Spedition in Schieflage: So soll "Schröder und Schierenberg" vor der Insolvenz gerettet werden Porta Westfalica-Vennebeck (mt/lies). Einer der größten Spediteure der Region kämpft aktuell mit einer finanziellen Schieflage. Deshalb geht die Spedition Schröder und Schierenberg aus Vennebeck in die Insolvenz in Eigenregie. Das Amtsgericht Bielefeld hat dem Antrag des Unternehmens mit derzeit rund 130 Mitarbeitern nun stattgegeben. Als Grund gibt das Unternehmen Auswirkungen der Corona-Pandemie an. In dieser Vorstufe der Insolvenz versucht das Unternehmen mithilfe von professioneller Begleitung durch Insolvenzexperten, die Firma neu zu strukturieren und das laufende Geschäft aufrecht zu erhalten. Für Schröder und Schierenberg ist unter anderem der renommierte Insolvenzrechtler Dr. Hans Joachim Berner von der Kanzlei Willmerköster in Hannover zuständig. Zusammen mit dem Generalbevollmächtigten Norbert Ruthemeyer überwacht er die Geschäftsführung um Jochen Oelmann bei der Neuaufstellung des Geschäfts. Oelmann ist im Dezember neu in die Geschäftsführung berufen worden, um die Sanierung in Eigenverwaltung voranzutreiben. Bereits im Mai 2020 kam es im Zuge der laufenden Restrukturierung zu Veränderungen in der Geschäftsführung des Unternehmens aus Vennebeck.Diese Maßnahmen außerhalb des Insolvenzrechts sind allerdings gescheitert. Dazu gehörte unter anderem ein sogenanntes Starug-Verfahren. Dieses ist neu und bisher lediglich bei bundesweit zehn Unternehmen zum Einsatz gekommen. All diese vorherigen Prozesse haben nach Einschätzung der beauftragten Anwaltskanzlei die Neustrukturierung der Spedition eher verzögert und sogar erschwert. Den Schutz des Insolvenzrechts hat die begleitende Kanzlei nun gewählt, um unter anderem die Löhne der Angestellten zeitweise sicherzustellen. Die Gehälter sind demnach bis mindestens einschließlich März sichergestellt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien über die Sanierung informiert worden. In den kommenden sechs Wochen muss Berner als vorläufiger Sachverwalter klären, ob die Insolvenz in Eigenregie sinnvoll ist oder nicht.„Unser gemeinsames Ziel ist es, die laufende Restrukturierung der Gruppe zu beschleunigen“, betont Ruthemeyer. „In den kommenden Wochen werden wir mit Hochdruck daran arbeiten, die notwendigen Strukturen zu schaffen, um handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig richtet sich der Fokus darauf, Zukunftsperspektiven zur umfangreichen Sicherung aufzubauen.“Dazu zählt auch die Suche nach Investoren. In welcher Form potenzielle Geldgeber in das Geschäft einsteigen könnten, blieb zunächst aber noch offen. Der neue Geschäftsführer des Unternehmens blickt auf schwierige Zeiten zurück: „Die vergangenen Wochen waren äußerst intensive Wochen. Wir mussten erkennen: Die eingeleiteten Maßnahmen reichen nicht aus, die durch die Corona-Pandemie nochmals gestiegenen Belastungen zu kompensieren“, erklärt Jochen Oelmann. Er setzt seine ganze Hoffnung nun in die Insolvenz in Eigenregie.Die Spedition Schröder und Schierenberg verzeichnete zuletzt einen Jahresumsatz von 17,5 Millionen Euro. Das Transportunternehmen mit Hauptstandort in Porta und zwei Außenstellen in Vlotho wurde im Jahr 1929 gegründet und zählt heute nach Angaben der Kanzlei zu den größten Spediteuren der Region. Zum Geschäftsbereich des Unternehmens gehört auch die Lagerlogistik. An den großen Hallen der Firma zwischen Vlothoer Straße und B482 in Vennebeck kommen täglich zahlreiche Autofahrer vorbei. Zu den wichtigsten Kunden zählen Unternehmen wie Melitta, die Kannegießer AG, die Denios AG oder Follmann Chemie.

