Mit dem Wilhelm auf Augenhöhe - Portaner Fotograf Hebold auf Detailsuche Fanpage mit Infos und schrägen Perspektiven Von Nina Könemann Porta Westfalica (mt). Dem Kaiser Wilhelm ins Auge sehen und abdrücken: Philipp Hebold hat sein Traumfoto genau im Kopf, nur gemacht hat er es noch nicht. "Dafür bin ich nicht schwindelfrei genug", sagt der 28-Jährige. Denn um dem "Willi" ins Gesicht zu blicken, braucht es eine hohe Leiter und Stehvermögen. Im Netz wird man mit so etwas zum Helden. Und was im Netz Gefallen findet, hat Philipp Hebold in den vergangenen vier Monaten gelernt: Die Mühlenkreisler lieben den Kaiser und sie lieben ungewöhnliche Perspektiven. Auf seiner Facebook-Seite "Mühlenkreis-Details" sind diese Motive deshalb auch immer die Beliebtesten. "Und Nachtaufnahmen. Dafür braucht man ein Stativ und lange Belichtungszeiten, das kriegt niemand mit dem Handy hin", sagt der Fotograf.Vor vier Monaten gründete Hebold die Fanpage, auf der er seine Fotos aus der Region teilt. Mittlerweile diskutieren rund 600 Menschen mit, Tendenz steigend. Die Bilder stammen teilweise aus dem Fundus des Fotografen, häufig fährt er aber auch extra mit seiner Kamera los, um neues Futter für die Seite zu haben.Angefangen hat alles - wer hätte es anders vermutet - mit dem Kaiser. "Ich habe Bilder bearbeitet und Details an der Figur entdeckt, die ich noch gar nicht kannte", sagt der 28-Jährige. Über die Jahre hätte er tausendfach Fotos vom Denkmal gemacht. Dieses Mal war ein wahres Unikat dabei. "Ich habe ganz nah heran gezoomt und dabei entdeckt, wie viele Ketten und Orden um den Hals der Figur hängen."Mit dieser Erkenntnis war der Portaner nicht allein. "Auch viele meiner Freunde fanden das Foto interessant." Die Idee zur Fanpage mit Detailbildern war geboren. Philipp Hebold sieht sie vor allem als Ausdruck seiner Heimatverbundenheit. "Ich habe drei Jahre nicht im Mühlenkreis gelebt und in dieser Zeit gemerkt, wie schön es hier eigentlich ist", sagt er. Man sei zwar viel auf dem Wittekindsberg, an der Margarethenkapelle oder im Dom unterwegs, "die Infotafeln liest man aber fast nie. Die Details übersieht man."Das will er jetzt ändern. "Je mehr Infos ich sammele, desto interessanter finde ich sie", sagt der Student der Wirtschaftswissenschaften. Zu seinen Detailbildern recherchiert er deshalb Fakten, spricht mit Menschen vor Ort oder schreibt einfach nur zusammen, was ohnehin auf den Infotafeln steht. "Die Leute empfinden es trotzdem aus Neuigkeit, weil sie die Tafeln gar nicht kennen", sagt Hebold. Er wundere sich deshalb umso mehr, dass es ein ähnlichen Angebot nirgendwo gebe.Geld verdient der selbstständige Fotograf mit der Seite übrigens nicht, auch Aufträge habe sie noch keine abgeworfen. Macht aber nichts, findet er. "Ich mache das ja auch als Eigenmotivation." Im nächsten Monat wolle er erstmal sein Wirtschaftsstudium abschließen und dann einen Job im Marketing antreten.Für Tipps über interessante Orte im Mühlenkreis sei er deshalb auch immer dankbar. "Ich kann ja auch nicht überall sein." Als nächstes Fotoprojekt hat er den 1200 Jahre alten Dom in Minden anvisiert. "Ich habe mich dort für eine private Führung angemeldet. Da nehme ich bestimmt eine Menge Infos und Fotos mit."

