Neesen

Keine Angst vor Baustellen: Inna Braun leitet Schulverbund Neesen-Kleinenbremen

Dirk Haunhorst

In Porta zu Hause: Inna Braun wohnt in Holzhausen und war Konrektorin in Eisbergen-Veltheim. MT-Foto: Haunhorst - © haunhorst
In Porta zu Hause: Inna Braun wohnt in Holzhausen und war Konrektorin in Eisbergen-Veltheim. MT-Foto: Haunhorst (© haunhorst)

Porta Westfalica-Neesen (mt). Inna Braun hat keine Angst vor Baustellen. Ihr sei natürlich klar, dass die bevorstehende Sanierungsphase in Neesen schwierig werde, sagt die neue Rektorin des Grundschulverbundes Neesen-Kleinenbremen. „Aber ich richte den Blick bereits auf die Zeit danach, wenn wir eine sanierte und ausgebaute Schule hier haben."

Der große, mehrere Millionen Euro teure Umbau, der besonders wegen der Brandschutzmängel drängt, soll im kommenden Jahr starten. Der 43-Jährigen bleibt also noch etwas Zeit zur Eingewöhnung. Inna Braun war zuvor Konrektorin am Grundschulverbund Eisbergen-Veltheim, jetzt ist alles eine Nummer größer. Die Schülerzahl hat sich mit über 400 Kindern mehr als verdoppelt, das Kollegium (27) ist größer, die Zahl der Kinder mit speziellem Förderbedarf oder Migrationshintergrund spürbar gestiegen. „Und die Entfernung zwischen Neesen und Kleinenbremen ist größer als zwischen Eisbergen und Veltheim. „Da fährt man nicht mal eben schnell hin", sagt Inna Braun.

Eines ist aber ähnlich: Beide Grundschulverbünde waren Gegenstand der schwierigen Standortdebatte, die Ende 2018 in einem Bürgerentscheid mündete. „Das haben wir in Eisbergen-Veltheim hautnah miterlebt", sagt Braun. Sie musste auch Fragen von Kindern beantworten, die besorgt wissen wollten, was denn werde, wenn es es die Grundschule Veltheim nicht mehr geben sollte. „Das war nicht so einfach."

Inna Braun hat ihren Dienst offiziell Anfang August begonnen. Vor ihrer Zeit als Konrektorin war sie unter anderem als Vertretungslehrerin an der Grundschule Hausberge und der Hauptschule in Preußisch-Oldendorf beschäftigt. Als die Neubesetzung der Schulleiterstelle in Neesen-Kleinenbremen aufgrund der Pensionierung von Elvira Karnath näher rückte, hätten Kollegen ihr Mut gemacht, sich zu bewerben. Öfter habe sie gehört: „Mensch, du kannst das doch."

Letztlich sei sie die einzige Bewerberin gewesen, sagt Braun. Vielleicht hängt die maue Nachfrage auch mit den bevorstehenden Bauarbeiten bei laufendem Schulbetrieb zusammen. Für das Projekt hat sich an der Schule eigens eine Umbau-AG gebildet. Braun hat sich von den bevorstehenden Aufgaben nicht abschrecken lassen. „Ich weiß ja, dass die Schule zuvor in guten Händen war und eine feste Struktur hat."

Das Kollegium hat Inna Braun den Start leicht gemacht. „Ich bin herzlich empfangen worden." Den Rollenwechsel von der Konrektorin zu Schulleiterin beschreibt sie so: Trotz zahlreicher Aufgaben, wozu auch die Vermittlung zwischen Kollegium und Schulleitung zähle, trage eine Konrektorin letztlich nicht die Verantwortung.

Die hat Inna Braun nun an ihrer neuen Wirkungsstätte übernommen. Zwei Tage pro Woche hat sie sich feste Zeiten in der Verbundfiliale in Kleinenbremen verordnet. Eventuell wird das noch ausgebaut. Trotz der Leitungsfunktionen gibt sie Mathematikunterricht in einer Klasse, um die Kinder besser kennenzulernen. Neue Ideen für „ihre" Grundschule hat sie längst. Medienentwicklung und Medienerziehung lauten die Stichworte. Diese Themen zählen auch zu den Vorgaben des Ministeriums und erfordern eine zeitgemäße Medienausstattung der Schulen.

Vor anderthalb Jahrzehnten, als Inna Braun ihr zweites Staatsexamen machte, spielten Smartphones noch keine Rolle. Das hat sich rasend schnell geändert. Die Jungen und Mädchen wachsen längst damit auf. Verbote bringen nichts, meint Braun, die drei Kinder im Alter von 22, 17 und 13 Jahren hat. Besser sei es, Internetnutzung in „vernünftigen Portionen" zu verabreden.

Inna Braun hat die erste Einschulungsfeier als Rektorin hinter sich und ihren ersten Elternbrief geschrieben. Kommende Woche stellt sie sich im Bildungsausschuss den Politikern vor. Dort wird sie sich im Verlauf der nächsten Jahre sicher häufiger zu Wort melden. Denn der Grundschule stehen in Neesen spannende (Umbau-) Zeiten bevor.

