Startprobleme behoben: So hat sich die Parkplatz-Situation am Kaiser entwickelt Thomas Lieske Porta Westfalica-Barkhausen. Ein sonniger Frühlingstag im Jahr 2019: Auto an Auto drängt sich gut ein Dreivierteljahr nach der Wiedereröffnung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf der Kaiserstraße in Richtung Parkplatz. Es geht kaum voran. Alle wollen einen Parkplatz in fußläufiger Nähe zum Denkmal haben. Es haben sich viel mehr Besucher auf den Weg gemacht, als der Parkplatz Platz bietet. Das Chaos nimmt seinen Lauf. Und das Ordnungsamt der Stadt Porta Westfalica muss an diesem Sonntag eingreifen. Szenen wie diese wiederholen sich noch wenige Male. Dann schreiten Stadt und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ein. Eine Lösung muss her. „Solche Szenen sollen sich nicht wiederholen“, sagt der damalige Bürgermeister Bernd Hedtmann (parteilos) mehrfach in der Öffentlichkeit. Stadt und LWL stehen vor einem Dilemma. Viele Millionen Euro sind in die Neugestaltung des Areals rund um das Denkmal geflossen. Attraktiver sollte es werden für Besucher aus nah und fern. Doch mit solch einem Ansturm auf das Denkmal habe der LWL ehrlich gesagt nicht gerechnet, heißt es dazu wenig später in einem Pressegespräch im Rathaus. Ja, man habe sich auch bei den Parkkapazitäten direkt oben am Kaiser-Denkmal etwas verschätzt. Eine Lösung muss her. Wie schaffen Stadt und LWL es gemeinsam, dass nicht mehr so viele Autos gleichzeitig auf der Kaiserstraße unterwegs sind und das Ordnungsamt nicht an jedem schönen sonnigen Tag die Straße sperren muss, um den Zulauf zu begrenzen? Die Antwort hat drei Buchstaben: Ein Bus soll es richten. Ein Shuttlebus, der mehrere Stationen im Tal, wie etwa den Bahnhof oder den Parkplatz „Unterm Willem“ neben dem Kaiserhof ansteuert, um Fahrgäste einzusammeln, die ihr Auto unten stehen lassen oder mit der Bahn anreisen. Doch der Bus allein reicht nicht. Es fehlt der Anreiz, auf die bequeme Anreise mit dem eignen Auto zu verzichten. Doch auch da hat sich der LWL etwas überlegt: Der Bus soll für die Fahrgäste kostenlos sein und möglichst regelmäßig fahren. Und damit das Preismodell aufgeht, erhöht der LWL zeitgleich die Parkgebühren oben am Parkplatz. Satte fünf Euro müssen Besucher nun berappen, um dort ihr Auto abzustellen. Mit den Einnahmen aus den Parkgebühren soll unter anderem der Busshuttle subventioniert werden, der den Verkehr deutlich reduzieren soll. „Aus unserer Sicht läuft alles zufriedenstellend“, erklärt Bodo Strototte. Er ist Geschäftsführer der LWL-Tochter WLV, die unter anderem für die Bewirtschaftung des Parkplatzes zuständig ist. Das Preismodell sei mehrfach auf den Bedarf der Besucher abgestimmt worden. Und der Shuttleverkehr funktioniere gut. „Es gibt einen Fahrplan. Grundsätzlich fährt der Bus an besucherstarken Tagen, das sind in der Regel Wochenenden und Feiertage mit schönem Wetter“, sagt Strototte. In diesem Jahr ist der Shuttle an Samstagen zwischen dem 15. Mai und dem 11. September regelmäßig gefahren. Sonn- und feiertags gilt der Fahrplan ganzjährig mit Ausnahmen an den Weihnachtsfeiertagen und zu Silvester. Zudem fallen von November bis Dezember die zwei frühesten und die zwei spätesten Fahrten weg. Das mittlerweile gestaffelte Preissystem sieht folgende Spanne vor: Die erste Stunde kostet zwei Euro, jede weitere Stunde einen Euro. Für fünf Euro gibt’s das Tagesticket. Der Parkplatz ist nur zwischen 9 und 18 Uhr gebührenpflichtig. Doch auch mit dem neuen Parkautomaten gab es zu Anfang einige Startschwierigkeiten. Mal zog er das Geld ein, spuckte aber kein Ticket aus. Die Quittung mit dem Verweis, dass Besucher sich die fünf Euro in Münster direkt beim LWL erstatten lassen könnten, sorgte anfangs für Irritationen. Mal kamen Besucher nicht mit der Kennzeicheneingabe zurecht. Denn um zu verhindern, dass Besucher sich die Tickets gegenseitig weiterreichen – wie beinahe üblich auf kostenpflichtigen Parkplätzen –, müssen Autofahrer ihr Kennzeichen in den Automaten eingeben, bevor sie das Ticket bekommen. Mehr als 150 Parkplätze stehen direkt unterhalb des Denkmals zur Verfügung. Der LWL hatte das Areal ebenfalls aufgewertet. Motorräder, Wohnmobile und Elektroautos haben gesonderte Stellflächen, die sie nutzen können. Auch für E-Bikes hat der LWL Ladestationen aufgebaut. Trotz aller Startschwierigkeiten: Mittlerweile hätten sich die Parksituation und der Verkehr insgesamt entspannt und zum Positiven entwickelt, heißt es vom LWL.