Mit dem Wilhelm auf Augenhöhe - Portaner Fotograf Hebold auf Detailsuche

Porta Westfalica (mt). Dem Kaiser Wilhelm ins Auge sehen und abdrücken: Philipp Hebold hat sein Traumfoto genau im Kopf, nur gemacht hat er es noch nicht. "Dafür bin ich nicht schwindelfrei genug", sagt der 28-Jährige. Denn um dem "Willi" ins Gesicht zu blicken, braucht es eine hohe Leiter und Stehvermögen. Im Netz wird man mit so etwas zum Helden.

Sieht gerne genau hin: Fotograf Philipp Hebold.
Sieht gerne genau hin: Fotograf Philipp Hebold.
Philipp Hebold sucht "Mühlenkreis-Details" - © PORTA
Philipp Hebold sucht "Mühlenkreis-Details" - © PORTA

Und was im Netz Gefallen findet, hat Philipp Hebold in den vergangenen vier Monaten gelernt: Die Mühlenkreisler lieben den Kaiser und sie lieben ungewöhnliche Perspektiven. Auf seiner Facebook-Seite "Mühlenkreis-Details" sind diese Motive deshalb auch immer die Beliebtesten. "Und Nachtaufnahmen. Dafür braucht man ein Stativ und lange Belichtungszeiten, das kriegt niemand mit dem Handy hin", sagt der Fotograf.

Vor vier Monaten gründete Hebold die Fanpage, auf der er seine Fotos aus der Region teilt. Mittlerweile diskutieren rund 600 Menschen mit, Tendenz steigend. Die Bilder stammen teilweise aus dem Fundus des Fotografen, häufig fährt er aber auch extra mit seiner Kamera los, um neues Futter für die Seite zu haben.

Angefangen hat alles - wer hätte es anders vermutet - mit dem Kaiser. "Ich habe Bilder bearbeitet und Details an der Figur entdeckt, die ich noch gar nicht kannte", sagt der 28-Jährige. Über die Jahre hätte er tausendfach Fotos vom Denkmal gemacht. Dieses Mal war ein wahres Unikat dabei. "Ich habe ganz nah heran gezoomt und dabei entdeckt, wie viele Ketten und Orden um den Hals der Figur hängen."

Mit dieser Erkenntnis war der Portaner nicht allein. "Auch viele meiner Freunde fanden das Foto interessant." Die Idee zur Fanpage mit Detailbildern war geboren. Philipp Hebold sieht sie vor allem als Ausdruck seiner Heimatverbundenheit. "Ich habe drei Jahre nicht im Mühlenkreis gelebt und in dieser Zeit gemerkt, wie schön es hier eigentlich ist", sagt er. Man sei zwar viel auf dem Wittekindsberg, an der Margarethenkapelle oder im Dom unterwegs, "die Infotafeln liest man aber fast nie. Die Details übersieht man."

Das will er jetzt ändern. "Je mehr Infos ich sammele, desto interessanter finde ich sie", sagt der Student der Wirtschaftswissenschaften. Zu seinen Detailbildern recherchiert er deshalb Fakten, spricht mit Menschen vor Ort oder schreibt einfach nur zusammen, was ohnehin auf den Infotafeln steht. "Die Leute empfinden es trotzdem aus Neuigkeit, weil sie die Tafeln gar nicht kennen", sagt Hebold. Er wundere sich deshalb umso mehr, dass es ein ähnlichen Angebot nirgendwo gebe.

Das bisher beliebteste Bild auf "Mühlenkreis-Details": Die Glacisbrücke aus der Froschperspektive. - © Foto: Philipp Hebold
Das bisher beliebteste Bild auf "Mühlenkreis-Details": Die Glacisbrücke aus der Froschperspektive. - © Foto: Philipp Hebold

Geld verdient der selbstständige Fotograf mit der Seite übrigens nicht, auch Aufträge habe sie noch keine abgeworfen. Macht aber nichts, findet er. "Ich mache das ja auch als Eigenmotivation." Im nächsten Monat wolle er erstmal sein Wirtschaftsstudium abschließen und dann einen Job im Marketing antreten.

Für Tipps über interessante Orte im Mühlenkreis sei er deshalb auch immer dankbar. "Ich kann ja auch nicht überall sein." Als nächstes Fotoprojekt hat er den 1200 Jahre alten Dom in Minden anvisiert. "Ich habe mich dort für eine private Führung angemeldet. Da nehme ich bestimmt eine Menge Infos und Fotos mit."

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