Barkhausen

Kaisers Gratis-Shuttle: So lief der Sonntag am Denkmal

Carsten Korfesmeyer

Porta Westfalica-Barkhausen (mt). Viele Besucher, traumhaftes Wetter und kein Verkehrschaos am Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Sachgebietsleiter Detlef Brand ist zufrieden, als er am späten Sonntagnachmittag diese gute Nachricht gegenüber dem MT mitteilt. „Es läuft heute sehr gut“, sagt er. Den Grund dafür meint er zu kennen: Es liege an den Shuttle-Bussen, die Portas Wahrzeichen im 15-Minuten-Takt ansteuern – und für die Fahrgäste seit dem Wochenende kostenfrei sind. „Ich habe auch gehört, dass die weitgehend voll besetzt sind.“

Zu Rückstaus kommt es am Sonntag nicht und viele Gäste nutzen die kostenfreien Shuttlebusse zum Kaiser. MT-Foto: Carsten Korfesmeyer - © cko
Zu Rückstaus kommt es am Sonntag nicht und viele Gäste nutzen die kostenfreien Shuttlebusse zum Kaiser. MT-Foto: Carsten Korfesmeyer (© cko)

Busfahrer Alexander Wiedmer bestätigt das. Deutlich mehr Denkmalbesucher als sonst würden den ShuttleService an diesem ersten Saisontag nutzen. Die Menschen seien entspannt und über Parkplatzprobleme habe niemand gejammert. Vom Portaner Bahnhof bis zum Denkmalsparkplatz ist die kostenfreie Linie zwischen 10 und 18 Uhr unterwegs. Wer sein Auto am Kaiserhof oder „Willem“ abstellt, zahlt dafür zwei Euro. Einen weiteren Zwischenstopp legt der Bus auf der Kaiserstraße in Höhe des Wegs zur Wittekindsburg ein. „Zu Rückstaus kommt es heute auch nicht“, erzählt Wiedmer.

Deutlich mehr Beachtung findet inzwischen auch das Verkehrsleitsystem. „Wir haben gesehen, dass am Denkmal nichts mehr frei ist. Deshalb nutzen wir das Shuttle“, sagt beispielsweise Dirk Schwerdfeger, der am Sonntag zusammen mit Ehefrau Gudrun und Ulrike Gehl einen knapp zweistündigen Wanderausflug durch den Wald unternimmt. Dass die Fahrt zum Kaiser inzwischen kostenfrei ist, findet er gut und richtig. Der Mann aus Bad Salzuflen gibt zu, dass er ein Busticket zusätzlich zu den Parkkosten im Tal höchstwahrscheinlich nicht gezahlt hätte. „So wie es jetzt geregelt ist, hat das einen Servicecharakter“, sagt er. Auch Larissa und Peter Fröse haben ihr Auto am Kaiserhof abgestellt und sind in das Shuttle gestiegen. „Ist sehr viel stressfreier“, sagt der Gütersloher und ähnlich äußern sich noch weitere Gäste im Bus.

Und wer von dem kostenfreien Service bislang noch nichts gehört hat, will ihn beim nächsten Mal nutzen. „Wir haben hier oben geparkt“, sagt Georg Merten. Zusammen mit seiner Mutter Ilona und seinem vierjährigen Sohn Moritz kommt er gerade vom Monument zurück und das Trio isst ein Eis am Kiosk. Fünf Euro habe er für sein Parkticket bezahlt – und diesen Betrag bezeichnen der Stolzenauer und auch seine Mutter als „unverschämt“. Das hätten am Automaten auch einige andere Denkmalbesucher gesagt. Vor allem hätte man sich eine zeitliche Staffelung beim Tarif gewünscht. So sei es unverhältnismäßig. „Vor allem für die Leute, die nur mal kurz zum Kaiser wollen“, sagt Georg Merten. Dass am Sonntagnachmittag einige Denkmalgäste ihr Parkticket an andere Besucher vererben, könnte ein Beleg dafür sein.

Verkehrstechnisch verläuft der Tag zwar ohne Zwischenfälle, doch die Probleme am Denkmal sind mit dem kostenfreien Shuttle noch längst nicht gelöst. Das zeigt sich unter anderem auch dann, wenn man mit dem Bus auf der Kaiserstraße unterwegs ist. Fahrradfahrer zu überholen, ist auf der engen Fahrbahn ein erkennbares Risiko – und geht es in die Kurven, müssen die Busfahrer zuvor auf die Gegenspur ausweichen. Regelmäßig kommt es zu diesen kritischen Momenten. Die Busfahrer sprechen von erhebliche Anforderungen, die an sie gestellt werden. „Man muss schon sehr konzentriert unterwegs sein“, sagt Alexander Wiedmer. Und seine Kollegin Franziska Block, die demnächst in die Shuttle-Touren einsteigt, macht sich am Sonntag ein umfassendes Bild von der Lage. „Ich fahre bei den Touren mit, damit ich weiß, was mich erwartet.“

Ein Ausbau der Kaiserstraße könnte die Situation entschärfen. „Das wäre natürlich optimal“, sagt Barkhausens Bezirksausschussvorsitzender Dirk Rahnenführer (SPD) gegenüber dem MT.

