Holzhausen

Warum Porta plötzlich im Pfauenfieber ist

Thomas Lieske

Porta Westfalica-Holzhausen (mt). Es ist eine kuriose Meldung, die die Stadt Porta Westfalica vor einigen Tagen an die Öffentlichkeit gibt: In Kleinenbremen hat jemand einen Pfau gefunden, gesucht wird der Besitzer. Mitte Juni taucht eine Fundmeldung auf Facebook auf: Ein Pfau läuft in der Autobahnausfahrt Veltheim umher. Wem mag er gehören? Es sind nicht die einzigen Such- und Fundmeldungen eines eher ungewöhnlichen Haustieres in Porta. Woher stammen die Pfauen, warum büxen sie öfter mal aus, gibt es einen Pfauen-Boom? Das MT ist auf Spurensuche gegangen – und bei Claudia und Karl-Otto Hohlt in Holzhausen fündig geworden.

Auch weiße Pfauen laufen auf dem Gelände herum.
Auch weiße Pfauen laufen auf dem Gelände herum.

Stolz schreitet Rudi durch das Gehege. Um ihn herum Hühner, Enten und Gänse. Es herrscht ordentlich Trubel rund um den Pfau des Ehepaares Hohlt. Doch Rudi ist nicht der einzige. Vier weitere Pfauen gehören zum Bestand, vor Kurzem sind zwei Küken geschlüpft. Seit drei Jahren züchtet das Ehepaar die imposanten Federtiere. „Wir haben bereits einige in Porta verkauft“, erzählt Claudia Hohlt. Der Ursprung also für den kleinen Boom? Vielleicht. Ein Pfau als Haustier, das sei schon etwas Besonderes, sagen beide.

Pfauennachwuchs: Kürzlich sind zwei Küken geschlüpft. Seit drei Jahren züchtet das Ehepaar Hohlt die imposanten Federtiere.
Pfauennachwuchs: Kürzlich sind zwei Küken geschlüpft. Seit drei Jahren züchtet das Ehepaar Hohlt die imposanten Federtiere.

Von Anfang an geplant war die Zucht übrigens nicht – alles begann mit einer Überraschung für Claudia Hohlts Mutter. „Sie wollte in ihrem Alter so gern noch einmal einen Pfau haben. Sie hatte früher immer welche.“ Als Überraschung hätten sie dann einen Pfau vom Geflügelmarkt mitgebracht. „Und für den brauchten wir natürlich die passende Henne. Einer allein, das ist ja nichts“, sagt Karl-Otto Hohlt. Und es dauert nicht lange, da schlüpfen die ersten Pfauen-Küken. Der Anfang der Zucht ist gemacht.

Pfau Rudi schreitet gravitätisch durch das Gehege. Um ihn herum ist viel los. Auch Hühner, Enten und Gänse tummel sich auf dem Grundstück. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Pfau Rudi schreitet gravitätisch durch das Gehege. Um ihn herum ist viel los. Auch Hühner, Enten und Gänse tummel sich auf dem Grundstück. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Seitdem haben einige Pfauen bei den Hohlts das Licht der Welt erblickt. Und es sollen viele weitere folgen. Die beiden hat das Pfauenfieber gepackt. „Wenn man tiefer in die Materie eintaucht, dann will man immer mehr“, sagt er. Mittlerweile hat das Ehepaar nicht nur den klassischen Pfau mit den bunten Schmuckfedern, den jeder kennt. Auch weiße Pfauen laufen auf dem Gelände herum. „Die sind besonders. Und dann gibt es noch Kreuzungen aus beiden“, schwärmt Claudia Hohlt von ihren besonderen Haustieren, die „ganz pflegeleicht“ seien.

Und warum büxen Pfauen gern mal aus? „Die haben ein Revier, das zwei oder drei Kilometer groß ist“, erklärt Karl-Otto Hohlt. Außerdem würden sie abends gern auf dem Dach, dem Schornstein oder im Baum schlafen, „da fühlen sie sich sicher“. Einer ihrer Pfauen wählt dafür immer einen speziellen Weg. Der führt über das Hausdach zur Straße, „von dort läuft er ein Stück zur großen Eiche vorne auf dem Hof, um dann hochzufliegen und dort die Nacht zu verbringen“, erzählt er. Das sorge bei Autofahrern für staunende Blicke. So lange man die Pfauen in den ersten zwei bis drei Monaten an den Wohnort gewöhne, „sind sie eigentlich ortstreu und marschieren nur mal kurz im Revier herum“, weiß Claudia Hohlt.

