Nammen

Haus der Generationen: Bonhoeffer-Gemeindezentrum in Nammen besteht seit 50 Jahren

Gisela Schwarze

Der Dorfchronist Kurt Römming (links) und Jürgen Winterberg, Vorsitzender des Kapellenvereins, zeigten während des Jubiläums die 1970 angeschaffte Pfeifenorgel. - © Foto: Gisela Schwarze
Der Dorfchronist Kurt Römming (links) und Jürgen Winterberg, Vorsitzender des Kapellenvereins, zeigten während des Jubiläums die 1970 angeschaffte Pfeifenorgel. (© Foto: Gisela Schwarze)

Porta Westfalica-Nammen (G.S.). Mit einem besonderen Gottesdienst, mit Zeitzeugenberichten, einem gemeinsamen Mittagessen der Besucher und Spielangeboten für Kinder haben mehrere Generationen den 50. Geburtstag des Gemeindezentrums Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Nammen gefeiert.

Die Weihe vor 50 Jahren war eine besondere. Zeitgleich mit dem Einweihungsgottesdienst wurden damals die drei im freistehenden Turm übereinander angeordneten Glocken geweiht. Pastor Christian Havermann feierte nun mit der Gemeinde den außergewöhnlichen Gottesdienst zum Jubiläum. Durch musikalische Beiträge der Blechbläser und des Chors, der aus dem 1967 entstandenen Singkreis hervorging, wurde die Zeremonie bereichert. Das fröhlich-turbulente Kindermusical „Daniel in der Löwengrube“ erfreute ebenso. Für die einen ist das Haus musikalischer Probenort, für die jüngeren ein Platz für den Kindergottesdienst. Das Bonhoeffer-Haus ist zweifelsfrei ein Haus der Generationen.

Hanna (von links), Grete und Karoline traten mutig vors Mikrofon und erklärten, warum das Dietrich-Bonhoeffer-Haus ein Generationen-Ding ist. - © Foto: Gisela Schwarze
Hanna (von links), Grete und Karoline traten mutig vors Mikrofon und erklärten, warum das Dietrich-Bonhoeffer-Haus ein Generationen-Ding ist. (© Foto: Gisela Schwarze)

Zwei Jahre Bauzeit mit unermüdlichen Eigenleistungen vieler Helfer ermöglichten das Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Auch der Dorfchronist Kurt Römming, damals 30 Jahre alt, leistete viel Arbeit mit der gesamten Familie. „Mit drei Generationen waren wir mit Erdarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten beschäftigt“, blickte er als Zeitzeuge zurück.

„Erste Mittel für den Kirchenbau wurden aus dem Pfarrbezirk aufgebracht. Die Opferbereitschaft der Nammer Bürger, durch die eine stattliche Summe von 55.000 Mark zusammenkam, und eine bemerkenswerte Summe aus der Kasse der hiesigen Frauenhilfe stellten schließlich die Gesamtfinanzierung sicher“, wusste Kurt Römming. Der Erlös aus mehreren Basaren der Frauenhilfe habe später den Anbau eines weiteren Raums sowie die teilweise Überdachung der Freiterrasse ermöglicht.

„Das Haus ist so konzipiert, dass es Vereinen dient, bürgerschaftlichen Veranstaltungen, Altenfeiern und Konzerten Raum bietet“, würdigte Jürgen Winterberg als Vorsitzende des Kapellenvereins die vielfältigen räumlichen Möglichkeiten im Gemeindezentrum. Ihm liegt ganz besonders die St. Laurentius-Kapelle am Herzen, Deutschlands älteste Kapelle in Reinfachwerk. Wichtig ist ihm, dieses fast 500 Jahre alte Gotteshaus durch Veranstaltungen mit Leben zu füllen. „Die St. Laurentius-Kapelle und das Dietrich-Bonhoeffer-Haus gehören wie eine große Familie zusammen“, sagte Winterberg.

