Viele Fragen, einige Antworten: Prezero und das 120-Millionen-Euro-Projekt Dirk Haunhorst Porta Westfalica. Das Unternehmen Prezero hat auf seiner Internetseite (prezero.com) Fragen und Antworten zu den geplanten Sortier- und Recyclinganlagen in Neesen zusammengestellt. Auch sind dort einige Bilder zu sehen, die die Dimension des 120-Millionen-Euro-Bauprojekts andeuten. Allerdings wünschen sich Politiker des Bezirksausschusses für Neesen und Lerbeck aussagekräftigere Visualisierungen, vor allem aus der Perspektive des angrenzenden Wohngebietes Kloppenburg. Der Bezirksausschuss beschäftigte sich am Donnerstagabend unter der Leitung von Klaus Scholz (CDU) mit der Änderung des Bebauungsplanes im Bereich des ehemaligen Bahnschwellenlagers, das nördlich an das Prezero-Gelände angrenzt. Planer Dirk Tacke sowie drei Prezero-Mitarbeiter, unter ihnen Unternehmenssprecher Boris Ziegler, standen den Politikern und Anwohnern knapp zweieinhalb Stunden lang Rede und Antwort. Wie berichtet (MT vom 1. Oktober), hatte es es bereits vor zwei Wochen eine große Informationsveranstaltung auf Initiative der Wählergemeinschaft Porta gegeben. Einige Fragen, die damals auftauchten, beantwortet Prezero auf der Homepage. Mit weiteren Fragen, Ideen, Anregungen können sich die Bürgerinnen und Bürger unter der Mail-Adresse Recyclingcenter-Porta-Westfalica@prezero.com an das Unternehmen wenden. Viele Anwohnerfragen beschäftigen sich am Donnerstag mit Emissionen und Verkehrsbelastung. Die Neeser dringen darauf, dass die zusätzlichen 20 Lastwagen, die künftig täglich die neuen Anlagen ansteuern sollen, nicht im Wohngebiet landen. Einige Vorschläge wurden gemacht, wobei die komplette Abbindung der Kloppenburg eher unrealistisch ist, ein Wendehammer aber eine Option sein könnte. Ein Teilstück der Straße Kloppenburg soll im Bereich der Zufahrt zur neuen Anlage um knapp zwei Meter verbreitert werden. Wichtig ist den Politikern, dass die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer gewährleistet wird. Dieser Punkt und einige weitere wie die Simulation der Gebäudehöhen (etwa mit einem Ballon) und die Optimierung der Ampelanlage an der Prezero-Zufahrt an der B 482 reicht der Bezirksausschuss, der selbst nichts beschließen kann, als Empfehlung an den Fachausschuss des Rates weiter. Der Planungsausschuss wird sich voraussichtlich im Dezember mit dem nächsten Verfahrensschritt für die Bebauungsplanänderung befassen. Pro Jahr will Prezero in Neesen 150.000 Tonnen Leichtverpackungen sortieren und 60.000 Tonnen Granulate herstellen. Großen Wert legt der Bezirksausschuss auf die Kompletteinhausung der neuen Hallen, um Lärm und Gerüche zu vermeiden. Die Prezero-Leute berichteten am Donnerstag, dass solch ein Rundumschutz erfolgen solle. Vermutlich auch für das Ballenlager, das bislang komplett offen ist. Die Emissionen würden im Vergleich zu heute weniger, auf keinen Fall mehr, so Prezero. Die größte der neuen Hallen messe 180 mal 50 Meter, die Hallenhöhen lägen bei rund 20 Meter. Prezero sicherte auf Nachfrage von Marc Weber (Bündnis 90/Die Grünen) zu, dass bei der Verarbeitung der Kunststoffe keine giftigen Stoffen freigesetzt würden. Reinhard Fromme (SPD) fände es sinnvoll, wenn das Unternehmen die nahe Bahnstrecke mithilfe eines eigenen Gleisanschlusses für Transporte nutzen würde. Prezero-Sprecher Boris Ziegler erteilte zwar keine grundsätzliche Absage, meinte aber, dass dies zurzeit unrealistisch sei, weil die Kunden aktuell lediglich fünf oder zehn Tonnen abnähmen und selbst über keinen Gleisanschluss verfügten. Viele Fragen aus den Reihen von Politik und Anwohnern drehten sich bereits um genehmigungsrechtliche Dinge, die noch nicht zur Debatte stehen. Aktuell geht es um die Änderung des Bebauungsplanes „Neesen, Gewerbegebiet An der Pforte“ , der bislang eher kleinteilige Gewerbeflächen auf dem Gebiet des alten Bahnschwellenlagers vorsieht. Der Auftakt zur Planänderung erfolgte Anfang Juni mit dem Aufstellungsbeschluss. Vor weiteren Verfahrensschritten legt die Politik Wert auf umfassende Bürgerinformation. Prezero möchte mit dem Neubau im kommenden Jahr beginnen. Die Sortieranlage für Leichtverpackungen soll Mitte 2023 in Betrieb gehen, die Kunststoffaufbereitungsanlage zum 1. Januar 2025. Mithilfe der Investition entstünden ungefähr „100 krisensichere und systemrelevante Arbeitsplätze“, schreibt Prezero auf seiner Homepage. Wie berichtet, gibt es auch Pläne, mehrere Prezero-Verwaltungsstandorte in einem neuen Gebäude in Barkhausen zusammenzuziehen.

