Zwei Jahre dicht: Neues Millionenprojekt der Bahn in Porta Westfalica Thomas Lieske Porta Westfalica-Holzhausen. Die 109 Jahre alte Brücke an der Costedter Straße in Holzhausen trägt zwei Gleise der wichtigsten innerdeutschen Ost-West-Verbindung der Bahn. Wie lange die Bahnbrücke in diesem Zustand noch halten würde, ist ungewiss. Deshalb packt der Konzern die Gleisüberführung jetzt an. Keine einfache Sache, weiß der zuständige Projektleiter Torben Siebert. Zwei Jahre wird die Baustelle vermutlich dauern, verrät er im Gespräch mit dem MT. Das bedeutet auch: zwei Jahre Vollsperrung der Costedter Straße in diesem Bereich. Doch was macht das Projekt so aufwendig? „Wir müssen eine Hilfsbrücke einbauen, damit wir danach die alten Brückenteile abreißen können“, erklärt Siebert. Besonders kniffelig: „Die Brücke liegt in einer Insellage zwischen der Überführung für die B482 und der Brücke der anderen zwei Gleise der Bahnstrecke“, weiß Siebert. Das sei für die Logistik in der Baustelle eine große Herausforderung. Kurz: Es wird eng. Die 26 Meter lange Hilfsbrücke, die übrigens in einem Werk der Deutschen Bahn bereits vorgefertigt wird, damit der Einbau schnell über die Bühne geht, kommt aber erst im Oktober. Während des Einbaus werden die beiden Gleise für den Zugverkehr gesperrt. „Wir dürfen die Strecken nicht dauerhaft sperren, sondern haben gewisse Sperrpausen. Die müssen aber bereits drei bis fünf Jahre vorher beantragt werden“, erklärt Torben Siebert das aufwendige Planverfahren. Während der Sperrpause läuft der Zugverkehr dann nur noch über zwei Gleise. Zu nennenswerten Einschränkungen im Personenverkehr soll es dabei aber nicht kommen, betont der Projektleiter. „Den Güterverkehr wird es stärker treffen. Den müssen wir in dieser Zeit großräumig umleiten.“ Denn ansonsten wird es zu eng auf der Strecke. Dass die Straße schon jetzt gesperrt wird, obwohl die eigentliche Brückenbaustelle erst im Oktober beginnt, habe noch einen anderen Grund. „Bevor wir die Baugruben herstellen können, müssen wir die vorhandenen Leitungen in die Straßenmitte verlegen. Diese Arbeiten haben bereits begonnen“, sagt Siebert. Bis zum 30. August sollen die Leitungen dann verlegt sein. In dieser Zeit können nur Fußgänger den Bereich passieren. Und irgendwann in diesem Zeitraum muss auch die Kreuzung zur Straße Vogelparadies für rund eine Woche gesperrt werden. Die Firmen in der Umgebung sollen aber erreichbar bleiben. Weite Infos will die Bahn bekanntgeben. Der Einbau der Bohrträger für die Gründung findet vom 8. bis 15. Oktober statt. Die Hilfsbrücke selbst folgt dann vom 24. bis 29. Oktober. Ein drittes Mal müssen die beiden Gleise dann im Frühjahr 2023 vom 3. bis 7. Februar gesperrt werden, wenn die Hilfsbrücke wieder ausgebaut wird. Während der Sperrpausen läuft die Baustelle an der Eisenbahnbrücke übrigens 24 Stunden durch. „In der Zeit wird auch nachts gearbeitet, damit wir die Sperrpausen so kurz wie möglich halten können. Dafür setzen wir aber lärmmindernde Geräte ein, damit möglichst wenig Lärmemissionen entstehen“, erklärt Torben Siebert. Ähnliche schallgedämpfte Geräte kamen bereits bei der letzten Großbaustelle der Bahn beim Einbau der Lärmschutzwände in Hausberge und Costedt zum Einsatz. Und was kostet das aufwendige Projekt? Auf eine genaue Summe will sich der Projektleiter nicht festnageln lassen – immerhin gebe es in der Auftragsvergabe als öffentlicher Auftraggeber einen gewissen Wettbewerb. Immerhin: Einen mittleren einstelligen Millionenbetrag nennt Siebert als Orientierung. Wenn alles glatt läuft, soll die Straße spätestens zum 30. Juni 2023 wieder freigegeben werden. Obwohl: Wirklich eine Wahl hat die Bahn bei diesem Datum nicht. „Wir müssen dann auch fertig werden, weil direkt im Anschluss der Neubau der Eisenbahnüberführung Wittenhusen wenige hundert Meter weiter folgt“, erklärt Siebert.

