Porta Westfalica

Neue Klimamanagerin setzt auf E-Mobilität

Thomas Lieske

Porta Westfalica (mt). Klimaschutz ist spätestens seit Beginn der „Fridays for future“-Bewegung ein Thema, bei dem immer mehr junge Menschen mitsprechen wollen. Die Stadt Porta Westfalica dürfte da voll im Trend liegen. Denn mit Karina Morschett hat sich die Verwaltung eine frisch studierte Umweltwissenschaftlerin ins Haus geholt. Die 23-Jährige ist seit dem 1. August Portas erste Klimamanagerin.

Karina Morschett ist überzeugt, dass jeder etwas zum Klimaschutz beitragen kann. ?MT- - © Foto: Thomas Lieske
Karina Morschett ist überzeugt, dass jeder etwas zum Klimaschutz beitragen kann. ?MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Der vor Kurzem vom Stadtrat ausgerufene Klimanotstand macht ihr aber keine Angst. Im Gegenteil: Sie ist voller Tatendrang. „Das Thema Mobilität wird sowohl für die Verwaltung als auch für die Bürgerinnen und Bürger in nächster Zeit ein großes sein“, ist Morschett überzeugt.

Konkret in der Planung: E-Bikes als Diensträder für die Angestellten der Verwaltung. Auch den Fuhrpark wird sie unter anderem zusammen mit dem Technischen Beigeordneten Stefan Mohme, an den ihre Stabsstelle angedockt ist, unter die Lupe nehmen. Es gebe „ernsthafte Überlegungen“, für den Bauhof der Stadt sogenannte Street-Scooter, wie die Post sie bereits verwendet, anzuschaffen. Die Stadt warte derzeit auf konkrete Angebote. Und auch die übrige Fahrzeugflotte der Stadt stehe demnächst wieder auf dem Prüfstand.

Doch Karina Morschett soll als Klimamanagerin nicht nur verwaltungsintern arbeiten: „Ich werde auch Bürger, Vereine und Firmen in Sachen Klimaschutz beraten, ihnen Tipps geben, sie aufklären“, erzählt die 23-Jährige. „Ich bin jederzeit ansprechbar.“ Bevor man konkrete Maßnahmen umsetze, sei eines ganz wichtig: „Zuerst muss die ehrliche Erkenntnis da sein, dass wir etwas tun müssen“, ist sie überzeugt. Das habe der Stadtrat mit dem Ausrufen des Klimanotstandes schon erledigt. Nun sei jeder einzelne gefordert.

Doch Klimaschutz, das klingt nach einer riesigen, globalen Aufgabe, die für den Einzelnen nicht greifbar ist. Karina Morschett sieht das anders. Sie ist überzeugt davon, dass jeder etwas zum Klimaschutz beitragen kann. Das fange beim Einkauf an – „lieber regionale Produkte als Fleischmassen von einem anderen Teil der Erde“ – und gehe bei der Urlaubsplanung weiter. Warum der Flug nach Mallorca, wenn der Weserradweg vor der Haustür liegt?

„Klimaschutz fängt im Kleinen, Alltäglichen an“ erklärt Morschett, die vor ihrem Studium bereits ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvierte und mit dem Thema Klimaschutz schon länger vertraut ist. Man müsse den Bürgern aber im Gegenzug auch Anreize schaffen, um etwa auf das Auto zu verzichten. Am Schulzentrum Süd sollen neue Fahrradhalter aufgestellt werden, auch an anderen Schulstandorten in Porta. „Wir wollen einfach ein Bewusstsein für den Umwelt- und Klimaschutz schaffen“, betont Morschett.

Auch die Stadt selbst schreckt vor Investitionen nicht zurück. Die für den vorübergehenden Umzug der Grundschule Neesen bestellten Container bekommen eine energiesparende LED-Beleuchtung. Dafür kommen die Leuchtstoffröhren raus. Energieversorgung sei sowieso ein zentrales Thema. Mit dem geplanten Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Holtrup wird die Stadt die erste eigene Photovoltaikanlage bekommen, um den dortigen Eigenverbrauch zu stemmen. Gleiche konkrete Überlegungen gebe es für das Rathaus und die Feuerwache. Und auch bei künftigen Bebauungsplänen wird Karina Morschett als Klimamanagerin das eine oder andere Wort mitreden. Ebenso wenn es darum geht, Sitzungsvorlagen für Ausschüsse und den Stadtrat um die Auswirkungen auf das Klima zu ergänzen.

Vor der jungen Klimamanagerin liegt ein großer Haufen Arbeit. Zunächst ist ihre mit öffentlichen Geldern geförderte Stelle allerdings auf drei Jahre Förderzeitraum beschränkt. Doch Stefan Mohme ist überzeugt davon, dass Porta die neue Managerin länger als drei Jahre braucht. Er ist sich sicher, dass Karina Morschett langfristig die Zügel in Sachen Klimaschutz in der Hand behalten wird.

