Porta Westfalica

Kämmerer freut sich über satten Überschuss

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Porta schwimmt zwar nicht im Geld, die Finanzlage ist aber deutlich besser als vor acht Jahren. Damals verdonnerte das Land die Stadt zur Haushaltssanierung. MT- - © Foto: Otto (Archiv)
Porta schwimmt zwar nicht im Geld, die Finanzlage ist aber deutlich besser als vor acht Jahren. Damals verdonnerte das Land die Stadt zur Haushaltssanierung. MT- (© Foto: Otto (Archiv))

Porta Westfalica (dh). Die guten Nachrichten aus der Kämmerei sind inzwischen fast Gewohnheit. Auch das Haushaltsjahr 2018 endet mit einem satten Überschuss. Dieser beträgt voraussichtlich 8,3 Millionen Euro, 6,7 Millionen Euro mehr als erwartet.

„Singulär betrachtet waren die vergangenen drei Jahre fantastisch“, sagt Kämmerer Michael Korsen. Allerdings sei Porta Westfalica noch immer überschuldet und bis 2021 dem Sanierungsprogramm „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ verpflichtet. Die Perspektive ist allerdings gut. So betrug die Überschuldung Ende 2018 lediglich eine halbe Million Euro und dürfte im Laufe dieses Jahres bereits Geschichte sein.

In den vergangenen drei Jahren summierten sich die Überschüsse auf mehr als 23 Millionen Euro (2016 waren es fünf Millionen, 2017 zehn Millionen). Zu verdanken ist das insbesondere steigenden Gewerbesteuereinnahmen, für 2018 kassiert die Stadt 30,7 Millionen Euro. Diese Summe liegt nur knapp unter dem 2017er–Rekordwert von 32,4 Millionen Euro.

Der Kämmerer hatte für 2018 mit weniger Gewerbesteuer gerechnet und nun den Wert um 2,7 Millionen Euro nach oben korrigiert. „Es ist ja fast zwei Jahre her, dass wir mit den Planungen angefangen haben“, erklärt Korsen den Unterschied zwischen Erwartung und Ergebnis 2018.

Die zusätzlichen Einnahmen wirken sich gleich auf die Kassenkredite aus, die am 15. Mai „nur“ rund 27 Millionen Euro betrugen. Vor ein paar Jahren wäre man noch von einem Zahlendreher ausgegangen, denn die Stadt hatte ihr Girokonto schon mal um mehr als 70 Millionen Euro überzogen. Da zudem das Zinsniveau deutlich gesunken sind, zahlte die Stadt im vorigen Jahr für Kassenkredite lediglich 154.000 Euro Zinsen. Dieser Betrag war vor einigen Jahren noch siebenstellig.

Die üppige Ergebnisverbesserung gegenüber dem Plan liegt aber auch an geringeren Ausgaben, verursacht durch Verzögerungen. So hat die Stadt zwei Ingenieurinnen erst im Laufe des Jahres 2018 eingestellt und nicht zu Beginn wie vorgesehen. Im Straßenbau hinkt die Verwaltung den Vorgaben hinterher, so dass diese und weitere Ausgaben im Bauressort nur aufgeschoben sind, nicht aufgehoben. Und personell gibt es noch 2019 Zuwachs, weil die Stadt die Stelle eines Klimaschutz-Managers neu schafft.

Ohnehin dürften die Millionenüberschüsse bei den Politikern noch manche Begehrlichkeit wecken. Denn 2020 ist Kommunalwahl.

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Porta WestfalicaKämmerer freut sich über satten ÜberschussPorta Westfalica (dh). Die guten Nachrichten aus der Kämmerei sind inzwischen fast Gewohnheit. Auch das Haushaltsjahr 2018 endet mit einem satten Überschuss. Dieser beträgt voraussichtlich 8,3 Millionen Euro, 6,7 Millionen Euro mehr als erwartet. „Singulär betrachtet waren die vergangenen drei Jahre fantastisch“, sagt Kämmerer Michael Korsen. Allerdings sei Porta Westfalica noch immer überschuldet und bis 2021 dem Sanierungsprogramm „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ verpflichtet. Die Perspektive ist allerdings gut. So betrug die Überschuldung Ende 2018 lediglich eine halbe Million Euro und dürfte im Laufe dieses Jahres bereits Geschichte sein. In den vergangenen drei Jahren summierten sich die Überschüsse auf mehr als 23 Millionen Euro (2016 waren es fünf Millionen, 2017 zehn Millionen). Zu verdanken ist das insbesondere steigenden Gewerbesteuereinnahmen, für 2018 kassiert die Stadt 30,7 Millionen Euro. Diese Summe liegt nur knapp unter dem 2017er–Rekordwert von 32,4 Millionen Euro. Der Kämmerer hatte für 2018 mit weniger Gewerbesteuer gerechnet und nun den Wert um 2,7 Millionen Euro nach oben korrigiert. „Es ist ja fast zwei Jahre her, dass wir mit den Planungen angefangen haben“, erklärt Korsen den Unterschied zwischen Erwartung und Ergebnis 2018. Die zusätzlichen Einnahmen wirken sich gleich auf die Kassenkredite aus, die am 15. Mai „nur“ rund 27 Millionen Euro betrugen. Vor ein paar Jahren wäre man noch von einem Zahlendreher ausgegangen, denn die Stadt hatte ihr Girokonto schon mal um mehr als 70 Millionen Euro überzogen. Da zudem das Zinsniveau deutlich gesunken sind, zahlte die Stadt im vorigen Jahr für Kassenkredite lediglich 154.000 Euro Zinsen. Dieser Betrag war vor einigen Jahren noch siebenstellig. Die üppige Ergebnisverbesserung gegenüber dem Plan liegt aber auch an geringeren Ausgaben, verursacht durch Verzögerungen. So hat die Stadt zwei Ingenieurinnen erst im Laufe des Jahres 2018 eingestellt und nicht zu Beginn wie vorgesehen. Im Straßenbau hinkt die Verwaltung den Vorgaben hinterher, so dass diese und weitere Ausgaben im Bauressort nur aufgeschoben sind, nicht aufgehoben. Und personell gibt es noch 2019 Zuwachs, weil die Stadt die Stelle eines Klimaschutz-Managers neu schafft. Ohnehin dürften die Millionenüberschüsse bei den Politikern noch manche Begehrlichkeit wecken. Denn 2020 ist Kommunalwahl.