Vennebeck

Invacare in Schwierigkeiten

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Ungewisse Zukunft: Der Rollstuhlhersteller Invacare in Vennebeck steht vor einschneidenden Veränderungen. MT-Foto: Thomas lieske - © Lieske
Ungewisse Zukunft: Der Rollstuhlhersteller Invacare in Vennebeck steht vor einschneidenden Veränderungen. MT-Foto: Thomas lieske (© Lieske)

Porta Westfalica-Vennebeck (dh). Das Invacare-Werk in Vennebeck steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Eine neue Geschäftsführung soll das Ruder herumreißen. Ziel sei der Standorterhalt, teilt Hansjörg Reiner gegenüber dem MT mit. Gemeinsam mit Roland Betz hat er seit Beginn dieser Woche die Geschäftsleitung übernommen und damit die Nachfolge von Frank Siebenhaar angetreten. Die Belegschaft sei darüber vergangenen Dienstag informiert worden. Invacare hat in Vennebeck 280 Mitarbeiter. Betz und Reiner hatten zuvor andere Führungsposten im Invacare-Konzern inne.

Das Werk in Porta, das hauptsächlich Elektro-Rollstühle fertigt, habe im abgelaufenen Geschäftsjahr deutliche Verluste erwirtschaftet, berichtet Reiner. Eine Fortsetzung dieser Entwicklungen gefährde den Standort. Wettbewerb und Kostendruck nähmen deutlich zu und die Digitalisierung wirke sich auf Geschäftsprozesse, Produkte und Produktion aus. „Unser oberstes Ziel ist der Standorterhalt.„Aus diesem Grund haben wir den Auftrag der Konzernleitung, alle Maßnahmen einzuleiten, um die Verluste bis 2020 drastisch zu reduzieren und das Werk wettbewerbsfähiger aufzustellen.“

Vor Abschluss der Analyse will Invacare keine Informationen zu konkreten Maßnahmen und Auswirkungen geben. Es sei allerdings davon auszugehen, „dass die für den Standorterhalt dringend nötigen Veränderungen in Porta Westfalica einschneidend sein werden“, heißt es.

Reiner wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, wie viele Arbeitsplätze gefährdet seien. Auch zu Umsatzrückgängen und Verlusten am Standort Porta machte er keine Angaben.

„Zusammen mit den Führungskräften und dem Betriebsrat prüfen wir in den nächsten drei Monaten, welche Schritte nötig sind“, erklärt Betz in einer Presseerklärung das weitere Vorgehen. „Dann stellen wir die Weichen, um die nötigen Schritte auch im laufenden Jahr umzusetzen.“. Gespräche mit dem Betriebsrat seien bereits aufgenommen worden.

Invacare sei sehr daran gelegen, die Zeit der Ungewissheit für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kurz zu halten, heißt es weiter. „Sobald wesentliche Entscheidungen gefallen sind, werden alle Beteiligten schnell und transparent informiert.“

Die Invacare Deutschland GmbH hat seit 2005 ihren Sitz in Porta Westfalica. Das Unternehmen zog seinerzeit von Bad Oeynhausen nach Porta um und übernahm das Betriebsgelände der Sitag-Sitzmöbel GmbH.

In Vennebeck befindet sich das NRW-Kompetenzzentrum des Invacare-Konzerns. Hier werden Elektro-Rollstühle sowie Elektromobile (Scooter) produziert. 16.000 Rollstühle verlassen pro Jahr das Werk.

Die weltweit tätige Invacare-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Ohio (USA). Sie erwirtschaftete 2017 in der Reha- und Hygienebranche einen Umsatz von knapp einer Milliarde US-Dollar und beschäftigte 4200 Mitarbeiter.

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VennebeckInvacare in SchwierigkeitenPorta Westfalica-Vennebeck (dh). Das Invacare-Werk in Vennebeck steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Eine neue Geschäftsführung soll das Ruder herumreißen. Ziel sei der Standorterhalt, teilt Hansjörg Reiner gegenüber dem MT mit. Gemeinsam mit Roland Betz hat er seit Beginn dieser Woche die Geschäftsleitung übernommen und damit die Nachfolge von Frank Siebenhaar angetreten. Die Belegschaft sei darüber vergangenen Dienstag informiert worden. Invacare hat in Vennebeck 280 Mitarbeiter. Betz und Reiner hatten zuvor andere Führungsposten im Invacare-Konzern inne. Das Werk in Porta, das hauptsächlich Elektro-Rollstühle fertigt, habe im abgelaufenen Geschäftsjahr deutliche Verluste erwirtschaftet, berichtet Reiner. Eine Fortsetzung dieser Entwicklungen gefährde den Standort. Wettbewerb und Kostendruck nähmen deutlich zu und die Digitalisierung wirke sich auf Geschäftsprozesse, Produkte und Produktion aus. „Unser oberstes Ziel ist der Standorterhalt.„Aus diesem Grund haben wir den Auftrag der Konzernleitung, alle Maßnahmen einzuleiten, um die Verluste bis 2020 drastisch zu reduzieren und das Werk wettbewerbsfähiger aufzustellen.“ Vor Abschluss der Analyse will Invacare keine Informationen zu konkreten Maßnahmen und Auswirkungen geben. Es sei allerdings davon auszugehen, „dass die für den Standorterhalt dringend nötigen Veränderungen in Porta Westfalica einschneidend sein werden“, heißt es. Reiner wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, wie viele Arbeitsplätze gefährdet seien. Auch zu Umsatzrückgängen und Verlusten am Standort Porta machte er keine Angaben. „Zusammen mit den Führungskräften und dem Betriebsrat prüfen wir in den nächsten drei Monaten, welche Schritte nötig sind“, erklärt Betz in einer Presseerklärung das weitere Vorgehen. „Dann stellen wir die Weichen, um die nötigen Schritte auch im laufenden Jahr umzusetzen.“. Gespräche mit dem Betriebsrat seien bereits aufgenommen worden. Invacare sei sehr daran gelegen, die Zeit der Ungewissheit für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kurz zu halten, heißt es weiter. „Sobald wesentliche Entscheidungen gefallen sind, werden alle Beteiligten schnell und transparent informiert.“ Die Invacare Deutschland GmbH hat seit 2005 ihren Sitz in Porta Westfalica. Das Unternehmen zog seinerzeit von Bad Oeynhausen nach Porta um und übernahm das Betriebsgelände der Sitag-Sitzmöbel GmbH. In Vennebeck befindet sich das NRW-Kompetenzzentrum des Invacare-Konzerns. Hier werden Elektro-Rollstühle sowie Elektromobile (Scooter) produziert. 16.000 Rollstühle verlassen pro Jahr das Werk. Die weltweit tätige Invacare-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Ohio (USA). Sie erwirtschaftete 2017 in der Reha- und Hygienebranche einen Umsatz von knapp einer Milliarde US-Dollar und beschäftigte 4200 Mitarbeiter.