Welche Dauerbaustellen Bürgermeister Bernd Hedtmann vor Ende seiner Amtszeit im Auge hat Dirk Haunhorst Porta Westfalica. Bernd Hedtmann hat zu Jahresbeginn einige Tage auf Teneriffa verbracht, um sich von den vergangenen Monaten zu erholen. „Das letzte Quartal des Jahres schlaucht“, sagt er. Neben den hauptamtlichen Aufgaben gibt es dann viele Repräsentationstermine wie Adventsfeiern und Konzerte, die ein Bürgermeister wahrnimmt. „Freizeit hat man dann eigentlich nicht mehr.“ Insofern habe der Kanaren-Trip gut getan, um Kraft zu tanken. Denn Hedtmann will seine Amtszeit nicht ausklingen lassen, er hat in den nächsten Monaten einiges vor. Wie berichtet, hatte der Bürgermeister nach seinem Januar-Urlaub vor einem Jahr verkündet, sich 2020 nicht zur Wiederwahl zu stellen. Offiziell ist für ihn am 31. Oktober Schluss, gut anderthalb Monate nach der Kommunalwahl (13. September). Hedtmanns Nachfolger – oder Nachfolgerin – wird am 1. November den Dienst antreten. Weserbogen: Der Preisist nicht entscheidend Bis dahin soll der neue Eigentümer der Freizeitanlage Großer Weserbogen seine erste Sommersaison absolviert haben. Hedtmann ist nach mehreren Gesprächen zuversichtlich, dass sich „in der zweiten Februarhälfte eine Lösung herauskristallisiert“ und die kommunale Weserbogengesellschaft eine Verkaufsentscheidung trifft. Nach den Problemen der Vergangenheit, als die Anlage verpachtet wurde, habe eine dauerhafte Lösung, die ausdrücklich ein attraktives gastronomisches Angebot enthält, eindeutig Priorität. „Der Kaufpreis ist nicht das Entscheidende.“ Berghotel und Kaiserhof:Zwei Stachel im Fleisch Während der Bürgermeister optimistisch ist, dass die Aufwertung des Weserbogen-Areals im Sinne eines sanften Tourismus noch während seiner Amtszeit gelingt, möchte er auf anderen Dauerbaustellen zumindest Fortschritte erzielen. Das gilt insbesondere für die leerstehenden Immobilien „Berghotel“ in Hausberge und „Kaiserhof“ auf Barkhauser Seite. „Das sind zwei Stachel im Fleisch“, sagt Hedtmann. Auch hier würden aussichtsreiche Gespräche geführt. Für den Kaiserhof zeichne sich zumindest ein „Silberstreif am Horizont“ ab, wobei damit ausdrücklich nicht die Ansiedlung eines Nahversorgers gemeint sei. Hedtmann kann sich stattdessen vorstellen, dass das frühere Hotelgelände zum Wohnen genutzt wird. Wenn es gut läuft, könnte demnächst auch in das Berghotel auf der anderen Weserseite wieder Leben einziehen. Hedtmann steht in Kontakt mit den Eigentümern, deren Verkaufsbemühungen in den vergangenen Jahren scheiterten. Eine Weichenstellung noch diesem Jahr in Richtung frühere Nutzung sei denkbar, meint das Stadtoberhaupt. „Uns fehlt hier an allen Ecken und Enden ein Hotel.“ Sein persönlicher Wunsch ist ein Frühstückshotel. Für die abendliche Versorgung der Gäste sei die umliegende Gastronomie zuständig. Wobei Hedtmann zugibt, dass die Angebote noch ausbaufähig seien. Wittekindsburg: Gesprächeam Runden Tisch Die ungeklärte Erschließung der Wittekindsburg und viele weitere Fragen und Diskussionen, die damit zusammenhängen, haben Hedtmann in den vergangenen Jahren beschäftigt – und zuweilen geärgert. Das Wichtigste sei aber, dass trotz mancher Kontroverse der Gesprächsfaden nicht abreiße. Deshalb freue er sich, dass für März ein Termin am Runden Tisch vereinbart worden sein. Dort treffen sich dann Vertreter von Stadt, des Burgvereins Witthüs und der neue Eigentümer des Gästehauses. Der Bürgermeister ist erleichtert, dass nach jahrelangen Debatten samt Bürgerentscheid die Sanierung der Grundschulen starten kann. „Die Maßnahmen sind klar beschrieben, die Sanierung kommt ins Laufen.“ Die Ergebnisse wird sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin präsentieren. Die verbleibenden gut neun Monate Amtszeit werden ohnehin wie im Flug vergehen, vermutet Bernd Hedtmann. „Natürlich wird Wehmut aufkommen.“ Für Abschiedsworte sei es eigentlich noch zu früh, doch man könne angesichts aktueller Entwicklungen gar nicht oft genug betonen, wie wichtig eine wehrhafte Demokratie sei, die für Grundwerte einstehe. „Demokratie ist das Beste, was wir erleben durften. Das müssen wir bewahren.“

Welche Dauerbaustellen Bürgermeister Bernd Hedtmann vor Ende seiner Amtszeit im Auge hat

Bernd Hedtmann, Bürgermeister seit 2014, verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Seine Amtszeit endet am 31. Oktober. MT-Foto: Dirk Haunhorst © haunhorst

Porta Westfalica. Bernd Hedtmann hat zu Jahresbeginn einige Tage auf Teneriffa verbracht, um sich von den vergangenen Monaten zu erholen. „Das letzte Quartal des Jahres schlaucht“, sagt er. Neben den hauptamtlichen Aufgaben gibt es dann viele Repräsentationstermine wie Adventsfeiern und Konzerte, die ein Bürgermeister wahrnimmt. „Freizeit hat man dann eigentlich nicht mehr.“ Insofern habe der Kanaren-Trip gut getan, um Kraft zu tanken. Denn Hedtmann will seine Amtszeit nicht ausklingen lassen, er hat in den nächsten Monaten einiges vor.