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NeesenKeine Angst vor Baustellen: Inna Braun leitet Schulverbund Neesen-KleinenbremenDirk HaunhorstPorta Westfalica-Neesen (mt). Inna Braun hat keine Angst vor Baustellen. Ihr sei natürlich klar, dass die bevorstehende Sanierungsphase in Neesen schwierig werde, sagt die neue Rektorin des Grundschulverbundes Neesen-Kleinenbremen. „Aber ich richte den Blick bereits auf die Zeit danach, wenn wir eine sanierte und ausgebaute Schule hier haben." Der große, mehrere Millionen Euro teure Umbau, der besonders wegen der Brandschutzmängel drängt, soll im kommenden Jahr starten. Der 43-Jährigen bleibt also noch etwas Zeit zur Eingewöhnung. Inna Braun war zuvor Konrektorin am Grundschulverbund Eisbergen-Veltheim, jetzt ist alles eine Nummer größer. Die Schülerzahl hat sich mit über 400 Kindern mehr als verdoppelt, das Kollegium (27) ist größer, die Zahl der Kinder mit speziellem Förderbedarf oder Migrationshintergrund spürbar gestiegen. „Und die Entfernung zwischen Neesen und Kleinenbremen ist größer als zwischen Eisbergen und Veltheim. „Da fährt man nicht mal eben schnell hin", sagt Inna Braun. Eines ist aber ähnlich: Beide Grundschulverbünde waren Gegenstand der schwierigen Standortdebatte, die Ende 2018 in einem Bürgerentscheid mündete. „Das haben wir in Eisbergen-Veltheim hautnah miterlebt", sagt Braun. Sie musste auch Fragen von Kindern beantworten, die besorgt wissen wollten, was denn werde, wenn es es die Grundschule Veltheim nicht mehr geben sollte. „Das war nicht so einfach." Inna Braun hat ihren Dienst offiziell Anfang August begonnen. Vor ihrer Zeit als Konrektorin war sie unter anderem als Vertretungslehrerin an der Grundschule Hausberge und der Hauptschule in Preußisch-Oldendorf beschäftigt. Als die Neubesetzung der Schulleiterstelle in Neesen-Kleinenbremen aufgrund der Pensionierung von Elvira Karnath näher rückte, hätten Kollegen ihr Mut gemacht, sich zu bewerben. Öfter habe sie gehört: „Mensch, du kannst das doch." Letztlich sei sie die einzige Bewerberin gewesen, sagt Braun. Vielleicht hängt die maue Nachfrage auch mit den bevorstehenden Bauarbeiten bei laufendem Schulbetrieb zusammen. Für das Projekt hat sich an der Schule eigens eine Umbau-AG gebildet. Braun hat sich von den bevorstehenden Aufgaben nicht abschrecken lassen. „Ich weiß ja, dass die Schule zuvor in guten Händen war und eine feste Struktur hat." Das Kollegium hat Inna Braun den Start leicht gemacht. „Ich bin herzlich empfangen worden." Den Rollenwechsel von der Konrektorin zu Schulleiterin beschreibt sie so: Trotz zahlreicher Aufgaben, wozu auch die Vermittlung zwischen Kollegium und Schulleitung zähle, trage eine Konrektorin letztlich nicht die Verantwortung. Die hat Inna Braun nun an ihrer neuen Wirkungsstätte übernommen. Zwei Tage pro Woche hat sie sich feste Zeiten in der Verbundfiliale in Kleinenbremen verordnet. Eventuell wird das noch ausgebaut. Trotz der Leitungsfunktionen gibt sie Mathematikunterricht in einer Klasse, um die Kinder besser kennenzulernen. Neue Ideen für „ihre" Grundschule hat sie längst. Medienentwicklung und Medienerziehung lauten die Stichworte. Diese Themen zählen auch zu den Vorgaben des Ministeriums und erfordern eine zeitgemäße Medienausstattung der Schulen. Vor anderthalb Jahrzehnten, als Inna Braun ihr zweites Staatsexamen machte, spielten Smartphones noch keine Rolle. Das hat sich rasend schnell geändert. Die Jungen und Mädchen wachsen längst damit auf. Verbote bringen nichts, meint Braun, die drei Kinder im Alter von 22, 17 und 13 Jahren hat. Besser sei es, Internetnutzung in „vernünftigen Portionen" zu verabreden. Inna Braun hat die erste Einschulungsfeier als Rektorin hinter sich und ihren ersten Elternbrief geschrieben. Kommende Woche stellt sie sich im Bildungsausschuss den Politikern vor. Dort wird sie sich im Verlauf der nächsten Jahre sicher häufiger zu Wort melden. Denn der Grundschule stehen in Neesen spannende (Umbau-) Zeiten bevor.