Update: Kleinkind in Maurerkübel ertrunken: Berufung trotz Antrags unwahrscheinlich Dirk Haunhorst Porta Westfalica/Minden (mt). Obwohl die Anwältin Rechtsmittel eingelegt hat, wird es im Fall der verurteilten Tagesmutter vermutlich nicht zu einer Berufungsverhandlung kommen. Dies unterstrich Anwältin Kathleen Heine am Montag gegenüber dem MT. „Der Berufungsantrag erfolgt zunächst aus Gründen der Fristwahrung.“ Sie habe in den vergangenen Tagen wenig Zeit gehabt, das weitere Vorgehen mit der Mandantin zu besprechen, sagt Heine. Außerdem wollte sie der ehemaligen Tagesmutter Gelegenheit geben, nach der Gerichtsverhandlung ein wenig durchzuatmen.Heine will mit ihrer Mandantin innerhalb der nächsten zwei Wochen über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Tendenz gehe aber dahin, den Fall abzuschließen und die Berufung damit wieder zurückzuziehen.Das Amtsgericht Minden hatte die ehemalige Tagesmutter am 17. Februar nach fünf Stunden Verhandlung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Das Gericht war damit dem Antrag der Nebenkläger gefolgt und über die Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer Geldstrafe hinausgegangen.Richter Daniel Wacker hatte es als erwiesen angewiesen, dass die Leiterin einer Tagesstätte in Veltheim ihre Sorgfalts- und Aufsichtspflicht verletzt hat. Unter ihrer Aufsicht war im Juni 2015 ein 16 Monate alter Junge nach dem Sturz in einen wenige Zentimeter hoch mit Wasser gefüllten Maurerkübel gefallen und ertrunken.Die Rechtsmittel wurden fristgerecht innerhalb einer Woche nach dem Urteil eingelegt, das damit nicht rechtskräftig ist. Wie Dr. Jörg Eisberg, Direktor des Mindener Amtsgerichts mitteilt, hat das Gericht nun fünf Wochen Zeit, sein Urteil schriftlich zu begründen. Da Rechtsmittel eingelegt worden seien, werde die Begründung umfangreicher ausfallen, als dies ohne Berufung der Fall gewesen wäre, sagte Eisberg.Anschließend bleibt der Anwältin der Tagesmutter ein Monat Zeit für die Begründung der Berufung. Herrin des des schriftlichen Verfahrens, zu dem auch die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zählt, ist die Berufungskammer am Landgericht Bielefeld. Sie entscheidet über den Berufungsantrag.Sollte es einer Verhandlung kommen, kann das Urteil gegen die Tagesmutter nicht härter ausfallen, da sie allein in Berufung gegangen ist. Es scheint jedoch unwahrscheinlich, dass sich die 38-Jährige einem weiteren Verfahren aussetzen will.

Update: Kleinkind in Maurerkübel ertrunken: Berufung trotz Antrags unwahrscheinlich

Der Fall einer verurteilten Erzieherin aus Porta Westfalica wird möglicherweise ein Nachspiel am Landgericht Bielefeld haben. © MT-Foto: Alex Lehn

Porta Westfalica/Minden (mt). Obwohl die Anwältin Rechtsmittel eingelegt hat, wird es im Fall der verurteilten Tagesmutter vermutlich nicht zu einer Berufungsverhandlung kommen. Dies unterstrich Anwältin Kathleen Heine am Montag gegenüber dem MT. „Der Berufungsantrag erfolgt zunächst aus Gründen der Fristwahrung.“ Sie habe in den vergangenen Tagen wenig Zeit gehabt, das weitere Vorgehen mit der Mandantin zu besprechen, sagt Heine. Außerdem wollte sie der ehemaligen Tagesmutter Gelegenheit geben, nach der Gerichtsverhandlung ein wenig durchzuatmen.

Heine will mit ihrer Mandantin innerhalb der nächsten zwei Wochen über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Tendenz gehe aber dahin, den Fall abzuschließen und die Berufung damit wieder zurückzuziehen.

Das Amtsgericht Minden hatte die ehemalige Tagesmutter am 17. Februar nach fünf Stunden Verhandlung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Das Gericht war damit dem Antrag der Nebenkläger gefolgt und über die Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer Geldstrafe hinausgegangen.

Richter Daniel Wacker hatte es als erwiesen angewiesen, dass die Leiterin einer Tagesstätte in Veltheim ihre Sorgfalts- und Aufsichtspflicht verletzt hat. Unter ihrer Aufsicht war im Juni 2015 ein 16 Monate alter Junge nach dem Sturz in einen wenige Zentimeter hoch mit Wasser gefüllten Maurerkübel gefallen und ertrunken.

Die Rechtsmittel wurden fristgerecht innerhalb einer Woche nach dem Urteil eingelegt, das damit nicht rechtskräftig ist. Wie Dr. Jörg Eisberg, Direktor des Mindener Amtsgerichts mitteilt, hat das Gericht nun fünf Wochen Zeit, sein Urteil schriftlich zu begründen. Da Rechtsmittel eingelegt worden seien, werde die Begründung umfangreicher ausfallen, als dies ohne Berufung der Fall gewesen wäre, sagte Eisberg.

Anschließend bleibt der Anwältin der Tagesmutter ein Monat Zeit für die Begründung der Berufung. Herrin des des schriftlichen Verfahrens, zu dem auch die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zählt, ist die Berufungskammer am Landgericht Bielefeld. Sie entscheidet über den Berufungsantrag.

Sollte es einer Verhandlung kommen, kann das Urteil gegen die Tagesmutter nicht härter ausfallen, da sie allein in Berufung gegangen ist. Es scheint jedoch unwahrscheinlich, dass sich die 38-Jährige einem weiteren Verfahren aussetzen will.

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