Zwei Jahre dicht: Neues Millionenprojekt der Bahn in Porta Westfalica

Die Arbeiten an der Bahnunterführung in Holzhausen sind gestartet. Zuerst werden die Leitungen in die Mitte der Straße verlegt. Die eigentlichen Arbeiten an der Brücke beginnen im Oktober. MT-Foto: Thomas Lieske © Thomas Lieske

Porta Westfalica-Holzhausen. Die 109 Jahre alte Brücke an der Costedter Straße in Holzhausen trägt zwei Gleise der wichtigsten innerdeutschen Ost-West-Verbindung der Bahn. Wie lange die Bahnbrücke in diesem Zustand noch halten würde, ist ungewiss. Deshalb packt der Konzern die Gleisüberführung jetzt an. Keine einfache Sache, weiß der zuständige Projektleiter Torben Siebert. Zwei Jahre wird die Baustelle vermutlich dauern, verrät er im Gespräch mit dem MT. Das bedeutet auch: zwei Jahre Vollsperrung der Costedter Straße in diesem Bereich.

Doch was macht das Projekt so aufwendig? „Wir müssen eine Hilfsbrücke einbauen, damit wir danach die alten Brückenteile abreißen können“, erklärt Siebert. Besonders kniffelig: „Die Brücke liegt in einer Insellage zwischen der Überführung für die B482 und der Brücke der anderen zwei Gleise der Bahnstrecke“, weiß Siebert. Das sei für die Logistik in der Baustelle eine große Herausforderung. Kurz: Es wird eng.

Die 26 Meter lange Hilfsbrücke, die übrigens in einem Werk der Deutschen Bahn bereits vorgefertigt wird, damit der Einbau schnell über die Bühne geht, kommt aber erst im Oktober. Während des Einbaus werden die beiden Gleise für den Zugverkehr gesperrt. „Wir dürfen die Strecken nicht dauerhaft sperren, sondern haben gewisse Sperrpausen. Die müssen aber bereits drei bis fünf Jahre vorher beantragt werden“, erklärt Torben Siebert das aufwendige Planverfahren. Während der Sperrpause läuft der Zugverkehr dann nur noch über zwei Gleise. Zu nennenswerten Einschränkungen im Personenverkehr soll es dabei aber nicht kommen, betont der Projektleiter. „Den Güterverkehr wird es stärker treffen. Den müssen wir in dieser Zeit großräumig umleiten.“ Denn ansonsten wird es zu eng auf der Strecke.


Dass die Straße schon jetzt gesperrt wird, obwohl die eigentliche Brückenbaustelle erst im Oktober beginnt, habe noch einen anderen Grund. „Bevor wir die Baugruben herstellen können, müssen wir die vorhandenen Leitungen in die Straßenmitte verlegen. Diese Arbeiten haben bereits begonnen“, sagt Siebert. Bis zum 30. August sollen die Leitungen dann verlegt sein. In dieser Zeit können nur Fußgänger den Bereich passieren. Und irgendwann in diesem Zeitraum muss auch die Kreuzung zur Straße Vogelparadies für rund eine Woche gesperrt werden. Die Firmen in der Umgebung sollen aber erreichbar bleiben. Weite Infos will die Bahn bekanntgeben.

Der Bereich um die Baustelle bleibt gut zwei Jahre gesperrt. - © MT/Alexander Hoffmann
Der Bereich um die Baustelle bleibt gut zwei Jahre gesperrt. - © MT/Alexander Hoffmann

Der Einbau der Bohrträger für die Gründung findet vom 8. bis 15. Oktober statt. Die Hilfsbrücke selbst folgt dann vom 24. bis 29. Oktober. Ein drittes Mal müssen die beiden Gleise dann im Frühjahr 2023 vom 3. bis 7. Februar gesperrt werden, wenn die Hilfsbrücke wieder ausgebaut wird.

Während der Sperrpausen läuft die Baustelle an der Eisenbahnbrücke übrigens 24 Stunden durch. „In der Zeit wird auch nachts gearbeitet, damit wir die Sperrpausen so kurz wie möglich halten können. Dafür setzen wir aber lärmmindernde Geräte ein, damit möglichst wenig Lärmemissionen entstehen“, erklärt Torben Siebert. Ähnliche schallgedämpfte Geräte kamen bereits bei der letzten Großbaustelle der Bahn beim Einbau der Lärmschutzwände in Hausberge und Costedt zum Einsatz.

Und was kostet das aufwendige Projekt? Auf eine genaue Summe will sich der Projektleiter nicht festnageln lassen – immerhin gebe es in der Auftragsvergabe als öffentlicher Auftraggeber einen gewissen Wettbewerb. Immerhin: Einen mittleren einstelligen Millionenbetrag nennt Siebert als Orientierung.

Wenn alles glatt läuft, soll die Straße spätestens zum 30. Juni 2023 wieder freigegeben werden. Obwohl: Wirklich eine Wahl hat die Bahn bei diesem Datum nicht. „Wir müssen dann auch fertig werden, weil direkt im Anschluss der Neubau der Eisenbahnüberführung Wittenhusen wenige hundert Meter weiter folgt“, erklärt Siebert.

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