Hausberge

Bismarckbund will Hausberger Friedhofskapelle retten

Dirk Haunhorst

Hans Münstermann präsentiert eine Kapellendokumentation, die der Bismarckbund erstellen ließ. Der Verein möchte die städtische Friedhofskapelle (im Hintergrund) betreiben. MT- - © Foto: Dirk Haunhorst
Hans Münstermann präsentiert eine Kapellendokumentation, die der Bismarckbund erstellen ließ. Der Verein möchte die städtische Friedhofskapelle (im Hintergrund) betreiben. MT- (© Foto: Dirk Haunhorst)

Porta Westfalica-Hausberge (mt). Die Hausberger Friedhofskapelle scheint gerettet, der Bismarckbund will sich um sie kümmern. Zuvor müssen noch Gremien der Stadt und des Vereins zustimmen. Hans Münstermann ist zuversichtlich, dass bald ein Pachtvertrag unterzeichnet wird. Der Vorsitzende des Bismarckbundes an der Porta Westfalica gerät ins Schwärmen, wenn er über die Kapelle spricht. „Wir haben hier außergewöhnliches Buntglas. Damit wird die Kapelle zu einer echten Schönheit, wenn die Sonne hereinscheint. Solch ein Kulturdenkmal abzureißen, wäre eine Schande.“

In der Kapelle mit ihren außergewöhnlichen Lichteffekten sollen weiterhin Trauerfeiern stattfinden – aber nicht nur. - © Foto: H. Münstermann/pr
In der Kapelle mit ihren außergewöhnlichen Lichteffekten sollen weiterhin Trauerfeiern stattfinden – aber nicht nur. (© Foto: H. Münstermann/pr)

Wie berichtet, will sich die Stadt aus Kostengründen von der letzten Kapelle in kommunalem Betrieb trennen. Mehrere Hausberger Bürger wehrten sich vehement gegen den drohenden Verlust der fast 50 Jahre alten Kapelle, deren Bau mithilfe vieler Spenden aus der Bürgerschaft möglich geworden war. Münstermann, der selbst viele Jahre an der Kempstraße und damit in Nähe der Kapelle gelebt hat, vermisste in Teilen der Politik die Wertschätzung des Kleinods. Eine spürbare Wende in der Wahrnehmung habe dann im Dezember eine Bezirksausschusssitzung mit Ortstermin gebracht. „Beim Aufstieg zur Kapelle war es dunkel, die Kapelle selbst aber erleuchtet, ein wunderbarer Anblick“, schwärmt Münstermann.

Dass der Bismarckbund den Fortbestand der Kapelle garantiert, klingt zunächst ungewöhnlich, erklärt sich aber aus der Vereinsgeschichte. Zum einen ist der frühere Heimat- und Verschönerungsverein Hausberge im Bismarkbund aufgegangen. Zum anderen decken sich die Vereinsziele des Bismarkbundes, der vor allem durch sein Engagement am Fernsehturm bekannt ist, mit den zusätzlichen künftigen Aufgaben: Die Förderung von Kunst, Kultur, Natur-und Denkmalschutz sowie Denkmalpflege ist nämlich in der Satzung festgeschrieben.

Münstermann ist nach den Gesprächen mit Stadt und Kirchengemeinde „zu 80 Prozent“ sicher, dass der Pachtvertrag zustande kommt. Die Politiker müssten noch zustimmen und im Bismarckbund selbst ist sogar eine qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent der Teilnehmer nötig. Nach entsprechendem Votum wären sämtliche kommunalen Friedhofskapellen verpachtet oder verkauft. Der Bismarckbund wäre dann in einer ähnlichen Rolle wie zum Beispiel der Dorfverein Möllbergen als Pächter der dortige Kapelle.

Die Hausberger Kapelle soll nach der Übernahme weiterhin für Beerdigungen genutzt werden. Eine Idee ist, stärker mit dem Bürgerhaus-Verein zu kooperieren, um im früheren Haus des Gastes nach Beerdigungen den Kaffee zu servieren. Auch Konzerte, Lesungen sowie eine Bismarckausstellung sollen in der Kapelle ihren Platz finden. Münstermann spricht von einer Multifunktionshalle, wobei der ruhige, pietätvolle Kapellencharakter bewahrt werden soll. Ein weiteres Ziel: Der Bismarckbund möchte die Friedhofskapelle unter Denkmalschutz stellen lassen.

