Kommentar zu den Portaner Grünen: Neues Selbstbewusstsein Von Dirk Haunhorst Die Nominierung einer eigenen Bürgermeisterkandidatin spricht für das neue Selbstbewusstsein der Portaner Grünen. Die Klima- und Umweltschutzdebatte hat der Partei auch auf lokaler Ebene viel Zustimmung gebracht, wie sich an Parteieintritten und den Ergebnissen der Europawahl ablesen lässt. Und wenn am nächsten Sonntag Kommunalwahl wäre, würde die politische Landschaft in Porta vermutlich gehörig durcheinander gewirbelt und die Vorherrschaft der Sozialdemokraten wohl enden – nicht ausschließlich, aber auch wegen der Grünen, die dann wohl in Porta nicht länger als Juniorpartner der SPD wahrgenommen würden. Den Sozialdemokraten dürfte die Nominierung von Anke Grotjohann doppelt weh tun. Zum einen, weil die erhoffte Unterstützung für einen gemeinsamen Kandidaten fehlt. Die Grünen machen damit deutlich, dass sie von Grotjohann als Verwaltungschefin mehr halten als von den derzeit gehandelten SPD-Kandidaten Jörg Achilles und Friedrich Schmeding, die bereits vor fünf Jahren Interesse am Bürgermeisterposten bekundet hatten. Zum anderen, weil mit Anke Grotjohann ausgerechnet eine frühere Genossin antritt, die sich einst stark in der SPD engagierte, sich dann demonstrativ von ihr abwandte und sich nun vom politischen Partner auf den Schild heben lässt. Anke Grotjohanns Chancen bei der Bürgermeisterwahl sind kaum einzuschätzen, so lange die Kontrahenten aus den anderen Parteien und politischen Gruppierungen noch unbekannt sind. Wenn bei früheren Kommunalwahlen kleine Parteien wie die Grünen eigene Bürgermeister-Kandidaten aufstellten, kamen diese kaum über ein achtbares Ergebnis hinaus, geschweige denn in die Stichwahl. Doch zwei Dinge liegen dieses Mal anders: Anke Grotjohann ist wie Amtsinhaber Bernd Hedtmann parteilos. Und die Grünen sind längst nicht mehr klein.

Kommentar zu den Portaner Grünen: Neues Selbstbewusstsein

© Lehn Alexander

Von Dirk Haunhorst

Die Nominierung einer eigenen Bürgermeisterkandidatin spricht für das neue Selbstbewusstsein der Portaner Grünen. Die Klima- und Umweltschutzdebatte hat der Partei auch auf lokaler Ebene viel Zustimmung gebracht, wie sich an Parteieintritten und den Ergebnissen der Europawahl ablesen lässt. Und wenn am nächsten Sonntag Kommunalwahl wäre, würde die politische Landschaft in Porta vermutlich gehörig durcheinander gewirbelt und die Vorherrschaft der Sozialdemokraten wohl enden – nicht ausschließlich, aber auch wegen der Grünen, die dann wohl in Porta nicht länger als Juniorpartner der SPD wahrgenommen würden.

Den Sozialdemokraten dürfte die Nominierung von Anke Grotjohann doppelt weh tun. Zum einen, weil die erhoffte Unterstützung für einen gemeinsamen Kandidaten fehlt. Die Grünen machen damit deutlich, dass sie von Grotjohann als Verwaltungschefin mehr halten als von den derzeit gehandelten SPD-Kandidaten Jörg Achilles und Friedrich Schmeding, die bereits vor fünf Jahren Interesse am Bürgermeisterposten bekundet hatten. Zum anderen, weil mit Anke Grotjohann ausgerechnet eine frühere Genossin antritt, die sich einst stark in der SPD engagierte, sich dann demonstrativ von ihr abwandte und sich nun vom politischen Partner auf den Schild heben lässt.

Anke Grotjohanns Chancen bei der Bürgermeisterwahl sind kaum einzuschätzen, so lange die Kontrahenten aus den anderen Parteien und politischen Gruppierungen noch unbekannt sind. Wenn bei früheren Kommunalwahlen kleine Parteien wie die Grünen eigene Bürgermeister-Kandidaten aufstellten, kamen diese kaum über ein achtbares Ergebnis hinaus, geschweige denn in die Stichwahl. Doch zwei Dinge liegen dieses Mal anders: Anke Grotjohann ist wie Amtsinhaber Bernd Hedtmann parteilos. Und die Grünen sind längst nicht mehr klein.

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