Porta Westfalica

Heikle Kombination: Mehrere Politiker halten Discounter am Kaiserhof für deplatziert

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Verwaltung und Politik stehen den Kaiserhofplänen von Jörg Albersmeier überwiegend reserviert gegenüber. MT- - © Foto: Carsten Korfesmeyer/Archiv
Verwaltung und Politik stehen den Kaiserhofplänen von Jörg Albersmeier überwiegend reserviert gegenüber. MT- (© Foto: Carsten Korfesmeyer/Archiv)

Porta Westfalica (dh). Verwaltung und Politik stehen den Kaiserhofplänen von Jörg Albersmeier überwiegend reserviert gegenüber. Es gibt aber auch Stimmen, die angesichts des jahrelangen Stillstands dafür plädieren, sich genauer mit den Ideen zu befassen.

Die Stadtverwaltung weist auf die Bedeutung von Hauptgebäude und Laubengang hin, die unter Denkmalschutz stehen. Auch die Rolle des Kaiserhofes während der NS-Zeit als Außenlager des KZ Neuengamme sei zu berücksichtigen. Von einem Investor erwartet die Stadt „detaillierte Aussagen inklusive Erschließung". Erforderlich seien unter anderem Verkehrs- und Einzelhandelskonzept.

Die SPD-Fraktion hat sich mit den Kaiserhof-Plänen noch nicht beschäftigt, teilt Dirk Rahnenführer mit. Der Fraktionschef erinnert an die Barkhauser Bezirksausschusssitzung Ende 2018. Die Idee, einen Discounter auf dem Areal zu errichten, um das Hauptgebäude zu finanzieren, habe ausschließlich negative Reaktionen hervorgerufen. „Überparteilich war man der Meinung, dass ein Discounter nicht auf dieses historische Gelände passt." Gründe seien der massive Eingriff, der Wegfall des Laubengangs, die hohe Pkw-Frequenz in einem bereits stark befahrenen Bereich sowie die Vergangenheit des Kaiserhofs als KZ-Außenlager.

Marc Weber (Bündnis 90 / Die Grünen) bewertet die Pläne fürs Hauptgebäude als „sehr positiv", hält jedoch einen großdimensionierten Discounter für „keine gute Lösung". Problematisch wäre besonders die Verkehrserschließung. Seine Fraktion sei aber offen für weitere Gespräche.

Cornelia Müller-Dieker (FDP) plädiert für eine „ergebnisoffene Diskussion in einer erweiterten Informationsveranstaltung mit den Investoren und Barkhauser Bürgern". Kurt Baberske (CDU) zielt in dieselbe Richtung. „Wir brauchen ein Meinungsbild und müssen die Bürger bei diesem Thema mitnehmen." Niemand habe etwas davon, wenn weiter nichts geschehe.

Ratsherr Heinz Hauenschild (parteilos) hält die Pläne von Jörg Albersmeier wegen des Denkmalschutzes für nicht umsetzbar. „Ein Supermarkt im Bereich des Laubengangs ist damit ausgeschlossen." Sinnvoll erscheint ihm eine gastronomische Nutzung, sagt Hauenschild.

Lesen Sie zu diesem Thema auch "Passt Lidl zum Kaiserhof? Architekt Jörg Albersmeier hält an Plänen für Areal fest"

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Porta WestfalicaHeikle Kombination: Mehrere Politiker halten Discounter am Kaiserhof für deplatziertPorta Westfalica (dh). Verwaltung und Politik stehen den Kaiserhofplänen von Jörg Albersmeier überwiegend reserviert gegenüber. Es gibt aber auch Stimmen, die angesichts des jahrelangen Stillstands dafür plädieren, sich genauer mit den Ideen zu befassen. Die Stadtverwaltung weist auf die Bedeutung von Hauptgebäude und Laubengang hin, die unter Denkmalschutz stehen. Auch die Rolle des Kaiserhofes während der NS-Zeit als Außenlager des KZ Neuengamme sei zu berücksichtigen. Von einem Investor erwartet die Stadt „detaillierte Aussagen inklusive Erschließung". Erforderlich seien unter anderem Verkehrs- und Einzelhandelskonzept. Die SPD-Fraktion hat sich mit den Kaiserhof-Plänen noch nicht beschäftigt, teilt Dirk Rahnenführer mit. Der Fraktionschef erinnert an die Barkhauser Bezirksausschusssitzung Ende 2018. Die Idee, einen Discounter auf dem Areal zu errichten, um das Hauptgebäude zu finanzieren, habe ausschließlich negative Reaktionen hervorgerufen. „Überparteilich war man der Meinung, dass ein Discounter nicht auf dieses historische Gelände passt." Gründe seien der massive Eingriff, der Wegfall des Laubengangs, die hohe Pkw-Frequenz in einem bereits stark befahrenen Bereich sowie die Vergangenheit des Kaiserhofs als KZ-Außenlager. Marc Weber (Bündnis 90 / Die Grünen) bewertet die Pläne fürs Hauptgebäude als „sehr positiv", hält jedoch einen großdimensionierten Discounter für „keine gute Lösung". Problematisch wäre besonders die Verkehrserschließung. Seine Fraktion sei aber offen für weitere Gespräche. Cornelia Müller-Dieker (FDP) plädiert für eine „ergebnisoffene Diskussion in einer erweiterten Informationsveranstaltung mit den Investoren und Barkhauser Bürgern". Kurt Baberske (CDU) zielt in dieselbe Richtung. „Wir brauchen ein Meinungsbild und müssen die Bürger bei diesem Thema mitnehmen." Niemand habe etwas davon, wenn weiter nichts geschehe. Ratsherr Heinz Hauenschild (parteilos) hält die Pläne von Jörg Albersmeier wegen des Denkmalschutzes für nicht umsetzbar. „Ein Supermarkt im Bereich des Laubengangs ist damit ausgeschlossen." Sinnvoll erscheint ihm eine gastronomische Nutzung, sagt Hauenschild. Lesen Sie zu diesem Thema auch "Passt Lidl zum Kaiserhof? Architekt Jörg Albersmeier hält an Plänen für Areal fest"