Hausberge

Anwohner des Frettholzweges fordern Tempo 30

Dirk Haunhorst

Ortstermin an der Eisberger Straße (rechts mündet der Frettholzweg ein). Bewohner der Hausberger Schweiz beklagen, dass viele ?Autofahrer zu schnell unterwegs sind. Sie sprachen auch über mögliche Lösungen wie Zebrastreifen und Verkehrskreisel. ?MT-Fotos: Dirk Haunhorst
Ortstermin an der Eisberger Straße (rechts mündet der Frettholzweg ein). Bewohner der Hausberger Schweiz beklagen, dass viele ?Autofahrer zu schnell unterwegs sind. Sie sprachen auch über mögliche Lösungen wie Zebrastreifen und Verkehrskreisel. ?MT-Fotos: Dirk Haunhorst

Porta Westfalica-Hausberge (mt). Anna Brinkmann lässt ihre Kinder nicht mehr auf dem Hof ihres Grundstückes spielen. Die Gefahr, die von der angrenzenden Straße ausgeht, sei zu groß. „Die Autos auf dem Frettholzweg sind viel zu schnell“, sagt sie. An Tempo 50 halte sich kaum jemand. Brinkmann wünscht sich eine Rückkehr zu Tempo 30 – so wie viele ihrer Nachbarn.

Ortstermin in der Hausberger Schweiz. Auf dem Parkplatz des Geschäftshauses, zu dem eine Bäckerei gehört, haben sich anderthalb Dutzend Anwohner von Frettholzweg und abzweigenden Straßen versammelt, Sie unterstützen eine politischen Antrag, den die FDP in der Weihnachtsratssitzung eingebracht hat und dem sämtliche Fraktionen zustimmten. Die Portaner Verwaltung soll mit dem zuständigen Straßenbaulastträger Gespräche führen, damit die Geschwindigkeit auf dem Frettholzweg von 50 auf 30 Stundenkilometer verringert wird.

Der Frettholzweg ist eine Kreisstraße, er zweigt von der Eisberger Straße ab und führt zum Fernsehturm hoch. Im Kreishaus ist die Nachricht von dem Portaner Ratsbeschluss noch nicht angekommen, wie eine Pressesprecherin am Donnerstag mitteilt. Sobald das geschen sei, werde der Straßenbaulastträger mit der Polizei einen Termin vereinbaren, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Gefahrenstelle: An der Bushaltestelle an der Fahrbahn gibt es keine Querungshilfe.
Gefahrenstelle: An der Bushaltestelle an der Fahrbahn gibt es keine Querungshilfe.

Portaner Politiker dringen auf eine rasche Lösung. Allen voran Susanne Engelking (FDP), die seit Jahren auf die Gefahrenstellen hinweist. „Der Frettholzweg ist sehr schmal und hat keinen Fuß- und Radweg. Autos parken zwischen Häusern und Straße. Fußgänger müssen an die Seite springen, wenn motorisierte Verkehrsteilnehmer keine Rücksicht nehmen.“

Die Situation habe sich in den vergangen Monaten verschärft, berichten Anwohner. Neue Baugebiete in der Hausberger Schweiz führten zu mehr Verkehr, zugleich seien die Zahlen der Fernsehturmbesucher gestiegen. Paradoxerweise nahm die Verkehrsbehörde die Tempo-30-Regelung zurück und erlaubte wieder 50 Stundenkilometer. „Es hat dazu nicht einmal Informationen gegeben“, beklagt Angelika Josting-Klingenberg.

Den Grund für die plötzliche Veränderung konnte der Kreis zwischen den Jahren auf MT-Anfrage nicht erläutern, weil die zuständigen Fachleute derzeit nicht im Dienst sind. Möglicherweise hing der Wechsel von Tempo 30 zu 50 mit der parallel vollzogenen Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf der Eisberger Straße von 50 auf 70 zusammen. Wie berichtet, laufen auch dagegen Anwohner Sturm.

