Barkhausen/Minden

Giftköder in Minden, Köder mit Rasierklingen in Porta: Der Hundehasser macht weiter

Thomas Lieske

Viele Hundekothaufen liegen in der Fährstraße auf den Grünstreifen. Treibt dort ein Hundehasser mit gefährlichen Ködern sein Unwesen, der auf Rache sinnt? Der Bewuchs ist nahezu ideal, um Scherbenköder oder solche mit Rasierklingen zu postieren. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Viele Hundekothaufen liegen in der Fährstraße auf den Grünstreifen. Treibt dort ein Hundehasser mit gefährlichen Ködern sein Unwesen, der auf Rache sinnt? Der Bewuchs ist nahezu ideal, um Scherbenköder oder solche mit Rasierklingen zu postieren. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Porta Westfalica-Barkhausen/Minden (mt). Der Horror für Hundehalter in Porta Westfalica geht offenbar weiter. Reihenweise berichten Facebook-Nutzer, dass sie weitere Hundeköder mit Scherben und Rasierklingen gefunden hätten. Einer der Brennpunkte ist mehreren unabhängigen Schilderungen zufolge der Bereich Fährstraße/Niedersachsenstraße in Barkhausen.

„Die Köder waren mit Mett präpariert“, erzählt Vera S., die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Ich habe die Köder sofort entfernt, darin waren Rasierklingen“, erinnert sich die Frau, die selbst einen Labrador und ein Kind hat. Sie sei sehr erschrocken gewesen, als sie die beiden Köder gleich am Anfang der Straße aus Richtung Stadt kommend am Eiscafé fand. Denn sie war gerade auf Gassi-Tour mit ihrem Hund. Die Köder hat der Hund aber nicht gefressen. Sie sei so erschrocken gewesen, dass sie die Köder nicht gesichert, sondern gleich in den Müll geworfen habe.

„Das ist sehr schade“, betont Detlef Brand, der Leiter des Portaner Ordnungsamtes. „Für uns ist jeder verwertbare Beweis wichtig, um dem Ganzen nachzugehen“, betont Brand. Beim Ordnungsamt der Stadt sind bisher offiziell keine Anzeigen eingegangen. Brand erfuhr erst durch die MT-Anfrage von den Ködern. Wer einen Köder findet, sollte ihn unbedingt dem Ordnungsamt melden und ihn nicht vernichten (siehe Infobox).

Vor allem die Fährstraße scheint prädestiniert zu sein, um dort Köder auszulegen. Kniehohe Randbepflanzung, kleine Rasenstücke: Die Köder fallen den Hundehaltern nicht sofort ins Auge. Dem Hund allerdings schon, wenn er am Boden entlang schnüffelt. Wer sich die Straßenränder genauer anschaut, trifft auf etliche Hundekothaufen. Will sich dort jemand rächen, der den Hundekot satt hat? Der Verdacht liege recht nahe, vermutet auch Ordnungsamtsleiter Brand. „Das ist traurig, kommt aber immer wieder vor“, weiß er von Fällen aus anderen Regionen. Zudem habe es in Porta Westfalica zuletzt einige Beschwerden wegen zu vieler Hundekothaufen gegeben.

Vor zwei Wochen habe sie schon einmal vier Köder gefunden, erzählt Vera S. Ihre Hündin trage deshalb nun immer ein Halti beim Gassi gehen. Heißt: Der Hund ist über ein Geschirr, das er um die Schnauze bekommt, besser zu steuern. Eigentlich wird das Halti eher zum Training der Leinenführung eingesetzt. Für Vera S. ist es im Moment der beste Schutz vor den Ködern.

Die Meldungen weiten sich mittlerweile über das Portaner Stadtgebiet aus. Am Wochenende haben Hundehalter in Minden-Haddenhausen in der Wickenbrede ganz in der Nähe der Waldorfschule Giftköder gefunden. Sie warnen aktuell auf Facebook vor solchen Funden. Laura Loose aus Haddenhausen war es, die die vermeintlichen Leckerchen gefunden hat – fünf seien es gewesen, erklärt sie im Gespräch mit dem MT. „Ich war dort mit meinem Kind spazieren“, erinnert sie sich. Käseblöcke waren es in Haddenhausen, „und darin waren blaue Kügelchen. Ich vermute, dass das Rattengift ist.“

Vier habe sie gleich weggeworfen, einen Köder habe sie aufbewahrt. „Alle zu behalten, war mir einfach zu gefährlich mit meinem Kind. Ich wollte nicht, dass es an das Gift geht“, sagt Loose. Sie ist erschrocken darüber, dass die Köder so dicht an der Waldorfschule gelegen haben. Warum die präparierten Häppchen aber ausgerechnet dort liegen, kann sie sich nicht erklären. „Das ist eine unauffällige Gegend – links Feld, rechts Schule“, sagt Loose. Da gehe nur ein Fahrradweg lang. Sie will den gefundenen Köder nun dem Ordnungsamt übergeben. Wer weitere Köder im Bereich Minden findet, kann sich an die Ordnungsbehörde wenden (siehe Infobox).

Es sei nicht das erste Mal, dass in Haddenhausen Köder ausgelegen haben, berichtet Laura Loose. Im Dezember seien dort in Richtung der Schweineställe am Feld auch gefährliche Leckerchen gefunden worden. Sie hofft, dass es nun das letzte Mal war. Damit der Horror endlich ein Ende hat.

Das Ordnungsamt

Detlef Brand, der Leiter des Ordnungsamtes Porta Westfalica, ist zu erreichen unter Telefon (05 71) 791 254 oder per Mail: detlef.brand@portawestfalica.de.

