Verjüngungskur: Die Portaner CDU wirft vor der Kommunalwahl radikal um Thomas Lieske Porta Westfalica (mt). Nico Schwemling ist gerade einmal 24 Jahre alt, trägt Vollbart, einen Zopf, spielt Fußball, studiert Jura in Bielefeld. Und ja, er ist Vorsitzender der neu gegründeten Ortsunion Süd für die Ortsteile Holzhausen, Costedt, Vennebeck und Holtrup. Er selbst würde sich rein äußerlich „nicht als den typischen CDU-Mann“ beschreiben, sagt Schwemling. Doch der junge Mann aus Holzhausen steht sinnbildlich für eine Radikalkur, die der Portaner CDU-Stadtverband derzeit durchläuft: mehr junge Gesichter, weniger Ortsunionen. Denn auch Schwemlings neuer Vertreter Sascha Wolf gehört mit Anfang 30 zu der jungen Generation. Und die Liste könnte beinahe ewig weiter gehen. Den zweiten Schnitt hat der Stadtverband mit der neuen Ortsunion Eisbergen-Möllbergen-Veltheim gemacht. Auch dort: Neugründung. Auch dort: neue, junge Gesichter. Vorsitzender Thomas Möbius ist 35 Jahre alt, seine Stellvertreterin Christin Düker 36. Ein deutliches Zeichen für die anstehende Kommunalwahl: Alle vier wollen CDU-intern für einen guten Listenplatz werben und zur Wahl 2020 antreten. „Ich würde mich auf den Rat freuen“, erzählt Möbius, der bereits als sachkundiger Bürger den Ausschuss für Feuerwehr und Rettungswesen unterstützt. Der Logistikmeister war acht Jahre bei der Bundeswehr, hat dort die Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht und will mitreden, wenn es darum geht, Entscheidungen für den Rettungsdienst zu treffen. „Ohne Rettung geht es nicht, das ist ein Grundpfeiler des täglichen Lebens“, sagt der Fachmann. Durch seinen jetzigen Beruf hat er aber auch einen Blick für Logistik und Infrastruktur, erklärt der Möllberger. „Wir haben in Porta genug Nadelöhre im Verkehr, da gibt es einiges zu tun“, findet der 35-Jährige. Seine Stellvertreterin Christin Düker ist noch ganz frisch bei den Christdemokraten. Für die Mutter von zwei Kindern stehen – familienbedingt – andere Themen im Fokus: Kindergärten, darum möchte sie sich gern kümmern, sich engagieren. „Wenn man etwas verändern will, dann muss man sich eben auch engagieren und nicht nur hinter verschlossener Tür maulen“, findet die Veltheimerin. Sie glaubt, dass beim Kitaplatz-Bedarf in Porta noch viele Lücken zu schließen sind. Deshalb will sie sich nun in das Thema Jugendhilfe einarbeiten. Für Nico Schwemling steht das Thema Bildung im Fokus. Während seiner Schulzeit in Porta, aber auch während seines Studiums habe er gemerkt, dass da noch viel Luft nach oben sei. „Vor allem, wenn es um Unterrichtsmethoden geht. Aber auch bei Unterrichtsthemen ist Nachholbedarf“, sagt Schwemling. Das seien zwar eigentlich Themen, die auf Landes- oder Bundesebene aufgehängt sind. „Aber man muss ja im Kleinen anfangen, etwas zu verändern.“ Das fange bereits bei der digitalen Ausstattung der Schulen an. „Dafür muss dann aber auch erstmal der Breitbandausbau voranschreiten“, betont Schwemling. Für alle gebe es eine ganze Reihe von Themen, die in Porta unter den Nägeln brennen. Kaiserhof und Wittekindsburg gehören für die jungen Konservativen ebenso dazu wie der Naturschutz. „Ein Thema, das vor zehn Jahren noch beinahe undenkbar bei der CDU gewesen wäre“, sagt Thomas Möbius. Auch soziale Themen seien längst nicht mehr nur die Inhalte der SPD. „Aber eines ist bei allem wichtig“, betont Möbius: „Es muss bezahlbar sein.“ Der Ruck der jungen Generation in den CDU-Ortsunionen Portas, er ist auch ein mutiger. Für nicht wenige Mitglieder ist es noch immer wichtig, dass es möglichst für jeden Ortsteil eine Union gibt. Und die solle dann auch nur um die Themen der jeweiligen Ortsteile anpacken. „So denken wir heute aber nicht mehr“, erklärt Inga Bruckschen. Die Psychologin ist Vorsitzende des Stadtverbands, stand selbst vor einigen Jahren mit Antritt ihres Postens für eine radikale Verjüngungskur in der Portaner CDU. Aus sieben Unionen habe man nun sechs gemacht. „Und das wird in Zukunft sicherlich noch weitergehen“, erklärt sie. Das habe aber nichts damit zu tun, dass man nun alles eindampfen wolle, oder dass Mitglieder weglaufen – „unsere Zahlen sind sehr stabil“. „Vielmehr wollen wir endlich zeigen, dass Porta eine Stadt ist und nicht nur in den einzelnen Ortsteilen denken“, betont Bruckschen. Auch wenn das immer wieder Diskussionen mit älteren CDU-lern bedeutet. „Diese Diskussionen führen wir gerne, weil sie uns alle weiterbringen“, sagt Nico Schwemling. Der nächste Umbau bei der Portaner CDU steht schon an: Mitte November stehen Neuwahlen bei der Ortsunion Kleinenbremen-Nammen-Wülpke an. „Auch da wird es eine radikale Verjüngung geben“, versichert Bruckschen.

