Hausberge

Alarmstufe Rot: Zwei Feuerwehrfahrzeuge mit erheblichen Mängeln

Thomas Lieske

Da Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 20 der hauptamtlichen Wache Porta, hier bei einem Einsatz Anfang 2017 in Neesen, ist in die Jahre gekommen und muss ausgetauscht werden. Foto: Feuerwehr/Michael Horst - © Michael Horst
Da Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 20 der hauptamtlichen Wache Porta, hier bei einem Einsatz Anfang 2017 in Neesen, ist in die Jahre gekommen und muss ausgetauscht werden. Foto: Feuerwehr/Michael Horst (© Michael Horst)

Porta Westfalica-Hausberge (mt). Es klingt dramatisch: An mehr als 60 Tagen in den letzten eineinhalb Jahren stand der Kommandowagen der hauptamtlichen Feuerwehr Porta Westfalica nicht zur Verfügung: Kupplungs- und Getriebeschäden verhinderten einen Einsatz und verursachten Reparaturkosten von mehr als 10.000 Euro. Doch damit nicht genug. Auch das Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) der Feuerwehr – jenes, das zuerst zu einem Einsatzort ausrückt – ist im selben Zeitraum lange ausgefallen: an mehr als 50 Tagen. Die hauptamtliche Feuerwehr braucht dringend neue Fahrzeuge. Alarmstufe Rot bei der Feuerwehr Porta.

Die lange Mängelliste hat sogar Auswirkungen auf andere Löschgruppen. Während das HLF in Reparatur war, musste die hauptamtliche Wehr auf ein Ersatzfahrzeug der Löschgruppe Neesen zurückgreifen. Und die war dadurch in dieser Zeit nicht voll einsatzfähig.Das jetzige Fahrzeug ist mit derzeit 13 Jahren eines der ältesten in der gesamten Stadt und mit 50.000 Kilometern auch jenes mit der höchsten Laufleistung. Durch Einsatzfahrten müssen solche Fahrzeuge einer hohen Belastung standhalten. Das macht sich nach 50.000 Kilometern deutlich bemerkbar.

Günstig wird die Neubeschaffung für die Stadt nicht. Doch die Zeit drängt. Dessen war sich auch der Haupt- und Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung klar. „Die Feuerwehr hat den dringenden Bedarf an neuen Autos erklärt“, betonte SPD-Fraktionschef Dirk Rahnenführer. Er wie alle anderen stimmten dem Neukauf zu. Der dürfte nach aktueller Marktlage um die 400.000 Euro kosten. 350.000 Euro stehen als sogenannte Verpflichtungsermächtigung bereits im Haushaltsplan 2019. Solch ein Verfahren ist bei Anschaffungen mit höheren Kosten gängig, um die Investition, die sich über mehrere Jahre streckt, früh genug anzuschieben. Bezahlen muss die Stadt erst 2021, darf jetzt aber aktiv werden. Sollte der Rat ebenfalls grünes Licht geben für die Neubeschaffungen – und das zeichnet sich deutlich ab –, dann könnte die Verwaltung noch in diesem Jahr bestellen.

Das jetzige HLF soll später als Ersatzfahrzeug für alle Löschgruppen in Porta dienen. Damit könnte das bisherige Ersatzauto aus dem Jahr 1993 endgültig ausgemustert werden. Den heutigen Standards einer Feuerwehr entspricht das alte Fahrzeug sowieso nicht mehr.

Für einen neuen Kommandowagen plant die Stadt mit rund 50.000 Euro. Das Auto dient dem Einsatzleitdienst rund um die Uhr, an die jeweilige Einsatzstelle zu kommen. Das jetzige Fahrzeug ist ein Ford Kuga aus dem Jahr 2014 mit 75.000 Kilometern Laufleistung. Sowohl die hauptamtliche als auch die freiwillige Feuerwehr zweifeln an, ob der Ford den Anforderungen an ein Einsatzfahrzeug mit solch einer Belastung gewachsen ist.