Das Ordnungsamt Minden ist zu erreichen unter Telefon (05 71) 8 94 25 oder 8 94 17 sowie per Mail unter Ordnungsbehoerde@minden.de

Der Autor ist erreichbar unterTelefon (05 71) 882 267 oderThomas.Lieske@MT.de

Lesen Sie dazu auch: Kommentar zum Thema Gift- und Scherbenköder: Tiere sind keine Sachen!

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Barkhausen/MindenGiftköder in Minden, Köder mit Rasierklingen in Porta: Der Hundehasser macht weiterThomas LieskePorta Westfalica-Barkhausen/Minden (mt). Der Horror für Hundehalter in Porta Westfalica geht offenbar weiter. Reihenweise berichten Facebook-Nutzer, dass sie weitere Hundeköder mit Scherben und Rasierklingen gefunden hätten. Einer der Brennpunkte ist mehreren unabhängigen Schilderungen zufolge der Bereich Fährstraße/Niedersachsenstraße in Barkhausen. „Die Köder waren mit Mett präpariert“, erzählt Vera S., die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Ich habe die Köder sofort entfernt, darin waren Rasierklingen“, erinnert sich die Frau, die selbst einen Labrador und ein Kind hat. Sie sei sehr erschrocken gewesen, als sie die beiden Köder gleich am Anfang der Straße aus Richtung Stadt kommend am Eiscafé fand. Denn sie war gerade auf Gassi-Tour mit ihrem Hund. Die Köder hat der Hund aber nicht gefressen. Sie sei so erschrocken gewesen, dass sie die Köder nicht gesichert, sondern gleich in den Müll geworfen habe. „Das ist sehr schade“, betont Detlef Brand, der Leiter des Portaner Ordnungsamtes. „Für uns ist jeder verwertbare Beweis wichtig, um dem Ganzen nachzugehen“, betont Brand. Beim Ordnungsamt der Stadt sind bisher offiziell keine Anzeigen eingegangen. Brand erfuhr erst durch die MT-Anfrage von den Ködern. Wer einen Köder findet, sollte ihn unbedingt dem Ordnungsamt melden und ihn nicht vernichten (siehe Infobox). Vor allem die Fährstraße scheint prädestiniert zu sein, um dort Köder auszulegen. Kniehohe Randbepflanzung, kleine Rasenstücke: Die Köder fallen den Hundehaltern nicht sofort ins Auge. Dem Hund allerdings schon, wenn er am Boden entlang schnüffelt. Wer sich die Straßenränder genauer anschaut, trifft auf etliche Hundekothaufen. Will sich dort jemand rächen, der den Hundekot satt hat? Der Verdacht liege recht nahe, vermutet auch Ordnungsamtsleiter Brand. „Das ist traurig, kommt aber immer wieder vor“, weiß er von Fällen aus anderen Regionen. Zudem habe es in Porta Westfalica zuletzt einige Beschwerden wegen zu vieler Hundekothaufen gegeben. Vor zwei Wochen habe sie schon einmal vier Köder gefunden, erzählt Vera S. Ihre Hündin trage deshalb nun immer ein Halti beim Gassi gehen. Heißt: Der Hund ist über ein Geschirr, das er um die Schnauze bekommt, besser zu steuern. Eigentlich wird das Halti eher zum Training der Leinenführung eingesetzt. Für Vera S. ist es im Moment der beste Schutz vor den Ködern. Die Meldungen weiten sich mittlerweile über das Portaner Stadtgebiet aus. Am Wochenende haben Hundehalter in Minden-Haddenhausen in der Wickenbrede ganz in der Nähe der Waldorfschule Giftköder gefunden. Sie warnen aktuell auf Facebook vor solchen Funden. Laura Loose aus Haddenhausen war es, die die vermeintlichen Leckerchen gefunden hat – fünf seien es gewesen, erklärt sie im Gespräch mit dem MT. „Ich war dort mit meinem Kind spazieren“, erinnert sie sich. Käseblöcke waren es in Haddenhausen, „und darin waren blaue Kügelchen. Ich vermute, dass das Rattengift ist.“ Vier habe sie gleich weggeworfen, einen Köder habe sie aufbewahrt. „Alle zu behalten, war mir einfach zu gefährlich mit meinem Kind. Ich wollte nicht, dass es an das Gift geht“, sagt Loose. Sie ist erschrocken darüber, dass die Köder so dicht an der Waldorfschule gelegen haben. Warum die präparierten Häppchen aber ausgerechnet dort liegen, kann sie sich nicht erklären. „Das ist eine unauffällige Gegend – links Feld, rechts Schule“, sagt Loose. Da gehe nur ein Fahrradweg lang. Sie will den gefundenen Köder nun dem Ordnungsamt übergeben. Wer weitere Köder im Bereich Minden findet, kann sich an die Ordnungsbehörde wenden (siehe Infobox). Es sei nicht das erste Mal, dass in Haddenhausen Köder ausgelegen haben, berichtet Laura Loose. Im Dezember seien dort in Richtung der Schweineställe am Feld auch gefährliche Leckerchen gefunden worden. Sie hofft, dass es nun das letzte Mal war. Damit der Horror endlich ein Ende hat. Das Ordnungsamt Detlef Brand, der Leiter des Ordnungsamtes Porta Westfalica, ist zu erreichen unter Telefon (05 71) 791 254 oder per Mail: detlef.brand@portawestfalica.de. Das Ordnungsamt Minden ist zu erreichen unter Telefon (05 71) 8 94 25 oder 8 94 17 sowie per Mail unter Ordnungsbehoerde@minden.de Der Autor ist erreichbar unterTelefon (05 71) 882 267 oderThomas.Lieske@MT.de Lesen Sie dazu auch: Kommentar zum Thema Gift- und Scherbenköder: Tiere sind keine Sachen!