Hausberge

Verwirrung um Verkauf des Berghotels: Welcher Preis ist aktuell und wie hoch sind die Folgekosten?

Thomas Lieske

An vielen Stellen längst eingewachsen: Das Berghotel in Porta soll weiterhin verkauft werden. Um den Verkaufspreis gibt es aber seit kurzer Zeit Verwirrung, weil der Makler es auf seiner Homepage weiterhin für fünf Millionen Euro anbietet. MT- - © Foto: Thomas Lieske
An vielen Stellen längst eingewachsen: Das Berghotel in Porta soll weiterhin verkauft werden. Um den Verkaufspreis gibt es aber seit kurzer Zeit Verwirrung, weil der Makler es auf seiner Homepage weiterhin für fünf Millionen Euro anbietet. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Porta Westfalica-Hausberge (mt). Große Verwirrung rund um den Verkauf des ehemaligen Berghotels in Hausberge. Am Montag und Dienstag kursierten auf verschiedenen Immobilienportalen unterschiedliche Verkaufspreise für das Objekt. Gleich drei Anzeigen auf „Immobilienscout 24“ summierten insgesamt einen Verkaufspreis von sechs Millionen Euro. Der beauftragte Makler Ingmar Schlünzen aus Hamburg bestreitet diesen Preis auf MT-Anfrage. Er spricht weiterhin von 1,95 Millionen Euro für den Hoteltrakt und „mindestens eine Million“ für den Tagungstrakt, in dem sich unter anderem die Venenchirurgie befand.

Auf seiner eigenen Immobilienseite preist Schlünzen das Objekt sogar weiterhin mit fünf Millionen Euro an. Das ist der ursprüngliche Verkaufspreis, der zwischenzeitlich auf drei Millionen insgesamt gesenkt wurde. Seine eigene Seite, sagt Schlünzen auf Nachfrage, sei „niemals aktuell“, weil sie von einem externen Dienstleister betreut werde und „relativ wenig zu Vermarktungszwecken“ genutzt werde. Indessen hatte das MT Kontakt zu Kaufinteressenten, die sogar Preisspekulationen dahinter vermuten. Auch dazu wollte die Redaktion den Immobilienmakler befragen. Entsprechende mehrfach gestellte Nachfragen ließ er allerdings unbeantwortet. Damit bleibt offen, ob der Preis insbesondere für den Tagungstrakt, wie in Interessentenkreisen vermutet, steigen soll oder nicht. Schlünzen selbst spricht immerhin von „mindestens einer Million Euro“. Was genau er damit meint, ließ er gegenüber dem MT offen.

Auffällig: Seit Dienstagmorgen ist nur noch eine der drei Anzeigen auf „Immobilienscout 24“ zum Objekt Berghotel aktiv – nämlich jene zum eigentlichen Hoteltrakt. Die Annonce zum Tagungshaus ist laut Portal seit Dienstagmorgen inaktiv. Laut Schlünzen gebe es für den Tagungshaus „diverse Interessenten“ und weitere, die das Objekt „kurzfristig besichtigen“ wollten. Allein in der vergangenen Woche habe es acht Besichtigungen gegeben. Gleichzeitig betont er, dass das Angebot, die Teile des Objekts getrennt voneinander zu verkaufen, weiter gelte. „Die Eigentümerin möchte, dass für beide Teile eine Lösung gefunden wird.“ Eigentümerin ist die Firma RIMC aus Hamburg, eine internationale Hotelbetreiberin. Die hatte das Hotel im Oktober 2015 dicht gemacht.

Seitdem herrscht Leerstand. Und damit, so erfuhr das MT, ergeben sich weitere Probleme für einen möglichen neuen Betreiber: Die aktuelle Rechtssprechung besagt, dass der Bestandsschutz in der Regel verfällt, wenn nach Aufgabe der bisherigen Nutzung ein längerer Leerstand folgt. Insbesondere dann, wenn der länger als zwei Jahre dauert. Übersetzt auf den Fall Berghotel: Nach Einstellen des Hotelbetriebs im Oktober vor vier Jahren wurde das gesamte Gebäude weder als Hotel noch in anderer Funktion genutzt. Wer also als Investor nun wieder einen Hotelbetrieb eröffnen wollte, müsste mit hoher Wahrscheinlichkeit alle Vorgaben des Baurechts nach heutigem Stand erfüllen. Das betrifft unter anderem den Brandschutz, der derzeit dem Standard des Baujahres, also Anfang der 80er-Jahre entsprechen dürfte. Und Brandschutz, das haben bereits viele öffentliche Vorhaben wie Hallen- und Schulsanierungen in Porta gezeigt, treiben die Kosten schnell nach oben.

Zudem entspricht der Komplex nicht dem heutigen energetischen Sanierungsstandard. Auch dort dürfte eine große Summe nötig sein, um etwa Fenster auf fünf Etagen auszutauschen und die Wände in allen Stockwerken zu dämmen.

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