Vennebeck

MT-Serie "Zu zweit": "2stimmig" nur im Doppelpack

Thomas Lieske

Ohne einander geht es nicht mehr: Yannick Schöps (links) und Daniel Beckemeier sind seit einigen Jahren als Akustik-Duo „2stimmig“ in ganz Deutschland unterwegs. Ihre Stimmen harmonieren, und das überträgt sich auf die Freundschaft, finden beide. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Ohne einander geht es nicht mehr: Yannick Schöps (links) und Daniel Beckemeier sind seit einigen Jahren als Akustik-Duo „2stimmig“ in ganz Deutschland unterwegs. Ihre Stimmen harmonieren, und das überträgt sich auf die Freundschaft, finden beide. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Porta Westfalica-Vennebeck (mt). Aus Hass in der Schule wurde eine Zweckgemeinschaft nach dem Abi. Aus der Notlösung eine tiefe Freundschaft. Daniel Beckemeier und Yannick Schöps aus Porta sind heute selbst überrascht, was aus ihrer gemeinsamen Liebe zur Musik gewachsen ist. Mindestens 50 Auftritte im Jahr lassen die beiden quer durch Deutschland touren. „Auf längeren Fahrten schauen wir gegenseitig ins Seelenleben des anderen. Weil wir Freunde sind“, sagt Yannick Schöps.

Der angehende Lehrer war es, der den heutigen Software-Berater Daniel Beckemeier 2011 kurz nach dem Abi anrief. Damals spielten beide in verschiedenen Ensembles. Als die sich jeweils auflösten, standen beide allein da. Aber allein Musik machen? Das kam für sie nicht in Frage. Mit dem gemeinsamen „Ja“ zur Notlösung war das Akustik-Duo „2stimmig“ geboren.

„Der erste Auftritt war mega spontan“, erinnert sich der 29-jährige Schöps. „Daniel hatte 24 Stunden Zeit, ja zu sagen und mit mir zu diesem Auftritt zu fahren.“ Es war der 50. Geburtstag eines Kommunalpolitikers in Porta. Seitdem sind die beiden als Duo mit Gitarre und Gesang unterwegs. Allerdings nicht mit der typischen Tanzmusik. „Wir covern Songs, die mancher vielleicht schon mal gehört hat, aber keine Mainstream-Musik ist“, betont der 31-jährige Beckemeier. „Wichtig ist uns der Konzertcharakter. Wir spielen lieber während des Essens“, erklärt der Software-Berater. Da sei die Aufmerksamkeit größer.

Sie sind deutschlandweit auf Hochzeiten, Gottesdiensten, Firmenfeiern, Geburtstagen und zu anderen Anlässen unterwegs. Aber ausgerechnet nicht in Porta selbst, wo beide wohnen. Sie zucken mit Schulter, „wir wissen nicht genau, warum“. Die Kontakte in die anderen Regionen sind trotzdem vor der Haustür entstanden: „Wir spielen oft in der Kurklinik Bad Oeynhausen“, erklärt Schöps. „Dort sind Menschen aus ganz Deutschland, und die erzählen zu Hause von unseren Auftritten.“

Die Auftritte in der Klinik seien etwas ganz besonders, findet Daniel Beckemeier. „Auf der einen Seite belastet uns die Situation, auf der Station der Bettlägerigen zu spielen.“ Er hält kurz inne. „Auf der anderen Seite ist es wunderschön zu sehen, dass sich jemand mit unserer Musik bewegt, der vorher sechs Wochen lang regungslos im Bett lag.“ Das sind die Gänsehautmomente, die beide schätzen.

Ihr Programm ist spontan. In ihrem Probenraum in Vennebeck treffen sie sich vielleicht ein- oder zweimal im Monat. „Wenn man so lange als Duo unterwegs ist, dann sitzt alles“, ist Schöps überzeugt. „Die Lieder wachsen bei den Auftritten“, ergänzt sein Musikpartner. „Manchmal platzt nach vier Jahren beim gleichen Lied auf der Bühne der Knoten. Das ist nichts, was wir in den Proben üben können“, sagt Beckemeier. Von Oldies bis Metal ist alles dabei, Akustik, Hardcore und Punk finden beide gut. „nur Schlager lassen wir aus dem Repertoire“, betonen beide. Der sei oft langweilig, habe immer den gleichen Rhythmus, „und die Metaphern werden zweckentfremdet“.

Was die beiden so unzertrennlich macht? „Daniel hat eine sehr gute Auffassungsgabe“, lobt Schöps. „Als Duo gehen wir sehr reflektiert miteinander um“, ergänzt Beckemeier. „Wir können uns die Meinung sagen, ohne dem anderen auf den Schlips zu treten.“ Und dann seien da noch andere Leidenschaften, die beide neben der Musik teilen: Fotografie, Technik, Motorräder. Auf langen Autofahrten zu Auftritten gehen die Gesprächsthemen nie aus.

Spannend wird es noch einmal, wenn Yannick Schöps demnächst ins Referendariat startet. „Dann müssen wir schauen, wie es mit den Auftritten weitergeht.“ Doch ein Leben ohne Musik können und wollen sich beide nicht vorstellen. „Das wäre eine der schlimmsten Vorstellungen“, sagt Schöps. Und schließlich war es die Musik, aus der die Freundschaft der beiden gewachsen ist. Eine, die bis heute hält.

Zu zweit

Bei der MT-Serie „Zu zweit“ geht es um ein Team, das aus vielerlei Gründen zu zweit unterwegs ist: im Leben, im Beruf, beim Hobby. Manchmal sind die beiden so aufeinander angewiesen, dass sie ihre Aufgabe ohne den anderen nicht erfüllen könnten. Manchmal ist die Zweisamkeit selbstgewählt.

