirk.Haunhorst@MT.de

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BarkhausenAnwohner fordern Tempo 30 auf KaiserstraßeDirk HaunhorstPorta Westfalica-Barkhausen (mt). Barkhauser Bürger, die im Umfeld der Kaiserstraße wohnen, wehren sich gegen die Verkehrsbelastung. Sie haben einen Brief an den zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW und weitere Adressaten geschrieben, um Lärm- und Gefahrenquellen an der Denkmalzufahrt (L 780) einzudämmen. „Der aufgestaute Unmut hat dazu geführt, dass wir einen offenen Brief verfasst haben“, berichtete Ulrich Rüter gestern dem MT. Das Schreiben hätten 62 Betroffene unterzeichnet. Auch die Stadtverwaltung und örtliche Politiker haben die mit konkreten Forderungen verbundene Beschwerde erhalten. „Die Anwohner haben recht“, sagte Barkhausens Bezirksausschussvorsitzender Dirk Rahnenführer (SPD) gestern in einer ersten Reaktion. Er beklagt, dass sich Behörden bislang Gesprächen über Lösungen verweigert hätten. Obgleich der Fahrzeugverkehr auch tagsüber zugenommen hat, richtet sich der Anwohnerprotest in erster Linie gegen die Lärmbelastung in den Abend- und Nachtstunden. Verursacher sei neben den Gästen der Denkmalgastronomie offenbar eine „besondere „mobilisierte Szene“, die sich wohl nur zum Vergnügen auf dem Parkplatz treffe, mutmaßen die Anwohner. „Vermutlich sind insbesondere in diesem Milieu viele Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die vorhandenen Verkehrsregelungen halten und die Appelle auf den drei angebrachten Bannern ignorieren.“ Bei besonders hohen und anhaltenden Lärmbelästigungen hätten die Anliegern bereits häufiger die Polizei gerufen, die aber anscheinend wenig habe bewirken können. ln der Vergangenheit sei es auch schon zu Unfällen im unteren Bereich gekommen, wo Tempo 70 erlaubt ist. „Die Kaiserstraße wird inzwischen von vielen Spaziergängern und Fahrradfahrern genutzt. Ab dem Krieger-Denkmal gibt es weder einen Fuß- noch Radweg, somit müssen sich alle Verkehrsteilnehmer diese Straße teilen. Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht“, beschreiben die Anwohner die Situation. Sie hätten beobachtet, wie halsbrecherisch schnell und leichtsinnig einige Fahrer, meistens seien es Motorrad- oder Mopedfahrer, unterwegs sind. „Dass hier Menschen zu Schaden kommen können – oder schlimmer: Menschenleben in Gefahr geraten und es somit Verletzte oder sogar Tote gibt –, ist nach unserer Einschätzung nur noch eine Frage der Zeit.“ Zu Wildunfällen sei es bereits gekommen. Die genervten Anwohner wollen die Gefahren und den Lärm, mithin den Verlust an Wohn- und Lebensqualität, nicht länger hinnehmen und fordern ein generelles Überholverbot und Tempo 30 auf der gesamten Straße. Zudem solle nach 20 Uhr ein Fahrverbot für Motorräder gelten. Überdies plädieren sie für Temposchwellen (Berliner Kissen) auf dem unteren geraden Teilstück, fordern einen Zebrastreifen (am Petersenweg/Treppe) und verstärkte Polizeipräsenz samt Kontrollen. Die Unterzeichner stellen ihren Antrag auch im Sinne des Lärmaktionsplanes, mit dessen Hilfe die Stadt die Belastung in bestimmten Gebieten minimieren will. Die Kaiserstraße und ihr Umfeld gehören nach Ansicht von Ulrich Rüter und vielen Mitstreitern unbedingt dazu. Der Autor ist erreichbarunter Telefon (05 71) 882 164oder Dirk.Haunhorst@MT.de