Porta Westfalica

Öffnet bald ein Brauhaus im Portaner Bahnhof?

Dirk Haunhorst

Porta Westfalica (mt). Zu den Glanzzeiten der Disco „PW1“ feierten hier abends 2.500 Leute, inzwischen beschränkt sich die „Event Hall“ weitgehend auf Firmenfeiern. Nachdem Versuche, das Bahnhofgebäude zu verpachten, nicht den erhoffen Erfolg brachten, versucht Eigentümer Gerd Langwald, die Immobilie zu verkaufen. Und zwar nicht an irgendwen, weil dem inzwischen 70-Jährigen wichtig ist, dass der Bahnhof in gute Hände kommt. Darum kümmert sich seit dem vorigen Jahr Immobilienmakler Hans-Joachim Marhold aus Steyerberg. Er geht davon aus, noch in diesem Jahr einen Käufer präsentieren können. „Hier soll Erlebnisgastronomie einziehen. Es laufen Gespräche mit Betreibern.“ Mehr wollte er gestern noch nicht sagen. Nur so viel: Auch ein Brauhaus sei denkbar.

Sollte Plan A wider Erwarten nicht funktionieren, könnte auch eine neuerliche Verpachtung in Frage kommen, möglicherweise an Gastronomieketten, die aber kein Fastfood, sondern, Hochwertiges anbieten sollen.

Marhold hält die Bahnhofslage inmitten der Porta für ungemein attraktiv. Tausende Pendler kämen hier täglich via B 482 vorbei. Seit dem vorigen Jahr gebe es mit dem runderneuerten Kaiser–Denkmal einen spektakulären Anziehungspunkt. Auch die Planung einer Gedenkstätte am Jakobsstollen erhöhe die Aufmerksamkeit. Und die Überlegungen für eine Seilbahn, die von der Bahnhofsseite hoch zum Kaisermonument führe, zeige das beachtliche touristische Potenzial. Die Seilbahn könnte eines Tages auf einem Grundstück Langwalds in Bahnhofsnähe stehen, wo ihm (Parkplatz-) Flächen gehören. Grundsätzlich spreche nichts dagegen, sagt Marhold, doch weil die Realisierung wegen des aufwenigen Verfahrens noch Jahre dauern dürfte, treibe man das Projekt Erlebnisgastronomie unabhängig davon voran.

Beim Gang durch das Gebäude schwärmt Marhold vom guten Zustand und der außergewöhnlichen Aussicht sowie dem ein oder anderen Schmankerl wie der lichtdurchfluteten Galerie. In der Tat wirkt das Innenleben so, als ob am kommenden Wochenende auf mehreren Ebenen die Partys steigen können. Wie vor 20 Jahren, als sich Gastronom Gerd Langwald der maroden, leerstehenden Immobilie annahm und neben fast fünf Millionen Euro jede Menge Herzblut in den Umbau zur Disco steckte. Das PW1 öffnete 1998 und zog Gäste aus der gesamten Region an. Nach guten Jahren gingen die Umsätze in dem schnellleben Geschäft merklich zurück. 2003 nahm Langwald mehrere hunderttausend Euro in die Hand und baute die Disco zum „Nachtschiff“ um – mit Haifischbar, Sonnendeck und Schiffskantine. Die Idee, eine Disco wie ein Schiff aufzubauen, sei ihm vor dem Fernseher gekommen, berichtete Langwald damals dem MT. Ein Bericht über das Kreuzfahrtschiff Aida war die Grundlage für das spektakuläre Konzept, das jedoch floppte. Langwald verpachtete die Immobilie später, die erfolgreichen Discozeiten an der Porta wollten sich nicht mehr einstellen.

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1916. Seine großzügigen Räumlichkeiten wurden später wegen sich ändernder Ansprüche der Bahnkunden nicht mehr benötigt. Von Schließung und Abrisse war die Rede, bis Gerd Langwald den Bahnhof kaufte.

