Spurensuche im Gewölle der Schleiereule Vlothoer Vogelkundler leitet spannende Exkursion am Großen Weserbogen / Gefiederte Gäste aus Skandinavien Von Gisela Schwarze Porta Westfalica-Costedt (GS). Der Ausflug hat sich gelohnt. Immerhin 25 Vogelarten konnten die Teilnehmer einer Exkursion am vergangenen Wochenende am Großen Weserbogen beobachten. 30 Naturfreunde widmeten sich den Wintervögeln. Die Exkursion führte am teilweise zugefrorenen Südlichen See entlang zur Weser. Mit dem Vlothoer Ornithologen und Biologielehrer Jörg Hadasch spürte die Gruppe heimische Wintervögel und seltene gefiederte Freunde aus Skandinavien und der Arktis auf.Die vogelkundliche Wanderung war auch in diesem Jahr eine Gemeinschaftsveranstaltung des Vereins für Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP) und der Arbeitsgruppe Natur- und Umweltschutz Bad Oeynhausen. Die Organisation lag in den bewährten Händen von NHP-Geschäftsführer Dr. Albrecht von Lochow, Vereinschef Herbert Wiese und Landschaftswart Erwin Mattegiet aus dem benachbarten Bad Oeynhausen.Mit Ferngläsern ausgerüstet entging den aufmerksamen Beobachtern kaum ein gefiederter Freund, der sich in Gruppennähe aufhielt. Ein professionelles Fernrohr hatte Exkursionsleiter Jörg Hadasch dabei, durch das alle Interessenten nacheinander die unterschiedlichen Vogelarten und teilweise seltenen Gäste aus dem hohen Norden Europas betrachten durften. Anhand eines vogelkundlichen Fachbuchs erklärte der in Vlotho wohnende und an einem Bünder Gymnasium unterrichtende Biologielehrer anschaulich die typischen Merkmale der gesichteten Wintervögel.Insgesamt konnte der Ornithologe 25 Vogelarten nachweisen. Gänsesäger, Zwergsäger, Zwergtaucher, Blesshühner, Schellente, Haubentaucher, Reiherente und Tafelenten hielten sich an oder über der Weser auf. Auf der Eisfläche des Südlichen Sees watschelten lediglich einige Höckerschwäne und Stockenten.Der Gänsesäger ist in Skandinavien beheimatet, wo er vorwiegend an großen Seen brütet. Die zugefrorenen Gewässer treiben die Tiere auf eisfreie Bäche und Flüsse nach Mitteleuropa, erfuhren die Exkursionsteilnehmer. "Säger sind Entenvögel mit Hackschnäbeln, deren Ränder feine Zähne aus Horn tragen. Damit können die Vögel fingerlange Fische festhalten, die sie unter Wasser jagen", erläuterte der Ornithologe.In den Baumwipfeln saßen vier Gimpel zum Beobachten bereit und auf einer Sitzkrücke in der Nähe des Storchenhorstes wartete ein Turmfalke. In der ausgedienten Trafostation brüten regelmäßig Schleiereulen. Im August wurden dort von den Naturschützern fünf Eulenküken beringt (Bericht im MT).Jörg Hadasch fand dort frisches Gewölle einer Schleiereule. Er zerbröselte es und konnte den erstaunten Naturfreunden kleine Knochen und einen kompletten Mäuseschädel zeigen: "Eulen können im Gegensatz zu anderen Greifvögeln Knochen nicht verdauen." Wegen des hohen Schnees in den vergangenen Wochen hätten die Schleiereulen große Nahrungsprobleme gehabt, weil die Feldmäuse als Hauptnahrung unter der Schneedecke versteckt sind.Faszinierend für die Betrachter, dass die Enten und Schwäne auf der Eisfläche des Sees nicht festfrieren. "Eng aneinander liegende Blutgefäße in den Beinen sorgen dafür, dass der sauerstoffreiche Blutstrom aus dem 40 Grad warmen Körper nach dem Prinzip eines Wärmetauschers arbeitet", erklärte Erwin Mattegiet. So könne sich das Wassergeflügel stundenlang problemlos auf der Eisfläche bewegen.

