Ratten im Hochhausquartier in Lerbeck sind auf dem Rückzug Dirk Haunhorst Porta Westfalica-Lerbeck (mt). Das Müllproblem an der Georg-Rost-Straße ist nicht völlig beseitigt, die Lage hat sich nach Worten von Quartiermanager Rüdiger Post aber „leicht entspannt“. Der Abfall im Umfeld der Hochhäuser Nummer 2 und 4 hat längst nicht mehr die Ausmaße wie am Jahresanfang, als das MT von Unrat und Rattenbefall berichtete. Sowohl der Eigentümer des Hauses Nummer 4 als auch die Stadt haben nach der Beschwerde des Quartiersmanagers reagiert und größere Müllhaufen beseitigen lassen. „Wir kümmern uns um die öffentlichen Flächen, der Abfall auf dem Privatgrundstück ist Sache des Eigentümers“, sagt Detlef Brand, Leiter des Sachgebiets Sicherheit und Ordnung. Verwaltungsmitarbeiter hätten Gespräche mit Bewohnern geführt und beispielsweise darauf hingewiesen, Müll nicht auf dem Balkon zu lagern. Anscheinend habe die Initiative Erfolg gehabt, denn mit dem schwindenden Müll sei auch das Rattenproblem eingedämmt worden. „Wir haben außerdem verstärkt Köder im Kanalbereich ausgelegt“, sagt Brand. Obwohl die beiden Gebäude direkt nebeneinander liegen, ist die Situation in den beiden Hochhäusern neben dem Begegnungszentrum nicht zu vergleichen. Während die Stadt in Nummer 4 ungefähr die Hälfte der 48 Wohnungen vor dreieinhalb Jahren für Flüchtlinge angemietet hat, steht Nummer 2 seit langem leer. Entsprechend trostlos sieht es dort aus. Fensterscheiben sind zerschlagen, im zerstörten Eingangsbereich liegen Türen und weiterer Unrat herum. Die Stadt habe gemeinsam mit der Polizei ein Auge auf die Immobilie, sagt Brand. Der Eigentümer, der in Süddeutschland lebt, sei zumindest der Aufforderung nachgekommen, sich um die Sicherung des Gebäudes zu kümmern. Aber auch in Nummer 4 gibt es Baustellen. „Der Fahrstuhl ist nach wie vor kaputt“, beklagt Post. Wer in den oberen Etagen des siebenstöckigen Gebäudes wohnt, muss körperlich fit sein. Gleiches gilt bei möglichen Rettungseinsätzen für die Helfer, die erkrankte oder Verletzte durchs ganze Treppenhaus schleppen müssten. Selim Bas, Geschäftsführer der Bas Group in Bielefeld und damit für Haus Nummer 4 verantwortlich, war gestern telefonisch nicht erreichbar. Im Januar hatte er gegenüber dem MT erklärt, dass ein neuer Fahrstuhl fast 50.000 Euro kosten würde. Er habe sich darauf konzentriert, zunächst die Wohnungen zu sanieren. Im Übrigen, so Bas damals, müsse in ein sinnvolles Sanierungskonzept auch der Eigentümer von Nummer 2 einbezogen werden. Trotz dieser Probleme seien die Menschen im Hochhausquartier alles in allem zufrieden, sagt Rüdiger Post. Die Infrastruktur sei gut und insbesondere das AWO-Begegnungszentrum eine wertvolle Einrichtung. Die Flüchtlingshilfe sei verlässlich im Einsatz, Angebote wie zuletzt die Energieberatung würden von den Bewohnern gut angenommen und die Jugendpflege biete regelmäßig Spielnachmittage an. Post hofft, dass der Spielplatz an der Lindenstraße, der aufgrund seiner Lage und Größe viel Potenzial hat, bald neu gestaltet wird. Das Areal hat zurzeit mit Basketballkorb und Rutsche den Kindern wenig zu bieten. Das könnte sich bald ändern, weil die „Spielplatzaufwertung Lindenstraße“ Teil des umfangreichen Integrationskonzeptes ist, das der Bildungsausschuss vorgestern verabschiedet hat. Auch der Quartiermanager ist Bestandteil des Konzeptes. Post arbeitet seit dem 1. September 2018 in dieser Funktion und ist „Ansprechpartner für Lerbecker mit und ohne Migrationshintergrund“. Den Quartiersmanager freut besonders, dass die Grundschule Neesen-Kleinenbremen eine Sozialarbeiterin bekommt. „Es gibt dort zahlreiche traumatisierte Flüchtlingskinder, die im Krieg geboren sind.“ Ob die Expertin ausschließlich im Schulverbund Neesen-Kleinenbremen eingesetzt wird oder auch andernorts, stehe noch nicht fest, sagt Fachbereichsleiterin Ulrike Luthe. Die Schulsozialarbeiterin soll zum Einsatz kommen, sobald der Haushalt der Stadt genehmigt ist. Das nächste größere Ereignis im Quartier ist das Stadtteilfest am 29. Juni. Spätestens bis dahin sollten auch die technischen Probleme behoben sein, die Post zufolge bislang den Einsatz seines Diensthandys verhindern. Telefonisch ist er derzeit über das AWO-Begegnungszentrum, (0571) 7 66 03, zu erreichen. Um den kurzen Draht zu halten, haben sich manche Posts private Handynummer notiert – zumindest für den Übergang. Der Autor ist erreichbarunter Telefon (0571) 882 164oder Dirk.Haunhorst@MT.de

