Veltheim

Bock auf Rock: Festival findet trotz Brand am Kraftwerk statt

Stefan Lyrath

Festival-Besucher: Vor der Weserbühne geht’s an drei Tagen so richtig ab.? - © Foto: Stefan Lyrath
Festival-Besucher: Vor der Weserbühne geht’s an drei Tagen so richtig ab.? (© Foto: Stefan Lyrath)

Porta Westfalica-Veltheim (Ly). Aufatmen bei Fans und Machern: Trotz des Großbrandes am stillgelegten Veltheimer Kraftwerk findet das Festival „Umsonst & Draußen“ wie geplant statt. Einschränkungen sind nicht zu befürchten.

„Wir liegen außerhalb der Sperrzone“, freut sich auch Pressesprecherin Linda Rolfsmeyer, nachdem die Stadt Porta Westfalica am Donnerstag offiziell Entwarnung gegeben hat. Sie steht im engen Kontakt mit allen beteiligten Behörden.

Nach dem Brand hatten in sozialen Netzwerken zunächst Gerüchte die Runde gemacht, dass das U&D abgesagt sei oder werde. Als während ihres Urlaubs im Minutentakt Nachrichten auf dem Handy eintrafen, „ist mir die Düse gegangen“, gibt Linda zu. Jetzt aber hat die Vlothoerin „richtig Bock auf Festival“.

Festival-Macher: Linda Rolfsmeyer kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, Krister Kraak um die Finanzen. Foto: Stefan Lyrath - © haunhorst
Festival-Macher: Linda Rolfsmeyer kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, Krister Kraak um die Finanzen. Foto: Stefan Lyrath (© haunhorst)

Insgesamt spielen vom 2. bis 4. August, Freitag bis Sonntag, rund 50 Bands, verteilt auf die große Weserbühne und die kleinere Plattform am Bahndamm. Erneut werden mehr als 20.000 Fans in Veltheim erwartet, wo das älteste deutsche Festival seiner Art, aus der Taufe gehoben im Jahr 1975, jetzt seit 2007 gastiert. Hinzu kommen drei Bereiche. So gibt es als Ergänzung zu den beiden Bühnen wieder die Psytrance-Area, wo DJs für Musik sorgen und rund um die Uhr zwischen irren Lichtinstallationen getanzt werden kann.

In ihr zweites Jahr geht die Techno-Area, gemeinsam gestaltet vom Kollektiv um Trampolin Musik und Wesertekk aus Bückeburg, wo am vergangenen Wochenende auf dem Gelände der Kronenwerke ein Indoor-Festival war, bei dem die U&D-Leute mitgeholfen haben. Im Open Space schließlich sind die Akustikbühne, Poetry-Slam, abendliche Feuershows und der Kinderbereich angesiedelt.

Vor drei Jahren hatte das Festival rund 20.000 Euro Verlust gemacht. „Das haben wir mittlerweile ausgeglichen“, meldet Krister Kraak vom Verein Umsonst & Draußen Kultur Vlotho, zuständig für die Finanzen. Die Macher hatten sich ein Sparkonzept verordnet.

Krister Kraak ist seit 2010 dabei. Dem Festival fiebert er jedes Jahr wie alle entgegen. „Man lernt ganz viele verschiedene Menschen kennen, bekommt neue Eindrücke und Perspektiven“, erklärt der Bielefelder. „Das bringt mich auch persönlich nach vorn.“

Zuletzt hatten verschärfte Sicherheitsauflagen die Kosten des mehr als 200.000 Euro teuren Festivals nach oben getrieben. Der Verein beschäftigt seit vielen Jahren einen professionellen Sicherheitsdienst, arbeitet eng mit Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr, DRK, Bundespolizei, Wasserschutzpolizei und allen sicherheitsrelevanten Stellen zusammen. Auf diese Weise ist ein Konzept entstanden, das auch Anti-Terror-Maßnahmen vorsieht. Damit kein falscher Eindruck entsteht: „Umsonst & Draußen“ ist für seine friedliche Stimmung bekannt.

