Weiter Stau auf der A2: Baustelle bei Weserflutbrücke bleibt bis zum Sommer Ulf Hanke Bad Oeynhausen. Die Notreparatur der Weserflutbrücke sorgt bis zum Sommer für Beeinträchtigungen am Kreuz Bad Oeynhausen. Eigentlich sollte die Baustelle auf der A2 in Richtung Hannover Ende März fertig werden. Nun wird sie voraussichtlich Mitte Juli auf der Zielgeraden sein. Das bestätigte der Projektverantwortliche Ariaz Tabrizi auf Anfrage. Damit verzögert sich auch die dritte Notreparatur in vier Jahren. Eigentlich sollten die Fugen noch im vergangenen Winter repariert werden. Die Kunststofffüllungen brauchten Wärme, dafür wurden extra beheizte Zelte auf der Autobahn aufgestellt. Doch nach einer Bauleiterkonferenz von Straßen NRW wurde beschlossen, die nur mangelhaft verankerten Fahrbahnfugen komplett zu entfernen und durch andere Konstruktionen zu ersetzen. Den Abriss zahlt die Fugen-Firma, die neuen Fugen der Steuerzahler. Nach Angaben von Tabrizi haben sich die Gesamtkosten für die Bauarbeiten auf der A2 dadurch nicht weiter erhöht. Straßen NRW hat 2020 neben den beiden Weserflut- auch die beiden Weserstrombrücken auf der Grenze zu Porta Westfalica gleich mit instand gesetzt. Die Kosten für die Reparatur der vier A2-Brücken gibt Tabrizi mit rund 2,3 Millionen Euro an. Rund 800.000 Euro kostet allein die Verkehrsführung. Chronischer Brücken-Karies Ursprünglich sollten die Fugen in den Fahrbahnübergängen mit dem Dichtungsmaterial Polyflex geflickt werden. Im Juli 2018 bremsten dann jedoch Diebe die Autobahnsanierung aus. Sie stahlen über Nacht die teuren Kunststoffkomponenten gleich palettenweise von der Baustelle. Geschätzter Wert: 15.000 Euro. Die Baufirma beschaffte auf eigene Kosten Ersatz. Die reparierten Fugen hielten allerdings nur wenige Monate. Der Beton in der Brücke bröckelte, die Dichtung hielt nicht dicht. Im Sommer 2019 ließ Straßen NRW die Lücken behelfsweise mit Gussasphalt stopfen. Im Sommer 2020 sollte dann die dritte Reparatur in drei Jahren endlich Ruhe auf der Baustelle bringen. Auf der Weserflutbrücke in Richtung Dortmund hat die Polyflex-Füllung gehalten. Nur in Richtung Hannover stellte Straßen NRW im vergangenen Sommer erneut fest: Der Kunststoff haftet nicht. Betroffen war jede zweite Fuge auf der Weserstrombrücke. Außerdem ist offenbar über Jahre falsch abgeleitetes Regenwasser durch Risse ins Bauwerk eingesickert und hat den Stahlbeton unter dem Asphalt mürbe gemacht. Die Weserflutbrücke hat Karies im fortgeschrittenen Stadium. Mauerwerk der Reichsautobahn Die jüngste Notreparatur der Weserflutbrücke soll zehn bis 15 Jahre halten – bis zum Abriss. Unter der dreispurigen Fahrbahn befinden sich eigentlich zwei Brücken – in jede Fahrtrichtung. Die eine Brücke ist ein massives Bauwerk aus gemauerten Bögen und stammt als Teil der Reichsautobahn noch aus dem Jahr 1938. Die andere ist eine filigrane Stahlbetonkonstruktion von 1977. Weil jeden Tag 100.000 Fahrzeuge die Verbindung der beiden Brücken erschüttern, bröckelt der Stahlbeton von 1977. „In den nächsten zehn, 15 Jahren werden wir die jüngere Brücke ersetzen müssen", sagt der Brückenverantwortliche Ariaz Tabrizi. Seit dem Jahr 2018 doktern die Verantwortlichen an dem Bauwerk herum, um seine Lebenszeit zu verlängern. Die Notlösung mit der Polyflex-Fuge im Fahrbahnübergang war noch von Straßen NRW eingefädelt worden. Tabrizi hat das Projekt im vergangenen Jahr bei Straßen NRW übernommen und zu seinem neuen Arbeitgeber mitgenommen. Inzwischen arbeitet Tabrizi für die bundeseigene Autobahn GmbH. Die neuen Übergänge heißen XW und D80. Wegen des Wintereinbruchs im Februar und der feuchten Witterung in den Wochen danach verzögerte sich ihr Einbau zusätzlich. Neuer Termin zur Fertigsstellung ist laut Internetseite „verkehr.nrw" der 11. Juli, 20 Uhr.