Ratten im Hochhausquartier in Lerbeck sind auf dem Rückzug

Porta Westfalica-Lerbeck (mt). Das Müllproblem an der Georg-Rost-Straße ist nicht völlig beseitigt, die Lage hat sich nach Worten von Quartiermanager Rüdiger Post aber „leicht entspannt“. Der Abfall im Umfeld der Hochhäuser Nummer 2 und 4 hat längst nicht mehr die Ausmaße wie am Jahresanfang, als das MT von Unrat und Rattenbefall berichtete.

Haus ohne Aufzug: Der Fahrstuhl dieses siebenstöckigen Gebäudes ist seit mehr als fünf Jahren außer Betrieb. MT-Fotos: Dirk Haunhorst - © haunhorst
Haus ohne Aufzug: Der Fahrstuhl dieses siebenstöckigen Gebäudes ist seit mehr als fünf Jahren außer Betrieb. MT-Fotos: Dirk Haunhorst - © haunhorst

Sowohl der Eigentümer des Hauses Nummer 4 als auch die Stadt haben nach der Beschwerde des Quartiersmanagers reagiert und größere Müllhaufen beseitigen lassen. „Wir kümmern uns um die öffentlichen Flächen, der Abfall auf dem Privatgrundstück ist Sache des Eigentümers“, sagt Detlef Brand, Leiter des Sachgebiets Sicherheit und Ordnung. Verwaltungsmitarbeiter hätten Gespräche mit Bewohnern geführt und beispielsweise darauf hingewiesen, Müll nicht auf dem Balkon zu lagern. Anscheinend habe die Initiative Erfolg gehabt, denn mit dem schwindenden Müll sei auch das Rattenproblem eingedämmt worden. „Wir haben außerdem verstärkt Köder im Kanalbereich ausgelegt“, sagt Brand.

