Hausberge

Zum Jubiläum so voll wie nie: Porta feiert Stadtfest

Stefan Lyrath

Vor den Bühnen drängen sich die Besucher bereits am Nachmittag. Fotos: Stefan Lyrath
Vor den Bühnen drängen sich die Besucher bereits am Nachmittag. Fotos: Stefan Lyrath

Porta Westfalica-Hausberge (Ly). Als Bürgermeister Bernd Hedtmann am Sonntagmorgen zum obligatorischen Frühstück mit den Sponsoren erscheint, sagt er zunächst nur ein Wort: „Hammer.“ Gemeint ist der bisherige Verlauf des 40. Portaner Stadtfestes. „Es war megavoll“, erklärt Hedtmann, gleichzeitig Vorsitzender des Stadtfest-Vereins, der am Wochenende zehnjähriges Bestehen feiert – das zweite Jubiläum an diesem Wochenende.

Dessen Geschäftsführer Jörg Schröder stellt fest: „Dies ist das erfolgreichste Stadtfest der letzten zehn Jahre – mindestens.“ Hans-Martin Polte, Ortschronist in Hausberge, hat seit 1979 kein Stadtfest verpasst und geht sogar noch weiter: „So viele Menschen habe ich hier in den letzten 40 Jahren nicht gesehen. Man kann sie nur in Tausenden zählen.“ Ohne die Sponsoren sei dieser Erfolg nicht möglich, betont Hedtmann.

Gitarre trifft Luftgitarre: Auftritt der Top-40-Band „WannaBeatz“.
Gitarre trifft Luftgitarre: Auftritt der Top-40-Band „WannaBeatz“.

Jörg Schröder leitet sein überaus positives Fazit auch aus Gesprächen an den Getränkeständen ab, die von Portaner Vereinen gegen Standgeld betrieben werden. Bis einschließlich Samstag seien die Einnahmen deutlich höher gewesen als in den letzten Jahren. Abends drängen sich die Menschen vor den drei Bühnen, wo fast nonstop Bands spielten.

Mit Musik auf der Bühne tragen Portaner Gymnasiasten dazu bei, dass der Samstagnachmittag belebt wird.
Mit Musik auf der Bühne tragen Portaner Gymnasiasten dazu bei, dass der Samstagnachmittag belebt wird.

Dass es speziell am Samstagnachmittag in der Hausberger Innenstadt voll ist, hängt auch damit zusammen, dass diesmal auch das Portaner Gymnasium und die Gesamtschule ein Bühnenprogramm bieten. „Die Kids bringen ihre Verwandten, Nachbarn und Freunde dann gleich mit“, erklärt Jörg Schröder.

Vor einem Jahr, als nur die städtische Musikschule und die „DanceKidz“ der Grundschule Holzhausen-Vennebeck mit im Boot waren, hatte der Geschäftsführer angekündigt, verstärkt um die Schulen werben zu wollen. Zufrieden gibt sich der Verein noch nicht, denn: „Es ist eine Daueraufgabe, Leute auf die Bühne zu holen, die keine Profis sind, Vereine und Schulen zum Beispiel.“

Schachmatt: Beim SC Porta Westfalica 1950 können Kinder mal reinschnuppern.
Schachmatt: Beim SC Porta Westfalica 1950 können Kinder mal reinschnuppern.

Über ein „gelungenes Ereignis“ zum Jubiläum freut sich auch Stadtheimatpfleger Herbert Wiese. „Besonders schön ist, dass die Ehemaligen der dänischen Musikformation Varde Garden, die das Stadtfest bereits vor vielen Jahren bereichert haben, zu Gast sind“, so Wiese. Der Stadtheimatpfleger sieht trotzdem noch Verbesserungspotenzial.

„Ich hätte mir gewünscht, dass sich mehr Vereine aus ganz Porta beim Stadtfest zeigen, damit das Wir-Gefühl weiter gestärkt wird“, erklärt Herbert Wiese. „Ideal wäre eine Dorfmeile, auf der sich alle Ortschaften präsentieren. Fürs Erste wäre ich aber auch mit mehr Info-Ständen zufrieden. Ein besseres Forum kann man sich doch kaum vorstellen. Wo sonst gibt es so viel Publikum?“ Schön fände Wiese auch, „wenn es einen Bereich gäbe, in dem die Musik etwas leiser ist, damit man sich besser unterhalten kann“.

