Lerbeck

Kinder malen sich den Spielplatz schön

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Die Kinder haben ihre Ideen gemalt. Den recht unterschiedlichen Resultaten scheint eines gemein: Der Spielplatz muss vor allem bunter werden als bisher. Foto: Michael Grundmeier - © Picasa
Die Kinder haben ihre Ideen gemalt. Den recht unterschiedlichen Resultaten scheint eines gemein: Der Spielplatz muss vor allem bunter werden als bisher. Foto: Michael Grundmeier (© Picasa)

Porta Westfalica-Lerbeck (mig). Der Spielplatz an der Lindenstraße hat schon bessere Tage gesehen. Von außen wirkt er ein bisschen trostlos, ein paar Geräte mehr wären sicher auch schön. Was sich die Kinder für ihren Spielplatz wünschen, das hat jetzt die Jugendpflege der Stadt Porta Westfalica herauszufinden versucht. „Wir wollen, dass die Kinder ihre Idealvorstellungen malen“, erklärt Bettina Löwen das Projekt. Die Ergebnisse will sie später der Politik vortragen. Wie berichtet, soll der Spielplatz mit öffentlichem Geld aufgewertet werden. Das steht in einem Integrationskonzept der Stadt.

Tatsächlich ist die Idee so einfach wie bestechend. Warum nicht die fragen, die nachher auf dem Platz spielen sollen? Finanziell lassen sich die Wünsche jedenfalls durchaus umsetzen. Da ist beispielsweise Andy, der sich eine Rutsche und zwei Tore wünscht. Andy ist – wenig überraschend –-ein leidenschaftlicher Fußballspieler. Andere Kinder wünschen sich Sandkästen, ein Drehrad, eine Hängebrücke. Alles erstaunlich realistische und bezahlbare Vorschläge.

„Dabei wussten manche Kinder mit Migrationshintergrund zunächst gar nicht, was mit Spielplatz gemeint ist“, erzählt Bettina Löwen. Eine Mutter aus Pakistan habe ihr berichtet, dass es dort gar keine öffentliche Spielplätze gebe.

Stattgefunden hat das Malen innerhalb eines Spielnachmittags, den die Jugendpflege im Hochhausviertel an der Georg-Rost-Straße neben dem Spielplatz Lindenstraße angeboten hat. Fünfmal war das Team bereits vor Ort – die Resonanz ist gut, wie Bettina Löwen bestätigt. „Inzwischen besuchen 25 bis 30 Kinder im Alter zwischen zwei und 15 die Nachmittage“. Ziel war es, einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zum offenen Kinder- und Jugendtreff (Jugi 71) zu ermöglichen. „Hier können sie die Betreuer erst einmal kennenlernen“, erklärt die Mitarbeiterin.

„Familien mit Migrationshintergrund kennen das Prinzip der offenen Arbeit und die damit verbundenen Möglichkeiten oft nicht.“ Manche seien der Überzeugung, dass sie für das „Jugi“ bezahlen müssten. „Wir müssen ihnen dann erst sagen, dass unsere Arbeit kostenlos ist.“

Und tatsächlich trägt diese Herangehensweise Früchte. „Etliche Kinder, die erst hierher gekommen sind, kommen jetzt auch ins Jugi“, sagt Löwen. „Die Kinder und ihre Eltern mussten uns erst einmal kennenlernen“.

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LerbeckKinder malen sich den Spielplatz schönPorta Westfalica-Lerbeck (mig). Der Spielplatz an der Lindenstraße hat schon bessere Tage gesehen. Von außen wirkt er ein bisschen trostlos, ein paar Geräte mehr wären sicher auch schön. Was sich die Kinder für ihren Spielplatz wünschen, das hat jetzt die Jugendpflege der Stadt Porta Westfalica herauszufinden versucht. „Wir wollen, dass die Kinder ihre Idealvorstellungen malen“, erklärt Bettina Löwen das Projekt. Die Ergebnisse will sie später der Politik vortragen. Wie berichtet, soll der Spielplatz mit öffentlichem Geld aufgewertet werden. Das steht in einem Integrationskonzept der Stadt. Tatsächlich ist die Idee so einfach wie bestechend. Warum nicht die fragen, die nachher auf dem Platz spielen sollen? Finanziell lassen sich die Wünsche jedenfalls durchaus umsetzen. Da ist beispielsweise Andy, der sich eine Rutsche und zwei Tore wünscht. Andy ist – wenig überraschend –-ein leidenschaftlicher Fußballspieler. Andere Kinder wünschen sich Sandkästen, ein Drehrad, eine Hängebrücke. Alles erstaunlich realistische und bezahlbare Vorschläge. „Dabei wussten manche Kinder mit Migrationshintergrund zunächst gar nicht, was mit Spielplatz gemeint ist“, erzählt Bettina Löwen. Eine Mutter aus Pakistan habe ihr berichtet, dass es dort gar keine öffentliche Spielplätze gebe. Stattgefunden hat das Malen innerhalb eines Spielnachmittags, den die Jugendpflege im Hochhausviertel an der Georg-Rost-Straße neben dem Spielplatz Lindenstraße angeboten hat. Fünfmal war das Team bereits vor Ort – die Resonanz ist gut, wie Bettina Löwen bestätigt. „Inzwischen besuchen 25 bis 30 Kinder im Alter zwischen zwei und 15 die Nachmittage“. Ziel war es, einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zum offenen Kinder- und Jugendtreff (Jugi 71) zu ermöglichen. „Hier können sie die Betreuer erst einmal kennenlernen“, erklärt die Mitarbeiterin. „Familien mit Migrationshintergrund kennen das Prinzip der offenen Arbeit und die damit verbundenen Möglichkeiten oft nicht.“ Manche seien der Überzeugung, dass sie für das „Jugi“ bezahlen müssten. „Wir müssen ihnen dann erst sagen, dass unsere Arbeit kostenlos ist.“ Und tatsächlich trägt diese Herangehensweise Früchte. „Etliche Kinder, die erst hierher gekommen sind, kommen jetzt auch ins Jugi“, sagt Löwen. „Die Kinder und ihre Eltern mussten uns erst einmal kennenlernen“.