Porta Westfalica/Bückeburg

Das Schöne, Gute, Helle: Malerin Bärbel Langner zeigt ihre erste Ausstellung in der Region

Ursula Koch

Porta Westfalica/Bückeburg (mt). Im Juni 2018 ist Bärbel Langner mit ihrem Mann von Bocholt nach Eisbergen gezogen. Im Münsterland und in den angrenzenden Niederlanden hatte sie sich einen Namen als Künstlerin gemacht. In Eisbergen hat sie wieder ein Atelier eingerichtet. Ihre Ausstellungs-Premiere in der neuen Heimat feiert sie heute in Bückeburg.

"Adams Schöpfung oder Start up" hat Künstlerin Bärbel Langer dieses Gemälde genannt. In Bückeburg zeigt sie ihre erste Ausstellung in der Region. MT- - © Foto: Ursula Koch
"Adams Schöpfung oder Start up" hat Künstlerin Bärbel Langer dieses Gemälde genannt. In Bückeburg zeigt sie ihre erste Ausstellung in der Region. MT- (© Foto: Ursula Koch)

„Das Malen hatte ich schon immer im Kopf. Aber in der Schule ist mir das regelrecht vergällt worden“, erzählt die gebürtige Schwäbin. Als Jugendliche hätte sie dann gerne eine Ausbildung zur Maskenbildnerin gemacht, ist dann aber ihren Eltern zuliebe Industriekauffrau geworden. So ganz vergessen hatte sie das Malen aber offenbar nicht. Vor 15 Jahren, der Sohn war in den Kindergarten gekommen, sie hatte wieder mehr Zeit, entdeckte sie in einem Schaufenster ein Plakat, das Malkurse bewarb. Bärbel Langner meldete sich an und fing Feuer. Sie nahm an mehreren Kursen teil, wechselte zu einer Kunstschule in Bocholt und lernte dort die grundlegenden Techniken. Als ihre Lehrerin nach England ging, suchte sie sich ihr eigenes Atelier.

Das war ein leer stehender Laden mitten im Dorf, in dem sie damals lebte. Weil sie auch Aktbilder malte, wurde ihr Atelier schnell Gesprächsthema im Ort. Von da an gab sie selber Kurse und stellte ihre Bilder in Bocholt und in den Niederlanden aus. Den Umzug nach Ostwestfalen hat ihr Sohn ausgelöst, der in Minden eine Ausbildung macht. Nach Eisbergen führte sie der Zufall, aber dort fühlt sie sich wohl. „Die Menschen sind so freundlich, offen und unkompliziert“, findet die 54-Jährige. „Wenn ich von Hausberge aus über den Hügel raus in die Ebene fahre, das ist so schön. Da geht mein Herz auf.“

Ein Zufall brachte sie dann auch auf die Begegnungsstätte in Bückeburg. Im Wartezimmer beim Arzt war sie mit einer Frau ins Gespräch gekommen und hatte ihr ihre Visitenkarte mitgegeben. Die ist schließlich als Empfehlung an die Leiterin Heike Sareyka weitergereicht worden. In der sozialen Einrichtung der Stadt, die sich anfangs an Senioren richtete, sich aber immer mehr für andere Bevölkerungsgruppen öffnete und inzwischen auch vielen Selbsthilfegruppen ein Dach bietet, werden seit sechs Jahren regelmäßig Ausstellungen präsentiert. „Die bieten Gesprächsstoff und bringen uns Publikum ins Haus, das sonst nicht kommen würden“, nennt Sareyka ihre Intention.

Dort hängen nun die farbenfrohen Acrylbilder von Bärbel Langner. Ihre Werke sind eine „Liebeserklärung an das Leben, an das Schöne, Gute, Helle“, wie sie formuliert. Der Mensch spielt in den Motiven eine zentrale Rolle, aber auch die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Als Rot-, Gelb- und Blautöne umgeben sie auch das titelgebende Bild zur Ausstellung – einen weiblichen sitzenden Akt. „Die Gedanken sind frei“ ist der Titel eines Porträts, das von zarten Farbwolken umgeben ist. „Marc Aurel hat gesagt, dass das Leben auf die Dauer die Farbe der Seele annimmt“, sagt die Künstlerin. Dazwischen finden sich aber auch abstrakte Motive, die in strengem Schwarz-Weiß gehalten sind.

Statt auf Leinwand malt sie gelegentlich auf Edelstahl. In der Ausstellung sind davon drei Landschaftsbilder vertreten. Sommerspaziergänge in groß und klein und ein Strandspaziergang in Rot und Grün. „Die Natur gehört für mich zum Menschen. Darum bin ich froh, dass man jetzt über den Klimawandel spricht“, sagt sie.

Außerdem gestaltet Langner Objekte, die sie „kleines Glück“ nennt und in denen sie Szenen aus dem Alltag darstellt, wie „Auf dem Präsentierteller“ – auf einer Scherbe tanzen winzige Trachtenfigürchen um einen Berg herum. Dazu entsteht noch „KleinKunst“, die aus Fundstücken wie einer Scherbe oder einem rostigen Nagel entstehen. „Alles hat seinen Wert“, findet Bärbel Langner.

