Porta Westfalica/Bückeburg

Bückeburger Gericht beschäftigt sich mit Tod eines Portaners

veröffentlicht

Was geschah am 22. Dezember? Der 29-jährige Rintelner ist wegen Totschlags angeklagt.
Was geschah am 22. Dezember? Der 29-jährige Rintelner ist wegen Totschlags angeklagt.

Porta Westfalica/Bückeburg (Ly). Nach den ersten zwei Sätzen muss der Zeuge, ein 23-Jähriger aus Eisbergen, tief durchatmen. „Ich habe alles verdrängt, so gut ich kann", sagt er. „Es ging mir ganz schön an die Psyche." Dem nächsten Zeugen geht es ähnlich. „Der Vorfall hat mich mitgenommen, weil das für mich unverständlich ist", erklärt er.

Im Prozess um den Tod eines 22-Jährigen aus Porta Westfalica auf einer Feier in Rinteln-Steinbergen hat das Bückeburger Schwurgericht am zweiten Verhandlungstag damit begonnen, die ersten von insgesamt 17 Zeugen zu vernehmen. Gestern haben zunächst drei Männer ausgesagt, die mit im Raum waren, als am 22. Dezember 2018 gegen 1 Uhr der tödliche Schuss fiel.

Klaus Jochen Schmidt, Leitender Oberstaatsanwalt in Bückeburg, wirft dem angeklagten Rintelner (29) vor, nach einem Streit – möglicherweise um Drogen – auf den neben ihm sitzenden Mann gefeuert zu haben. „Er fiel vom Barhocker wie ein Stein", erinnert sich der Zeuge aus Eisbergen.

Einem vorläufigen Gutachten zufolge kam der Schuss aus der durchgehenden Bauchtasche am Pullover des Rintelners. Zuvor soll der 29-Jährige nach Hause gegangen sein, um die Waffe zu holen. Dabei soll es sich um einen Revolver vom Kaliber 6 Millimeter handeln, den der Rintelner nach der Tat an die Bahngleise geworfen haben will und von dem weiter jede Spur fehlt. „Er hat sein Glas leer getrunken. Dann ist der Schuss gefallen", so ein Zeuge, der selbst in dem Haus an der Feldstraße wohnt, über den mutmaßlichen Täter.

Das Opfer war innerlich verblutet. Nach dem tödlichen Schuss, der den Portaner offenbar in die Leistengegend getroffen hat, soll der Rintelner die übrigen Personen im Raum bedroht haben, indem er den Revolver im Halbkreis schwenkte. „Er hat die Waffe nach dem Schuss herausgezogen und ungläubig angeguckt – aber niemanden damit bedroht", widersprach Verteidiger Dr. Volkmar Wissgott dieser Darstellung.

In einer Erklärung, von Wissgott zum Prozessauftakt verlesen hatte, war die Rede davon, dass der Angeklagte mit der Waffe in seiner Bauchtasche gespielt habe. Dabei habe sich der Schuss gelöst. Er will angenommen haben, dass der Revolver leer geschossen gewesen sei. Dann wäre die Tat ein Versehen. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch von Vorsatz aus, weshalb die Anklage auf Totschlag lautet.

Nach dem tödlichen Schuss soll der Rintelner dann vor dem Gebäude auf einen 47-Jährigen gefeuert haben, der vorher mit im Haus war. „Ich habe einen Blitz gesehen", berichtete der Zeuge, der außerdem „einen Hassblick" beobachtet haben will: „So kannte ich ihn gar nicht." Der Angeklagte bestreitet das: „Ich habe vorm Haus nicht auf ihn gezielt", sagte er.

Spätere folgten dem Rintelner mehrere Männer von der Party zu dessen Wohnung. „Er kam mit einem Schlagstock in der Hand raus", erinnert sich ein Zeuge. Ein anderer Mann habe den 29-Jährigen daraufhin entwaffnet. Dann kam die Polizei.

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Porta Westfalica/BückeburgBückeburger Gericht beschäftigt sich mit Tod eines PortanersPorta Westfalica/Bückeburg (Ly). Nach den ersten zwei Sätzen muss der Zeuge, ein 23-Jähriger aus Eisbergen, tief durchatmen. „Ich habe alles verdrängt, so gut ich kann", sagt er. „Es ging mir ganz schön an die Psyche." Dem nächsten Zeugen geht es ähnlich. „Der Vorfall hat mich mitgenommen, weil das für mich unverständlich ist", erklärt er. Im Prozess um den Tod eines 22-Jährigen aus Porta Westfalica auf einer Feier in Rinteln-Steinbergen hat das Bückeburger Schwurgericht am zweiten Verhandlungstag damit begonnen, die ersten von insgesamt 17 Zeugen zu vernehmen. Gestern haben zunächst drei Männer ausgesagt, die mit im Raum waren, als am 22. Dezember 2018 gegen 1 Uhr der tödliche Schuss fiel. Klaus Jochen Schmidt, Leitender Oberstaatsanwalt in Bückeburg, wirft dem angeklagten Rintelner (29) vor, nach einem Streit – möglicherweise um Drogen – auf den neben ihm sitzenden Mann gefeuert zu haben. „Er fiel vom Barhocker wie ein Stein", erinnert sich der Zeuge aus Eisbergen. Einem vorläufigen Gutachten zufolge kam der Schuss aus der durchgehenden Bauchtasche am Pullover des Rintelners. Zuvor soll der 29-Jährige nach Hause gegangen sein, um die Waffe zu holen. Dabei soll es sich um einen Revolver vom Kaliber 6 Millimeter handeln, den der Rintelner nach der Tat an die Bahngleise geworfen haben will und von dem weiter jede Spur fehlt. „Er hat sein Glas leer getrunken. Dann ist der Schuss gefallen", so ein Zeuge, der selbst in dem Haus an der Feldstraße wohnt, über den mutmaßlichen Täter. Das Opfer war innerlich verblutet. Nach dem tödlichen Schuss, der den Portaner offenbar in die Leistengegend getroffen hat, soll der Rintelner die übrigen Personen im Raum bedroht haben, indem er den Revolver im Halbkreis schwenkte. „Er hat die Waffe nach dem Schuss herausgezogen und ungläubig angeguckt – aber niemanden damit bedroht", widersprach Verteidiger Dr. Volkmar Wissgott dieser Darstellung. In einer Erklärung, von Wissgott zum Prozessauftakt verlesen hatte, war die Rede davon, dass der Angeklagte mit der Waffe in seiner Bauchtasche gespielt habe. Dabei habe sich der Schuss gelöst. Er will angenommen haben, dass der Revolver leer geschossen gewesen sei. Dann wäre die Tat ein Versehen. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch von Vorsatz aus, weshalb die Anklage auf Totschlag lautet. Nach dem tödlichen Schuss soll der Rintelner dann vor dem Gebäude auf einen 47-Jährigen gefeuert haben, der vorher mit im Haus war. „Ich habe einen Blitz gesehen", berichtete der Zeuge, der außerdem „einen Hassblick" beobachtet haben will: „So kannte ich ihn gar nicht." Der Angeklagte bestreitet das: „Ich habe vorm Haus nicht auf ihn gezielt", sagte er. Spätere folgten dem Rintelner mehrere Männer von der Party zu dessen Wohnung. „Er kam mit einem Schlagstock in der Hand raus", erinnert sich ein Zeuge. Ein anderer Mann habe den 29-Jährigen daraufhin entwaffnet. Dann kam die Polizei.