Apropos Eisberger Straße: Beim Ortstermin beklagen Bürger die Gefahrenstellen im Abschnitt zwischen den Einmündungen Frettholzweg und Veltheimer Straße. „Besonders Schulkinder sind gefährdet“, sagt Renate Bauer und zeigt auf die Bushaltestelle, die schutzlos an der Straße liegt.

Und in Fahrtrichtung Hausberge sei die Abzweigung Veltheimer Straße, die zur Anschlussstelle führt, ein Verkehrsrisiko. Anwohner berichten, dass manche Autofahrer mit 70 Sachen oder schneller unterwegs seien und dann plötzlich abbremsten, weil sie die Abzweigung offenbar erst spät wahrnähmen. Auffahrunfälle drohten.

So beschränken sich die Ideen und Forderungen der Anwohner nicht nur auf den Frettholzweg. Rolf Tebbe, Parteifreund von Susanne Engelking, hält auf der Eisberger Straße einen Zebrastreifen für wünschenswert. Bürger beklagten, dass sie aufgrund des zunehmenden Autoverkehrs kaum noch über die Straße kämen, berichtet Tebbe. Und die Einmündung Veltheimer Straße sollte idealerweise zu einem Kreisel umgebaut werden. Das wäre aber an einige Voraussetzungen geknüpft, etwa an Grunderwerb.

Torsten Klingenberg hat vor 40 Jahren die Folgen ungelöster Verkehrsprobleme an der Eisberger Straße schmerzhaft zu spüren bekommen. Der damals Achtjährige wurde von einem Auto angefahren und mit gebrochenem Bein ins Krankenhaus gebracht. Seither habe sich nichts verbessert, meint er. Im Gegenteil. Der Fahrzeugverkehr habe deutlich zugenommen.

Susanne Engelking will in Sachen Frettholzweg nicht klein beigeben und notfalls über die FDP-Kreistagsfraktion Druck machen, sollte im Kreishaus niemand reagieren. Dass am Frettholzweg Handlungsbedarf besteht, unterstrich in der Weihnachtsratssitzung auch Portas Bürgermeister. Er halte eine Temporeduzierung auf 30 km/h für dringend erforderlich, sagte Bernd Hedtmann.

Der Autor ist unter Telefon(0571) 882 164 erreichbar oderunter Dirk.Haunhorst@MT.de

