Porta Westfalica

Bahnsteigverlängerung für Rhein-Ruhr-Express

Dirk Haunhorst

Die Arbeiten am Bahnsteig sollen noch in diesem Monat beginnen. Das neue Teilstück wird in Richtung Weserbrücke, die im Hintergrund zu sehen ist, angebaut. - © Foto: Anna Strathmeier
Die Arbeiten am Bahnsteig sollen noch in diesem Monat beginnen. Das neue Teilstück wird in Richtung Weserbrücke, die im Hintergrund zu sehen ist, angebaut. (© Foto: Anna Strathmeier)

Porta Westfalica (mt). Der genaue Termin steht noch nicht fest, die Bauarbeiten am Bahnhof Porta sollen aber im Mai beginnen. Dann wird der Bahnsteig um 60 Meter in Richtung Weserbrücke verlängert. Grund: Der neue Rhein-Ruhr-Express, kurz RXX, mit dem die Bahn von Dezember an die Linie RE 6 bedient, benötigt 220 statt 160 Meter Bahnsteiglänge.

Martin Nowosad, Bahnhofsmanager der Deutschen Bahn für Ostwestfalen-Lippe, informierte bei einem Ortstermin über die Einzelheiten. Größere Einschränkungen des laufenden Betriebs erwartet er nicht. „Die Bahnsteigverlängerung ist ja kein Hexenwerk.“ Allerdings seien in der Bauphase Gleiswechsel möglich, was zu Verspätungen im Minutenbereich führen könne.

Auf dem neuen Teilstück werden zusätzliche Beleuchtung, Beschallung und Bänke installiert. Auch ein weiteres Wetterschutzhaus ist vorgesehen. Alles in allem kostet der Umbau das Land NRW rund 1,3 Millionen Euro.

Nach der umfangreichen Modernisierung vor neun Jahren, als unter anderem für Aufzug und neue Treppenanlage 3,5 Millionen Euro investiert wurden, sei der Bahnhof Porta bereits recht attraktiv, meint Nowosad. „Mit den aktuellen Umbauarbeiten bekommt er einen weiteren Schliff und sollte damit für die nächsten Jahre gut aufgestellt sein.“ Die RRX-Züge seien komfortabler, ruhiger und spurtstärker als ältere Modelle. „Sie können bei Verspätung die Zeit besser aufholen.“

Bürgermeister Bernd Hedtmann wies beim Ortstermin auf die Attraktivitätssteigerung hin, von der nicht nur Pendler profitierten, sondern auch Touristen. Gleichwohl ist Hedtmann, der früher als Mitarbeiter der Bezirksregierung in Detmold regelmäßig die Bahn nutzte, nicht wunschlos glücklich. So könnte ein weiterer Zugang, der an der Weserbrücke hinunter auf die Bahnsteigebene führt, Reisenden manchen Umweg ersparen.

Die Idee wurde schon häufiger angesprochen, auch vor neun Jahren anlässlich der damaligen Modernisierung. Ausgeschlossen sei ein solcher Zugang zwar nicht, sagte Nowosad. Doch habe die Bahn so viele Baustellen, dass dieses spezielle Portaner Anliegen aktuell kein Thema sei. Im Übrigen, so der Bahnhofsmanager, könne man aufgrund der Sicherheitsvorschriften nicht einfach eine Treppe von der Weserbrücke hinunterbauen. So wäre bei einem neuen Zugang ein Anprallschutz notwendig, um die Anlage im Fall einer Zugentgleisung zu sichern.

In diesen kühlen, regnerischen Maitagen würde sich mancher Reisende vermutlich auch über heißen Kaffee oder eine Snack freuen. Gastronomie am Bahnhof gibt es schon lange nicht mehr. Über den Einzug eines Restaurants wird zwar immer wieder spekuliert, doch Ergebnisse kann der private Eigentümer bislang nicht präsentieren. Und kleinere Angebote seien nicht wirtschaftlich, meint Martin Nowosad. „Ein Kiosk trägt sich nicht.“

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Porta WestfalicaBahnsteigverlängerung für Rhein-Ruhr-ExpressDirk HaunhorstPorta Westfalica (mt). Der genaue Termin steht noch nicht fest, die Bauarbeiten am Bahnhof Porta sollen aber im Mai beginnen. Dann wird der Bahnsteig um 60 Meter in Richtung Weserbrücke verlängert. Grund: Der neue Rhein-Ruhr-Express, kurz RXX, mit dem die Bahn von Dezember an die Linie RE 6 bedient, benötigt 220 statt 160 Meter Bahnsteiglänge. Martin Nowosad, Bahnhofsmanager der Deutschen Bahn für Ostwestfalen-Lippe, informierte bei einem Ortstermin über die Einzelheiten. Größere Einschränkungen des laufenden Betriebs erwartet er nicht. „Die Bahnsteigverlängerung ist ja kein Hexenwerk.“ Allerdings seien in der Bauphase Gleiswechsel möglich, was zu Verspätungen im Minutenbereich führen könne. Auf dem neuen Teilstück werden zusätzliche Beleuchtung, Beschallung und Bänke installiert. Auch ein weiteres Wetterschutzhaus ist vorgesehen. Alles in allem kostet der Umbau das Land NRW rund 1,3 Millionen Euro. Nach der umfangreichen Modernisierung vor neun Jahren, als unter anderem für Aufzug und neue Treppenanlage 3,5 Millionen Euro investiert wurden, sei der Bahnhof Porta bereits recht attraktiv, meint Nowosad. „Mit den aktuellen Umbauarbeiten bekommt er einen weiteren Schliff und sollte damit für die nächsten Jahre gut aufgestellt sein.“ Die RRX-Züge seien komfortabler, ruhiger und spurtstärker als ältere Modelle. „Sie können bei Verspätung die Zeit besser aufholen.“ Bürgermeister Bernd Hedtmann wies beim Ortstermin auf die Attraktivitätssteigerung hin, von der nicht nur Pendler profitierten, sondern auch Touristen. Gleichwohl ist Hedtmann, der früher als Mitarbeiter der Bezirksregierung in Detmold regelmäßig die Bahn nutzte, nicht wunschlos glücklich. So könnte ein weiterer Zugang, der an der Weserbrücke hinunter auf die Bahnsteigebene führt, Reisenden manchen Umweg ersparen. Die Idee wurde schon häufiger angesprochen, auch vor neun Jahren anlässlich der damaligen Modernisierung. Ausgeschlossen sei ein solcher Zugang zwar nicht, sagte Nowosad. Doch habe die Bahn so viele Baustellen, dass dieses spezielle Portaner Anliegen aktuell kein Thema sei. Im Übrigen, so der Bahnhofsmanager, könne man aufgrund der Sicherheitsvorschriften nicht einfach eine Treppe von der Weserbrücke hinunterbauen. So wäre bei einem neuen Zugang ein Anprallschutz notwendig, um die Anlage im Fall einer Zugentgleisung zu sichern. In diesen kühlen, regnerischen Maitagen würde sich mancher Reisende vermutlich auch über heißen Kaffee oder eine Snack freuen. Gastronomie am Bahnhof gibt es schon lange nicht mehr. Über den Einzug eines Restaurants wird zwar immer wieder spekuliert, doch Ergebnisse kann der private Eigentümer bislang nicht präsentieren. Und kleinere Angebote seien nicht wirtschaftlich, meint Martin Nowosad. „Ein Kiosk trägt sich nicht.“