Viele Fragen, einige Antworten: Prezero und das 120-Millionen-Euro-Projekt

Die Prezero-Neubauten sollen ungefähr so hoch werden wie der herausragende Rest des alten Kieswerks an der Kloppenburg (rechts). Zeichnung: Prezero © prezero

Porta Westfalica. Das Unternehmen Prezero hat auf seiner Internetseite (prezero.com) Fragen und Antworten zu den geplanten Sortier- und Recyclinganlagen in Neesen zusammengestellt. Auch sind dort einige Bilder zu sehen, die die Dimension des 120-Millionen-Euro-Bauprojekts andeuten. Allerdings wünschen sich Politiker des Bezirksausschusses für Neesen und Lerbeck aussagekräftigere Visualisierungen, vor allem aus der Perspektive des angrenzenden Wohngebietes Kloppenburg.

Der Bezirksausschuss beschäftigte sich am Donnerstagabend unter der Leitung von Klaus Scholz (CDU) mit der Änderung des Bebauungsplanes im Bereich des ehemaligen Bahnschwellenlagers, das nördlich an das Prezero-Gelände angrenzt. Planer Dirk Tacke sowie drei Prezero-Mitarbeiter, unter ihnen Unternehmenssprecher Boris Ziegler, standen den Politikern und Anwohnern knapp zweieinhalb Stunden lang Rede und Antwort. Wie berichtet (MT vom 1. Oktober), hatte es es bereits vor zwei Wochen eine große Informationsveranstaltung auf Initiative der Wählergemeinschaft Porta gegeben. Einige Fragen, die damals auftauchten, beantwortet Prezero auf der Homepage. Mit weiteren Fragen, Ideen, Anregungen können sich die Bürgerinnen und Bürger unter der Mail-Adresse Recyclingcenter-Porta-Westfalica@prezero.com an das Unternehmen wenden.

Viele Anwohnerfragen beschäftigen sich am Donnerstag mit Emissionen und Verkehrsbelastung. Die Neeser dringen darauf, dass die zusätzlichen 20 Lastwagen, die künftig täglich die neuen Anlagen ansteuern sollen, nicht im Wohngebiet landen. Einige Vorschläge wurden gemacht, wobei die komplette Abbindung der Kloppenburg eher unrealistisch ist, ein Wendehammer aber eine Option sein könnte. Ein Teilstück der Straße Kloppenburg soll im Bereich der Zufahrt zur neuen Anlage um knapp zwei Meter verbreitert werden. Wichtig ist den Politikern, dass die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer gewährleistet wird. Dieser Punkt und einige weitere wie die Simulation der Gebäudehöhen (etwa mit einem Ballon) und die Optimierung der Ampelanlage an der Prezero-Zufahrt an der B 482 reicht der Bezirksausschuss, der selbst nichts beschließen kann, als Empfehlung an den Fachausschuss des Rates weiter. Der Planungsausschuss wird sich voraussichtlich im Dezember mit dem nächsten Verfahrensschritt für die Bebauungsplanänderung befassen.

Malina Reckordt

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Pro Jahr will Prezero in Neesen 150.000 Tonnen Leichtverpackungen sortieren und 60.000 Tonnen Granulate herstellen. Großen Wert legt der Bezirksausschuss auf die Kompletteinhausung der neuen Hallen, um Lärm und Gerüche zu vermeiden. Die Prezero-Leute berichteten am Donnerstag, dass solch ein Rundumschutz erfolgen solle. Vermutlich auch für das Ballenlager, das bislang komplett offen ist. Die Emissionen würden im Vergleich zu heute weniger, auf keinen Fall mehr, so Prezero. Die größte der neuen Hallen messe 180 mal 50 Meter, die Hallenhöhen lägen bei rund 20 Meter. Prezero sicherte auf Nachfrage von Marc Weber (Bündnis 90/Die Grünen) zu, dass bei der Verarbeitung der Kunststoffe keine giftigen Stoffen freigesetzt würden.

Reinhard Fromme (SPD) fände es sinnvoll, wenn das Unternehmen die nahe Bahnstrecke mithilfe eines eigenen Gleisanschlusses für Transporte nutzen würde. Prezero-Sprecher Boris Ziegler erteilte zwar keine grundsätzliche Absage, meinte aber, dass dies zurzeit unrealistisch sei, weil die Kunden aktuell lediglich fünf oder zehn Tonnen abnähmen und selbst über keinen Gleisanschluss verfügten.

Viele Fragen aus den Reihen von Politik und Anwohnern drehten sich bereits um genehmigungsrechtliche Dinge, die noch nicht zur Debatte stehen. Aktuell geht es um die Änderung des Bebauungsplanes „Neesen, Gewerbegebiet An der Pforte“ , der bislang eher kleinteilige Gewerbeflächen auf dem Gebiet des alten Bahnschwellenlagers vorsieht. Der Auftakt zur Planänderung erfolgte Anfang Juni mit dem Aufstellungsbeschluss. Vor weiteren Verfahrensschritten legt die Politik Wert auf umfassende Bürgerinformation.

Prezero möchte mit dem Neubau im kommenden Jahr beginnen. Die Sortieranlage für Leichtverpackungen soll Mitte 2023 in Betrieb gehen, die Kunststoffaufbereitungsanlage zum 1. Januar 2025. Mithilfe der Investition entstünden ungefähr „100 krisensichere und systemrelevante Arbeitsplätze“, schreibt Prezero auf seiner Homepage. Wie berichtet, gibt es auch Pläne, mehrere Prezero-Verwaltungsstandorte in einem neuen Gebäude in Barkhausen zusammenzuziehen.

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