Eisbergen/Rinteln

Sieben Monate ohne Führerschein: Mann muss nach Verfolgungsjagd jetzt zu Fuß gehen

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Andreaskreuz übergemäht, im Graben gelandet: Der Fahrer dieses Mazda wurde nun verurteilt. - © Foto: Polizei
Andreaskreuz übergemäht, im Graben gelandet: Der Fahrer dieses Mazda wurde nun verurteilt. (© Foto: Polizei)

Porta Westfalica-Eisbergen/Rinteln (lies/mat). Es sind wilde Szenen einer Verfolgungsjagd, die nun vor dem Amtsgericht Rinteln zu einer Verurteilung eines 21-jährigen Autofahrers führten. 50 Stunden gemeinnützige Arbeit, dazu eine Führerscheinsperre für sieben Monate – für Richter Ulf Kranitz war das im Jugendstrafrecht eine angemessene Strafe für den Angeklagten.

Die Verfolgungsjagd im Januar endete mit einem Unfall in Eisbergen. Der junge Mann wollte mit überhöhter Geschwindigkeit einen anderen Autofahrer überholen, um ihn auszubremsen und anzuhalten. Doch das ging offenbar mächtig schief. Vor einem Bahnübergang in Eisbergen kam er ins Schleudern und mähte mit seinem Mazda ein Andreaskreuz über. Der Wagen hatte nur noch Schrottwert, die Beifahrerin erlitt ein leichtes Schleudertrauma. Schaden: 5.500 Euro.

Vor dem Unfall waren beide Autofahrer offenbar in Streit geraten. Einer der beiden Kontrahenten fuhr daraufhin weg. Wenig später begegneten sich beide Streithähne offenbar zufällig im Bereich eines Schnellrestaurants in Rinteln. Dort begann die wilde Verfolgungsjagd in Richtung Eisbergen.

Auf einem langgezogenen Teilstück zog der Mazda-Fahrer schließlich mit rund 80 km/h an dem anderen Auto vorbei. Im Bereich einer S-Kurve vor dem dortigen Bahnübergang verlor er allerdings die Kontrolle über sein Fahrzeug.

Wie durch ein Wunder, so hieß es vor Gericht, habe niemand der Beteiligten schlimmere Verletzungen erlitten. Denn am Mazda hätten alle Airbags ausgelöst.

Ein Auto wird der Verurteilte so schnell nicht wieder lenken dürfen. Mit dem Strafmaß folgte der Richter in großen Teilen der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die hatte allerdings ein Jahr Führerscheinsperre beantragt.

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Eisbergen/RintelnSieben Monate ohne Führerschein: Mann muss nach Verfolgungsjagd jetzt zu Fuß gehenPorta Westfalica-Eisbergen/Rinteln (lies/mat). Es sind wilde Szenen einer Verfolgungsjagd, die nun vor dem Amtsgericht Rinteln zu einer Verurteilung eines 21-jährigen Autofahrers führten. 50 Stunden gemeinnützige Arbeit, dazu eine Führerscheinsperre für sieben Monate – für Richter Ulf Kranitz war das im Jugendstrafrecht eine angemessene Strafe für den Angeklagten. Die Verfolgungsjagd im Januar endete mit einem Unfall in Eisbergen. Der junge Mann wollte mit überhöhter Geschwindigkeit einen anderen Autofahrer überholen, um ihn auszubremsen und anzuhalten. Doch das ging offenbar mächtig schief. Vor einem Bahnübergang in Eisbergen kam er ins Schleudern und mähte mit seinem Mazda ein Andreaskreuz über. Der Wagen hatte nur noch Schrottwert, die Beifahrerin erlitt ein leichtes Schleudertrauma. Schaden: 5.500 Euro. Vor dem Unfall waren beide Autofahrer offenbar in Streit geraten. Einer der beiden Kontrahenten fuhr daraufhin weg. Wenig später begegneten sich beide Streithähne offenbar zufällig im Bereich eines Schnellrestaurants in Rinteln. Dort begann die wilde Verfolgungsjagd in Richtung Eisbergen. Auf einem langgezogenen Teilstück zog der Mazda-Fahrer schließlich mit rund 80 km/h an dem anderen Auto vorbei. Im Bereich einer S-Kurve vor dem dortigen Bahnübergang verlor er allerdings die Kontrolle über sein Fahrzeug. Wie durch ein Wunder, so hieß es vor Gericht, habe niemand der Beteiligten schlimmere Verletzungen erlitten. Denn am Mazda hätten alle Airbags ausgelöst. Ein Auto wird der Verurteilte so schnell nicht wieder lenken dürfen. Mit dem Strafmaß folgte der Richter in großen Teilen der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die hatte allerdings ein Jahr Führerscheinsperre beantragt.