Trümmerfeld: der Eingang des leerstehenden Hochhauses Georg-Rost-Straße 2. - © haunhorst
Trümmerfeld: der Eingang des leerstehenden Hochhauses Georg-Rost-Straße 2. - © haunhorst

Obwohl die beiden Gebäude direkt nebeneinander liegen, ist die Situation in den beiden Hochhäusern neben dem Begegnungszentrum nicht zu vergleichen. Während die Stadt in Nummer 4 ungefähr die Hälfte der 48 Wohnungen vor dreieinhalb Jahren für Flüchtlinge angemietet hat, steht Nummer 2 seit langem leer. Entsprechend trostlos sieht es dort aus. Fensterscheiben sind zerschlagen, im zerstörten Eingangsbereich liegen Türen und weiterer Unrat herum. Die Stadt habe gemeinsam mit der Polizei ein Auge auf die Immobilie, sagt Brand. Der Eigentümer, der in Süddeutschland lebt, sei zumindest der Aufforderung nachgekommen, sich um die Sicherung des Gebäudes zu kümmern.

Aber auch in Nummer 4 gibt es Baustellen. „Der Fahrstuhl ist nach wie vor kaputt“, beklagt Post. Wer in den oberen Etagen des siebenstöckigen Gebäudes wohnt, muss körperlich fit sein. Gleiches gilt bei möglichen Rettungseinsätzen für die Helfer, die erkrankte oder Verletzte durchs ganze Treppenhaus schleppen müssten.

Selim Bas, Geschäftsführer der Bas Group in Bielefeld und damit für Haus Nummer 4 verantwortlich, war gestern telefonisch nicht erreichbar. Im Januar hatte er gegenüber dem MT erklärt, dass ein neuer Fahrstuhl fast 50.000 Euro kosten würde. Er habe sich darauf konzentriert, zunächst die Wohnungen zu sanieren. Im Übrigen, so Bas damals, müsse in ein sinnvolles Sanierungskonzept auch der Eigentümer von Nummer 2 einbezogen werden.

Trotz dieser Probleme seien die Menschen im Hochhausquartier alles in allem zufrieden, sagt Rüdiger Post. Die Infrastruktur sei gut und insbesondere das AWO-Begegnungszentrum eine wertvolle Einrichtung. Die Flüchtlingshilfe sei verlässlich im Einsatz, Angebote wie zuletzt die Energieberatung würden von den Bewohnern gut angenommen und die Jugendpflege biete regelmäßig Spielnachmittage an.

Post hofft, dass der Spielplatz an der Lindenstraße, der aufgrund seiner Lage und Größe viel Potenzial hat, bald neu gestaltet wird. Das Areal hat zurzeit mit Basketballkorb und Rutsche den Kindern wenig zu bieten. Das könnte sich bald ändern, weil die „Spielplatzaufwertung Lindenstraße“ Teil des umfangreichen Integrationskonzeptes ist, das der Bildungsausschuss vorgestern verabschiedet hat. Auch der Quartiermanager ist Bestandteil des Konzeptes. Post arbeitet seit dem 1. September 2018 in dieser Funktion und ist „Ansprechpartner für Lerbecker mit und ohne Migrationshintergrund“.

Den Quartiersmanager freut besonders, dass die Grundschule Neesen-Kleinenbremen eine Sozialarbeiterin bekommt. „Es gibt dort zahlreiche traumatisierte Flüchtlingskinder, die im Krieg geboren sind.“ Ob die Expertin ausschließlich im Schulverbund Neesen-Kleinenbremen eingesetzt wird oder auch andernorts, stehe noch nicht fest, sagt Fachbereichsleiterin Ulrike Luthe. Die Schulsozialarbeiterin soll zum Einsatz kommen, sobald der Haushalt der Stadt genehmigt ist.

Das nächste größere Ereignis im Quartier ist das Stadtteilfest am 29. Juni. Spätestens bis dahin sollten auch die technischen Probleme behoben sein, die Post zufolge bislang den Einsatz seines Diensthandys verhindern. Telefonisch ist er derzeit über das AWO-Begegnungszentrum, (0571) 7 66 03, zu erreichen. Um den kurzen Draht zu halten, haben sich manche Posts private Handynummer notiert – zumindest für den Übergang.

Der Autor ist erreichbarunter Telefon (0571) 882 164oder Dirk.Haunhorst@MT.de

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