Sparkasse verlangt Negativzinsen von Vermögenden Dirk Haunhorst Porta Westfalica/Bad Oeynhausen. Negativzinsen sind inzwischen auch für die Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica in Kundengesprächen ein unangenehmes Thema. Wer über Einlagen in sechsstelliger Höhe auf Giro- oder Tagesgeldkonten verfügt, muss mit Negativzinsen oder Verwahrentgelten rechnen. Mit knapp 200 Kunden gibt es inzwischen eine entsprechende Vereinbarung. „Der normale Kleinsparer zahlt aber nichts“, betonte Vorstand Rainer Janke am Freitag in einem Pressegespräch. Betroffen seien aktuell Einlagen ab 250.000 Euro. Über darunter liegende Summen werde noch diskutiert. Es gehe um einen kleinen Personenkreis, da weniger als fünf Prozent der Kunden Einlagen im sechsstelligen Bereich hätten. Die Geldinstitute ächzen unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). „Der Marktzins ist negativ“, sagt Janke. So erfreulich in der aktuellen Krisenzeit das starke Einlagenwachstum als Vertrauensbeweis sei, so stelle es für die Sparkasse eine große wirtschaftliche Belastung dar, sofern es in traditionelle Spar- und Giroeinlagen fließe. „Jeder Euro, der als Einlage zu uns gebracht wird, kostet die Sparkasse Geld. Denn wir müssen das technisch und personell abwickeln, eine Sicherheitsgebühr an das Einlagensicherungssystem abführen und darauf auch noch eine Bankenabgabe bezahlen.“ Trotz chronischer Niedrigzinsen, Coronapandemie und regulatorischer Anforderungen sei das Geschäftsjahr 2020 zufriedenstellend verlaufen, so der Vorstand. Der Bilanzgewinn liegt mit 800.000 Euro auf Vorjahresniveau. Die Bilanzsumme der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica, die 2018 aus einer Fusion hervorging und etwa 45.000 Kunden betreut, wuchs 2020 hauptsächlich infolge gestiegener Kundeneinlagen um rund 109 Millionen Euro auf fast 1,5 Milliarden Euro. Die Sparkassenfiliale „um die Ecke“ und das persönliche Beratungsgespräche bildeten weiterhin die Eckpfeiler des Geschäfts, sagte Jankes Vorstandskollege Matthias Paschke. Allerdings würden die festen Standorte für reine Service-Dienstleistungen immer weniger aufgesucht. Dafür erhöhe sich der Anteil der Kunden, die Onlinebanking nutzen. Mehr als 60 Prozent der Privatkunden führten ihr Konto online. Eine Folge ist die Ausdünnung des Filialnetzes. So wurde zum Jahreswechsel die SB-Filiale in Holtrup geschlossen. Und drei weitere Filialen im Geschäftsgebiet, darunter die in Holzhausen, werden inzwischen ohne Personal als SB-Standorte weitergeführt. Aktuell gebe es keine Pläne für weitere Filial-Schließungen oder Abspeckung auf SB-Niveau, so der Vorstand. Die Sparkasse habe zudem mit der Renovierung und Modernisierung des Standortes Eisbergen ein Zeichen gesetzt, dass sie weiter auf Präsenz in der Fläche setze. Das soll unter der neuen Führung so bleiben. Zum 31. August wird Rainer Janke nach mehr als 27 Jahren Vorstandstätigkeit in den Ruhestand treten. Der Verwaltungsrat der Sparkasse hat mit Wirkung zum 1. September 2021 Matthias Paschke zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Der 39-Jährige gehört seit Anfang 2020 dem Führungsgremium an. Paschke zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Der 39-Jährige gehört seit Anfang 2020 dem Führungsgremium an. steht künftig mit Markus Krawietz ein neuer Vorstandskollege zur Seite. Der 44-Jährige wohnt noch in Wuppertal, will aber mit seiner Familie in Kürze in die Badestadt oder nach Porta umziehen. Zu einem weiteren Vertreter des Vorstands wurde Stefan Wendt bestellt. Der 56-Jährige ist seit Mitte 2018 Leiter des Bereichs Private Banking der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica.