Weiter Stau auf der A2: Baustelle bei Weserflutbrücke bleibt bis zum Sommer

Problemfuge: Jede zweite Fuge auf der Weserflutbrücke der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Hannover musste erneuert werden. Der Polyflex-Belag hat nicht gehalten. © Ulf Hanke

Bad Oeynhausen. Die Notreparatur der Weserflutbrücke sorgt bis zum Sommer für Beeinträchtigungen am Kreuz Bad Oeynhausen. Eigentlich sollte die Baustelle auf der A2 in Richtung Hannover Ende März fertig werden. Nun wird sie voraussichtlich Mitte Juli auf der Zielgeraden sein. Das bestätigte der Projektverantwortliche Ariaz Tabrizi auf Anfrage.

Damit verzögert sich auch die dritte Notreparatur in vier Jahren. Eigentlich sollten die Fugen noch im vergangenen Winter repariert werden. Die Kunststofffüllungen brauchten Wärme, dafür wurden extra beheizte Zelte auf der Autobahn aufgestellt. Doch nach einer Bauleiterkonferenz von Straßen NRW wurde beschlossen, die nur mangelhaft verankerten Fahrbahnfugen komplett zu entfernen und durch andere Konstruktionen zu ersetzen. Den Abriss zahlt die Fugen-Firma, die neuen Fugen der Steuerzahler.

Nach Angaben von Tabrizi haben sich die Gesamtkosten für die Bauarbeiten auf der A2 dadurch nicht weiter erhöht. Straßen NRW hat 2020 neben den beiden Weserflut- auch die beiden Weserstrombrücken auf der Grenze zu Porta Westfalica gleich mit instand gesetzt. Die Kosten für die Reparatur der vier A2-Brücken gibt Tabrizi mit rund 2,3 Millionen Euro an. Rund 800.000 Euro kostet allein die Verkehrsführung.

Chronischer Brücken-Karies

Ursprünglich sollten die Fugen in den Fahrbahnübergängen mit dem Dichtungsmaterial Polyflex geflickt werden. Im Juli 2018 bremsten dann jedoch Diebe die Autobahnsanierung aus. Sie stahlen über Nacht die teuren Kunststoffkomponenten gleich palettenweise von der Baustelle. Geschätzter Wert: 15.000 Euro. Die Baufirma beschaffte auf eigene Kosten Ersatz. Die reparierten Fugen hielten allerdings nur wenige Monate. Der Beton in der Brücke bröckelte, die Dichtung hielt nicht dicht. Im Sommer 2019 ließ Straßen NRW die Lücken behelfsweise mit Gussasphalt stopfen. Im Sommer 2020 sollte dann die dritte Reparatur in drei Jahren endlich Ruhe auf der Baustelle bringen.

Auf der Weserflutbrücke in Richtung Dortmund hat die Polyflex-Füllung gehalten. Nur in Richtung Hannover stellte Straßen NRW im vergangenen Sommer erneut fest: Der Kunststoff haftet nicht. Betroffen war jede zweite Fuge auf der Weserstrombrücke. Außerdem ist offenbar über Jahre falsch abgeleitetes Regenwasser durch Risse ins Bauwerk eingesickert und hat den Stahlbeton unter dem Asphalt mürbe gemacht. Die Weserflutbrücke hat Karies im fortgeschrittenen Stadium.

Mauerwerk der Reichsautobahn

Die jüngste Notreparatur der Weserflutbrücke soll zehn bis 15 Jahre halten – bis zum Abriss. Unter der dreispurigen Fahrbahn befinden sich eigentlich zwei Brücken – in jede Fahrtrichtung. Die eine Brücke ist ein massives Bauwerk aus gemauerten Bögen und stammt als Teil der Reichsautobahn noch aus dem Jahr 1938. Die andere ist eine filigrane Stahlbetonkonstruktion von 1977. Weil jeden Tag 100.000 Fahrzeuge die Verbindung der beiden Brücken erschüttern, bröckelt der Stahlbeton von 1977.

„In den nächsten zehn, 15 Jahren werden wir die jüngere Brücke ersetzen müssen", sagt der Brückenverantwortliche Ariaz Tabrizi. Seit dem Jahr 2018 doktern die Verantwortlichen an dem Bauwerk herum, um seine Lebenszeit zu verlängern. Die Notlösung mit der Polyflex-Fuge im Fahrbahnübergang war noch von Straßen NRW eingefädelt worden. Tabrizi hat das Projekt im vergangenen Jahr bei Straßen NRW übernommen und zu seinem neuen Arbeitgeber mitgenommen. Inzwischen arbeitet Tabrizi für die bundeseigene Autobahn GmbH.

Die neuen Übergänge heißen XW und D80. Wegen des Wintereinbruchs im Februar und der feuchten Witterung in den Wochen danach verzögerte sich ihr Einbau zusätzlich. Neuer Termin zur Fertigsstellung ist laut Internetseite „verkehr.nrw" der 11. Juli, 20 Uhr.

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