Der Autor ist erreichbar unter Telefon (05 71) 882 267 oder Thomas.Lieske@MT.de

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Porta WestfalicaNeue Klimamanagerin setzt auf E-MobilitätThomas LieskePorta Westfalica (mt). Klimaschutz ist spätestens seit Beginn der „Fridays for future“-Bewegung ein Thema, bei dem immer mehr junge Menschen mitsprechen wollen. Die Stadt Porta Westfalica dürfte da voll im Trend liegen. Denn mit Karina Morschett hat sich die Verwaltung eine frisch studierte Umweltwissenschaftlerin ins Haus geholt. Die 23-Jährige ist seit dem 1. August Portas erste Klimamanagerin. Der vor Kurzem vom Stadtrat ausgerufene Klimanotstand macht ihr aber keine Angst. Im Gegenteil: Sie ist voller Tatendrang. „Das Thema Mobilität wird sowohl für die Verwaltung als auch für die Bürgerinnen und Bürger in nächster Zeit ein großes sein“, ist Morschett überzeugt. Konkret in der Planung: E-Bikes als Diensträder für die Angestellten der Verwaltung. Auch den Fuhrpark wird sie unter anderem zusammen mit dem Technischen Beigeordneten Stefan Mohme, an den ihre Stabsstelle angedockt ist, unter die Lupe nehmen. Es gebe „ernsthafte Überlegungen“, für den Bauhof der Stadt sogenannte Street-Scooter, wie die Post sie bereits verwendet, anzuschaffen. Die Stadt warte derzeit auf konkrete Angebote. Und auch die übrige Fahrzeugflotte der Stadt stehe demnächst wieder auf dem Prüfstand. Doch Karina Morschett soll als Klimamanagerin nicht nur verwaltungsintern arbeiten: „Ich werde auch Bürger, Vereine und Firmen in Sachen Klimaschutz beraten, ihnen Tipps geben, sie aufklären“, erzählt die 23-Jährige. „Ich bin jederzeit ansprechbar.“ Bevor man konkrete Maßnahmen umsetze, sei eines ganz wichtig: „Zuerst muss die ehrliche Erkenntnis da sein, dass wir etwas tun müssen“, ist sie überzeugt. Das habe der Stadtrat mit dem Ausrufen des Klimanotstandes schon erledigt. Nun sei jeder einzelne gefordert. Doch Klimaschutz, das klingt nach einer riesigen, globalen Aufgabe, die für den Einzelnen nicht greifbar ist. Karina Morschett sieht das anders. Sie ist überzeugt davon, dass jeder etwas zum Klimaschutz beitragen kann. Das fange beim Einkauf an – „lieber regionale Produkte als Fleischmassen von einem anderen Teil der Erde“ – und gehe bei der Urlaubsplanung weiter. Warum der Flug nach Mallorca, wenn der Weserradweg vor der Haustür liegt? „Klimaschutz fängt im Kleinen, Alltäglichen an“ erklärt Morschett, die vor ihrem Studium bereits ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvierte und mit dem Thema Klimaschutz schon länger vertraut ist. Man müsse den Bürgern aber im Gegenzug auch Anreize schaffen, um etwa auf das Auto zu verzichten. Am Schulzentrum Süd sollen neue Fahrradhalter aufgestellt werden, auch an anderen Schulstandorten in Porta. „Wir wollen einfach ein Bewusstsein für den Umwelt- und Klimaschutz schaffen“, betont Morschett. Auch die Stadt selbst schreckt vor Investitionen nicht zurück. Die für den vorübergehenden Umzug der Grundschule Neesen bestellten Container bekommen eine energiesparende LED-Beleuchtung. Dafür kommen die Leuchtstoffröhren raus. Energieversorgung sei sowieso ein zentrales Thema. Mit dem geplanten Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Holtrup wird die Stadt die erste eigene Photovoltaikanlage bekommen, um den dortigen Eigenverbrauch zu stemmen. Gleiche konkrete Überlegungen gebe es für das Rathaus und die Feuerwache. Und auch bei künftigen Bebauungsplänen wird Karina Morschett als Klimamanagerin das eine oder andere Wort mitreden. Ebenso wenn es darum geht, Sitzungsvorlagen für Ausschüsse und den Stadtrat um die Auswirkungen auf das Klima zu ergänzen. Vor der jungen Klimamanagerin liegt ein großer Haufen Arbeit. Zunächst ist ihre mit öffentlichen Geldern geförderte Stelle allerdings auf drei Jahre Förderzeitraum beschränkt. Doch Stefan Mohme ist überzeugt davon, dass Porta die neue Managerin länger als drei Jahre braucht. Er ist sich sicher, dass Karina Morschett langfristig die Zügel in Sachen Klimaschutz in der Hand behalten wird. Der Autor ist erreichbar unter Telefon (05 71) 882 267 oder Thomas.Lieske@MT.de