Porta Westfalica

Zuwachs bei den Grünen

veröffentlicht

Porta Westfalica (dh). Prozentual ist der Zuwachs gewaltig, in absoluten Zahlen immer noch beachtlich. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet Bündnis 90/Die Grünen in Porta ein Mitgliederplus von 60 Prozent. „Wir waren 25 und sind jetzt 40“, teilt Ratsfrau und Stadtverbandsvorsitzende Dr. Sylvia Arnold im MT-Gespräch mit.

Die Motivation der „Neuen“ hänge nicht ausschließlich mit den Thema Klima- und Umweltschutz zusammen. „Das spielt natürlich eine Rolle, aber manche engagieren sich zum Beispiel auch, weil sie einen Gegenpol zur AfD bilden wollen.“ Andere seien über die Initiative Waldkindergarten, die die Grünen angestoßen hatten, zur politischen Arbeit gekommen.

Das Thema Klimaschutz bleibe aber das „entscheidende Thema unserer Zeit, auch für die Kommunen“, meint Fraktionsvorsitzender Marc Weber. Politik müsse Geld bereitstellen für Investitionen in erneuerbare Energien zur Eigenversorgung sowie für weitere Energieeffizienzmaßnahmen und E-Mobilität.

Den aktuell beantragten Windradstandort in Möllbergen lehnen die Grünen zwar ab, doch grundsätzlich ist für sie der Bau weiterer Anlagen kein Tabu. Weber: „Vor einigen Jahren sind zum Beispiel im Bereich Barksen/Kleinenbremen gute Standorte identifiziert worden, gegen die die Bundeswehr ein Veto eingelegt hatte.“ Die Frage sei, ob das Veto auf Dauer bestehen bleibe.

Großes Potenzial stecke in Photovoltaik, auch in Kombination mit Speichern, hier gehe die technische Entwicklung weiter, meint Weber. „In Porta sind noch viele Dächer und Fassaden frei.“ Mittelfristig amortisierten sich solche Investitionen. Es sei Aufgabe der Bundesregierung, Fördermöglichkeiten zu schaffen oder wieder aufleben zu lassen. Um die Kosten des Klimaschutzes sozial gerecht zu verteilen, sei ebenfalls der Bund gefordert. So sei bei einer CO2-Steuer geplant, die Einnahmen wieder and die Bürger auszuschütten. „Davon profitieren insbesondere Gering- und Mittelverdiener, da diese statistisch weniger CO2 produzieren.“

Klimaschutz koste den Staat zweifellos mehr Geld, aber nichts zu unternehmen, würde deutlich teurer. Marc Weber: „Die CDU hat in einem Ratsantrag geschrieben, es gehe um Lebensqualität. Aber das ist falsch, es geht um unsere Lebensgrundlage.“

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Porta WestfalicaZuwachs bei den GrünenPorta Westfalica (dh). Prozentual ist der Zuwachs gewaltig, in absoluten Zahlen immer noch beachtlich. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet Bündnis 90/Die Grünen in Porta ein Mitgliederplus von 60 Prozent. „Wir waren 25 und sind jetzt 40“, teilt Ratsfrau und Stadtverbandsvorsitzende Dr. Sylvia Arnold im MT-Gespräch mit. Die Motivation der „Neuen“ hänge nicht ausschließlich mit den Thema Klima- und Umweltschutz zusammen. „Das spielt natürlich eine Rolle, aber manche engagieren sich zum Beispiel auch, weil sie einen Gegenpol zur AfD bilden wollen.“ Andere seien über die Initiative Waldkindergarten, die die Grünen angestoßen hatten, zur politischen Arbeit gekommen. Das Thema Klimaschutz bleibe aber das „entscheidende Thema unserer Zeit, auch für die Kommunen“, meint Fraktionsvorsitzender Marc Weber. Politik müsse Geld bereitstellen für Investitionen in erneuerbare Energien zur Eigenversorgung sowie für weitere Energieeffizienzmaßnahmen und E-Mobilität. Den aktuell beantragten Windradstandort in Möllbergen lehnen die Grünen zwar ab, doch grundsätzlich ist für sie der Bau weiterer Anlagen kein Tabu. Weber: „Vor einigen Jahren sind zum Beispiel im Bereich Barksen/Kleinenbremen gute Standorte identifiziert worden, gegen die die Bundeswehr ein Veto eingelegt hatte.“ Die Frage sei, ob das Veto auf Dauer bestehen bleibe. Großes Potenzial stecke in Photovoltaik, auch in Kombination mit Speichern, hier gehe die technische Entwicklung weiter, meint Weber. „In Porta sind noch viele Dächer und Fassaden frei.“ Mittelfristig amortisierten sich solche Investitionen. Es sei Aufgabe der Bundesregierung, Fördermöglichkeiten zu schaffen oder wieder aufleben zu lassen. Um die Kosten des Klimaschutzes sozial gerecht zu verteilen, sei ebenfalls der Bund gefordert. So sei bei einer CO2-Steuer geplant, die Einnahmen wieder and die Bürger auszuschütten. „Davon profitieren insbesondere Gering- und Mittelverdiener, da diese statistisch weniger CO2 produzieren.“ Klimaschutz koste den Staat zweifellos mehr Geld, aber nichts zu unternehmen, würde deutlich teurer. Marc Weber: „Die CDU hat in einem Ratsantrag geschrieben, es gehe um Lebensqualität. Aber das ist falsch, es geht um unsere Lebensgrundlage.“