Die Autorin ist erreichbar unter (0571)882170 oder Ursula.Koch@MT.de

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Porta Westfalica/BückeburgDas Schöne, Gute, Helle: Malerin Bärbel Langner zeigt ihre erste Ausstellung in der RegionUrsula KochPorta Westfalica/Bückeburg (mt). Im Juni 2018 ist Bärbel Langner mit ihrem Mann von Bocholt nach Eisbergen gezogen. Im Münsterland und in den angrenzenden Niederlanden hatte sie sich einen Namen als Künstlerin gemacht. In Eisbergen hat sie wieder ein Atelier eingerichtet. Ihre Ausstellungs-Premiere in der neuen Heimat feiert sie heute in Bückeburg. „Das Malen hatte ich schon immer im Kopf. Aber in der Schule ist mir das regelrecht vergällt worden“, erzählt die gebürtige Schwäbin. Als Jugendliche hätte sie dann gerne eine Ausbildung zur Maskenbildnerin gemacht, ist dann aber ihren Eltern zuliebe Industriekauffrau geworden. So ganz vergessen hatte sie das Malen aber offenbar nicht. Vor 15 Jahren, der Sohn war in den Kindergarten gekommen, sie hatte wieder mehr Zeit, entdeckte sie in einem Schaufenster ein Plakat, das Malkurse bewarb. Bärbel Langner meldete sich an und fing Feuer. Sie nahm an mehreren Kursen teil, wechselte zu einer Kunstschule in Bocholt und lernte dort die grundlegenden Techniken. Als ihre Lehrerin nach England ging, suchte sie sich ihr eigenes Atelier. Das war ein leer stehender Laden mitten im Dorf, in dem sie damals lebte. Weil sie auch Aktbilder malte, wurde ihr Atelier schnell Gesprächsthema im Ort. Von da an gab sie selber Kurse und stellte ihre Bilder in Bocholt und in den Niederlanden aus. Den Umzug nach Ostwestfalen hat ihr Sohn ausgelöst, der in Minden eine Ausbildung macht. Nach Eisbergen führte sie der Zufall, aber dort fühlt sie sich wohl. „Die Menschen sind so freundlich, offen und unkompliziert“, findet die 54-Jährige. „Wenn ich von Hausberge aus über den Hügel raus in die Ebene fahre, das ist so schön. Da geht mein Herz auf.“ Ein Zufall brachte sie dann auch auf die Begegnungsstätte in Bückeburg. Im Wartezimmer beim Arzt war sie mit einer Frau ins Gespräch gekommen und hatte ihr ihre Visitenkarte mitgegeben. Die ist schließlich als Empfehlung an die Leiterin Heike Sareyka weitergereicht worden. In der sozialen Einrichtung der Stadt, die sich anfangs an Senioren richtete, sich aber immer mehr für andere Bevölkerungsgruppen öffnete und inzwischen auch vielen Selbsthilfegruppen ein Dach bietet, werden seit sechs Jahren regelmäßig Ausstellungen präsentiert. „Die bieten Gesprächsstoff und bringen uns Publikum ins Haus, das sonst nicht kommen würden“, nennt Sareyka ihre Intention. Dort hängen nun die farbenfrohen Acrylbilder von Bärbel Langner. Ihre Werke sind eine „Liebeserklärung an das Leben, an das Schöne, Gute, Helle“, wie sie formuliert. Der Mensch spielt in den Motiven eine zentrale Rolle, aber auch die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Als Rot-, Gelb- und Blautöne umgeben sie auch das titelgebende Bild zur Ausstellung – einen weiblichen sitzenden Akt. „Die Gedanken sind frei“ ist der Titel eines Porträts, das von zarten Farbwolken umgeben ist. „Marc Aurel hat gesagt, dass das Leben auf die Dauer die Farbe der Seele annimmt“, sagt die Künstlerin. Dazwischen finden sich aber auch abstrakte Motive, die in strengem Schwarz-Weiß gehalten sind. Statt auf Leinwand malt sie gelegentlich auf Edelstahl. In der Ausstellung sind davon drei Landschaftsbilder vertreten. Sommerspaziergänge in groß und klein und ein Strandspaziergang in Rot und Grün. „Die Natur gehört für mich zum Menschen. Darum bin ich froh, dass man jetzt über den Klimawandel spricht“, sagt sie. Außerdem gestaltet Langner Objekte, die sie „kleines Glück“ nennt und in denen sie Szenen aus dem Alltag darstellt, wie „Auf dem Präsentierteller“ – auf einer Scherbe tanzen winzige Trachtenfigürchen um einen Berg herum. Dazu entsteht noch „KleinKunst“, die aus Fundstücken wie einer Scherbe oder einem rostigen Nagel entstehen. „Alles hat seinen Wert“, findet Bärbel Langner. Die Autorin ist erreichbar unter (0571)882170 oder Ursula.Koch@MT.de