Bleiben die Ladentüren zu? Diskussionen um verkaufsoffene Sonntage in Barkhausen Thomas Lieske Porta Westfalica-Barkhausen (mt). Volle Geschäfte, volle Einkaufswagen und guter Umsatz an einem Sonntag: Das soll offenbar auf Anordnung der Ordnungsbehörde in diesem Jahr in Barkhausen ausfallen. Das zieht bereits jetzt einigen Ärger nach sich, gelten die verkaufsoffenen Sonntage doch als umsatzstarke Tage. Könnte ein Verwaltungsgericht die Anordnung kippen? Womöglich, denn die Stadt Porta Westfalica sieht sich mittlerweile mit einer Klage konfrontiert, wie Pressesprecherin Babette Lissner dem MT bestätigt. Ob die Anordnung auf Eigeninitiative der Stadt oder auf Fremdinitiative zurückgeht, bleibt erst einmal unklar. Antworten sollen im Laufe der kommenden Woche folgen, heißt es von der Pressestelle. Aus welchem Kreis die Klage kommt, kommentiert die Stadt nicht. Auch auf weitere Nachfragen, welchen Grund es für dieses recht überraschende Anordnung gibt, ob sie nur für dieses Jahr gilt und nur auf Barkhausen beschränkt ist – bisher kein Kommentar. Sicher ist nur: Schon vor wenigen Wochen machte ein prominentes Unternehmen seinem Ärger Luft: Porta Möbel. An verkaufsoffenen Sonntagen generiert das Möbelunternehmen in Barkhausen großen Umsatz. Und: Die Verkäufer werden mit zusätzlichen Provisionen vergütet. Der Wegfall der verkaufsoffenen Sonntage kostet einige Mitarbeiter, aber auch das Unternehmen bares Geld. Diese Tage seien gerade für Möbelhäuser besonders wichtig, sagte Porta-Gesellschafterin Birgit Gärtner dem MT Ende Januar am Rande eines Pressegespräch, das sich hauptsächlich um den neuen Geschäftsführer Jürgen Gerdes drehte (MT vom 26. Januar). „Viele Familien verbringen den ganzen Tag bei uns.“ Ob die Klage gegen die Anordnung der Stadt aus dem Hause Porta stammt? Und wie viel Umsatz kommt an solchen Tage rein? Auf Nachfrage bei Porta Möbel erklärt eine Sprecherin, dass sich das Unternehmen in der kommenden Woche dazu äußern werde. Unbestritten ist, dass die verkaufsoffenen Sonntage viel Publikum anziehen und die Kunden an solchen Tagen nicht wenig Zeit im Möbelhaus verbringen. Geplant waren für dieses Jahr offenbar drei verkaufsoffene Sonntage, wie von Homepages anderer Händler in Barkhausen zu entnehmen ist: der 3. März, der 6. Oktober und der 10. November. So war es in den vergangenen Jahren meistens – März, Oktober, November. Ob die Ladentüren dieses Jahr an diesen Sonntagen wirklich geschlossen bleiben? Ein Gericht wird nun über die eingereichte Klage gegen die Stadt entscheiden müssen. Streitthema Im vergangenen Jahr hatte der NRW-Landtag mit einer Gesetzesänderung die Zahl der möglichen verkaufsoffenen Sonntage von vier auf acht pro Jahr verdoppelt. Seitdem gibt es immer wieder Streit um das Thema. Vor allem die Gewerkschaft Verdi klagt immer wieder gegen die Shopping-Tage am Sonntag. Für den Handel gelten die verkaufsoffenen Sonntage dagegen als Stärkung gegen den Online-Handel. (lies)

Bleiben die Ladentüren zu? Diskussionen um verkaufsoffene Sonntage in Barkhausen

Ein Plakat wirbt für den verkaufsoffenen Sonntag am 6. Januar. Ob es weitere Einkaufssonntage im Gewerbegebiet Porta-Markt geben wird, entscheidet sich womöglich vor Gericht. MT-Foto: Elke Büsching © Elke Büsching

Porta Westfalica-Barkhausen (mt). Volle Geschäfte, volle Einkaufswagen und guter Umsatz an einem Sonntag: Das soll offenbar auf Anordnung der Ordnungsbehörde in diesem Jahr in Barkhausen ausfallen. Das zieht bereits jetzt einigen Ärger nach sich, gelten die verkaufsoffenen Sonntage doch als umsatzstarke Tage.

Könnte ein Verwaltungsgericht die Anordnung kippen? Womöglich, denn die Stadt Porta Westfalica sieht sich mittlerweile mit einer Klage konfrontiert, wie Pressesprecherin Babette Lissner dem MT bestätigt. Ob die Anordnung auf Eigeninitiative der Stadt oder auf Fremdinitiative zurückgeht, bleibt erst einmal unklar. Antworten sollen im Laufe der kommenden Woche folgen, heißt es von der Pressestelle.

Aus welchem Kreis die Klage kommt, kommentiert die Stadt nicht. Auch auf weitere Nachfragen, welchen Grund es für dieses recht überraschende Anordnung gibt, ob sie nur für dieses Jahr gilt und nur auf Barkhausen beschränkt ist – bisher kein Kommentar.

Sicher ist nur: Schon vor wenigen Wochen machte ein prominentes Unternehmen seinem Ärger Luft: Porta Möbel. An verkaufsoffenen Sonntagen generiert das Möbelunternehmen in Barkhausen großen Umsatz. Und: Die Verkäufer werden mit zusätzlichen Provisionen vergütet. Der Wegfall der verkaufsoffenen Sonntage kostet einige Mitarbeiter, aber auch das Unternehmen bares Geld.

Diese Tage seien gerade für Möbelhäuser besonders wichtig, sagte Porta-Gesellschafterin Birgit Gärtner dem MT Ende Januar am Rande eines Pressegespräch, das sich hauptsächlich um den neuen Geschäftsführer Jürgen Gerdes drehte (MT vom 26. Januar). „Viele Familien verbringen den ganzen Tag bei uns.“

Ob die Klage gegen die Anordnung der Stadt aus dem Hause Porta stammt? Und wie viel Umsatz kommt an solchen Tage rein? Auf Nachfrage bei Porta Möbel erklärt eine Sprecherin, dass sich das Unternehmen in der kommenden Woche dazu äußern werde. Unbestritten ist, dass die verkaufsoffenen Sonntage viel Publikum anziehen und die Kunden an solchen Tagen nicht wenig Zeit im Möbelhaus verbringen.

Geplant waren für dieses Jahr offenbar drei verkaufsoffene Sonntage, wie von Homepages anderer Händler in Barkhausen zu entnehmen ist: der 3. März, der 6. Oktober und der 10. November. So war es in den vergangenen Jahren meistens – März, Oktober, November. Ob die Ladentüren dieses Jahr an diesen Sonntagen wirklich geschlossen bleiben? Ein Gericht wird nun über die eingereichte Klage gegen die Stadt entscheiden müssen.

Streitthema

Im vergangenen Jahr hatte der NRW-Landtag mit einer Gesetzesänderung die Zahl der möglichen verkaufsoffenen Sonntage von vier auf acht pro Jahr verdoppelt. Seitdem gibt es immer wieder Streit um das Thema. Vor allem die Gewerkschaft Verdi klagt immer wieder gegen die Shopping-Tage am Sonntag. Für den Handel gelten die verkaufsoffenen Sonntage dagegen als Stärkung gegen den Online-Handel. (lies)

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