Sparkasse verlangt Negativzinsen von Vermögenden

Vorstandsvorsitzender Rainer Janke (links) geht Ende August in Ruhestand, neuer Sparkassenchef wird Matthias Paschke (rechts). Außerdem gehören Markus Krawietz (2. v.l .) und Stefan Wendt dem Vorstand an. MT-Foto: Dirk Haunhorst © Haunhorst

Porta Westfalica/Bad Oeynhausen. Negativzinsen sind inzwischen auch für die Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica in Kundengesprächen ein unangenehmes Thema. Wer über Einlagen in sechsstelliger Höhe auf Giro- oder Tagesgeldkonten verfügt, muss mit Negativzinsen oder Verwahrentgelten rechnen. Mit knapp 200 Kunden gibt es inzwischen eine entsprechende Vereinbarung. „Der normale Kleinsparer zahlt aber nichts“, betonte Vorstand Rainer Janke am Freitag in einem Pressegespräch. Betroffen seien aktuell Einlagen ab 250.000 Euro. Über darunter liegende Summen werde noch diskutiert. Es gehe um einen kleinen Personenkreis, da weniger als fünf Prozent der Kunden Einlagen im sechsstelligen Bereich hätten.

Die Geldinstitute ächzen unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). „Der Marktzins ist negativ“, sagt Janke. So erfreulich in der aktuellen Krisenzeit das starke Einlagenwachstum als Vertrauensbeweis sei, so stelle es für die Sparkasse eine große wirtschaftliche Belastung dar, sofern es in traditionelle Spar- und Giroeinlagen fließe. „Jeder Euro, der als Einlage zu uns gebracht wird, kostet die Sparkasse Geld. Denn wir müssen das technisch und personell abwickeln, eine Sicherheitsgebühr an das Einlagensicherungssystem abführen und darauf auch noch eine Bankenabgabe bezahlen.“

Die Sparkasse in Zahlen. Tabelle und Grafik: Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica - © Schildan Malte
Die Sparkasse in Zahlen. Tabelle und Grafik: Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica - © Schildan Malte

Trotz chronischer Niedrigzinsen, Coronapandemie und regulatorischer Anforderungen sei das Geschäftsjahr 2020 zufriedenstellend verlaufen, so der Vorstand. Der Bilanzgewinn liegt mit 800.000 Euro auf Vorjahresniveau. Die Bilanzsumme der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica, die 2018 aus einer Fusion hervorging und etwa 45.000 Kunden betreut, wuchs 2020 hauptsächlich infolge gestiegener Kundeneinlagen um rund 109 Millionen Euro auf fast 1,5 Milliarden Euro.

Die Sparkassenfiliale „um die Ecke“ und das persönliche Beratungsgespräche bildeten weiterhin die Eckpfeiler des Geschäfts, sagte Jankes Vorstandskollege Matthias Paschke. Allerdings würden die festen Standorte für reine Service-Dienstleistungen immer weniger aufgesucht. Dafür erhöhe sich der Anteil der Kunden, die Onlinebanking nutzen. Mehr als 60 Prozent der Privatkunden führten ihr Konto online. Eine Folge ist die Ausdünnung des Filialnetzes. So wurde zum Jahreswechsel die SB-Filiale in Holtrup geschlossen. Und drei weitere Filialen im Geschäftsgebiet, darunter die in Holzhausen, werden inzwischen ohne Personal als SB-Standorte weitergeführt. Aktuell gebe es keine Pläne für weitere Filial-Schließungen oder Abspeckung auf SB-Niveau, so der Vorstand. Die Sparkasse habe zudem mit der Renovierung und Modernisierung des Standortes Eisbergen ein Zeichen gesetzt, dass sie weiter auf Präsenz in der Fläche setze.

Das soll unter der neuen Führung so bleiben. Zum 31. August wird Rainer Janke nach mehr als 27 Jahren Vorstandstätigkeit in den Ruhestand treten. Der Verwaltungsrat der Sparkasse hat mit Wirkung zum 1. September 2021 Matthias Paschke zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Der 39-Jährige gehört seit Anfang 2020 dem Führungsgremium an.

Paschke zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Der 39-Jährige gehört seit Anfang 2020 dem Führungsgremium an. steht künftig mit Markus Krawietz ein neuer Vorstandskollege zur Seite. Der 44-Jährige wohnt noch in Wuppertal, will aber mit seiner Familie in Kürze in die Badestadt oder nach Porta umziehen. Zu einem weiteren Vertreter des Vorstands wurde Stefan Wendt bestellt. Der 56-Jährige ist seit Mitte 2018 Leiter des Bereichs Private Banking der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica.

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