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

1 Kommentar

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

HausbergeAnwohner des Frettholzweges fordern Tempo 30Dirk HaunhorstPorta Westfalica-Hausberge (mt). Anna Brinkmann lässt ihre Kinder nicht mehr auf dem Hof ihres Grundstückes spielen. Die Gefahr, die von der angrenzenden Straße ausgeht, sei zu groß. „Die Autos auf dem Frettholzweg sind viel zu schnell“, sagt sie. An Tempo 50 halte sich kaum jemand. Brinkmann wünscht sich eine Rückkehr zu Tempo 30 – so wie viele ihrer Nachbarn. Ortstermin in der Hausberger Schweiz. Auf dem Parkplatz des Geschäftshauses, zu dem eine Bäckerei gehört, haben sich anderthalb Dutzend Anwohner von Frettholzweg und abzweigenden Straßen versammelt, Sie unterstützen eine politischen Antrag, den die FDP in der Weihnachtsratssitzung eingebracht hat und dem sämtliche Fraktionen zustimmten. Die Portaner Verwaltung soll mit dem zuständigen Straßenbaulastträger Gespräche führen, damit die Geschwindigkeit auf dem Frettholzweg von 50 auf 30 Stundenkilometer verringert wird. Der Frettholzweg ist eine Kreisstraße, er zweigt von der Eisberger Straße ab und führt zum Fernsehturm hoch. Im Kreishaus ist die Nachricht von dem Portaner Ratsbeschluss noch nicht angekommen, wie eine Pressesprecherin am Donnerstag mitteilt. Sobald das geschen sei, werde der Straßenbaulastträger mit der Polizei einen Termin vereinbaren, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Portaner Politiker dringen auf eine rasche Lösung. Allen voran Susanne Engelking (FDP), die seit Jahren auf die Gefahrenstellen hinweist. „Der Frettholzweg ist sehr schmal und hat keinen Fuß- und Radweg. Autos parken zwischen Häusern und Straße. Fußgänger müssen an die Seite springen, wenn motorisierte Verkehrsteilnehmer keine Rücksicht nehmen.“ Die Situation habe sich in den vergangen Monaten verschärft, berichten Anwohner. Neue Baugebiete in der Hausberger Schweiz führten zu mehr Verkehr, zugleich seien die Zahlen der Fernsehturmbesucher gestiegen. Paradoxerweise nahm die Verkehrsbehörde die Tempo-30-Regelung zurück und erlaubte wieder 50 Stundenkilometer. „Es hat dazu nicht einmal Informationen gegeben“, beklagt Angelika Josting-Klingenberg. Den Grund für die plötzliche Veränderung konnte der Kreis zwischen den Jahren auf MT-Anfrage nicht erläutern, weil die zuständigen Fachleute derzeit nicht im Dienst sind. Möglicherweise hing der Wechsel von Tempo 30 zu 50 mit der parallel vollzogenen Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf der Eisberger Straße von 50 auf 70 zusammen. Wie berichtet, laufen auch dagegen Anwohner Sturm. Apropos Eisberger Straße: Beim Ortstermin beklagen Bürger die Gefahrenstellen im Abschnitt zwischen den Einmündungen Frettholzweg und Veltheimer Straße. „Besonders Schulkinder sind gefährdet“, sagt Renate Bauer und zeigt auf die Bushaltestelle, die schutzlos an der Straße liegt. Und in Fahrtrichtung Hausberge sei die Abzweigung Veltheimer Straße, die zur Anschlussstelle führt, ein Verkehrsrisiko. Anwohner berichten, dass manche Autofahrer mit 70 Sachen oder schneller unterwegs seien und dann plötzlich abbremsten, weil sie die Abzweigung offenbar erst spät wahrnähmen. Auffahrunfälle drohten. So beschränken sich die Ideen und Forderungen der Anwohner nicht nur auf den Frettholzweg. Rolf Tebbe, Parteifreund von Susanne Engelking, hält auf der Eisberger Straße einen Zebrastreifen für wünschenswert. Bürger beklagten, dass sie aufgrund des zunehmenden Autoverkehrs kaum noch über die Straße kämen, berichtet Tebbe. Und die Einmündung Veltheimer Straße sollte idealerweise zu einem Kreisel umgebaut werden. Das wäre aber an einige Voraussetzungen geknüpft, etwa an Grunderwerb. Torsten Klingenberg hat vor 40 Jahren die Folgen ungelöster Verkehrsprobleme an der Eisberger Straße schmerzhaft zu spüren bekommen. Der damals Achtjährige wurde von einem Auto angefahren und mit gebrochenem Bein ins Krankenhaus gebracht. Seither habe sich nichts verbessert, meint er. Im Gegenteil. Der Fahrzeugverkehr habe deutlich zugenommen. Susanne Engelking will in Sachen Frettholzweg nicht klein beigeben und notfalls über die FDP-Kreistagsfraktion Druck machen, sollte im Kreishaus niemand reagieren. Dass am Frettholzweg Handlungsbedarf besteht, unterstrich in der Weihnachtsratssitzung auch Portas Bürgermeister. Er halte eine Temporeduzierung auf 30 km/h für dringend erforderlich, sagte Bernd Hedtmann. Der Autor ist unter Telefon(0571) 882 164 erreichbar oderunter Dirk.Haunhorst@MT.de