Wie variabel die Räume im Dietrich-Bonhoeffer-Haus einsetzbar sind, beweist eine frühere Einquartierung des örtlichen Kindergartens. Der hatte nämlich ab 2002 für eineinhalb Jahre dort sein Domizil, weil im eigenen Gebäude Schadstoffe festgestellt wurden.

Das nächste Jubiläum steht schon vor der Tür: 2023 wird die St. Laurentius-Kapelle 500 Jahre alt.

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NammenHaus der Generationen: Bonhoeffer-Gemeindezentrum in Nammen besteht seit 50 JahrenGisela SchwarzePorta Westfalica-Nammen (G.S.). Mit einem besonderen Gottesdienst, mit Zeitzeugenberichten, einem gemeinsamen Mittagessen der Besucher und Spielangeboten für Kinder haben mehrere Generationen den 50. Geburtstag des Gemeindezentrums Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Nammen gefeiert. Die Weihe vor 50 Jahren war eine besondere. Zeitgleich mit dem Einweihungsgottesdienst wurden damals die drei im freistehenden Turm übereinander angeordneten Glocken geweiht. Pastor Christian Havermann feierte nun mit der Gemeinde den außergewöhnlichen Gottesdienst zum Jubiläum. Durch musikalische Beiträge der Blechbläser und des Chors, der aus dem 1967 entstandenen Singkreis hervorging, wurde die Zeremonie bereichert. Das fröhlich-turbulente Kindermusical „Daniel in der Löwengrube“ erfreute ebenso. Für die einen ist das Haus musikalischer Probenort, für die jüngeren ein Platz für den Kindergottesdienst. Das Bonhoeffer-Haus ist zweifelsfrei ein Haus der Generationen. Zwei Jahre Bauzeit mit unermüdlichen Eigenleistungen vieler Helfer ermöglichten das Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Auch der Dorfchronist Kurt Römming, damals 30 Jahre alt, leistete viel Arbeit mit der gesamten Familie. „Mit drei Generationen waren wir mit Erdarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten beschäftigt“, blickte er als Zeitzeuge zurück. „Erste Mittel für den Kirchenbau wurden aus dem Pfarrbezirk aufgebracht. Die Opferbereitschaft der Nammer Bürger, durch die eine stattliche Summe von 55.000 Mark zusammenkam, und eine bemerkenswerte Summe aus der Kasse der hiesigen Frauenhilfe stellten schließlich die Gesamtfinanzierung sicher“, wusste Kurt Römming. Der Erlös aus mehreren Basaren der Frauenhilfe habe später den Anbau eines weiteren Raums sowie die teilweise Überdachung der Freiterrasse ermöglicht. „Das Haus ist so konzipiert, dass es Vereinen dient, bürgerschaftlichen Veranstaltungen, Altenfeiern und Konzerten Raum bietet“, würdigte Jürgen Winterberg als Vorsitzende des Kapellenvereins die vielfältigen räumlichen Möglichkeiten im Gemeindezentrum. Ihm liegt ganz besonders die St. Laurentius-Kapelle am Herzen, Deutschlands älteste Kapelle in Reinfachwerk. Wichtig ist ihm, dieses fast 500 Jahre alte Gotteshaus durch Veranstaltungen mit Leben zu füllen. „Die St. Laurentius-Kapelle und das Dietrich-Bonhoeffer-Haus gehören wie eine große Familie zusammen“, sagte Winterberg. Wie variabel die Räume im Dietrich-Bonhoeffer-Haus einsetzbar sind, beweist eine frühere Einquartierung des örtlichen Kindergartens. Der hatte nämlich ab 2002 für eineinhalb Jahre dort sein Domizil, weil im eigenen Gebäude Schadstoffe festgestellt wurden. Das nächste Jubiläum steht schon vor der Tür: 2023 wird die St. Laurentius-Kapelle 500 Jahre alt.