Zwischen Hightech und Handarbeit: So schreitet die Baustelle auf der B482 in Porta Westfalica voran Thomas Lieske Porta Westfalica-Hausberge. Gefühlvoll schiebt sich die riesige Baggerschaufel durch die lockere Erde. Erstaunlich, wie eben die Fläche ist, die der Fahrer mit seinem tonnenschweren Gerät mit nur einer Bewegung aufbereitet. Hier kommt es auf jeden Zentimeter an. Denn schon bald sollen hier täglich bis zu 30.000 Fahrzeuge rüberrollen. Damit die neue Fahrbahn so präzise wie möglich gebaut werden kann, kommen auf der Baustelle auf der Bundesstraße 482 in Hausberge vor allem Hightech-Geräte zum Einsatz. „Der Bagger wird per GPS gesteuert“, erklärt Thomas Rentz. Er ist der operative Leiter für Tief-, Kanal- und Straßenbau beim beauftragten Mindener Bauunternehmen Becker. Über Sensoren in der Schaufel erkennt der Bagger, wie groß und breit das Arbeitsgerät ist und wie tief die Schaufel in den Boden eindringen muss, um die Fläche auf die richtige Höhe zu bringen. Denn beim Unterbau für den Asphalt muss alles stimmen, damit die Fahrbahndecke möglichst lange hält. Zwei Monitore im Führerhaus zeigen alle wichtigen Daten an. Draußen riecht es nach Zement. „Wir haben Zement in die Erde gemischt, so wird sie tragfähiger“, erklärt Rentz. Ob die Tragfähigkeit ausreicht, überprüft Clemens Fischer nur wenige Meter weiter mit einem speziellen Gerät. „Das ist ein dynamisches Lastplattendruckversuchgerät“, sagt Rentz und schmunzelt. Ein umständliches Wort, findet auch er. Das Gerät lässt aus einer Höhe von 70 Zentimetern ein zehn Kilo schweres Gewicht auf eine Platte fallen, die auf dem Boden liegt. Beschleunigungssensoren messen dann, wie tief die Platte in den verdichteten Boden eindringt und damit auch, wie tragfähig er ist. Auch hier ist Hightech im Einsatz. Pure Handarbeit ist dagegen beim Verlegen der Pflastersteine gefragt. Sie bilden die Abschlusskante zwischen Asphalt und Bürgersteig und den vielen neuen Verkehrsinseln. Mehrere Arbeiter sind damit beschäftigt, die Steine im zukünftigen Kreuzungsbereich zu verlegen. Aprospos Kreuzung. Hier gibt es eine gute Nachricht. „Wenn die Witterung mitspielt wie bisher, dann können wir den Kreuzungsbereich noch in diesem Jahr für alle Fahrspuren wieder freigeben“, sagt Florian Farwick. Er ist Projektleiter der Großbaustelle bei der Landesbehörde Straßen NRW. „Dann haben wir das Gröbste hinter uns.“ Richtig viel Arbeit wartet dagegen noch an der Fußgängerunterführung. Der Tunnel muss wegen der zusätzlichen Fahrspur von der Rampe der Weserbrücke Richtung Kreuzung jetzt verlängert werden. Dort fehlt auch noch das Fundament Das liegt dafür bereits an anderen Stellen: zum Beispiel für die zahlreichen Verkehrsschilder und die neuen Ampelmasten. Und für einen Kamerapfosten, der gut 50 Meter vor der Kreuzung steht. Denn die soll nicht nur mit hochmodernen Geräten ausgebaut werden, sondern selbst nach dem Umbau auf dem neuesten Stand der Technik sein. „Die Kamera wird das Verkehrsaufkommen überwachen und die Ampel die Grünphasen der Ampel entsprechend steuern“, erklärt Sven Johanning. Er ist Pressesprecher bei Straßen NRW. Kameras würden das Verkehrsgeschehen präziser erfassen als etwa Kontaktschleifen im Boden. „Die Kreuzung wird durch die neue Technik um Generationen jünger“, ergänzt Thomas Rentz. Noch klaffen überall Löcher, sind Leer-Rohre zu sehen, liegen Fundamente frei, und an einigen Stellen fehlt noch der neue Asphalt. „Derzeit sehen wir noch ganz viel von dem, was später unter dem Asphalt verschwinden wird. Dann wird nur noch ein Siebtel von dem zu sehen sein, was jetzt gebaut wird“, zeigt sich Johanning beeindruckt von der Größe und dem Umfang der Baustelle. „Die verlangt den Arbeitern so ziemlich alles ab, was es im Straßenbau überhaupt gibt: Vom Tunnelbau bis zur Asphaltdecke ist alles dabei.