Gesucht werden noch ehrenamtliche Helfer. „Es ist nie nichts zu tun“, erklärt Linda Rolfsmeyer. Wer sich engagieren will, findet alle Infos im Internet auf der Homepage www.festivalkult.de unter „Mitmachzentrale“. Wenn die erste Band spielt, werden etwa 400 Freiwillige auf dem Gelände unterwegs sein. Gesucht sind nicht zuletzt Helfer, die nach dem Festival mit aufräumen. Sie machen aus Wiesen, die drei Tage lang eine Konzertarena waren, wieder Wiesen.

Kultur zum Nulltarif: Beim Festival „Umsonst & Draußen“ gibt es so viel davon, dass man schon mal den Überblick verlieren kann. Pressesprecherin Linda Rolfsmeyer sagt, welche der rund 50 Bands sie auf keinen Fall verpassen würde.

Auf der großen Weserbühne spielt am Freitag, 2. August, ab 21.30 Uhr „Las Manos de Filippi“. Angekündigt ist eine Mischung aus Rock, Cumbia, Ska und Punk. „Da wird richtig getanzt“, erklärt Linda. Aus dem Osten Londons kommen „Buster Shuffle“, die anschließend auf der Bühne stehen und auf Pop-Indie-Ska-Punk setzen.

Am Samstag um 23 Uhr gehört die Weserbühne der Flensburger Punkrock-Band „Turbostaat“, deren Live-Auftritte als legendär gelten. „Bei ihren Konzerten wird getanzt, geschwitzt und mitgebrüllt“, weiß Linda.

Am Sonntag kommt es an der Weser zum Treffen der Krautrock-Legenden, wenn um 17 Uhr zunächst „Hammerfest“ spielt, bevor „Peter Panka‘s Jane“ das Festival von19 Uhr langsam ausklingen lässt. „Jane“ hat 2019 das 40-jährige Bestehen gefeiert.

Auf der kleineren Bahndammbühne treten am Freitag um 22.30 Uhr „The Dizzy Brains“ auf, eine Garage-Rock-Combo aus Madagaskar, deren Mitglieder sich von „Sonics“ und „Stooges“ beeinflussen lassen. (Ly)

