Teurer Verzicht: Nur die Hälfte der Berechtigten Portaner hat geförderten Glasfaseranschluss beantragt Dirk Haunhorst Porta Westfalica. Den Glasfaseranschluss gibt es praktisch für „Appel und Ei“, doch das Interesse am Weiße-Flecken-Programm des Kreises Minden-Lübbecke ist in Porta Westfalica überraschend gering. Exakt 1.931 Häuser könnten von der Förderung profitieren und schnelles Internet bekommen. Doch lediglich knapp die Hälfte der Grundstückseigentümer hat sich beim ausführenden Unternehmen Greenfiber bis zum Ablauf der Frist am 6. Juni gemeldet. Für Enrico Nauen, den Breitband-Koordinator im Kreishaus, ist das eine enttäuschende Quote. So günstig, nämlich mit einem Baukostenzuschuss von lediglich 100 Euro, kämen die Hausbesitzer wohl nie mehr an Glasfaseranschlüsse. Über die Gründe kann auch der Fachmann nur spekulieren. Es gebe sicher Menschen, die mit einer Leistung von 16 Mbit zufrieden seien, weil sie nur ab und zu eine Mail schrieben. Die zahlten dann vielleicht 20 Euro im Monat und wollten nicht die gleiche Summe drauflegen, weil sie glaubten, dass sie 200 Mbit sowieso nicht brauchten. Diese Leute übersehen aber, so Nauen, dass mit dem Glasfaseranschluss auch eine Wertsteigerung der Immobilie verbunden sei. Dazu gebe es zwar keine gesicherte Zahl, in Expertenkreisen rede man aber von rund 10.000 Euro. Wie wichtig der Breitbandausbau sei, habe besonders die Pandemie verdeutlicht, als für viele die eigenen vier Wände zum Homeoffice wurde. Ein großes Thema, sowohl für Hauseigentümer als auch für Mieter. „Es gibt Wohnungen, für die kaum Mieter gefunden werden, weil schnelles Internet fehlt“, sagt Nauen. Greenfiber verlegt zurzeit die Leitungen im Stadtgebiet, um neben den Portaner Schulen auch jene knapp 2.000 Häuser mit schnellem Internet zu versorgen, die bislang weniger als 30 Mbit Leistung haben. Grundsätzlich können diese weißen Flecken, für deren Versorgung im gesamten Kreisgebiet 95 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung stehen, auch später noch ans Glasfasernetz anschließen lassen – die Leitung liegt ja praktisch vor der Tür. Doch das würde erheblich teurer, sagt Nauen. „Zehn Meter kosten ungefähr 3.000 Euro.“ So kostspielig muss es (noch) nicht werden. Zwar ist das 100-Euro-Programm Geschichte, doch in einer „Zwischenphase“, die vermutlich einige Monate dauert, ist der Hausanschluss noch für 500 Euro zu haben. Nauen empfiehlt den Grundstücksbesitzern, sich rechtzeitig zu informieren und nicht darauf zu warten, bis der Bagger beim Nachbarn vor der Tür steht. In Stemwede, wo der geförderte Ausbau weit fortgeschritten sei, gebe es bereits keinen 500-Euro-Hausanschluss mehr. Wer Fragen dazu hat, kann sich direkt an den Fachmann des Kreises wenden Er ist telefonisch zu erreichen unter der Rufnummer (0571) 807 230 11 oder per Mail an e.nauen@minden-luebbecke.de. Informationen gibt es auch auf der Unternehmensseite www.greenfiber.de. Enrico Nauen hatte Anfang Juni im Portaner Stadtentwicklungsausschuss über den Fortschritt beim Glasfaserausbau informiert. Deutlich wurde, wie komplex im Stadtgebiet die Gemengelage aus unterschiedlichen Anbietern, Techniken und Versorgungsgraden ist. Auch diese Unübersichtlichkeit könnte ein Grund dafür sein, dass sich manche Hauseigentümer erst gar nicht mit dem Thema auseinandersetzten und die Greenfiber-Informationen, die im Briefkasten lagen, womöglich nicht weiter beachteten. Manche Orte in Porta – Hausberge und Barkhausen etwa – haben längst schnelles Internet. Mithilfe von Greenfiber sollten die weißen Flecken in den Randbereichen versorgt werden. Sie befinden sich hauptsächlich im Südwesten der Stadt (Costedt, Holtrup, Vennebeck), im Nordosten (Kleinenbremen, Wülpke) sowie in den Randbereichen von Eisbergen und Veltheim sowie in Lohfeld. Wie berichtet, sind unabhängig vom Weiße-Flecken-Programm weitere Unternehmen in Porta in Sachen Breitbandausbau unterwegs. Dazu zählt die Deutschen Glasfaser Wholesale GmbH, Mit ihr hat die Stadt einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Überschneidungen mit den Greenfiber-Gebieten gibt es nicht, denn die Deutsche Glasfaser konzentriert sich im Norden auf Neesen, Lerbeck und Nammen sowie im Süden auf Eisbergen, Veltheim, Möllbergen und Holtrup (Gewerbegebiet). Aber das ist kein Selbstläufer, sondern hängt von der Vermarktungsquote ab: Mindestens 40 Prozent der potenziellen Nutzer müssen einen Hausanschluss wollen, damit die Deutsche Glasfaser tätig wird. Breitbandausbau muss sich am Ende rechnen. Das ist auch der Grund für viele unterversorgte Bereiche in dünn besiedelten Gebieten. Trotz des kreisweiten Förderprojektes werden in Porta wohl ein paar weiße Flecken übrig bleiben.