Verjüngungskur: Die Portaner CDU wirft vor der Kommunalwahl radikal um

Thomas Möbius (von links), Christin Düker und Nico Schwemling sind die neuen, jungen Gesichter an der Spitze der Ortsunionen. MT- © Foto: Thomas Lieske

Porta Westfalica (mt). Nico Schwemling ist gerade einmal 24 Jahre alt, trägt Vollbart, einen Zopf, spielt Fußball, studiert Jura in Bielefeld. Und ja, er ist Vorsitzender der neu gegründeten Ortsunion Süd für die Ortsteile Holzhausen, Costedt, Vennebeck und Holtrup. Er selbst würde sich rein äußerlich „nicht als den typischen CDU-Mann“ beschreiben, sagt Schwemling. Doch der junge Mann aus Holzhausen steht sinnbildlich für eine Radikalkur, die der Portaner CDU-Stadtverband derzeit durchläuft: mehr junge Gesichter, weniger Ortsunionen.

Denn auch Schwemlings neuer Vertreter Sascha Wolf gehört mit Anfang 30 zu der jungen Generation. Und die Liste könnte beinahe ewig weiter gehen. Den zweiten Schnitt hat der Stadtverband mit der neuen Ortsunion Eisbergen-Möllbergen-Veltheim gemacht. Auch dort: Neugründung. Auch dort: neue, junge Gesichter. Vorsitzender Thomas Möbius ist 35 Jahre alt, seine Stellvertreterin Christin Düker 36. Ein deutliches Zeichen für die anstehende Kommunalwahl: Alle vier wollen CDU-intern für einen guten Listenplatz werben und zur Wahl 2020 antreten.

„Ich würde mich auf den Rat freuen“, erzählt Möbius, der bereits als sachkundiger Bürger den Ausschuss für Feuerwehr und Rettungswesen unterstützt. Der Logistikmeister war acht Jahre bei der Bundeswehr, hat dort die Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht und will mitreden, wenn es darum geht, Entscheidungen für den Rettungsdienst zu treffen. „Ohne Rettung geht es nicht, das ist ein Grundpfeiler des täglichen Lebens“, sagt der Fachmann. Durch seinen jetzigen Beruf hat er aber auch einen Blick für Logistik und Infrastruktur, erklärt der Möllberger. „Wir haben in Porta genug Nadelöhre im Verkehr, da gibt es einiges zu tun“, findet der 35-Jährige.

Seine Stellvertreterin Christin Düker ist noch ganz frisch bei den Christdemokraten. Für die Mutter von zwei Kindern stehen – familienbedingt – andere Themen im Fokus: Kindergärten, darum möchte sie sich gern kümmern, sich engagieren. „Wenn man etwas verändern will, dann muss man sich eben auch engagieren und nicht nur hinter verschlossener Tür maulen“, findet die Veltheimerin. Sie glaubt, dass beim Kitaplatz-Bedarf in Porta noch viele Lücken zu schließen sind. Deshalb will sie sich nun in das Thema Jugendhilfe einarbeiten.

Für Nico Schwemling steht das Thema Bildung im Fokus. Während seiner Schulzeit in Porta, aber auch während seines Studiums habe er gemerkt, dass da noch viel Luft nach oben sei. „Vor allem, wenn es um Unterrichtsmethoden geht. Aber auch bei Unterrichtsthemen ist Nachholbedarf“, sagt Schwemling. Das seien zwar eigentlich Themen, die auf Landes- oder Bundesebene aufgehängt sind. „Aber man muss ja im Kleinen anfangen, etwas zu verändern.“ Das fange bereits bei der digitalen Ausstattung der Schulen an. „Dafür muss dann aber auch erstmal der Breitbandausbau voranschreiten“, betont Schwemling.

Für alle gebe es eine ganze Reihe von Themen, die in Porta unter den Nägeln brennen. Kaiserhof und Wittekindsburg gehören für die jungen Konservativen ebenso dazu wie der Naturschutz. „Ein Thema, das vor zehn Jahren noch beinahe undenkbar bei der CDU gewesen wäre“, sagt Thomas Möbius. Auch soziale Themen seien längst nicht mehr nur die Inhalte der SPD. „Aber eines ist bei allem wichtig“, betont Möbius: „Es muss bezahlbar sein.“

Der Ruck der jungen Generation in den CDU-Ortsunionen Portas, er ist auch ein mutiger. Für nicht wenige Mitglieder ist es noch immer wichtig, dass es möglichst für jeden Ortsteil eine Union gibt. Und die solle dann auch nur um die Themen der jeweiligen Ortsteile anpacken. „So denken wir heute aber nicht mehr“, erklärt Inga Bruckschen. Die Psychologin ist Vorsitzende des Stadtverbands, stand selbst vor einigen Jahren mit Antritt ihres Postens für eine radikale Verjüngungskur in der Portaner CDU. Aus sieben Unionen habe man nun sechs gemacht. „Und das wird in Zukunft sicherlich noch weitergehen“, erklärt sie. Das habe aber nichts damit zu tun, dass man nun alles eindampfen wolle, oder dass Mitglieder weglaufen – „unsere Zahlen sind sehr stabil“. „Vielmehr wollen wir endlich zeigen, dass Porta eine Stadt ist und nicht nur in den einzelnen Ortsteilen denken“, betont Bruckschen. Auch wenn das immer wieder Diskussionen mit älteren CDU-lern bedeutet. „Diese Diskussionen führen wir gerne, weil sie uns alle weiterbringen“, sagt Nico Schwemling.

Der nächste Umbau bei der Portaner CDU steht schon an: Mitte November stehen Neuwahlen bei der Ortsunion Kleinenbremen-Nammen-Wülpke an. „Auch da wird es eine radikale Verjüngung geben“, versichert Bruckschen.

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