Eine Pfauensichtung in Porta ist also längst nichts Ungewöhnliches mehr. Und in den nächsten Jahren könnten es viele weitere Pfauen werden. Denn das Ehepaar Hohlt hat in der Pfauenzucht eine Leidenschaft entdeckt. Eine, die derzeit in Porta offenbar auf immer mehr Tierhalter überspringt.

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HolzhausenWarum Porta plötzlich im Pfauenfieber istThomas LieskePorta Westfalica-Holzhausen (mt). Es ist eine kuriose Meldung, die die Stadt Porta Westfalica vor einigen Tagen an die Öffentlichkeit gibt: In Kleinenbremen hat jemand einen Pfau gefunden, gesucht wird der Besitzer. Mitte Juni taucht eine Fundmeldung auf Facebook auf: Ein Pfau läuft in der Autobahnausfahrt Veltheim umher. Wem mag er gehören? Es sind nicht die einzigen Such- und Fundmeldungen eines eher ungewöhnlichen Haustieres in Porta. Woher stammen die Pfauen, warum büxen sie öfter mal aus, gibt es einen Pfauen-Boom? Das MT ist auf Spurensuche gegangen – und bei Claudia und Karl-Otto Hohlt in Holzhausen fündig geworden. Stolz schreitet Rudi durch das Gehege. Um ihn herum Hühner, Enten und Gänse. Es herrscht ordentlich Trubel rund um den Pfau des Ehepaares Hohlt. Doch Rudi ist nicht der einzige. Vier weitere Pfauen gehören zum Bestand, vor Kurzem sind zwei Küken geschlüpft. Seit drei Jahren züchtet das Ehepaar die imposanten Federtiere. „Wir haben bereits einige in Porta verkauft“, erzählt Claudia Hohlt. Der Ursprung also für den kleinen Boom? Vielleicht. Ein Pfau als Haustier, das sei schon etwas Besonderes, sagen beide. Von Anfang an geplant war die Zucht übrigens nicht – alles begann mit einer Überraschung für Claudia Hohlts Mutter. „Sie wollte in ihrem Alter so gern noch einmal einen Pfau haben. Sie hatte früher immer welche.“ Als Überraschung hätten sie dann einen Pfau vom Geflügelmarkt mitgebracht. „Und für den brauchten wir natürlich die passende Henne. Einer allein, das ist ja nichts“, sagt Karl-Otto Hohlt. Und es dauert nicht lange, da schlüpfen die ersten Pfauen-Küken. Der Anfang der Zucht ist gemacht. Seitdem haben einige Pfauen bei den Hohlts das Licht der Welt erblickt. Und es sollen viele weitere folgen. Die beiden hat das Pfauenfieber gepackt. „Wenn man tiefer in die Materie eintaucht, dann will man immer mehr“, sagt er. Mittlerweile hat das Ehepaar nicht nur den klassischen Pfau mit den bunten Schmuckfedern, den jeder kennt. Auch weiße Pfauen laufen auf dem Gelände herum. „Die sind besonders. Und dann gibt es noch Kreuzungen aus beiden“, schwärmt Claudia Hohlt von ihren besonderen Haustieren, die „ganz pflegeleicht“ seien. Und warum büxen Pfauen gern mal aus? „Die haben ein Revier, das zwei oder drei Kilometer groß ist“, erklärt Karl-Otto Hohlt. Außerdem würden sie abends gern auf dem Dach, dem Schornstein oder im Baum schlafen, „da fühlen sie sich sicher“. Einer ihrer Pfauen wählt dafür immer einen speziellen Weg. Der führt über das Hausdach zur Straße, „von dort läuft er ein Stück zur großen Eiche vorne auf dem Hof, um dann hochzufliegen und dort die Nacht zu verbringen“, erzählt er. Das sorge bei Autofahrern für staunende Blicke. So lange man die Pfauen in den ersten zwei bis drei Monaten an den Wohnort gewöhne, „sind sie eigentlich ortstreu und marschieren nur mal kurz im Revier herum“, weiß Claudia Hohlt. Eine Pfauensichtung in Porta ist also längst nichts Ungewöhnliches mehr. Und in den nächsten Jahren könnten es viele weitere Pfauen werden. Denn das Ehepaar Hohlt hat in der Pfauenzucht eine Leidenschaft entdeckt. Eine, die derzeit in Porta offenbar auf immer mehr Tierhalter überspringt.