Porta Westfalica

MT-Serie A2 hautnah: Die vielen Facetten der Autobahn

Thomas Lieske

Stau gehört auf der A2 – gerade im Bereich Porta Westfalica – zum täglichen Geschehen dazu. Erst gestern staute sich der Verkehr zwischen Veltheim und dem Kreuz Bad Oeynhausen auf mehreren Kilometern, weil die Autobahn wegen eines Unfalls bei Vlotho-West voll gesperrt war. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Stau gehört auf der A2 – gerade im Bereich Porta Westfalica – zum täglichen Geschehen dazu. Erst gestern staute sich der Verkehr zwischen Veltheim und dem Kreuz Bad Oeynhausen auf mehreren Kilometern, weil die Autobahn wegen eines Unfalls bei Vlotho-West voll gesperrt war. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Porta Westfalica (mt). Bremslichter, Warnblinker, Stillstand: Kurz hinter der Auffahrt Veltheim ist am Dienstagmorgen Schluss mit Tempo 130 auf der Autobahn 2 in Richtung Dortmund. Der Grund: ein Auffahrunfall etliche Kilometer weiter bei Vlotho-West. Stau auf der A2, das ist für viele Pendler längst Alltag geworden. Doch der rund 13 Kilometer lange Abschnitt auf Portaner Gebiet zwischen dem Kreuz Bad Oeynhausen und Bad Eilsen hat mehr zu bieten als den täglichen Stau.

Mit der neuen Serie „A2 hautnah" widmet sich das MT deshalb heute und in den kommenden Wochen den vielen Facetten, die die Autobahn in dieser Region bietet. Den Auftakt macht ein Interview mit dem Stauforscher Prof. Dr. Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg. Doch was bedeutet die Autobahn 2 eigentlich für die Menschen in der Region? Als Teil ihres Alltags ist sie bei vielen längst aus der bewussten Wahrnehmung geraten. Nur so mancher Portaner hat täglich mit ihr zu kämpfen: Wie ist es eigentlich, wenn der Gartenzaun an die Autobahn grenzt? Finden die Toten auf dem Friedhof in Möllbergen in direkter Nachbarschaft zur A2 trotzdem ihre Ruhe?

Imposant: die Talbrücke Kleinenbremen. - © Foto: Archiv
Imposant: die Talbrücke Kleinenbremen. (© Foto: Archiv)

Und während die Piste für die einen täglich der Weg zur Arbeit ist, ist sie für andere der tägliche Arbeitsplatz. Egal ob Mitarbeiter der Straßenmeisterei, Polizisten, Pannenhelfer oder Feuerwehrleute: Es gibt immer etwas zu tun. Sie haben vermutlich einen der gefährlichsten Arbeitsplätze – nämlich dort, wo Leben und Tod manchmal ganz nah beieinander liegen. Und trotzdem fahren die Helfer jeden Tag wieder auf die A2, um dafür zu sorgen, dass der Verkehr läuft, Gegenstände von der Fahrbahn verschwinden oder ein Unfall abgesichert wird.

Als Unfallursache Nummer eins gilt laut Polizei weiterhin nicht angepasste Geschwindigkeit, oft gekoppelt mit einem zu geringen Abstand. Gerade im Bereich Porta Westfalica endet das so manches Mal fatal. Denn ein Großteil verläuft mit starkem Gefälle, wo der Bremsweg deutlich länger wird. Immer wieder muss die Feuerwehr Porta zu schweren Unfällen auf der A2 ausrücken. 2018 waren es drei Lkw- Unfälle und ein Pkw-Unfall, die die Wehrleute auf den Plan riefen. Dazu kommen etliche weitere ohne Feuerwehreinsatz, die die Polizei aber nicht extra für Porta auflistet.

Doch die Autobahn hat auch ihre schönen Seiten. Zum Beispiel die imposante Talbrücke in Kleinenbremen, oder etwas weiter an der Arensburg. Diese Brücke galt übrigens lange Zeit als nationalsozialistischer Größenwahn. Sowieso bringen viele die A2 – auch im Bereich Porta – mit dem Nationalsozialismus in Verbindung. Entstand der hiesige Abschnitt doch während es Zweiten Weltkriegs. Mit Hilfe von polnischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen ließ man den Abschnitt erst im November 1940 fertigstellen. Nur ein rund drei Kilometer langer Teil im Bereich der Weserquerung bei Bad Oeynhausen musste bis nach dem Krieg warten.

Ob man damals schon mit so viel Verkehr wie heute gerechnet hat? Der nimmt nämlich stetig zu. Denn die A2 gilt als wichtigste Ost-West-Verbindung mit Anbindungen Richtung Paris und Moskau. Und bei dem hohen Verkehrsaufkommen kommt es auch schon mal vor, dass ein Schwerlasttransport ein Auto überholt, zur gleichen Zeit auf dem rund 16 Kilometer langen Abschnitt auf Portaner Gebiet ein Fußgänger auf der Autobahn läuft, ein Unfall für acht Kilometer Stau sorgt, ein Wohnmobil ohne Licht auf der rechten Spur steht und Reifenteile quer über der Fahrbahn liegen.

