Eisbergen

Ein bayrisches Experiment zum Schützenfest in Eisbergen

Werner Hoppe

Ralf Sachser und Melanie Müller sind das neue Königspaar des Schützenvereins Eisbergen. Jana Albersmeier ist die Jungschützenkönigin 2019 und der Vorjahreskönig Lennart Sachser Adjutant seines Vaters. Rechts der Vorsitzende der Eisberger Schützen, Friedrich Schmeding. - © Foto: Werner Hoppe
Ralf Sachser und Melanie Müller sind das neue Königspaar des Schützenvereins Eisbergen. Jana Albersmeier ist die Jungschützenkönigin 2019 und der Vorjahreskönig Lennart Sachser Adjutant seines Vaters. Rechts der Vorsitzende der Eisberger Schützen, Friedrich Schmeding. (© Foto: Werner Hoppe)

Porta Westfalica-Eisbergen (who). Andere verbringen das Pfingstwochenende zu Hause und lassen es ruhig angehen beim Grillen, fahren für einen Kurzurlaub an die See oder machen etwas anderes zur Entspannung. Der Schützenverein Eisbergen dagegen gibt jedes Jahr zu Pfingsten entspannt Vollgas beim Schützenfest. Aber das kann, durchaus abweichend vom Wesertal-Lokalkolorit mit blau-weißem Anstrich, dennoch atmosphärisch in die Regionen Deutschlands, in der Weißwurst dazu gehört, entführen. Darum ging‘s am Samstag mit den „blosvaruckdn Jagerbloosn“ deftig ab beim Bayrischen Abend im Schützen- und Bürgerhaus am Bruchhof.

„Super Konzept – es hat allen sehr gut gefallen – das ganze Bild war rund“: Der Vorsitzende des Eisberger Schützenvolks, Friedrich Schmeding, schwelgte geradezu immer noch am Dienstag im Schützenhimmel. Hintergrund: Das Kontrastprogramm mit „mächtiger Blasmusik der Jagerbloosn-Musiker und vergleichsweise zahmer Tonkonserve der Big Allpa Disco war denn doch in gewisser Weise ein Experiment – aber eines, das in Eisbergen erprobt ist und gut zieht.

Ob Blasmusik oder Disco-Sound, Schützenfest in Eisbergen hat seine festen und überlieferten Komponenten, an denen nicht gerüttelt wird und die auch gar nicht verändert werden müssen. Das Königsschießen gehört dazu; und dabei zeigt sich, in wessen Adern echtes Schützenblut fließt. Auf die Familie des neuen Königs, Ralf Sachser, trifft das unbedingt zu. Seit der Proklamation am Samstag hängen jetzt vier Königsscheiben an seinem Elternhaus. Er selbst war bereits 2001 Schützenkönig, und sein Sohn Lennart war sein direkter Vorgänger im vergangenen Jahr. Darüber hinaus haben beide die Schützengene von Helmut Sachser als Großvater beziehungsweise Vater in sich. Der trug im Jahr 1987 sowie 2008 die Königskette und war nicht zuletzt viele Jahre zweiter Vorsitzender des Schützenvereins Eisbergen. Zur Königin an seiner Seite wählte Ralf Sachser für seine neue Amtszeit Melanie Müller aus Eisbergen. Auch sie hat die Schützengene im Blut; ihr Vater Rolf Müller ist ebenfalls seit Jahrzehnten aktives Mitglied im Schützenverein Eisbergen.

Insgesamt hatten 40 Schützen und Schützinnen beim Königsschießen Ansprüche auf den Titel und die Ehrenkette angemeldet. Im Stechen hatte Ralf Sachser noch neun Verfolger auf den Fersen, konnte sich aber schließlich im dritten Stechen klar durchsetzen. Und beinahe hätte sein Sohn Lennart als Zweitplatzierter ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber weil Vater und Sohn sich gut verstehen, übernahm Lennart Sachser gerne das Amt des Adjutanten.

