Porta Westfalica

Busfahrkarten für alle Portaner Schüler: Kosten für die Stadt wohl deutlich günstiger

Thomas Lieske

Gute Aussichten für eine kostenlose Busfahrkarte für alle Portaner Schüler: Die Mehrkosten für die Stadt könnten durch Sonderverhandlungen deutlich geringer ausfallen, als zunächst gedacht. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn - © Lehn,Alexander
Gute Aussichten für eine kostenlose Busfahrkarte für alle Portaner Schüler: Die Mehrkosten für die Stadt könnten durch Sonderverhandlungen deutlich geringer ausfallen, als zunächst gedacht. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn (© Lehn,Alexander)

Porta Westfalica (mt). Eine Null macht am Ende den Unterschied. Eine Null, mit der die Stadt Porta viel Geld sparen und viele Schüler und Eltern glücklich machen könnte. Denn die Summe, um die es bei dem CDU-Vorstoß „Kostenlose Busfahrkarten für alle Portaner Schüler“ geht, hat sich während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses konkretisiert. War vorher noch von Mehrkosten von mehr als einer Million Euro die Rede, könnte es nun um vielleicht 180.000 Euro gehen.

„Die Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft ist derzeit mit einer nachbarkommune in konkreten Verhandlungen“, erklärte die zuständige Sachgebietsleiterin Ulrike Luthe während der Sitzung. In diesen Verhandlungen gehe es pro zusätzlichem Schülerticket um 100 Euro im Jahr. „In Porta müssten 1.800 zusätzliche Tickets von der Stadt bezahlt werden. Das würde bei dieser Verhandlungssumme am Ende 180.000 Euro ergeben“, ergänzte sie. Und damit war den Ausschussmitgliedern die Freude ins Gesicht geschrieben. „Dass sich unser Prüfauftrag einmal so positiv entwickelt, damit haben wir selbst nicht gerechnet“, muss auch der verwunderte und zugleich erfreute Kurt Baberske (CDU) zugeben.

Die Freude ist nicht nur auf seiner Seite. „Die Verwaltung ist positiv überrascht über diese Nachricht. Es wäre eine der besten Maßnahmen im Klimanotstand“, betonte Bürgermeister Bernd Hedtmann (parteilos). „Wir sollten jetzt nicht lange darüber nachdenken“, forderte er. Gemeint sind damit die Verhandlungen mit der mhv, in die auch die Stadt Porta eintreten soll. So beschloss es zumindest der Hauptausschuss einstimmig am Donnerstagabend. Dieser Wunsch muss jetzt nur noch den Rat am 30. September passieren. Das gilt aber als sicher.

Ungewohnt viel Lob bekam die CDU für ihren Antrag von den Grünen und der SPD. „Die Grünen würden sofort grünes Licht geben, das wäre genial“, freute sich Grünen-Fraktionschef Marc Weber. „Sollten wir auf diese Summe kommen, könnten wir für verhältnismäßig wenig Geld ziemlich viele Schüler kostenlos mit dem Bus fahren lassen.“

Tatsächlich: Insgesamt geht es um rund 3.500 Schüler, die dann ein Busticket von der Stadt bekommen würden. Bisher kamen nur 1.700 per Gesetz in den Genuss, weil sie weit genug entfernt von der jeweiligen Schule wohnen. Diese Regelung sorgt allerdings immer wieder für Ärger bei Eltern. Diesen Ärger könne sich die Verwaltung in Zukunft dann sparen, betonte der Bürgermeister.

Unterm Strich würden für die Stadt, sollte die Summe von 180.000 Euro am Ende stehen, womöglich sogar nur rund 60.000 Euro Mehrkosten pro Jahr stehen. Denn: Bisher muss die Kommune bei der genauen Abrechnung mit der mhv meist einen sogenannten Verlustausgleich von gut 120.000 Euro pro Jahr zahlen. Der fiele mit der neuen Regelung in Zukunft weg. Und weil diese Kosten bisher sowieso immer schon den Haushalt belastet hatten, blieben am Ende lediglich die 60.000 Euro mehr.