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BarkhausenKaisers Gratis-Shuttle: So lief der Sonntag am DenkmalCarsten KorfesmeyerPorta Westfalica-Barkhausen (mt). Viele Besucher, traumhaftes Wetter und kein Verkehrschaos am Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Sachgebietsleiter Detlef Brand ist zufrieden, als er am späten Sonntagnachmittag diese gute Nachricht gegenüber dem MT mitteilt. „Es läuft heute sehr gut“, sagt er. Den Grund dafür meint er zu kennen: Es liege an den Shuttle-Bussen, die Portas Wahrzeichen im 15-Minuten-Takt ansteuern – und für die Fahrgäste seit dem Wochenende kostenfrei sind. „Ich habe auch gehört, dass die weitgehend voll besetzt sind.“ Busfahrer Alexander Wiedmer bestätigt das. Deutlich mehr Denkmalbesucher als sonst würden den ShuttleService an diesem ersten Saisontag nutzen. Die Menschen seien entspannt und über Parkplatzprobleme habe niemand gejammert. Vom Portaner Bahnhof bis zum Denkmalsparkplatz ist die kostenfreie Linie zwischen 10 und 18 Uhr unterwegs. Wer sein Auto am Kaiserhof oder „Willem“ abstellt, zahlt dafür zwei Euro. Einen weiteren Zwischenstopp legt der Bus auf der Kaiserstraße in Höhe des Wegs zur Wittekindsburg ein. „Zu Rückstaus kommt es heute auch nicht“, erzählt Wiedmer. Deutlich mehr Beachtung findet inzwischen auch das Verkehrsleitsystem. „Wir haben gesehen, dass am Denkmal nichts mehr frei ist. Deshalb nutzen wir das Shuttle“, sagt beispielsweise Dirk Schwerdfeger, der am Sonntag zusammen mit Ehefrau Gudrun und Ulrike Gehl einen knapp zweistündigen Wanderausflug durch den Wald unternimmt. Dass die Fahrt zum Kaiser inzwischen kostenfrei ist, findet er gut und richtig. Der Mann aus Bad Salzuflen gibt zu, dass er ein Busticket zusätzlich zu den Parkkosten im Tal höchstwahrscheinlich nicht gezahlt hätte. „So wie es jetzt geregelt ist, hat das einen Servicecharakter“, sagt er. Auch Larissa und Peter Fröse haben ihr Auto am Kaiserhof abgestellt und sind in das Shuttle gestiegen. „Ist sehr viel stressfreier“, sagt der Gütersloher und ähnlich äußern sich noch weitere Gäste im Bus. Und wer von dem kostenfreien Service bislang noch nichts gehört hat, will ihn beim nächsten Mal nutzen. „Wir haben hier oben geparkt“, sagt Georg Merten. Zusammen mit seiner Mutter Ilona und seinem vierjährigen Sohn Moritz kommt er gerade vom Monument zurück und das Trio isst ein Eis am Kiosk. Fünf Euro habe er für sein Parkticket bezahlt – und diesen Betrag bezeichnen der Stolzenauer und auch seine Mutter als „unverschämt“. Das hätten am Automaten auch einige andere Denkmalbesucher gesagt. Vor allem hätte man sich eine zeitliche Staffelung beim Tarif gewünscht. So sei es unverhältnismäßig. „Vor allem für die Leute, die nur mal kurz zum Kaiser wollen“, sagt Georg Merten. Dass am Sonntagnachmittag einige Denkmalgäste ihr Parkticket an andere Besucher vererben, könnte ein Beleg dafür sein. Verkehrstechnisch verläuft der Tag zwar ohne Zwischenfälle, doch die Probleme am Denkmal sind mit dem kostenfreien Shuttle noch längst nicht gelöst. Das zeigt sich unter anderem auch dann, wenn man mit dem Bus auf der Kaiserstraße unterwegs ist. Fahrradfahrer zu überholen, ist auf der engen Fahrbahn ein erkennbares Risiko – und geht es in die Kurven, müssen die Busfahrer zuvor auf die Gegenspur ausweichen. Regelmäßig kommt es zu diesen kritischen Momenten. Die Busfahrer sprechen von erhebliche Anforderungen, die an sie gestellt werden. „Man muss schon sehr konzentriert unterwegs sein“, sagt Alexander Wiedmer. Und seine Kollegin Franziska Block, die demnächst in die Shuttle-Touren einsteigt, macht sich am Sonntag ein umfassendes Bild von der Lage. „Ich fahre bei den Touren mit, damit ich weiß, was mich erwartet.“ Ein Ausbau der Kaiserstraße könnte die Situation entschärfen. „Das wäre natürlich optimal“, sagt Barkhausens Bezirksausschussvorsitzender Dirk Rahnenführer (SPD) gegenüber dem MT. Lesen Sie zu diesem Thema auch "Teurere Parkplätze sollen künftig das Chaos am Kaiser-Denkmal verhindern"