Spurensuche im Gewölle der Schleiereule

Porta Westfalica-Costedt (GS). Der Ausflug hat sich gelohnt. Immerhin 25 Vogelarten konnten die Teilnehmer einer Exkursion am vergangenen Wochenende am Großen Weserbogen beobachten.

Jörg Hadasch gab die Richtung vor. Der Ornithologe brachte zur Exkursion ein Profi-Fernrohr mit. - © Foto: Gisela Schwarze
Jörg Hadasch gab die Richtung vor. Der Ornithologe brachte zur Exkursion ein Profi-Fernrohr mit. - © Foto: Gisela Schwarze

30 Naturfreunde widmeten sich den Wintervögeln. Die Exkursion führte am teilweise zugefrorenen Südlichen See entlang zur Weser. Mit dem Vlothoer Ornithologen und Biologielehrer Jörg Hadasch spürte die Gruppe heimische Wintervögel und seltene gefiederte Freunde aus Skandinavien und der Arktis auf.

Die vogelkundliche Wanderung war auch in diesem Jahr eine Gemeinschaftsveranstaltung des Vereins für Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP) und der Arbeitsgruppe Natur- und Umweltschutz Bad Oeynhausen. Die Organisation lag in den bewährten Händen von NHP-Geschäftsführer Dr. Albrecht von Lochow, Vereinschef Herbert Wiese und Landschaftswart Erwin Mattegiet aus dem benachbarten Bad Oeynhausen.

Mit Ferngläsern ausgerüstet entging den aufmerksamen Beobachtern kaum ein gefiederter Freund, der sich in Gruppennähe aufhielt. Ein professionelles Fernrohr hatte Exkursionsleiter Jörg Hadasch dabei, durch das alle Interessenten nacheinander die unterschiedlichen Vogelarten und teilweise seltenen Gäste aus dem hohen Norden Europas betrachten durften. Anhand eines vogelkundlichen Fachbuchs erklärte der in Vlotho wohnende und an einem Bünder Gymnasium unterrichtende Biologielehrer anschaulich die typischen Merkmale der gesichteten Wintervögel.

Insgesamt konnte der Ornithologe 25 Vogelarten nachweisen. Gänsesäger, Zwergsäger, Zwergtaucher, Blesshühner, Schellente, Haubentaucher, Reiherente und Tafelenten hielten sich an oder über der Weser auf. Auf der Eisfläche des Südlichen Sees watschelten lediglich einige Höckerschwäne und Stockenten.

Der Gänsesäger ist in Skandinavien beheimatet, wo er vorwiegend an großen Seen brütet. Die zugefrorenen Gewässer treiben die Tiere auf eisfreie Bäche und Flüsse nach Mitteleuropa, erfuhren die Exkursionsteilnehmer. "Säger sind Entenvögel mit Hackschnäbeln, deren Ränder feine Zähne aus Horn tragen. Damit können die Vögel fingerlange Fische festhalten, die sie unter Wasser jagen", erläuterte der Ornithologe.

In den Baumwipfeln saßen vier Gimpel zum Beobachten bereit und auf einer Sitzkrücke in der Nähe des Storchenhorstes wartete ein Turmfalke. In der ausgedienten Trafostation brüten regelmäßig Schleiereulen. Im August wurden dort von den Naturschützern fünf Eulenküken beringt (Bericht im MT).

Jörg Hadasch fand dort frisches Gewölle einer Schleiereule. Er zerbröselte es und konnte den erstaunten Naturfreunden kleine Knochen und einen kompletten Mäuseschädel zeigen: "Eulen können im Gegensatz zu anderen Greifvögeln Knochen nicht verdauen." Wegen des hohen Schnees in den vergangenen Wochen hätten die Schleiereulen große Nahrungsprobleme gehabt, weil die Feldmäuse als Hauptnahrung unter der Schneedecke versteckt sind.

Faszinierend für die Betrachter, dass die Enten und Schwäne auf der Eisfläche des Sees nicht festfrieren. "Eng aneinander liegende Blutgefäße in den Beinen sorgen dafür, dass der sauerstoffreiche Blutstrom aus dem 40 Grad warmen Körper nach dem Prinzip eines Wärmetauschers arbeitet", erklärte Erwin Mattegiet. So könne sich das Wassergeflügel stundenlang problemlos auf der Eisfläche bewegen.

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