Streuobstwiese am Weserradweg: Wildwuchs und angeschlagene Bäume Thomas Lieske Porta Westfalica-Barkhausen. Eigentlich könnten Cornelia Müller-Dieker (FDP), Jan Borchert und Lutz Carta zufrieden sein. Denn die Streuobstwiese am Weserradweg in Barkhausen ist gemäht – wie die Stadträtin, der Mann vom Umwelthof Minden-Lübbecke und der Natur- und Landschaftsführer es vor einigen Wochen gefordert hatten (das MT berichtete). Doch das eigentliche Problem, sagt Carta, sei damit noch nicht behoben. „An vielen Stellen konnte gar nicht gemäht werden, weil Fremdbäume schon viel zu hoch gewachsen sind und die Obstbäume bedrängen“, sagt Carta, der auch mal Ortsheimatpfleger von Barkhausen war und zusammen mit anderen seit einigen Jahren kritisch auf die Flächen zwischen dem hochfrequentierten Weserradweg und der Weser schaut. Nicht einfach so. „Die Flächen mit den alten Obstsorten wurden mal als Ausgleichsfläche für den Weserauentunnel angelegt. Die sind sehr wertvoll“, weiß Lutz Carta. Doch wenn die Wiese nicht regelmäßig gemäht werde und die Fremdbäume nicht entnommen würden, dann würden viele Obstbäume zwangsläufig irgendwann eingehen, betont er. „Die Streuobstwiese hat ihren ursprünglichen Charakter total verloren“, bedauert Jan Borchert vom Umwelthof. „Sie sollte eigentlich die Weitläufigkeit der Weserwiesen darstellen und einen Blick auf den Fluss zulassen.“ Stattdessen ranken nun Eichen, Hartriegel, Nussbäume und andere Gewächse um die eigentlichen Obstbäume – „die haben hier nichts zu suchen“. Denn so könne auch kein Mäher sorgfältig arbeiten. Zudem würden die Nussbäume, die sich ausgesät hätten, später eine Gefahr für den Radweg darstellen – durch Wurzelschäden und Bruchgefahr, ergänzt Jan Borchert. Viele der ungebetenen Bäume direkt am Fahrbahnrand haben keinen starken einzelnen Stamm ausgebildet, sondern wachsen als sogenannte Zwiesel – mit mehreren dünnen Stämmen. „Bei Sturm haben die Bäume keine Chance“, weiß Borchert. Doch das seien nicht die einzigen Folgen, die durch mangelnde Pflege entstünden. Beim Gang durch die Wiesen bleibt Lutz Carta plötzlich an einem noch recht jungen Obstbaum stehen. Die Wiese drumherum sieht gut aus, fast schon wie typischer Rasen. Das Problem, das der Landschaftsführer erkannt hat, liegt wenige Zentimeter weiter oben. „Der Seitenmäher hat den Stamm erwischt. Wenn man das so pflegt, geht hier natürlich alles kaputt“, bemängelt der Barkhauser. Tatsächlich: Viele der jungen Stämme sind stark beschädigt. Die wichtige schützende Rinde fehlt, eine Kerbe ist in den Stamm gehauen. Gegenüber auf der andere Radwegseite ist ein Baum sogar komplett umgeknickt. Cornelia Müller-Dieker verspricht, da „auch politisch dranzubleiben“, sagt sie. Einen Antrag dazu gab es bereits im zuständigen Ausschuss des Stadtrates. Die Stadt, so heißt es darin, möge den Kontakt zu Straßen NRW suchen, die die Streuobstwiese als Ausgleichsfläche zumindest koordiniert haben. Zuständig für die Koordination der Pflege ist allerdings die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Eine frühere Anfrage dort ergab, dass die Anstalt das Pflegekonzept, wie es die Barkhauser erneut fordern, nicht anpassen wolle. Eine erneute Anfrage blieb bisher unbeantwortet.

Streuobstwiese am Weserradweg: Wildwuchs und angeschlagene Bäume

Nussbaum, Hartriegel und Co. verdecken einige Obstbäume neben dem Weserradweg in Barkhausen.