Ein Gebrauchtfahrzeug, sagt die Verwaltung, komme übrigens nicht in Frage, weil die Kommune bei einer Neubeschaffung Rabatte zwischen 30 und 40 Prozent einstreichen könnte.

Der Autor ist erreichbar unterTelefon (05 71) 882 267 oderThomas.Lieske@MT.de

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HausbergeAlarmstufe Rot: Zwei Feuerwehrfahrzeuge mit erheblichen MängelnThomas LieskePorta Westfalica-Hausberge (mt). Es klingt dramatisch: An mehr als 60 Tagen in den letzten eineinhalb Jahren stand der Kommandowagen der hauptamtlichen Feuerwehr Porta Westfalica nicht zur Verfügung: Kupplungs- und Getriebeschäden verhinderten einen Einsatz und verursachten Reparaturkosten von mehr als 10.000 Euro. Doch damit nicht genug. Auch das Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) der Feuerwehr – jenes, das zuerst zu einem Einsatzort ausrückt – ist im selben Zeitraum lange ausgefallen: an mehr als 50 Tagen. Die hauptamtliche Feuerwehr braucht dringend neue Fahrzeuge. Alarmstufe Rot bei der Feuerwehr Porta. Die lange Mängelliste hat sogar Auswirkungen auf andere Löschgruppen. Während das HLF in Reparatur war, musste die hauptamtliche Wehr auf ein Ersatzfahrzeug der Löschgruppe Neesen zurückgreifen. Und die war dadurch in dieser Zeit nicht voll einsatzfähig.Das jetzige Fahrzeug ist mit derzeit 13 Jahren eines der ältesten in der gesamten Stadt und mit 50.000 Kilometern auch jenes mit der höchsten Laufleistung. Durch Einsatzfahrten müssen solche Fahrzeuge einer hohen Belastung standhalten. Das macht sich nach 50.000 Kilometern deutlich bemerkbar. Günstig wird die Neubeschaffung für die Stadt nicht. Doch die Zeit drängt. Dessen war sich auch der Haupt- und Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung klar. „Die Feuerwehr hat den dringenden Bedarf an neuen Autos erklärt“, betonte SPD-Fraktionschef Dirk Rahnenführer. Er wie alle anderen stimmten dem Neukauf zu. Der dürfte nach aktueller Marktlage um die 400.000 Euro kosten. 350.000 Euro stehen als sogenannte Verpflichtungsermächtigung bereits im Haushaltsplan 2019. Solch ein Verfahren ist bei Anschaffungen mit höheren Kosten gängig, um die Investition, die sich über mehrere Jahre streckt, früh genug anzuschieben. Bezahlen muss die Stadt erst 2021, darf jetzt aber aktiv werden. Sollte der Rat ebenfalls grünes Licht geben für die Neubeschaffungen – und das zeichnet sich deutlich ab –, dann könnte die Verwaltung noch in diesem Jahr bestellen. Das jetzige HLF soll später als Ersatzfahrzeug für alle Löschgruppen in Porta dienen. Damit könnte das bisherige Ersatzauto aus dem Jahr 1993 endgültig ausgemustert werden. Den heutigen Standards einer Feuerwehr entspricht das alte Fahrzeug sowieso nicht mehr. Für einen neuen Kommandowagen plant die Stadt mit rund 50.000 Euro. Das Auto dient dem Einsatzleitdienst rund um die Uhr, an die jeweilige Einsatzstelle zu kommen. Das jetzige Fahrzeug ist ein Ford Kuga aus dem Jahr 2014 mit 75.000 Kilometern Laufleistung. Sowohl die hauptamtliche als auch die freiwillige Feuerwehr zweifeln an, ob der Ford den Anforderungen an ein Einsatzfahrzeug mit solch einer Belastung gewachsen ist. Ein Gebrauchtfahrzeug, sagt die Verwaltung, komme übrigens nicht in Frage, weil die Kommune bei einer Neubeschaffung Rabatte zwischen 30 und 40 Prozent einstreichen könnte. Der Autor ist erreichbar unterTelefon (05 71) 882 267 oderThomas.Lieske@MT.de