Denkmalnähe: Das Bahnhofsareal ist auch als Seilbahnstation im Gespräch.

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Porta WestfalicaÖffnet bald ein Brauhaus im Portaner Bahnhof?Dirk HaunhorstPorta Westfalica (mt). Zu den Glanzzeiten der Disco „PW1“ feierten hier abends 2.500 Leute, inzwischen beschränkt sich die „Event Hall“ weitgehend auf Firmenfeiern. Nachdem Versuche, das Bahnhofgebäude zu verpachten, nicht den erhoffen Erfolg brachten, versucht Eigentümer Gerd Langwald, die Immobilie zu verkaufen. Und zwar nicht an irgendwen, weil dem inzwischen 70-Jährigen wichtig ist, dass der Bahnhof in gute Hände kommt. Darum kümmert sich seit dem vorigen Jahr Immobilienmakler Hans-Joachim Marhold aus Steyerberg. Er geht davon aus, noch in diesem Jahr einen Käufer präsentieren können. „Hier soll Erlebnisgastronomie einziehen. Es laufen Gespräche mit Betreibern.“ Mehr wollte er gestern noch nicht sagen. Nur so viel: Auch ein Brauhaus sei denkbar. Sollte Plan A wider Erwarten nicht funktionieren, könnte auch eine neuerliche Verpachtung in Frage kommen, möglicherweise an Gastronomieketten, die aber kein Fastfood, sondern, Hochwertiges anbieten sollen. Marhold hält die Bahnhofslage inmitten der Porta für ungemein attraktiv. Tausende Pendler kämen hier täglich via B 482 vorbei. Seit dem vorigen Jahr gebe es mit dem runderneuerten Kaiser–Denkmal einen spektakulären Anziehungspunkt. Auch die Planung einer Gedenkstätte am Jakobsstollen erhöhe die Aufmerksamkeit. Und die Überlegungen für eine Seilbahn, die von der Bahnhofsseite hoch zum Kaisermonument führe, zeige das beachtliche touristische Potenzial. Die Seilbahn könnte eines Tages auf einem Grundstück Langwalds in Bahnhofsnähe stehen, wo ihm (Parkplatz-) Flächen gehören. Grundsätzlich spreche nichts dagegen, sagt Marhold, doch weil die Realisierung wegen des aufwenigen Verfahrens noch Jahre dauern dürfte, treibe man das Projekt Erlebnisgastronomie unabhängig davon voran. Beim Gang durch das Gebäude schwärmt Marhold vom guten Zustand und der außergewöhnlichen Aussicht sowie dem ein oder anderen Schmankerl wie der lichtdurchfluteten Galerie. In der Tat wirkt das Innenleben so, als ob am kommenden Wochenende auf mehreren Ebenen die Partys steigen können. Wie vor 20 Jahren, als sich Gastronom Gerd Langwald der maroden, leerstehenden Immobilie annahm und neben fast fünf Millionen Euro jede Menge Herzblut in den Umbau zur Disco steckte. Das PW1 öffnete 1998 und zog Gäste aus der gesamten Region an. Nach guten Jahren gingen die Umsätze in dem schnellleben Geschäft merklich zurück. 2003 nahm Langwald mehrere hunderttausend Euro in die Hand und baute die Disco zum „Nachtschiff“ um – mit Haifischbar, Sonnendeck und Schiffskantine. Die Idee, eine Disco wie ein Schiff aufzubauen, sei ihm vor dem Fernseher gekommen, berichtete Langwald damals dem MT. Ein Bericht über das Kreuzfahrtschiff Aida war die Grundlage für das spektakuläre Konzept, das jedoch floppte. Langwald verpachtete die Immobilie später, die erfolgreichen Discozeiten an der Porta wollten sich nicht mehr einstellen. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1916. Seine großzügigen Räumlichkeiten wurden später wegen sich ändernder Ansprüche der Bahnkunden nicht mehr benötigt. Von Schließung und Abrisse war die Rede, bis Gerd Langwald den Bahnhof kaufte.