Unbekannt ist immer noch eines: Reichen die Buskapazitäten, wenn künftig mehr als doppelt so viele Schüler in den Bussen sitzen – vorausgesetzt, alle nutzen die Fahrkarte der Stadt? Diese Frage warf Cornelia Müller-Dieker (FDP) noch auf. Das sei aber eine Frage, die die Busgesellschaft klären müsse.

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Porta WestfalicaBusfahrkarten für alle Portaner Schüler: Kosten für die Stadt wohl deutlich günstigerThomas LieskePorta Westfalica (mt). Eine Null macht am Ende den Unterschied. Eine Null, mit der die Stadt Porta viel Geld sparen und viele Schüler und Eltern glücklich machen könnte. Denn die Summe, um die es bei dem CDU-Vorstoß „Kostenlose Busfahrkarten für alle Portaner Schüler“ geht, hat sich während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses konkretisiert. War vorher noch von Mehrkosten von mehr als einer Million Euro die Rede, könnte es nun um vielleicht 180.000 Euro gehen. „Die Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft ist derzeit mit einer nachbarkommune in konkreten Verhandlungen“, erklärte die zuständige Sachgebietsleiterin Ulrike Luthe während der Sitzung. In diesen Verhandlungen gehe es pro zusätzlichem Schülerticket um 100 Euro im Jahr. „In Porta müssten 1.800 zusätzliche Tickets von der Stadt bezahlt werden. Das würde bei dieser Verhandlungssumme am Ende 180.000 Euro ergeben“, ergänzte sie. Und damit war den Ausschussmitgliedern die Freude ins Gesicht geschrieben. „Dass sich unser Prüfauftrag einmal so positiv entwickelt, damit haben wir selbst nicht gerechnet“, muss auch der verwunderte und zugleich erfreute Kurt Baberske (CDU) zugeben. Die Freude ist nicht nur auf seiner Seite. „Die Verwaltung ist positiv überrascht über diese Nachricht. Es wäre eine der besten Maßnahmen im Klimanotstand“, betonte Bürgermeister Bernd Hedtmann (parteilos). „Wir sollten jetzt nicht lange darüber nachdenken“, forderte er. Gemeint sind damit die Verhandlungen mit der mhv, in die auch die Stadt Porta eintreten soll. So beschloss es zumindest der Hauptausschuss einstimmig am Donnerstagabend. Dieser Wunsch muss jetzt nur noch den Rat am 30. September passieren. Das gilt aber als sicher. Ungewohnt viel Lob bekam die CDU für ihren Antrag von den Grünen und der SPD. „Die Grünen würden sofort grünes Licht geben, das wäre genial“, freute sich Grünen-Fraktionschef Marc Weber. „Sollten wir auf diese Summe kommen, könnten wir für verhältnismäßig wenig Geld ziemlich viele Schüler kostenlos mit dem Bus fahren lassen.“ Tatsächlich: Insgesamt geht es um rund 3.500 Schüler, die dann ein Busticket von der Stadt bekommen würden. Bisher kamen nur 1.700 per Gesetz in den Genuss, weil sie weit genug entfernt von der jeweiligen Schule wohnen. Diese Regelung sorgt allerdings immer wieder für Ärger bei Eltern. Diesen Ärger könne sich die Verwaltung in Zukunft dann sparen, betonte der Bürgermeister. Unterm Strich würden für die Stadt, sollte die Summe von 180.000 Euro am Ende stehen, womöglich sogar nur rund 60.000 Euro Mehrkosten pro Jahr stehen. Denn: Bisher muss die Kommune bei der genauen Abrechnung mit der mhv meist einen sogenannten Verlustausgleich von gut 120.000 Euro pro Jahr zahlen. Der fiele mit der neuen Regelung in Zukunft weg. Und weil diese Kosten bisher sowieso immer schon den Haushalt belastet hatten, blieben am Ende lediglich die 60.000 Euro mehr. Unbekannt ist immer noch eines: Reichen die Buskapazitäten, wenn künftig mehr als doppelt so viele Schüler in den Bussen sitzen – vorausgesetzt, alle nutzen die Fahrkarte der Stadt? Diese Frage warf Cornelia Müller-Dieker (FDP) noch auf. Das sei aber eine Frage, die die Busgesellschaft klären müsse.