Porta Westfalica/Varenholz

Fährfest ohne Überfahrt

Werner Hoppe

Porta Westfalica/Varenholz (who). Die neue Varenholzer Weserfähre sollte am vergangenen Samstag beim Fährfest im Mittelpunkt stehen beziehungsweise fahren – so war es von der Gemeinde Kalletal als Betreiber geplant. Sie sollte ständig Passagiere zwischen dem Varenholzer und dem Veltheimer Weserufer hin und her schippern. Das ist einfach der Job einer Fähre – Menschen über ein Gewässer hinweg zusammen zu bringen.

Aber darauf wurde nichts. Während das Fest ins Laufen kam, lag das Schiffchen die ganze Zeit über bewegungslos und einsam fest vertäut am Veltheimer Anleger. „Wir fahren heute nicht, der Wind ist einfach zu stark“, klärte Martin Deppe als diensthabender Fährmann auf. „Eigentlich ist es auch so mal ganz schön. Wir müssen nicht fahren und können einfach mit dabei sein und das Fest genießen.“ Neben Deppe freuten sich darüber auch sein Kollege Michael Tenge sowie Martin Müller, der zurzeit noch in der Ausbildung zum Fährmann steht. Alle drei sahen es gelassen, einmal einen Nachmittag arbeitslos zu sein, denn der Wind bläst ja schließlich nicht jeden Tag so stark wie letzten Samstag.

Wie stürmisch, blieb unklar. Aber doch um einiges mehr als Windstärke 4, wie der Shanty-Chor Porta Westfalica in seinem gleichnamigen Lied unter dem Rauschen der Bäume sang, könnte es doch gewesen sein. Die gebräuchliche Beaufort-Scala – nach Sir Francis Beaufort (1774–1857) – definiert für Windstärke 4, dass es sich um eine mäßige Brise von 20 bis 28 Stundenkilometern handelt, die an Land allenfalls loses Papier vom Boden abheben lässt. Aber gefühlt ging beim Fährfest 2019 deutlich mehr.

Die Gäste indessen ließen sich die Feierlaune nicht vermiesen. Etliche schunkelten bei den Shantys kräftig mit. Mit festem Varenholzer Boden unter den Füßen, war das auch gar kein Problem, und seekrank wurde ohnehin niemand.

Dass die Fähre nicht übersetze, sei auch kein Hindernis fürs Zusammenkommen von diesseits und jenseits der Weser, versicherte Hans-Herbert Hawes, Vorsitzender des Heimatvereins Veltheim. „Wir sind einfach mit dem Auto gekommen.“ Das dauere halt nur etwas länger als die Weserquerung per Fähre.

Das zweite Fährfest nach neuem Konzept laufe super, bekräftigte Michael Eggersmann, Vorsitzender des Heimatvereins Varenholz-Stemmen und verwies auf Hunderte von Gästen von hüben und drüben. In dieser Hinsicht jedenfalls sei die Rechnung aufgegangen: Statt Anfähren und Abfähren nur noch eine Veranstaltung im Sommer.

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Porta Westfalica/VarenholzFährfest ohne ÜberfahrtWerner HoppePorta Westfalica/Varenholz (who). Die neue Varenholzer Weserfähre sollte am vergangenen Samstag beim Fährfest im Mittelpunkt stehen beziehungsweise fahren – so war es von der Gemeinde Kalletal als Betreiber geplant. Sie sollte ständig Passagiere zwischen dem Varenholzer und dem Veltheimer Weserufer hin und her schippern. Das ist einfach der Job einer Fähre – Menschen über ein Gewässer hinweg zusammen zu bringen. Aber darauf wurde nichts. Während das Fest ins Laufen kam, lag das Schiffchen die ganze Zeit über bewegungslos und einsam fest vertäut am Veltheimer Anleger. „Wir fahren heute nicht, der Wind ist einfach zu stark“, klärte Martin Deppe als diensthabender Fährmann auf. „Eigentlich ist es auch so mal ganz schön. Wir müssen nicht fahren und können einfach mit dabei sein und das Fest genießen.“ Neben Deppe freuten sich darüber auch sein Kollege Michael Tenge sowie Martin Müller, der zurzeit noch in der Ausbildung zum Fährmann steht. Alle drei sahen es gelassen, einmal einen Nachmittag arbeitslos zu sein, denn der Wind bläst ja schließlich nicht jeden Tag so stark wie letzten Samstag. Wie stürmisch, blieb unklar. Aber doch um einiges mehr als Windstärke 4, wie der Shanty-Chor Porta Westfalica in seinem gleichnamigen Lied unter dem Rauschen der Bäume sang, könnte es doch gewesen sein. Die gebräuchliche Beaufort-Scala – nach Sir Francis Beaufort (1774–1857) – definiert für Windstärke 4, dass es sich um eine mäßige Brise von 20 bis 28 Stundenkilometern handelt, die an Land allenfalls loses Papier vom Boden abheben lässt. Aber gefühlt ging beim Fährfest 2019 deutlich mehr. Die Gäste indessen ließen sich die Feierlaune nicht vermiesen. Etliche schunkelten bei den Shantys kräftig mit. Mit festem Varenholzer Boden unter den Füßen, war das auch gar kein Problem, und seekrank wurde ohnehin niemand. Dass die Fähre nicht übersetze, sei auch kein Hindernis fürs Zusammenkommen von diesseits und jenseits der Weser, versicherte Hans-Herbert Hawes, Vorsitzender des Heimatvereins Veltheim. „Wir sind einfach mit dem Auto gekommen.“ Das dauere halt nur etwas länger als die Weserquerung per Fähre. Das zweite Fährfest nach neuem Konzept laufe super, bekräftigte Michael Eggersmann, Vorsitzender des Heimatvereins Varenholz-Stemmen und verwies auf Hunderte von Gästen von hüben und drüben. In dieser Hinsicht jedenfalls sei die Rechnung aufgegangen: Statt Anfähren und Abfähren nur noch eine Veranstaltung im Sommer.