Alltäglicher Wahnsinn? Ist die A2 wirklich eine der gefährlichsten Autobahnen in Deutschland? Die Serie „A2 hautnah" wird diesen Fragen nachgehen und die vielen Facetten der Autobahn beleuchten, immer ganz nah dran an den Menschen, in deren Leben die A2 in Porta Westfalica eine feste Rolle spielt.

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Porta WestfalicaMT-Serie A2 hautnah: Die vielen Facetten der AutobahnThomas LieskePorta Westfalica (mt). Bremslichter, Warnblinker, Stillstand: Kurz hinter der Auffahrt Veltheim ist am Dienstagmorgen Schluss mit Tempo 130 auf der Autobahn 2 in Richtung Dortmund. Der Grund: ein Auffahrunfall etliche Kilometer weiter bei Vlotho-West. Stau auf der A2, das ist für viele Pendler längst Alltag geworden. Doch der rund 13 Kilometer lange Abschnitt auf Portaner Gebiet zwischen dem Kreuz Bad Oeynhausen und Bad Eilsen hat mehr zu bieten als den täglichen Stau. Mit der neuen Serie „A2 hautnah" widmet sich das MT deshalb heute und in den kommenden Wochen den vielen Facetten, die die Autobahn in dieser Region bietet. Den Auftakt macht ein Interview mit dem Stauforscher Prof. Dr. Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg. Doch was bedeutet die Autobahn 2 eigentlich für die Menschen in der Region? Als Teil ihres Alltags ist sie bei vielen längst aus der bewussten Wahrnehmung geraten. Nur so mancher Portaner hat täglich mit ihr zu kämpfen: Wie ist es eigentlich, wenn der Gartenzaun an die Autobahn grenzt? Finden die Toten auf dem Friedhof in Möllbergen in direkter Nachbarschaft zur A2 trotzdem ihre Ruhe? Und während die Piste für die einen täglich der Weg zur Arbeit ist, ist sie für andere der tägliche Arbeitsplatz. Egal ob Mitarbeiter der Straßenmeisterei, Polizisten, Pannenhelfer oder Feuerwehrleute: Es gibt immer etwas zu tun. Sie haben vermutlich einen der gefährlichsten Arbeitsplätze – nämlich dort, wo Leben und Tod manchmal ganz nah beieinander liegen. Und trotzdem fahren die Helfer jeden Tag wieder auf die A2, um dafür zu sorgen, dass der Verkehr läuft, Gegenstände von der Fahrbahn verschwinden oder ein Unfall abgesichert wird. Als Unfallursache Nummer eins gilt laut Polizei weiterhin nicht angepasste Geschwindigkeit, oft gekoppelt mit einem zu geringen Abstand. Gerade im Bereich Porta Westfalica endet das so manches Mal fatal. Denn ein Großteil verläuft mit starkem Gefälle, wo der Bremsweg deutlich länger wird. Immer wieder muss die Feuerwehr Porta zu schweren Unfällen auf der A2 ausrücken. 2018 waren es drei Lkw- Unfälle und ein Pkw-Unfall, die die Wehrleute auf den Plan riefen. Dazu kommen etliche weitere ohne Feuerwehreinsatz, die die Polizei aber nicht extra für Porta auflistet. Doch die Autobahn hat auch ihre schönen Seiten. Zum Beispiel die imposante Talbrücke in Kleinenbremen, oder etwas weiter an der Arensburg. Diese Brücke galt übrigens lange Zeit als nationalsozialistischer Größenwahn. Sowieso bringen viele die A2 – auch im Bereich Porta – mit dem Nationalsozialismus in Verbindung. Entstand der hiesige Abschnitt doch während es Zweiten Weltkriegs. Mit Hilfe von polnischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen ließ man den Abschnitt erst im November 1940 fertigstellen. Nur ein rund drei Kilometer langer Teil im Bereich der Weserquerung bei Bad Oeynhausen musste bis nach dem Krieg warten. Ob man damals schon mit so viel Verkehr wie heute gerechnet hat? Der nimmt nämlich stetig zu. Denn die A2 gilt als wichtigste Ost-West-Verbindung mit Anbindungen Richtung Paris und Moskau. Und bei dem hohen Verkehrsaufkommen kommt es auch schon mal vor, dass ein Schwerlasttransport ein Auto überholt, zur gleichen Zeit auf dem rund 16 Kilometer langen Abschnitt auf Portaner Gebiet ein Fußgänger auf der Autobahn läuft, ein Unfall für acht Kilometer Stau sorgt, ein Wohnmobil ohne Licht auf der rechten Spur steht und Reifenteile quer über der Fahrbahn liegen. Alltäglicher Wahnsinn? Ist die A2 wirklich eine der gefährlichsten Autobahnen in Deutschland? Die Serie „A2 hautnah" wird diesen Fragen nachgehen und die vielen Facetten der Autobahn beleuchten, immer ganz nah dran an den Menschen, in deren Leben die A2 in Porta Westfalica eine feste Rolle spielt.