Teurer Verzicht: Nur die Hälfte der Berechtigten Portaner hat geförderten Glasfaseranschluss beantragt

Nur wer sich rechtzeitig gemeldet hat, bekommt die volle Förderung. © Symbolfoto: Arnulf Hettrich/imago images

Porta Westfalica. Den Glasfaseranschluss gibt es praktisch für „Appel und Ei“, doch das Interesse am Weiße-Flecken-Programm des Kreises Minden-Lübbecke ist in Porta Westfalica überraschend gering. Exakt 1.931 Häuser könnten von der Förderung profitieren und schnelles Internet bekommen. Doch lediglich knapp die Hälfte der Grundstückseigentümer hat sich beim ausführenden Unternehmen Greenfiber bis zum Ablauf der Frist am 6. Juni gemeldet.

Für Enrico Nauen, den Breitband-Koordinator im Kreishaus, ist das eine enttäuschende Quote. So günstig, nämlich mit einem Baukostenzuschuss von lediglich 100 Euro, kämen die Hausbesitzer wohl nie mehr an Glasfaseranschlüsse. Über die Gründe kann auch der Fachmann nur spekulieren. Es gebe sicher Menschen, die mit einer Leistung von 16 Mbit zufrieden seien, weil sie nur ab und zu eine Mail schrieben. Die zahlten dann vielleicht 20 Euro im Monat und wollten nicht die gleiche Summe drauflegen, weil sie glaubten, dass sie 200 Mbit sowieso nicht brauchten. Diese Leute übersehen aber, so Nauen, dass mit dem Glasfaseranschluss auch eine Wertsteigerung der Immobilie verbunden sei. Dazu gebe es zwar keine gesicherte Zahl, in Expertenkreisen rede man aber von rund 10.000 Euro.

Wie wichtig der Breitbandausbau sei, habe besonders die Pandemie verdeutlicht, als für viele die eigenen vier Wände zum Homeoffice wurde. Ein großes Thema, sowohl für Hauseigentümer als auch für Mieter. „Es gibt Wohnungen, für die kaum Mieter gefunden werden, weil schnelles Internet fehlt“, sagt Nauen.


Greenfiber verlegt zurzeit die Leitungen im Stadtgebiet, um neben den Portaner Schulen auch jene knapp 2.000 Häuser mit schnellem Internet zu versorgen, die bislang weniger als 30 Mbit Leistung haben. Grundsätzlich können diese weißen Flecken, für deren Versorgung im gesamten Kreisgebiet 95 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung stehen, auch später noch ans Glasfasernetz anschließen lassen – die Leitung liegt ja praktisch vor der Tür. Doch das würde erheblich teurer, sagt Nauen. „Zehn Meter kosten ungefähr 3.000 Euro.“

So kostspielig muss es (noch) nicht werden. Zwar ist das 100-Euro-Programm Geschichte, doch in einer „Zwischenphase“, die vermutlich einige Monate dauert, ist der Hausanschluss noch für 500 Euro zu haben. Nauen empfiehlt den Grundstücksbesitzern, sich rechtzeitig zu informieren und nicht darauf zu warten, bis der Bagger beim Nachbarn vor der Tür steht. In Stemwede, wo der geförderte Ausbau weit fortgeschritten sei, gebe es bereits keinen 500-Euro-Hausanschluss mehr.

Wer Fragen dazu hat, kann sich direkt an den Fachmann des Kreises wenden Er ist telefonisch zu erreichen unter der Rufnummer (0571) 807 230 11 oder per Mail an e.nauen@minden-luebbecke.de. Informationen gibt es auch auf der Unternehmensseite www.greenfiber.de.

Enrico Nauen hatte Anfang Juni im Portaner Stadtentwicklungsausschuss über den Fortschritt beim Glasfaserausbau informiert. Deutlich wurde, wie komplex im Stadtgebiet die Gemengelage aus unterschiedlichen Anbietern, Techniken und Versorgungsgraden ist. Auch diese Unübersichtlichkeit könnte ein Grund dafür sein, dass sich manche Hauseigentümer erst gar nicht mit dem Thema auseinandersetzten und die Greenfiber-Informationen, die im Briefkasten lagen, womöglich nicht weiter beachteten.

Manche Orte in Porta – Hausberge und Barkhausen etwa – haben längst schnelles Internet. Mithilfe von Greenfiber sollten die weißen Flecken in den Randbereichen versorgt werden. Sie befinden sich hauptsächlich im Südwesten der Stadt (Costedt, Holtrup, Vennebeck), im Nordosten (Kleinenbremen, Wülpke) sowie in den Randbereichen von Eisbergen und Veltheim sowie in Lohfeld.

Wie berichtet, sind unabhängig vom Weiße-Flecken-Programm weitere Unternehmen in Porta in Sachen Breitbandausbau unterwegs. Dazu zählt die Deutschen Glasfaser Wholesale GmbH, Mit ihr hat die Stadt einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Überschneidungen mit den Greenfiber-Gebieten gibt es nicht, denn die Deutsche Glasfaser konzentriert sich im Norden auf Neesen, Lerbeck und Nammen sowie im Süden auf Eisbergen, Veltheim, Möllbergen und Holtrup (Gewerbegebiet). Aber das ist kein Selbstläufer, sondern hängt von der Vermarktungsquote ab: Mindestens 40 Prozent der potenziellen Nutzer müssen einen Hausanschluss wollen, damit die Deutsche Glasfaser tätig wird.

Breitbandausbau muss sich am Ende rechnen. Das ist auch der Grund für viele unterversorgte Bereiche in dünn besiedelten Gebieten. Trotz des kreisweiten Förderprojektes werden in Porta wohl ein paar weiße Flecken übrig bleiben.

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