Nammen

Hallengebühren: SC Nammen fordert Gleichbehandlung

Dirk Haunhorst

Die SC-Sportler – hier bei einem Wettkampf in Hausberge – zahlen in Nammen Nutzungsgebühren an den Turnhallenverein. MT-Foto: S. Külbel - © külbel
Die SC-Sportler – hier bei einem Wettkampf in Hausberge – zahlen in Nammen Nutzungsgebühren an den Turnhallenverein. MT-Foto: S. Külbel (© külbel)

Porta Westfalica-Nammen (mt). Wenn schwierige Entscheidungen anstehen, sehen sich Politiker häufig mit Naturereignissen konfrontiert. Dies war vor wenigen Tagen im Bildungsausschuss der Fall, als es um die Nutzungsgebühren für Sporthallen ging. „Wir stochern im Nebel“, meinte Karl Erich Schmeding (CDU), und Reinhard Fromme (SPD) fürchtete, möglicherweise eine Lawine loszutreten.

Damit sich der Nebel lichtet und die Politiker halbwegs sicheren Grund unter die Füße bekommen, muss die Verwaltung ran. Die Politik erwartet bis zu nächsten Fachausschuss-Sitzung im September eine Liste mit den Sportvereinen, die Turnhallen in privater Trägerhaft nutzen. Und außerdem ist zu klären, was der SC Porta Westfalica-Nammen zahlen müsste, wenn er eine städtische Sporthalle nutzte, anstatt einer privaten wie zurzeit.

Der SC Nammen hat einen Zuschuss beantragt, weil nach Schließung der örtlichen Grundschule (2013) und Verkauf des Areals an einen Investor sich seit Ende 2015 ein Turnhallenverein um die Halle kümmert. 2017 zahlte der Sportverein eine Nutzungsgebühr von insgesamt 3.423 Euro. Anders als früher, als in der städtischen Halle Erwachsenengruppen zur Kasse gebeten wurden, werde nun auch für Kinder- und Jugendsport Geld verlangt, berichtet SC Nammen-Vorsitzende Herta Wiese auf MT-Nachfrage. Mehr als die Hälfte der 200 Vereinsmitglieder gehören zur Nachwuchsabteilung. Bislang seien die Vereinsbeiträge (Erwachsene 70 Euro pro Jahr, Jugendliche 52 Euro, Kinder 35) nicht angehoben worden.

Wiese fordert in dem Antrag eine Gleichstellung mit anderen Vereinen. die weiterhin in städtischen Hallen Sport treiben und bittet daher als Ausgleich um einen entsprechenden Zuschuss. Begründung: Die Stadt habe in Nammen versäumt, mit den Hallennutzern eine andere Lösung als den Verkauf zu suchen. Die Entscheidung sei gefallen, ohne über die Folgen für die Nutzer nachzudenken. Dabei hätte die Turnhalle aufgrund der räumlichen Trennung vom Schulgebäude durchaus eigenständig bleiben können.

Der SC Nammen könne mangels verfügbarer Hallenzeiten auch nicht einfach in eine andere öffentliche Sportstätte wechseln. Zumal Leichtathletik eine Disziplin sei, für die viel Übungsmaterial benötigt werde.

Unterstützung erhält der Verein vom Stadtsportverband. Er wertet den Antrag des SC Nammen als „begründete Ausnahme“. Die Gebühren für Erwachsene seien höher als in städtischen Hallen, außerdem gebe es keine kostenfreie Nutzung für Kinder und Jugendliche, so Verbandsvorsitzender Klaus-Dieter Vogt, zugleich SC-Vize-Vorsitzender, in seiner Stellungnahme.

Die Politiker wollen vor einer Entscheidung klären, ob es sich tatsächlich um eine Ausnahme handelt, oder ob hier ein Präzedenzfall geschaffen werde, der weitere Zuschussanträge nach sich ziehe. Schließlich gibt es beispielsweise mit dem Vereinszentrum in Möllbergen eine große Sportstätte, die nicht in städtischer Hand ist.

