Viel Kritik an Regioport-Plänen - Kommt Porta unter die Räder? "15 bis 20 Jahre Chaos" Porta Westfalica (dh). Die Portaner Politiker befürchten, dass die Stadt nach Fertigstellung des neuen Containerhafens Regioport unter die Räder kommt. Aufgrund der Zunahme des Lkw-Verkehrs in der Porta Westfalica drohe der Kollaps. Politiker sämtlicher Fraktionen forderten daher im Planungsausschuss die Regioport-Planer auf, dem Verkehrsinfarkt vorzubeugen, anstatt vollendete Tatsachen zu schaffen. "Wir in Porta sind gebrannte Kinder in Sachen Verkehr", sagte Klaus-Michael Orth (CDU).Adressat der Appelle war Malte Wittbecker, Geschäftsstellenleiter des Planungsverbandes Regioport. Er präsentierte die Eckdaten des Mindener Hafenprojektes. Die Politiker interessierten sich besonders für die erwartete Zunahme des Verkehrs. Eine Prognose geht von täglich 560 zusätzlichen Fahrzeugen auf der B482 aus, darunter 490 Lastwagen. Ein Gutachter hatte diese Mehrbelastung als "hinnehmbar" bezeichnet.Das sieht man in Porta Westfalica ganz anders. Technischer Beigeordneter Stefan Mohme sagte, die Bundesstraße sei schon heute mit 20000 bis 22000 Fahrzeugen pro Tag stark belastet. "Wir haben ein aktuelles Problem." Mohme meinte, man müsse mit dem Landesbetrieb Straßen NRW sprechen, um zum Beispiel "den Knotenpunkt am Fähranger zu optimieren".Einige Politiker befürchten, dass die Straßenverkehrsbehörde erst nach dem Bau des Regioports reagiere und dann der eventuelle Straßenausbau mit Sperrungen und weiteren Einschränkungen zusätzliche Staus verursachen werde. Peter Klenke (CDU) befürchtet im schlimmsten Fall "15 bis 20 Jahre Chaos".Marc Weber (Bündnisgrüne) gab zu bedenken, dass die Zunahme des Verkehrs nicht nur Staus produziere, sondern auch mehr Feinstaub und steigende Unfallzahlen. In Anlehnung an die Gutachter-Formulierung sagte Reinhard Geffert (SPD), dass die Situation, wie sie sich jetzt darstelle, "für Porta nicht hinnehmbar ist".Verkehrszählung in Aussicht gestelltMalte Wittbecker sicherte den Portanern zu, die Bedenken an die zuständigen Stellen weiterzuleiten, insbesondere an Straßen NRW. Mit der Verkehrsproblematik werde man sich ohnehin gesondert bei der Aufstellung des Bebauungsplanes für den Regioport befassen. Auch die von vielen Politikern geforderte Verkehrszählung stellte Wittbecker in Aussicht. Die Fraktionen monierten, dass die zugrunde liegenden Zahlen veraltet seien.Auch Heinz-Dieter Künsting meldete sich zu Wort. Der Hausberger ist Sprecher der Interessengruppe "Contra Regioport". Er monierte im Hinblick auf die erwarteten Verkehrsprobleme, dass die Regioport-Planer den zweiten Schritt vor dem ersten machten. "Uns reicht es langsam. Wir wollen hier nicht mehr Schwerlastverkehr haben."

Viel Kritik an Regioport-Plänen - Kommt Porta unter die Räder?

Porta Westfalica (dh). Die Portaner Politiker befürchten, dass die Stadt nach Fertigstellung des neuen Containerhafens Regioport unter die Räder kommt. Aufgrund der Zunahme des Lkw-Verkehrs in der Porta Westfalica drohe der Kollaps.

Politiker sämtlicher Fraktionen forderten daher im Planungsausschuss die Regioport-Planer auf, dem Verkehrsinfarkt vorzubeugen, anstatt vollendete Tatsachen zu schaffen. "Wir in Porta sind gebrannte Kinder in Sachen Verkehr", sagte Klaus-Michael Orth (CDU).

Adressat der Appelle war Malte Wittbecker, Geschäftsstellenleiter des Planungsverbandes Regioport. Er präsentierte die Eckdaten des Mindener Hafenprojektes. Die Politiker interessierten sich besonders für die erwartete Zunahme des Verkehrs. Eine Prognose geht von täglich 560 zusätzlichen Fahrzeugen auf der B482 aus, darunter 490 Lastwagen. Ein Gutachter hatte diese Mehrbelastung als "hinnehmbar" bezeichnet.

Das sieht man in Porta Westfalica ganz anders. Technischer Beigeordneter Stefan Mohme sagte, die Bundesstraße sei schon heute mit 20000 bis 22000 Fahrzeugen pro Tag stark belastet. "Wir haben ein aktuelles Problem." Mohme meinte, man müsse mit dem Landesbetrieb Straßen NRW sprechen, um zum Beispiel "den Knotenpunkt am Fähranger zu optimieren".

Einige Politiker befürchten, dass die Straßenverkehrsbehörde erst nach dem Bau des Regioports reagiere und dann der eventuelle Straßenausbau mit Sperrungen und weiteren Einschränkungen zusätzliche Staus verursachen werde. Peter Klenke (CDU) befürchtet im schlimmsten Fall "15 bis 20 Jahre Chaos".

Marc Weber (Bündnisgrüne) gab zu bedenken, dass die Zunahme des Verkehrs nicht nur Staus produziere, sondern auch mehr Feinstaub und steigende Unfallzahlen. In Anlehnung an die Gutachter-Formulierung sagte Reinhard Geffert (SPD), dass die Situation, wie sie sich jetzt darstelle, "für Porta nicht hinnehmbar ist".

Verkehrszählung in Aussicht gestellt

Malte Wittbecker sicherte den Portanern zu, die Bedenken an die zuständigen Stellen weiterzuleiten, insbesondere an Straßen NRW. Mit der Verkehrsproblematik werde man sich ohnehin gesondert bei der Aufstellung des Bebauungsplanes für den Regioport befassen. Auch die von vielen Politikern geforderte Verkehrszählung stellte Wittbecker in Aussicht. Die Fraktionen monierten, dass die zugrunde liegenden Zahlen veraltet seien.

Auch Heinz-Dieter Künsting meldete sich zu Wort. Der Hausberger ist Sprecher der Interessengruppe "Contra Regioport". Er monierte im Hinblick auf die erwarteten Verkehrsprobleme, dass die Regioport-Planer den zweiten Schritt vor dem ersten machten. "Uns reicht es langsam. Wir wollen hier nicht mehr Schwerlastverkehr haben."

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Themen der Woche