Spedition in Schieflage: So soll "Schröder und Schierenberg" vor der Insolvenz gerettet werden

Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt fortgeführt werden, heißt es. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden seien bis einschließlich März abgesichert. MT-Foto: Alex Lehn © lehn

Porta Westfalica-Vennebeck (mt/lies). Einer der größten Spediteure der Region kämpft aktuell mit einer finanziellen Schieflage. Deshalb geht die Spedition Schröder und Schierenberg aus Vennebeck in die Insolvenz in Eigenregie. Das Amtsgericht Bielefeld hat dem Antrag des Unternehmens mit derzeit rund 130 Mitarbeitern nun stattgegeben. Als Grund gibt das Unternehmen Auswirkungen der Corona-Pandemie an.

In dieser Vorstufe der Insolvenz versucht das Unternehmen mithilfe von professioneller Begleitung durch Insolvenzexperten, die Firma neu zu strukturieren und das laufende Geschäft aufrecht zu erhalten. Für Schröder und Schierenberg ist unter anderem der renommierte Insolvenzrechtler Dr. Hans Joachim Berner von der Kanzlei Willmerköster in Hannover zuständig. Zusammen mit dem Generalbevollmächtigten Norbert Ruthemeyer überwacht er die Geschäftsführung um Jochen Oelmann bei der Neuaufstellung des Geschäfts. Oelmann ist im Dezember neu in die Geschäftsführung berufen worden, um die Sanierung in Eigenverwaltung voranzutreiben. Bereits im Mai 2020 kam es im Zuge der laufenden Restrukturierung zu Veränderungen in der Geschäftsführung des Unternehmens aus Vennebeck.

Diese Maßnahmen außerhalb des Insolvenzrechts sind allerdings gescheitert. Dazu gehörte unter anderem ein sogenanntes Starug-Verfahren. Dieses ist neu und bisher lediglich bei bundesweit zehn Unternehmen zum Einsatz gekommen. All diese vorherigen Prozesse haben nach Einschätzung der beauftragten Anwaltskanzlei die Neustrukturierung der Spedition eher verzögert und sogar erschwert.

Den Schutz des Insolvenzrechts hat die begleitende Kanzlei nun gewählt, um unter anderem die Löhne der Angestellten zeitweise sicherzustellen. Die Gehälter sind demnach bis mindestens einschließlich März sichergestellt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien über die Sanierung informiert worden. In den kommenden sechs Wochen muss Berner als vorläufiger Sachverwalter klären, ob die Insolvenz in Eigenregie sinnvoll ist oder nicht.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die laufende Restrukturierung der Gruppe zu beschleunigen“, betont Ruthemeyer. „In den kommenden Wochen werden wir mit Hochdruck daran arbeiten, die notwendigen Strukturen zu schaffen, um handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig richtet sich der Fokus darauf, Zukunftsperspektiven zur umfangreichen Sicherung aufzubauen.“

Dazu zählt auch die Suche nach Investoren. In welcher Form potenzielle Geldgeber in das Geschäft einsteigen könnten, blieb zunächst aber noch offen. Der neue Geschäftsführer des Unternehmens blickt auf schwierige Zeiten zurück: „Die vergangenen Wochen waren äußerst intensive Wochen. Wir mussten erkennen: Die eingeleiteten Maßnahmen reichen nicht aus, die durch die Corona-Pandemie nochmals gestiegenen Belastungen zu kompensieren“, erklärt Jochen Oelmann. Er setzt seine ganze Hoffnung nun in die Insolvenz in Eigenregie.

Die Spedition Schröder und Schierenberg verzeichnete zuletzt einen Jahresumsatz von 17,5 Millionen Euro. Das Transportunternehmen mit Hauptstandort in Porta und zwei Außenstellen in Vlotho wurde im Jahr 1929 gegründet und zählt heute nach Angaben der Kanzlei zu den größten Spediteuren der Region. Zum Geschäftsbereich des Unternehmens gehört auch die Lagerlogistik. An den großen Hallen der Firma zwischen Vlothoer Straße und B482 in Vennebeck kommen täglich zahlreiche Autofahrer vorbei. Zu den wichtigsten Kunden zählen Unternehmen wie Melitta, die Kannegießer AG, die Denios AG oder Follmann Chemie.

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Patrick Schwemmling

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