Zwischen Hightech und Handarbeit: So schreitet die Baustelle auf der B482 in Porta Westfalica voran

Blick von oben: Die Baustelle auf der B 482 ist eine große Herausforderung. Denn während der gesamten Maßnahme rollt der Verkehr durch die Baustelle. Noch in diesem Jahr soll der Kreuzungsbereich wieder komplett freigegeben werden. MT- © Fotos: Thomas Lieske

Porta Westfalica-Hausberge. Gefühlvoll schiebt sich die riesige Baggerschaufel durch die lockere Erde. Erstaunlich, wie eben die Fläche ist, die der Fahrer mit seinem tonnenschweren Gerät mit nur einer Bewegung aufbereitet. Hier kommt es auf jeden Zentimeter an. Denn schon bald sollen hier täglich bis zu 30.000 Fahrzeuge rüberrollen. Damit die neue Fahrbahn so präzise wie möglich gebaut werden kann, kommen auf der Baustelle auf der Bundesstraße 482 in Hausberge vor allem Hightech-Geräte zum Einsatz.

„Der Bagger wird per GPS gesteuert“, erklärt Thomas Rentz. Er ist der operative Leiter für Tief-, Kanal- und Straßenbau beim beauftragten Mindener Bauunternehmen Becker. Über Sensoren in der Schaufel erkennt der Bagger, wie groß und breit das Arbeitsgerät ist und wie tief die Schaufel in den Boden eindringen muss, um die Fläche auf die richtige Höhe zu bringen. Denn beim Unterbau für den Asphalt muss alles stimmen, damit die Fahrbahndecke möglichst lange hält. Zwei Monitore im Führerhaus zeigen alle wichtigen Daten an.

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Draußen riecht es nach Zement. „Wir haben Zement in die Erde gemischt, so wird sie tragfähiger“, erklärt Rentz. Ob die Tragfähigkeit ausreicht, überprüft Clemens Fischer nur wenige Meter weiter mit einem speziellen Gerät. „Das ist ein dynamisches Lastplattendruckversuchgerät“, sagt Rentz und schmunzelt. Ein umständliches Wort, findet auch er. Das Gerät lässt aus einer Höhe von 70 Zentimetern ein zehn Kilo schweres Gewicht auf eine Platte fallen, die auf dem Boden liegt. Beschleunigungssensoren messen dann, wie tief die Platte in den verdichteten Boden eindringt und damit auch, wie tragfähig er ist. Auch hier ist Hightech im Einsatz.

Hier ist noch klassische Handarbeit gefragt: Die Pflastersteine als Abschluss müssen sauber verlegt werden.
Hier ist noch klassische Handarbeit gefragt: Die Pflastersteine als Abschluss müssen sauber verlegt werden.

Pure Handarbeit ist dagegen beim Verlegen der Pflastersteine gefragt. Sie bilden die Abschlusskante zwischen Asphalt und Bürgersteig und den vielen neuen Verkehrsinseln. Mehrere Arbeiter sind damit beschäftigt, die Steine im zukünftigen Kreuzungsbereich zu verlegen. Aprospos Kreuzung. Hier gibt es eine gute Nachricht. „Wenn die Witterung mitspielt wie bisher, dann können wir den Kreuzungsbereich noch in diesem Jahr für alle Fahrspuren wieder freigeben“, sagt Florian Farwick. Er ist Projektleiter der Großbaustelle bei der Landesbehörde Straßen NRW. „Dann haben wir das Gröbste hinter uns.“

Noch eine Großbaustelle: Der Tunnel für die Fußgänger muss deutlich verlängert werden.
Noch eine Großbaustelle: Der Tunnel für die Fußgänger muss deutlich verlängert werden.

Richtig viel Arbeit wartet dagegen noch an der Fußgängerunterführung. Der Tunnel muss wegen der zusätzlichen Fahrspur von der Rampe der Weserbrücke Richtung Kreuzung jetzt verlängert werden. Dort fehlt auch noch das Fundament

Das liegt dafür bereits an anderen Stellen: zum Beispiel für die zahlreichen Verkehrsschilder und die neuen Ampelmasten. Und für einen Kamerapfosten, der gut 50 Meter vor der Kreuzung steht. Denn die soll nicht nur mit hochmodernen Geräten ausgebaut werden, sondern selbst nach dem Umbau auf dem neuesten Stand der Technik sein. „Die Kamera wird das Verkehrsaufkommen überwachen und die Ampel die Grünphasen der Ampel entsprechend steuern“, erklärt Sven Johanning. Er ist Pressesprecher bei Straßen NRW. Kameras würden das Verkehrsgeschehen präziser erfassen als etwa Kontaktschleifen im Boden. „Die Kreuzung wird durch die neue Technik um Generationen jünger“, ergänzt Thomas Rentz.

Mit Kamera und GPS-Technik lässt sich die Schaufel des Baggers zentimetergenau steuern.
Mit Kamera und GPS-Technik lässt sich die Schaufel des Baggers zentimetergenau steuern.

Noch klaffen überall Löcher, sind Leer-Rohre zu sehen, liegen Fundamente frei, und an einigen Stellen fehlt noch der neue Asphalt. „Derzeit sehen wir noch ganz viel von dem, was später unter dem Asphalt verschwinden wird. Dann wird nur noch ein Siebtel von dem zu sehen sein, was jetzt gebaut wird“, zeigt sich Johanning beeindruckt von der Größe und dem Umfang der Baustelle. „Die verlangt den Arbeitern so ziemlich alles ab, was es im Straßenbau überhaupt gibt: Vom Tunnelbau bis zur Asphaltdecke ist alles dabei.

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