Startprobleme behoben: So hat sich die Parkplatz-Situation am Kaiser entwickelt

Der Parkplatz oben am Kaiser-Denkmal ist gebührenpflichtig. Mit den Einnahmen soll der kostenlose Shuttlebus, der aus dem Tal nach oben fährt, subventioniert werden. MT-Foto: Thomas Lieske

Porta Westfalica-Barkhausen. Ein sonniger Frühlingstag im Jahr 2019: Auto an Auto drängt sich gut ein Dreivierteljahr nach der Wiedereröffnung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf der Kaiserstraße in Richtung Parkplatz. Es geht kaum voran. Alle wollen einen Parkplatz in fußläufiger Nähe zum Denkmal haben. Es haben sich viel mehr Besucher auf den Weg gemacht, als der Parkplatz Platz bietet. Das Chaos nimmt seinen Lauf. Und das Ordnungsamt der Stadt Porta Westfalica muss an diesem Sonntag eingreifen.

Szenen wie diese wiederholen sich noch wenige Male. Dann schreiten Stadt und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ein. Eine Lösung muss her. „Solche Szenen sollen sich nicht wiederholen“, sagt der damalige Bürgermeister Bernd Hedtmann (parteilos) mehrfach in der Öffentlichkeit. Stadt und LWL stehen vor einem Dilemma. Viele Millionen Euro sind in die Neugestaltung des Areals rund um das Denkmal geflossen. Attraktiver sollte es werden für Besucher aus nah und fern. Doch mit solch einem Ansturm auf das Denkmal habe der LWL ehrlich gesagt nicht gerechnet, heißt es dazu wenig später in einem Pressegespräch im Rathaus. Ja, man habe sich auch bei den Parkkapazitäten direkt oben am Kaiser-Denkmal etwas verschätzt.

Eine Lösung muss her. Wie schaffen Stadt und LWL es gemeinsam, dass nicht mehr so viele Autos gleichzeitig auf der Kaiserstraße unterwegs sind und das Ordnungsamt nicht an jedem schönen sonnigen Tag die Straße sperren muss, um den Zulauf zu begrenzen? Die Antwort hat drei Buchstaben: Ein Bus soll es richten. Ein Shuttlebus, der mehrere Stationen im Tal, wie etwa den Bahnhof oder den Parkplatz „Unterm Willem“ neben dem Kaiserhof ansteuert, um Fahrgäste einzusammeln, die ihr Auto unten stehen lassen oder mit der Bahn anreisen.


Doch der Bus allein reicht nicht. Es fehlt der Anreiz, auf die bequeme Anreise mit dem eignen Auto zu verzichten. Doch auch da hat sich der LWL etwas überlegt: Der Bus soll für die Fahrgäste kostenlos sein und möglichst regelmäßig fahren. Und damit das Preismodell aufgeht, erhöht der LWL zeitgleich die Parkgebühren oben am Parkplatz. Satte fünf Euro müssen Besucher nun berappen, um dort ihr Auto abzustellen. Mit den Einnahmen aus den Parkgebühren soll unter anderem der Busshuttle subventioniert werden, der den Verkehr deutlich reduzieren soll.

Nach der Neueröffnung kam es immer wieder zu großem Autoandrang. MT-Fotos (2): Korfesmeyer - © Korfesmeyer
Nach der Neueröffnung kam es immer wieder zu großem Autoandrang. MT-Fotos (2): Korfesmeyer - © Korfesmeyer

„Aus unserer Sicht läuft alles zufriedenstellend“, erklärt Bodo Strototte. Er ist Geschäftsführer der LWL-Tochter WLV, die unter anderem für die Bewirtschaftung des Parkplatzes zuständig ist. Das Preismodell sei mehrfach auf den Bedarf der Besucher abgestimmt worden. Und der Shuttleverkehr funktioniere gut. „Es gibt einen Fahrplan. Grundsätzlich fährt der Bus an besucherstarken Tagen, das sind in der Regel Wochenenden und Feiertage mit schönem Wetter“, sagt Strototte. In diesem Jahr ist der Shuttle an Samstagen zwischen dem 15. Mai und dem 11. September regelmäßig gefahren. Sonn- und feiertags gilt der Fahrplan ganzjährig mit Ausnahmen an den Weihnachtsfeiertagen und zu Silvester. Zudem fallen von November bis Dezember die zwei frühesten und die zwei spätesten Fahrten weg.

Null Parkplätze: An manchen Tagen geht nichts mehr am Denkmalparkplatz. - © Lieske
Null Parkplätze: An manchen Tagen geht nichts mehr am Denkmalparkplatz. - © Lieske

Das mittlerweile gestaffelte Preissystem sieht folgende Spanne vor: Die erste Stunde kostet zwei Euro, jede weitere Stunde einen Euro. Für fünf Euro gibt’s das Tagesticket. Der Parkplatz ist nur zwischen 9 und 18 Uhr gebührenpflichtig. Doch auch mit dem neuen Parkautomaten gab es zu Anfang einige Startschwierigkeiten. Mal zog er das Geld ein, spuckte aber kein Ticket aus. Die Quittung mit dem Verweis, dass Besucher sich die fünf Euro in Münster direkt beim LWL erstatten lassen könnten, sorgte anfangs für Irritationen. Mal kamen Besucher nicht mit der Kennzeicheneingabe zurecht. Denn um zu verhindern, dass Besucher sich die Tickets gegenseitig weiterreichen – wie beinahe üblich auf kostenpflichtigen Parkplätzen –, müssen Autofahrer ihr Kennzeichen in den Automaten eingeben, bevor sie das Ticket bekommen.

Mehr als 150 Parkplätze stehen direkt unterhalb des Denkmals zur Verfügung. Der LWL hatte das Areal ebenfalls aufgewertet. Motorräder, Wohnmobile und Elektroautos haben gesonderte Stellflächen, die sie nutzen können. Auch für E-Bikes hat der LWL Ladestationen aufgebaut. Trotz aller Startschwierigkeiten: Mittlerweile hätten sich die Parksituation und der Verkehr insgesamt entspannt und zum Positiven entwickelt, heißt es vom LWL.

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