Wie berichtet, hatte der Bürgermeister nach seinem Januar-Urlaub vor einem Jahr verkündet, sich 2020 nicht zur Wiederwahl zu stellen. Offiziell ist für ihn am 31. Oktober Schluss, gut anderthalb Monate nach der Kommunalwahl (13. September). Hedtmanns Nachfolger – oder Nachfolgerin – wird am 1. November den Dienst antreten.

Weserbogen: Der Preisist nicht entscheidend

Blick aus dem Kaiserhof in Richtung Weserbrücke: Das ehemalige Hotel steht nach Insolvenz und Großbrand seit mehr als acht Jahren leer. Entstehen hier demnächst Wohnungen? MT-Foto (Archiv): Dirk Haunhorst
Blick aus dem Kaiserhof in Richtung Weserbrücke: Das ehemalige Hotel steht nach Insolvenz und Großbrand seit mehr als acht Jahren leer. Entstehen hier demnächst Wohnungen? MT-Foto (Archiv): Dirk Haunhorst

Bis dahin soll der neue Eigentümer der Freizeitanlage Großer Weserbogen seine erste Sommersaison absolviert haben. Hedtmann ist nach mehreren Gesprächen zuversichtlich, dass sich „in der zweiten Februarhälfte eine Lösung herauskristallisiert“ und die kommunale Weserbogengesellschaft eine Verkaufsentscheidung trifft. Nach den Problemen der Vergangenheit, als die Anlage verpachtet wurde, habe eine dauerhafte Lösung, die ausdrücklich ein attraktives gastronomisches Angebot enthält, eindeutig Priorität. „Der Kaufpreis ist nicht das Entscheidende.“

Berghotel und Kaiserhof:Zwei Stachel im Fleisch

Während der Bürgermeister optimistisch ist, dass die Aufwertung des Weserbogen-Areals im Sinne eines sanften Tourismus noch während seiner Amtszeit gelingt, möchte er auf anderen Dauerbaustellen zumindest Fortschritte erzielen. Das gilt insbesondere für die leerstehenden Immobilien „Berghotel“ in Hausberge und „Kaiserhof“ auf Barkhauser Seite. „Das sind zwei Stachel im Fleisch“, sagt Hedtmann. Auch hier würden aussichtsreiche Gespräche geführt. Für den Kaiserhof zeichne sich zumindest ein „Silberstreif am Horizont“ ab, wobei damit ausdrücklich nicht die Ansiedlung eines Nahversorgers gemeint sei. Hedtmann kann sich stattdessen vorstellen, dass das frühere Hotelgelände zum Wohnen genutzt wird.

Wenn es gut läuft, könnte demnächst auch in das Berghotel auf der anderen Weserseite wieder Leben einziehen. Hedtmann steht in Kontakt mit den Eigentümern, deren Verkaufsbemühungen in den vergangenen Jahren scheiterten. Eine Weichenstellung noch diesem Jahr in Richtung frühere Nutzung sei denkbar, meint das Stadtoberhaupt. „Uns fehlt hier an allen Ecken und Enden ein Hotel.“ Sein persönlicher Wunsch ist ein Frühstückshotel. Für die abendliche Versorgung der Gäste sei die umliegende Gastronomie zuständig. Wobei Hedtmann zugibt, dass die Angebote noch ausbaufähig seien.

Wittekindsburg: Gesprächeam Runden Tisch

Die ungeklärte Erschließung der Wittekindsburg und viele weitere Fragen und Diskussionen, die damit zusammenhängen, haben Hedtmann in den vergangenen Jahren beschäftigt – und zuweilen geärgert. Das Wichtigste sei aber, dass trotz mancher Kontroverse der Gesprächsfaden nicht abreiße. Deshalb freue er sich, dass für März ein Termin am Runden Tisch vereinbart worden sein. Dort treffen sich dann Vertreter von Stadt, des Burgvereins Witthüs und der neue Eigentümer des Gästehauses.

Der Bürgermeister ist erleichtert, dass nach jahrelangen Debatten samt Bürgerentscheid die Sanierung der Grundschulen starten kann. „Die Maßnahmen sind klar beschrieben, die Sanierung kommt ins Laufen.“ Die Ergebnisse wird sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin präsentieren. Die verbleibenden gut neun Monate Amtszeit werden ohnehin wie im Flug vergehen, vermutet Bernd Hedtmann. „Natürlich wird Wehmut aufkommen.“ Für Abschiedsworte sei es eigentlich noch zu früh, doch man könne angesichts aktueller Entwicklungen gar nicht oft genug betonen, wie wichtig eine wehrhafte Demokratie sei, die für Grundwerte einstehe. „Demokratie ist das Beste, was wir erleben durften. Das müssen wir bewahren.“

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