Der Autor ist erreichbar unterTelefon (05 71) 882 164oder Dirk.Haunhorst @MT.de

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NammenHallengebühren: SC Nammen fordert GleichbehandlungDirk HaunhorstPorta Westfalica-Nammen (mt). Wenn schwierige Entscheidungen anstehen, sehen sich Politiker häufig mit Naturereignissen konfrontiert. Dies war vor wenigen Tagen im Bildungsausschuss der Fall, als es um die Nutzungsgebühren für Sporthallen ging. „Wir stochern im Nebel“, meinte Karl Erich Schmeding (CDU), und Reinhard Fromme (SPD) fürchtete, möglicherweise eine Lawine loszutreten. Damit sich der Nebel lichtet und die Politiker halbwegs sicheren Grund unter die Füße bekommen, muss die Verwaltung ran. Die Politik erwartet bis zu nächsten Fachausschuss-Sitzung im September eine Liste mit den Sportvereinen, die Turnhallen in privater Trägerhaft nutzen. Und außerdem ist zu klären, was der SC Porta Westfalica-Nammen zahlen müsste, wenn er eine städtische Sporthalle nutzte, anstatt einer privaten wie zurzeit. Der SC Nammen hat einen Zuschuss beantragt, weil nach Schließung der örtlichen Grundschule (2013) und Verkauf des Areals an einen Investor sich seit Ende 2015 ein Turnhallenverein um die Halle kümmert. 2017 zahlte der Sportverein eine Nutzungsgebühr von insgesamt 3.423 Euro. Anders als früher, als in der städtischen Halle Erwachsenengruppen zur Kasse gebeten wurden, werde nun auch für Kinder- und Jugendsport Geld verlangt, berichtet SC Nammen-Vorsitzende Herta Wiese auf MT-Nachfrage. Mehr als die Hälfte der 200 Vereinsmitglieder gehören zur Nachwuchsabteilung. Bislang seien die Vereinsbeiträge (Erwachsene 70 Euro pro Jahr, Jugendliche 52 Euro, Kinder 35) nicht angehoben worden. Wiese fordert in dem Antrag eine Gleichstellung mit anderen Vereinen. die weiterhin in städtischen Hallen Sport treiben und bittet daher als Ausgleich um einen entsprechenden Zuschuss. Begründung: Die Stadt habe in Nammen versäumt, mit den Hallennutzern eine andere Lösung als den Verkauf zu suchen. Die Entscheidung sei gefallen, ohne über die Folgen für die Nutzer nachzudenken. Dabei hätte die Turnhalle aufgrund der räumlichen Trennung vom Schulgebäude durchaus eigenständig bleiben können. Der SC Nammen könne mangels verfügbarer Hallenzeiten auch nicht einfach in eine andere öffentliche Sportstätte wechseln. Zumal Leichtathletik eine Disziplin sei, für die viel Übungsmaterial benötigt werde. Unterstützung erhält der Verein vom Stadtsportverband. Er wertet den Antrag des SC Nammen als „begründete Ausnahme“. Die Gebühren für Erwachsene seien höher als in städtischen Hallen, außerdem gebe es keine kostenfreie Nutzung für Kinder und Jugendliche, so Verbandsvorsitzender Klaus-Dieter Vogt, zugleich SC-Vize-Vorsitzender, in seiner Stellungnahme. Die Politiker wollen vor einer Entscheidung klären, ob es sich tatsächlich um eine Ausnahme handelt, oder ob hier ein Präzedenzfall geschaffen werde, der weitere Zuschussanträge nach sich ziehe. Schließlich gibt es beispielsweise mit dem Vereinszentrum in Möllbergen eine große Sportstätte, die nicht in städtischer Hand ist. Der Autor ist erreichbar unterTelefon (05 71) 882 164oder Dirk.Haunhorst @MT.de