Hausberge

Dauerparkern drohen Knöllchen am Hausberger Wez-Supermarkt

Hans-Martin Polte

Wer keine Parkscheibe im Auto hinter die Windschutzscheibe legt oder die Parkzeit von eineinhalb Stunden überschritten hat, bekam bisher ein Ermahnungsschreiben hinter den Scheibenwischer geklemmt. In Kürze ist eine "Vertragsstrafe" in Höhe von 24,90 Euro fällig.
Wer keine Parkscheibe im Auto hinter die Windschutzscheibe legt oder die Parkzeit von eineinhalb Stunden überschritten hat, bekam bisher ein Ermahnungsschreiben hinter den Scheibenwischer geklemmt. In Kürze ist eine "Vertragsstrafe" in Höhe von 24,90 Euro fällig.

Porta Westfalica-Hausberge (pte). Nur eineinhalb Stunden Parkzeit und saftige Strafen, wenn man die Zeit überzieht oder keine Parkscheibe sichtbar ins Auto gelegt hat – diese Neuregelungen verkünden seit Anfang Juli großformatige Schilder auf der oberen Parkfläche vor dem Hausberger Wez-Markt.

Hintergrund für die neue Parkordnung sind Probleme mit Dauerparkern auf den Kundenparkplätzen. Karl Stefan Preuß, Geschäftsführender Gesellschafter der Wez-Märkte, hatte sich zu ähnlichen Probleme in Minden und Bad Oeynhausen geäußert: „Viele Stammkunden haben sich beschwert über stunden- und tagelange Belegung von Stellplätzen durch Fahrzeugführer, die sich nicht in unseren Märkten aufhalten" (MT vom 16. Juli). Neben weiteren Wez-Standorten ist auch der Markt in Hausberge für eine Testphase ausgewählt worden, in der versucht werden soll, die 120 Parkplätze auf dem oberen Parkdeck für Kunden des Marktes zu reservieren.

Dauerparker sollen das obere Parkdeck auf Höhe des Supermarktes meiden und stattdessen die Rampe zur unteren Ebene nehmen. Dort stehen öffentliche Parkplätze in großer Zahl zur Verfügung. ?Fotos: Hans-Martin Polte
Dauerparker sollen das obere Parkdeck auf Höhe des Supermarktes meiden und stattdessen die Rampe zur unteren Ebene nehmen. Dort stehen öffentliche Parkplätze in großer Zahl zur Verfügung. ?Fotos: Hans-Martin Polte

Nach Meinung eines Marktmitarbeiters dürfte das eigentlich keine größeren Schwierigkeiten bereiten, weil es eine untere Parketage mit 243 beleuchteten Stellplätzen gibt, die von der Öffentlichkeit und von den Kunden des Einkaufszentrums gleichermaßen genutzt werden können. Da diese Parkplätze der Stadt gehören und keiner Zeitbeschränkung unterliegen, können hier Autofahrer parken, die beispielsweise in der Hausberger Innenstadt arbeiten oder einen längeren Arzttermin haben. So sind die Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Rathaus II (Hauptstraße 14) schon vor Jahren angewiesen worden, die Parkmöglichkeiten im Untergeschoss zu nutzen.

Wer erwischt wird, zahlt 24,90 Euro. Für Dauerparker wird es auf der oberen Parkebene teuer. - © polte
Wer erwischt wird, zahlt 24,90 Euro. Für Dauerparker wird es auf der oberen Parkebene teuer. (© polte)

Mit der Parkraumbewirtschaftung auf dem oberen Parkdeck hat die Wez-Geschäftsleitung die Firma „Fair-Parken GmbH" aus Düsseldorf beauftragt. Mitarbeiter dieser Firma kontrollieren die Parkscheiben in den Fahrzeugen und sind berechtigt, eine Vertragsstrafe für fehlende Parkscheiben oder bei Überschreitung der Höchstparkdauer in Höhe von 24,90 Euro zu verhängen.

Grundlage dafür ist ein Vertrag, den jeder Fahrzeugführer laut den ausgehängten Allgemeinen Geschäftsbedingungen beim Abstellen seines Autos auf dem Parkplatz automatisch mit der „Fair Parken GmbH" abschließt. „Der Vertrag endet mit der Ausfahrt des Fahrzeugs", heißt es in den Geschäftsbedingungen. Inhalt dieses Vertrages ist auch eine drastische Strafe für Autofahrer, die ohne Berechtigungsausweis auf einem Behindertenparkplatz parken: 39,90 Euro sind dann fällig.

Obwohl die großen Schilder mit dem Hinweis auf die Parkscheibenpflicht eigentlich nicht zu übersehen sind, hinterlassen sie anscheinend noch nicht die gewünschte Wirkung. So ergab eine Stichprobe am vergangenen Freitagnachmittag, dass nur etwa jeder zweite Autofahrer durch eine Parkscheibe im Frontbereich seines Wagens kenntlich machte, wann er sein Fahrzeug auf dem Parkplatz abgestellt hat.

Auf Nachfrage gaben die meisten Autofahrer als Grund an, die Plakate nicht gesehen oder gelesen zu haben. „Nach den vielen Wahlplakaten im Mai und den vielen Reklameschildern überall achte ich gar nicht mehr auf Plakate", begründete ein Pkw-Fahrer sein Verhalten.

Auf ein besonderes Problem machte ein auswärtiger Autofahrer aufmerksam. Er war zu einer Beerdigung in der evangelischen Kirche. Und da er sich nicht auskenne, sei er bei der Einfahrt nach Hausberge zwei Hinweisschildern mit der Aufschrift „Parken Zentrum" gefolgt. „Die haben mich hierhin geführt, und ich habe gedacht, das hier ist ein öffentlicher Parkplatz." Die Rampe zur unteren Parkebene hat er nicht gesehen.

Als er zu seinem Wagen zurückkam, fand er ein Knöllchen hinter seinem Scheibenwischer. Er hatte Glück, denn der vermeintliche Strafzettel entpuppte sich als Ermahnung, demnächst doch auf die ausgehängten Hinweise zu achten. In fettgedruckter Schrift war die Ankündigung zu lesen: „In Zukunft werden wir gemäß der deutlich ausgeschilderten Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Parkverstößen Vertragsstrafen erheben." Beigefügt war eine blaue Parkscheibe als dauerhafte Erinnerung.

Dass man sich seitens der Stadt mit der Aufteilung einverstanden erklärt, dass das obere Parkdeck zum Wez gehört und die untere Parkebene öffentlich und auch für Dauerparker zugelassen ist, hat Bürgermeister Bernd Hedtmann in der letzten Ratssitzung nach einer entsprechenden Anfrage bestätigt. Allerdings spricht Hedtmann laut Protokoll der Sitzung vom 8. Juli davon, „dass das Oberdeck des Parkplatzes nur außerhalb der Öffnungszeiten für jedermann zur Verfügung stehe". Da der Markt aber an jedem Werktag von 7 Uhr bis 22 Uhr geöffnet ist, bleibt für die öffentliche Nutzung nicht viel Parkzeit übrig auf dem oberen Parkdeck.

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