Als Jungschützenkönigin gehört auch Jana Albersmeier zum neuen Königshaus. Die 18-jährige angehende Produktdesignerin kommt eigentlich aus Möllbergen und gehört seit zwei Jahren zur jungen Garde des Schützenvereins Eisbergen, weil sie dort viele Freunde hat und sich sehr wohl fühlt. Nachdem sie mit 19 anderen Mitbewerberinnen zum Königsschießen angetreten und mit sieben anderen ins Stechen gelangt war, konnte sie im vierten Durchgang alles klarmachen.

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EisbergenEin bayrisches Experiment zum Schützenfest in EisbergenWerner HoppePorta Westfalica-Eisbergen (who). Andere verbringen das Pfingstwochenende zu Hause und lassen es ruhig angehen beim Grillen, fahren für einen Kurzurlaub an die See oder machen etwas anderes zur Entspannung. Der Schützenverein Eisbergen dagegen gibt jedes Jahr zu Pfingsten entspannt Vollgas beim Schützenfest. Aber das kann, durchaus abweichend vom Wesertal-Lokalkolorit mit blau-weißem Anstrich, dennoch atmosphärisch in die Regionen Deutschlands, in der Weißwurst dazu gehört, entführen. Darum ging‘s am Samstag mit den „blosvaruckdn Jagerbloosn“ deftig ab beim Bayrischen Abend im Schützen- und Bürgerhaus am Bruchhof. „Super Konzept – es hat allen sehr gut gefallen – das ganze Bild war rund“: Der Vorsitzende des Eisberger Schützenvolks, Friedrich Schmeding, schwelgte geradezu immer noch am Dienstag im Schützenhimmel. Hintergrund: Das Kontrastprogramm mit „mächtiger Blasmusik der Jagerbloosn-Musiker und vergleichsweise zahmer Tonkonserve der Big Allpa Disco war denn doch in gewisser Weise ein Experiment – aber eines, das in Eisbergen erprobt ist und gut zieht. Ob Blasmusik oder Disco-Sound, Schützenfest in Eisbergen hat seine festen und überlieferten Komponenten, an denen nicht gerüttelt wird und die auch gar nicht verändert werden müssen. Das Königsschießen gehört dazu; und dabei zeigt sich, in wessen Adern echtes Schützenblut fließt. Auf die Familie des neuen Königs, Ralf Sachser, trifft das unbedingt zu. Seit der Proklamation am Samstag hängen jetzt vier Königsscheiben an seinem Elternhaus. Er selbst war bereits 2001 Schützenkönig, und sein Sohn Lennart war sein direkter Vorgänger im vergangenen Jahr. Darüber hinaus haben beide die Schützengene von Helmut Sachser als Großvater beziehungsweise Vater in sich. Der trug im Jahr 1987 sowie 2008 die Königskette und war nicht zuletzt viele Jahre zweiter Vorsitzender des Schützenvereins Eisbergen. Zur Königin an seiner Seite wählte Ralf Sachser für seine neue Amtszeit Melanie Müller aus Eisbergen. Auch sie hat die Schützengene im Blut; ihr Vater Rolf Müller ist ebenfalls seit Jahrzehnten aktives Mitglied im Schützenverein Eisbergen. Insgesamt hatten 40 Schützen und Schützinnen beim Königsschießen Ansprüche auf den Titel und die Ehrenkette angemeldet. Im Stechen hatte Ralf Sachser noch neun Verfolger auf den Fersen, konnte sich aber schließlich im dritten Stechen klar durchsetzen. Und beinahe hätte sein Sohn Lennart als Zweitplatzierter ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber weil Vater und Sohn sich gut verstehen, übernahm Lennart Sachser gerne das Amt des Adjutanten. Als Jungschützenkönigin gehört auch Jana Albersmeier zum neuen Königshaus. Die 18-jährige angehende Produktdesignerin kommt eigentlich aus Möllbergen und gehört seit zwei Jahren zur jungen Garde des Schützenvereins Eisbergen, weil sie dort viele Freunde hat und sich sehr wohl fühlt. Nachdem sie mit 19 anderen Mitbewerberinnen zum Königsschießen angetreten und mit sieben anderen ins Stechen gelangt war, konnte sie im vierten Durchgang alles klarmachen.