Die MT-Redaktion freut sich über Vorschläge. Stichwort: „Zu zweit“, E-Mail: lokales@MT.de

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VennebeckMT-Serie "Zu zweit": "2stimmig" nur im DoppelpackThomas LieskePorta Westfalica-Vennebeck (mt). Aus Hass in der Schule wurde eine Zweckgemeinschaft nach dem Abi. Aus der Notlösung eine tiefe Freundschaft. Daniel Beckemeier und Yannick Schöps aus Porta sind heute selbst überrascht, was aus ihrer gemeinsamen Liebe zur Musik gewachsen ist. Mindestens 50 Auftritte im Jahr lassen die beiden quer durch Deutschland touren. „Auf längeren Fahrten schauen wir gegenseitig ins Seelenleben des anderen. Weil wir Freunde sind“, sagt Yannick Schöps. Der angehende Lehrer war es, der den heutigen Software-Berater Daniel Beckemeier 2011 kurz nach dem Abi anrief. Damals spielten beide in verschiedenen Ensembles. Als die sich jeweils auflösten, standen beide allein da. Aber allein Musik machen? Das kam für sie nicht in Frage. Mit dem gemeinsamen „Ja“ zur Notlösung war das Akustik-Duo „2stimmig“ geboren. „Der erste Auftritt war mega spontan“, erinnert sich der 29-jährige Schöps. „Daniel hatte 24 Stunden Zeit, ja zu sagen und mit mir zu diesem Auftritt zu fahren.“ Es war der 50. Geburtstag eines Kommunalpolitikers in Porta. Seitdem sind die beiden als Duo mit Gitarre und Gesang unterwegs. Allerdings nicht mit der typischen Tanzmusik. „Wir covern Songs, die mancher vielleicht schon mal gehört hat, aber keine Mainstream-Musik ist“, betont der 31-jährige Beckemeier. „Wichtig ist uns der Konzertcharakter. Wir spielen lieber während des Essens“, erklärt der Software-Berater. Da sei die Aufmerksamkeit größer. Sie sind deutschlandweit auf Hochzeiten, Gottesdiensten, Firmenfeiern, Geburtstagen und zu anderen Anlässen unterwegs. Aber ausgerechnet nicht in Porta selbst, wo beide wohnen. Sie zucken mit Schulter, „wir wissen nicht genau, warum“. Die Kontakte in die anderen Regionen sind trotzdem vor der Haustür entstanden: „Wir spielen oft in der Kurklinik Bad Oeynhausen“, erklärt Schöps. „Dort sind Menschen aus ganz Deutschland, und die erzählen zu Hause von unseren Auftritten.“ Die Auftritte in der Klinik seien etwas ganz besonders, findet Daniel Beckemeier. „Auf der einen Seite belastet uns die Situation, auf der Station der Bettlägerigen zu spielen.“ Er hält kurz inne. „Auf der anderen Seite ist es wunderschön zu sehen, dass sich jemand mit unserer Musik bewegt, der vorher sechs Wochen lang regungslos im Bett lag.“ Das sind die Gänsehautmomente, die beide schätzen. Ihr Programm ist spontan. In ihrem Probenraum in Vennebeck treffen sie sich vielleicht ein- oder zweimal im Monat. „Wenn man so lange als Duo unterwegs ist, dann sitzt alles“, ist Schöps überzeugt. „Die Lieder wachsen bei den Auftritten“, ergänzt sein Musikpartner. „Manchmal platzt nach vier Jahren beim gleichen Lied auf der Bühne der Knoten. Das ist nichts, was wir in den Proben üben können“, sagt Beckemeier. Von Oldies bis Metal ist alles dabei, Akustik, Hardcore und Punk finden beide gut. „nur Schlager lassen wir aus dem Repertoire“, betonen beide. Der sei oft langweilig, habe immer den gleichen Rhythmus, „und die Metaphern werden zweckentfremdet“. Was die beiden so unzertrennlich macht? „Daniel hat eine sehr gute Auffassungsgabe“, lobt Schöps. „Als Duo gehen wir sehr reflektiert miteinander um“, ergänzt Beckemeier. „Wir können uns die Meinung sagen, ohne dem anderen auf den Schlips zu treten.“ Und dann seien da noch andere Leidenschaften, die beide neben der Musik teilen: Fotografie, Technik, Motorräder. Auf langen Autofahrten zu Auftritten gehen die Gesprächsthemen nie aus. Spannend wird es noch einmal, wenn Yannick Schöps demnächst ins Referendariat startet. „Dann müssen wir schauen, wie es mit den Auftritten weitergeht.“ Doch ein Leben ohne Musik können und wollen sich beide nicht vorstellen. „Das wäre eine der schlimmsten Vorstellungen“, sagt Schöps. Und schließlich war es die Musik, aus der die Freundschaft der beiden gewachsen ist. Eine, die bis heute hält. Zu zweit Bei der MT-Serie „Zu zweit“ geht es um ein Team, das aus vielerlei Gründen zu zweit unterwegs ist: im Leben, im Beruf, beim Hobby. Manchmal sind die beiden so aufeinander angewiesen, dass sie ihre Aufgabe ohne den anderen nicht erfüllen könnten. Manchmal ist die Zweisamkeit selbstgewählt. Die MT-Redaktion freut sich über Vorschläge. Stichwort: „Zu zweit“, E-Mail: lokales@MT.de