www.festivalkult.de

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VeltheimBock auf Rock: Festival findet trotz Brand am Kraftwerk stattStefan LyrathPorta Westfalica-Veltheim (Ly). Aufatmen bei Fans und Machern: Trotz des Großbrandes am stillgelegten Veltheimer Kraftwerk findet das Festival „Umsonst & Draußen“ wie geplant statt. Einschränkungen sind nicht zu befürchten. „Wir liegen außerhalb der Sperrzone“, freut sich auch Pressesprecherin Linda Rolfsmeyer, nachdem die Stadt Porta Westfalica am Donnerstag offiziell Entwarnung gegeben hat. Sie steht im engen Kontakt mit allen beteiligten Behörden. Nach dem Brand hatten in sozialen Netzwerken zunächst Gerüchte die Runde gemacht, dass das U&D abgesagt sei oder werde. Als während ihres Urlaubs im Minutentakt Nachrichten auf dem Handy eintrafen, „ist mir die Düse gegangen“, gibt Linda zu. Jetzt aber hat die Vlothoerin „richtig Bock auf Festival“. Insgesamt spielen vom 2. bis 4. August, Freitag bis Sonntag, rund 50 Bands, verteilt auf die große Weserbühne und die kleinere Plattform am Bahndamm. Erneut werden mehr als 20.000 Fans in Veltheim erwartet, wo das älteste deutsche Festival seiner Art, aus der Taufe gehoben im Jahr 1975, jetzt seit 2007 gastiert. Hinzu kommen drei Bereiche. So gibt es als Ergänzung zu den beiden Bühnen wieder die Psytrance-Area, wo DJs für Musik sorgen und rund um die Uhr zwischen irren Lichtinstallationen getanzt werden kann. In ihr zweites Jahr geht die Techno-Area, gemeinsam gestaltet vom Kollektiv um Trampolin Musik und Wesertekk aus Bückeburg, wo am vergangenen Wochenende auf dem Gelände der Kronenwerke ein Indoor-Festival war, bei dem die U&D-Leute mitgeholfen haben. Im Open Space schließlich sind die Akustikbühne, Poetry-Slam, abendliche Feuershows und der Kinderbereich angesiedelt. Vor drei Jahren hatte das Festival rund 20.000 Euro Verlust gemacht. „Das haben wir mittlerweile ausgeglichen“, meldet Krister Kraak vom Verein Umsonst & Draußen Kultur Vlotho, zuständig für die Finanzen. Die Macher hatten sich ein Sparkonzept verordnet. Krister Kraak ist seit 2010 dabei. Dem Festival fiebert er jedes Jahr wie alle entgegen. „Man lernt ganz viele verschiedene Menschen kennen, bekommt neue Eindrücke und Perspektiven“, erklärt der Bielefelder. „Das bringt mich auch persönlich nach vorn.“ Zuletzt hatten verschärfte Sicherheitsauflagen die Kosten des mehr als 200.000 Euro teuren Festivals nach oben getrieben. Der Verein beschäftigt seit vielen Jahren einen professionellen Sicherheitsdienst, arbeitet eng mit Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr, DRK, Bundespolizei, Wasserschutzpolizei und allen sicherheitsrelevanten Stellen zusammen. Auf diese Weise ist ein Konzept entstanden, das auch Anti-Terror-Maßnahmen vorsieht. Damit kein falscher Eindruck entsteht: „Umsonst & Draußen“ ist für seine friedliche Stimmung bekannt. Gesucht werden noch ehrenamtliche Helfer. „Es ist nie nichts zu tun“, erklärt Linda Rolfsmeyer. Wer sich engagieren will, findet alle Infos im Internet auf der Homepage www.festivalkult.de unter „Mitmachzentrale“. Wenn die erste Band spielt, werden etwa 400 Freiwillige auf dem Gelände unterwegs sein. Gesucht sind nicht zuletzt Helfer, die nach dem Festival mit aufräumen. Sie machen aus Wiesen, die drei Tage lang eine Konzertarena waren, wieder Wiesen. Kultur zum Nulltarif: Beim Festival „Umsonst & Draußen“ gibt es so viel davon, dass man schon mal den Überblick verlieren kann. Pressesprecherin Linda Rolfsmeyer sagt, welche der rund 50 Bands sie auf keinen Fall verpassen würde. Auf der großen Weserbühne spielt am Freitag, 2. August, ab 21.30 Uhr „Las Manos de Filippi“. Angekündigt ist eine Mischung aus Rock, Cumbia, Ska und Punk. „Da wird richtig getanzt“, erklärt Linda. Aus dem Osten Londons kommen „Buster Shuffle“, die anschließend auf der Bühne stehen und auf Pop-Indie-Ska-Punk setzen. Am Samstag um 23 Uhr gehört die Weserbühne der Flensburger Punkrock-Band „Turbostaat“, deren Live-Auftritte als legendär gelten. „Bei ihren Konzerten wird getanzt, geschwitzt und mitgebrüllt“, weiß Linda. Am Sonntag kommt es an der Weser zum Treffen der Krautrock-Legenden, wenn um 17 Uhr zunächst „Hammerfest“ spielt, bevor „Peter Panka‘s Jane“ das Festival von19 Uhr langsam ausklingen lässt. „Jane“ hat 2019 das 40-jährige Bestehen gefeiert. Auf der kleineren Bahndammbühne treten am Freitag um 22.30 Uhr „The Dizzy Brains“ auf, eine Garage-Rock-Combo aus Madagaskar, deren Mitglieder sich von „Sonics“ und „Stooges“ beeinflussen lassen. (Ly) www.festivalkult.de