Ortschronist Hans-Martin Polte wünscht sich ebenfalls mehr Aktivitäten von Vereinen. „Vor 20 Jahren hatten die Vereine auch Imbissstände und mussten Aktivitäten bringen, zum Beispiel Spiele oder ein Quiz“, erinnert er. „Heute ist es für viele von ihnen schon schwierig, die Thekenbesatzung ihrer Getränkestände zusammenzukriegen“, gibt Jörg Schröder zu bedenken. „Wir sind froh, wenn wir unsere Vereine halten.“

Früher, so Polte, sei mehr Wert darauf gelegt worden, alle Ortschaften zu beteiligen. „Das war intensiver und besser.“ Damals sei auch mehr mit eigenen Musikgruppen gearbeitet worden. „Das war nicht besser oder schlechter, sondern anders“, meint der Ortschronist. „Jedes Fest passt in seine Zeit.“

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HausbergeZum Jubiläum so voll wie nie: Porta feiert StadtfestStefan LyrathPorta Westfalica-Hausberge (Ly). Als Bürgermeister Bernd Hedtmann am Sonntagmorgen zum obligatorischen Frühstück mit den Sponsoren erscheint, sagt er zunächst nur ein Wort: „Hammer.“ Gemeint ist der bisherige Verlauf des 40. Portaner Stadtfestes. „Es war megavoll“, erklärt Hedtmann, gleichzeitig Vorsitzender des Stadtfest-Vereins, der am Wochenende zehnjähriges Bestehen feiert – das zweite Jubiläum an diesem Wochenende. Dessen Geschäftsführer Jörg Schröder stellt fest: „Dies ist das erfolgreichste Stadtfest der letzten zehn Jahre – mindestens.“ Hans-Martin Polte, Ortschronist in Hausberge, hat seit 1979 kein Stadtfest verpasst und geht sogar noch weiter: „So viele Menschen habe ich hier in den letzten 40 Jahren nicht gesehen. Man kann sie nur in Tausenden zählen.“ Ohne die Sponsoren sei dieser Erfolg nicht möglich, betont Hedtmann. Jörg Schröder leitet sein überaus positives Fazit auch aus Gesprächen an den Getränkeständen ab, die von Portaner Vereinen gegen Standgeld betrieben werden. Bis einschließlich Samstag seien die Einnahmen deutlich höher gewesen als in den letzten Jahren. Abends drängen sich die Menschen vor den drei Bühnen, wo fast nonstop Bands spielten. Dass es speziell am Samstagnachmittag in der Hausberger Innenstadt voll ist, hängt auch damit zusammen, dass diesmal auch das Portaner Gymnasium und die Gesamtschule ein Bühnenprogramm bieten. „Die Kids bringen ihre Verwandten, Nachbarn und Freunde dann gleich mit“, erklärt Jörg Schröder. Vor einem Jahr, als nur die städtische Musikschule und die „DanceKidz“ der Grundschule Holzhausen-Vennebeck mit im Boot waren, hatte der Geschäftsführer angekündigt, verstärkt um die Schulen werben zu wollen. Zufrieden gibt sich der Verein noch nicht, denn: „Es ist eine Daueraufgabe, Leute auf die Bühne zu holen, die keine Profis sind, Vereine und Schulen zum Beispiel.“ Über ein „gelungenes Ereignis“ zum Jubiläum freut sich auch Stadtheimatpfleger Herbert Wiese. „Besonders schön ist, dass die Ehemaligen der dänischen Musikformation Varde Garden, die das Stadtfest bereits vor vielen Jahren bereichert haben, zu Gast sind“, so Wiese. Der Stadtheimatpfleger sieht trotzdem noch Verbesserungspotenzial. „Ich hätte mir gewünscht, dass sich mehr Vereine aus ganz Porta beim Stadtfest zeigen, damit das Wir-Gefühl weiter gestärkt wird“, erklärt Herbert Wiese. „Ideal wäre eine Dorfmeile, auf der sich alle Ortschaften präsentieren. Fürs Erste wäre ich aber auch mit mehr Info-Ständen zufrieden. Ein besseres Forum kann man sich doch kaum vorstellen. Wo sonst gibt es so viel Publikum?“ Schön fände Wiese auch, „wenn es einen Bereich gäbe, in dem die Musik etwas leiser ist, damit man sich besser unterhalten kann“. Ortschronist Hans-Martin Polte wünscht sich ebenfalls mehr Aktivitäten von Vereinen. „Vor 20 Jahren hatten die Vereine auch Imbissstände und mussten Aktivitäten bringen, zum Beispiel Spiele oder ein Quiz“, erinnert er. „Heute ist es für viele von ihnen schon schwierig, die Thekenbesatzung ihrer Getränkestände zusammenzukriegen“, gibt Jörg Schröder zu bedenken. „Wir sind froh, wenn wir unsere Vereine halten.“ Früher, so Polte, sei mehr Wert darauf gelegt worden, alle Ortschaften zu beteiligen. „Das war intensiver und besser.“ Damals sei auch mehr mit eigenen Musikgruppen gearbeitet worden. „Das war nicht besser oder schlechter, sondern anders“, meint der Ortschronist. „Jedes Fest passt in seine Zeit.“