Die Absicht der Stadt, das Gebäude zu entwidmen, hing auch mit der geringen Zahl an Trauerfeiern zusammen. Die Kapelle wird dafür nur noch durchschnittlich zehnmal pro Jahr genutzt. Münstermann vermutet, dass viele Menschen die Kapelle und ihre außergewöhnliche Atmosphäre gar nicht kennen. „Wir müssen mehr Marketing machen und zeigen, wie schön sie ist.“ Deshalb soll sie demnächst im Dunkeln leuchten.

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HausbergeBismarckbund will Hausberger Friedhofskapelle rettenDirk HaunhorstPorta Westfalica-Hausberge (mt). Die Hausberger Friedhofskapelle scheint gerettet, der Bismarckbund will sich um sie kümmern. Zuvor müssen noch Gremien der Stadt und des Vereins zustimmen. Hans Münstermann ist zuversichtlich, dass bald ein Pachtvertrag unterzeichnet wird. Der Vorsitzende des Bismarckbundes an der Porta Westfalica gerät ins Schwärmen, wenn er über die Kapelle spricht. „Wir haben hier außergewöhnliches Buntglas. Damit wird die Kapelle zu einer echten Schönheit, wenn die Sonne hereinscheint. Solch ein Kulturdenkmal abzureißen, wäre eine Schande.“ Wie berichtet, will sich die Stadt aus Kostengründen von der letzten Kapelle in kommunalem Betrieb trennen. Mehrere Hausberger Bürger wehrten sich vehement gegen den drohenden Verlust der fast 50 Jahre alten Kapelle, deren Bau mithilfe vieler Spenden aus der Bürgerschaft möglich geworden war. Münstermann, der selbst viele Jahre an der Kempstraße und damit in Nähe der Kapelle gelebt hat, vermisste in Teilen der Politik die Wertschätzung des Kleinods. Eine spürbare Wende in der Wahrnehmung habe dann im Dezember eine Bezirksausschusssitzung mit Ortstermin gebracht. „Beim Aufstieg zur Kapelle war es dunkel, die Kapelle selbst aber erleuchtet, ein wunderbarer Anblick“, schwärmt Münstermann. Dass der Bismarckbund den Fortbestand der Kapelle garantiert, klingt zunächst ungewöhnlich, erklärt sich aber aus der Vereinsgeschichte. Zum einen ist der frühere Heimat- und Verschönerungsverein Hausberge im Bismarkbund aufgegangen. Zum anderen decken sich die Vereinsziele des Bismarkbundes, der vor allem durch sein Engagement am Fernsehturm bekannt ist, mit den zusätzlichen künftigen Aufgaben: Die Förderung von Kunst, Kultur, Natur-und Denkmalschutz sowie Denkmalpflege ist nämlich in der Satzung festgeschrieben. Münstermann ist nach den Gesprächen mit Stadt und Kirchengemeinde „zu 80 Prozent“ sicher, dass der Pachtvertrag zustande kommt. Die Politiker müssten noch zustimmen und im Bismarckbund selbst ist sogar eine qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent der Teilnehmer nötig. Nach entsprechendem Votum wären sämtliche kommunalen Friedhofskapellen verpachtet oder verkauft. Der Bismarckbund wäre dann in einer ähnlichen Rolle wie zum Beispiel der Dorfverein Möllbergen als Pächter der dortige Kapelle. Die Hausberger Kapelle soll nach der Übernahme weiterhin für Beerdigungen genutzt werden. Eine Idee ist, stärker mit dem Bürgerhaus-Verein zu kooperieren, um im früheren Haus des Gastes nach Beerdigungen den Kaffee zu servieren. Auch Konzerte, Lesungen sowie eine Bismarckausstellung sollen in der Kapelle ihren Platz finden. Münstermann spricht von einer Multifunktionshalle, wobei der ruhige, pietätvolle Kapellencharakter bewahrt werden soll. Ein weiteres Ziel: Der Bismarckbund möchte die Friedhofskapelle unter Denkmalschutz stellen lassen. Die Absicht der Stadt, das Gebäude zu entwidmen, hing auch mit der geringen Zahl an Trauerfeiern zusammen. Die Kapelle wird dafür nur noch durchschnittlich zehnmal pro Jahr genutzt. Münstermann vermutet, dass viele Menschen die Kapelle und ihre außergewöhnliche Atmosphäre gar nicht kennen. „Wir müssen mehr Marketing machen und zeigen, wie schön sie ist.“ Deshalb soll sie demnächst im Dunkeln leuchten.