Porta Westfalica-Barkhausen. Eigentlich könnten Cornelia Müller-Dieker (FDP), Jan Borchert und Lutz Carta zufrieden sein. Denn die Streuobstwiese am Weserradweg in Barkhausen ist gemäht – wie die Stadträtin, der Mann vom Umwelthof Minden-Lübbecke und der Natur- und Landschaftsführer es vor einigen Wochen gefordert hatten (das MT berichtete). Doch das eigentliche Problem, sagt Carta, sei damit noch nicht behoben. „An vielen Stellen konnte gar nicht gemäht werden, weil Fremdbäume schon viel zu hoch gewachsen sind und die Obstbäume bedrängen“, sagt Carta, der auch mal Ortsheimatpfleger von Barkhausen war und zusammen mit anderen seit einigen Jahren kritisch auf die Flächen zwischen dem hochfrequentierten Weserradweg und der Weser schaut.

Nicht einfach so. „Die Flächen mit den alten Obstsorten wurden mal als Ausgleichsfläche für den Weserauentunnel angelegt. Die sind sehr wertvoll“, weiß Lutz Carta. Doch wenn die Wiese nicht regelmäßig gemäht werde und die Fremdbäume nicht entnommen würden, dann würden viele Obstbäume zwangsläufig irgendwann eingehen, betont er. „Die Streuobstwiese hat ihren ursprünglichen Charakter total verloren“, bedauert Jan Borchert vom Umwelthof. „Sie sollte eigentlich die Weitläufigkeit der Weserwiesen darstellen und einen Blick auf den Fluss zulassen.“ Stattdessen ranken nun Eichen, Hartriegel, Nussbäume und andere Gewächse um die eigentlichen Obstbäume – „die haben hier nichts zu suchen“. Denn so könne auch kein Mäher sorgfältig arbeiten. Zudem würden die Nussbäume, die sich ausgesät hätten, später eine Gefahr für den Radweg darstellen – durch Wurzelschäden und Bruchgefahr, ergänzt Jan Borchert. Viele der ungebetenen Bäume direkt am Fahrbahnrand haben keinen starken einzelnen Stamm ausgebildet, sondern wachsen als sogenannte Zwiesel – mit mehreren dünnen Stämmen. „Bei Sturm haben die Bäume keine Chance“, weiß Borchert.

So wie dieser junge Baum sehen einige auf der Streuobstwiese in Barkhausen aus. Das Mähgerät ist dagegen geschlagen und hat die schützende Rinde stark beschädigt. MT- - © Fotos: Thomas Lieske
So wie dieser junge Baum sehen einige auf der Streuobstwiese in Barkhausen aus. Das Mähgerät ist dagegen geschlagen und hat die schützende Rinde stark beschädigt. MT- - © Fotos: Thomas Lieske

Doch das seien nicht die einzigen Folgen, die durch mangelnde Pflege entstünden. Beim Gang durch die Wiesen bleibt Lutz Carta plötzlich an einem noch recht jungen Obstbaum stehen. Die Wiese drumherum sieht gut aus, fast schon wie typischer Rasen. Das Problem, das der Landschaftsführer erkannt hat, liegt wenige Zentimeter weiter oben. „Der Seitenmäher hat den Stamm erwischt. Wenn man das so pflegt, geht hier natürlich alles kaputt“, bemängelt der Barkhauser. Tatsächlich: Viele der jungen Stämme sind stark beschädigt. Die wichtige schützende Rinde fehlt, eine Kerbe ist in den Stamm gehauen. Gegenüber auf der andere Radwegseite ist ein Baum sogar komplett umgeknickt.

Cornelia Müller-Dieker verspricht, da „auch politisch dranzubleiben“, sagt sie. Einen Antrag dazu gab es bereits im zuständigen Ausschuss des Stadtrates. Die Stadt, so heißt es darin, möge den Kontakt zu Straßen NRW suchen, die die Streuobstwiese als Ausgleichsfläche zumindest koordiniert haben. Zuständig für die Koordination der Pflege ist allerdings die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Eine frühere Anfrage dort ergab, dass die Anstalt das Pflegekonzept, wie es die Barkhauser erneut fordern, nicht anpassen wolle. Eine erneute Anfrage blieb bisher unbeantwortet.

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